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29.04.2020 — Nigeria

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Nicht vergessen! Die Yoruba sind die dritte große Volksgruppe Nigerias und gelten als fruchtbare Mische der Fulani und der Igbo. Sie leben im Südwesten des Landes, wo heute ein großer Teil der Bevölkerung in Millionenstädten wohnt. Sie sind zu 75% christlich, wie die Igbo, haben aber einen signifikanten muslimischen Anteil. Nach der Schöpfungsgeschichte der Yoruba sollen die Menschen in der heiligen Stadt Ile-Ife entstanden sein, die ihre Blütezeit im 13. Jahrhundert hatte. Da in ihrer Legende von keiner Wanderungsbewegung die Rede ist, kann man auch davon ausgehen, dass die Yoruba seit sehr langer Zeit dort in Nigeria heimisch sind. Nach Ife wurde das Königreich Oyo gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch seine Kavallerie, welche es sich durch ausgedehnten Handel leisten konnte, zur bestimmenden Macht der Region. Die politische Strukturierung des großen Oyo-Reiches war weniger autokratisch, als die der Fulani-Kalifate, aber nicht so egalitär, wie bei den Igbo. Der König, oder Oba wurde von einem großen Versammlung beraten und beeinflusst, die aus Männern und Frauen bestand, die sich ihre Stellung in der Gesellschaft erst erarbeitet hatten. Die Yoruba verfolgten das Self-Made-Prinzip der Igbo, schätzten aber allgemein kulturelle und akademische Errungenschaften höher als wirtschaftliche. So sind auch die bedeutensten nigerianischen Lichtgestalten der Kultur, die Afro-Beat-Legende Fela Kuti und der Nobelpreisträger Wole Soyinka, von Yoruba-Abstammung sind. Auch die Yoruba beteiligten sich zunächst am Sklavenhandel mit den Briten und wurden schließlich selbst ihr Opfer.