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16.06.2020 — Nigeria / Israel

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Nicht vergessen! Als in der Silvesternacht 1983 General Muhammadu Buhari in Nigeria Präsident Shagari stürzte, gab es wenig Widerstand seitens der Machthaber. Shagari kam in Hausarrest. Die meisten der potentiell bedrohten Eliten zogen sich in ihre Anwesen nach London zurück und planten dort in aller Ruhe und Luxus einen Gegenputsch. Umaru Dikko, ehemaliger Transportminister und Schwager des gestürzten Präsidenten erklärte den Militärs sogar den Dschihad. An Geld dafür mangelte es Dikko jedenfalls nicht, da er sich selbst und Präsident Shagari in der Zeit des ungezügelten Kapitalismus Nigerias bereichert hatte. So hatte er einen tiefen Einblick in das Geschäftsleben der Putsch-Militärs und drohte, dieses öffentlich zu machen. Im Juli 1984 wurde Nigerias Staatsfeind Nummer Eins, besagter Dikko, in London entführt und sollte als "diplomatisches Frachtgut" vom Nigerianischen Geheimdienst NSO nach Lagos befördert werden. In der Kiste, die am Flughafen London abgefangen wurde, befanden sich neben Dikko noch zwei Israelis und ein Unbekannter, alle drei bei vollem Bewusstsein. Der israelische Premierminister Schamir wies damals jede Verbindung des Kriminalfalls zu Israel zurück. In Wahrheit waren die beiden Israelis von Kopf bis Fuß in den Fall verstrickt: Einer war ein Anästhesist, der Dikko betäubt hatte, der andere ein Geschäftsmann mit engen Beziehungen nach Nigeria. Israelische Konzerne waren an einem guten Verhältnis mit den Militärs rege interessiert, da sie in Nigeria rund 100 Millionen Dollar Außenstände hatten (das sind heute 250 Millionen Dollar). Mit diesem multinationalem Skandal am Hut machte die neue Militärregierung Buharis keinen guten Eindruck, gerade weil sie sich mit der Forderung ins Amt geschossen hatten, multinationale Korruption auszulöschen. Die Disziplin versagte, die Preise für Grundnahrungsmittel verdoppelten sich innerhalb eines halben Jahres, die Jugendarbeitslosigkeit war enorm, die Schwerkriminalität stieg trotz der Wiedereinführung der Todesstrafe, die Gefängnisse waren überfüllt, und die Wirtschaft lag durch das Ausmerzen der korrupten Geschäftsmänner am Boden. Auch die neuen Militärs kamen aus dem Norden, genauer aus Kaduna, wodurch sie sich den Namen der "Kaduna-Mafia" verdienten.