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15.05.2020 — Nigeria

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Nicht vergessen! Der Staat Nigeria setzte nach dem Biafra-Krieg nicht viel an Nationale Versöhnung. Insbesondere die Soldaten, die vertriebene Flüchtlingsfamilien zurück in ihre Städte bringen sollten, nutzten die Hilflosigkeit der Menschen aus, und brandschatzten und vergewaltigten. Nicht nur hatten viele Bewohner der Ost-Region Angehörige, ihr Zuhause, ihren Besitz und ihre Arbeit verloren, sondern auch ihr gesamtes Vermögen. Während des Krieges hatte Nigeria nämlich eine neue Währung eingeführt, und alles alte Bargeld war wertlos. Als Entschädigung wurde jedem Ost-Nigerianer 20N$ (Nigerianischer Dollar) gegeben, egal wie viel ihr ursprüngliches Vermögen eigentlich wert war. Somit wurde der Mittelstand und die Oberschicht gebrochen, die mit nur 20N$ ihre Geschäfte und Firmen nicht wieder aufbauen konnten und ihrer Igbo-Tradition nach scheiterten. Der wirtschaftliche Neuaufbau war dementsprechend mager. Gleichzeitig verabschiedete die Gowon-Regierung das umstrittene Gesetz "Nigerian Enterprises Promotion Decree", das ausländische Konzerne im Land zwang, Anteile an nigerianische Bürger zu verkaufen. Mit nur 20N$ zur Verfügung konnten die Igbo nicht investieren, wodurch nur die Fulani- und Yoruba-Eliten Nutznießer der neuen Regelung wurden. Der Reichtum einiger der noch heute einflussreichsten Industriefamilien Nigerias geht zurück auf dieses Gesetz.

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