Seite wird geladen …
NACHRICHTENvon Gestern und Heute
← Nachrichten

02.03.2021 — USA / Eritrea / Äthiopien

1Meldungen
0Quellen
8Orte
2 minLesezeit
Meldung 01 von 1

Dass in der äthiopischen Provinz Tigray die Gräuel nicht aufhören zeigt, dass sie weder an „Kriegserklärungen“, noch an die offizielle Beendigung von Kriegen gebunden ist. 80% der Bevölkerung Tigrays war im Februar von Hilfe abgeschnitten (11.2). Auch wenn es schwierig ist, in solchen Situationen Leid zueinander in Relation zu setzen, kann man doch sagen, dass insbesondere eritreische und intern-äthiopische (5.2) Vertriebene eine Hauptlast des Konfliktes tragen, da sie besonders schutzlos sind (1.2). Anfang Februar wurden etwa 20.000 eritreische Flüchtlinge vermisst (2.2) und Ende des Monats waren noch etwa 6000 obdachlos. Vergewaltigung als Kriegswaffe findet statt (12.2). Indes rufen die EU und die USA die eritreischen Truppen auf, Tigray zu verlassen (9.2) und inzwischen wurde ein grauenvolles Kriegsverbrechen Seiten Eritreas öffentlich (26.2). Es ist unglaublich, dass Eritrea und Äthiopien noch immer die eritreische Truppenpräsenz in Tigray leugnen.

In Uganda wollte der unterlegene Präsidentschaftskandidat Bobi Wine vor dem Verfassungsgericht Klage gegen das Ergebnis der Wahlen einreichen (1.2), zog jedoch wenige später seine Klage mit der Begründung zurück, das Verfassungsgericht sei voreingenommen (22.2). Vor diesem Rückzug hatte Wine mit einer US-Diplomatin über ein taktisch kluges Verhalten als Opposition gesprochen. Diese Rolle wird er wohl nun einnehmen.

Die Situation im Jemen hat sich für die Bevölkerung in Teilen verbessert, in Teilen verschlechtert. Einerseits ist humanitäre Hilfe in den von den Houthi-Miliz kontrollierten Landesteilen jetzt wieder möglich (6.2,17.2), andererseits nehmen die Kämpfe auf jemenitischem Boden wieder zu (16.2).

Nachtrag zum Januar-Rückblick 2021: Ich hatte mich im letzten Abschnitt „Mali“ für das Friedensabkommen von Koro ausgesprochen. Dabei ist mir bewusst, dass es einen sehr kleinen Raum umfasst und daher nicht seine volle Wirksamkeit entfalten kann. Außerdem hatte ich gehofft, das Abkommen durch meine argumentative Herangehensweise in den Kontext der vorangehenden Abschnitte setzen zu können. Auch wenn das Abkommen unmittelbares Leid verhindern kann, ist klar: Es ist ein Rückschritt in eine feudalere Ordnung und der grundlegende Konflikt zwischen Fulbe und Dogon ist damit nicht gelöst. Um Frieden, Sicherheit und echte Entwicklung in der Sahel-Zone möglich zu machen, braucht sie ein eigenes!, umfassendes! und modernes! Vertragskonvolut. Das ist in der Menschheitsgeschichte noch sehr selten vorgekommen, aber es ist absolut möglich und notwendig. Dann erst, wenn diese Probleme beseitigt werden, werden sich diese Gesellschaften mit den anderen brennenden Problemen unserer Zeit auseinandersetzen können: den ökologischen und sozialen Katastrophen, die die gesamte Welt heimsuchen.