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02.02.2021

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Auch wenn die Dogon ebenso von diesem Wirtschaftssystem profitieren, weil sie schließlich Fleisch bekommen, herrscht unter ihnen das berechtigte Gefühl, von den Fulbe ausgebeutet zu werden. Nun also wurden drei sogenannte Friedensabkommen zwischen den Fulbe und den Dogon im zentral-malischen Landkreis Koro geschlossen, wo die Gewalt seit mindestens 5 Jahren stark zugenommen hatte. Diese Verträge umfassen eine Generalamnestie für vergangene Straftaten, die Garantie eines freien Vieh-Verkehrs, den Zugang zu den Marktplätzen für Dogon und Fulbe, die Rückkehr von intern Vertriebenen in ihre Heimat, den Respekt vor traditionellen und religiösen Führern und insbesondere die Errichtung einer Allmende-artigen Landwirtschaftsstruktur. Allmende bedeutet, dass die landwirtschaftliche Fläche keinen Eigentümer hat und von jedem gepachtet und bewirtschaftet werden kann. Im Großen bedeuten diese Verträge nichts anders als die Fortführung des feudalen Systems unter der Führung der Fulbe, nämlich das traditionelle Allmende-artige Wirtschaftssystem. Dieses System hat sich bis zur Ankunft internationaler Milizen und Militärs allerdings bewährt und kann als friedenssichernd bewertet werden. Das ist in Koro ganz akut von sehr großer Bedeutung und auch in den benachbarten Landkreisen und Regionen. Wenn die Friedensabkommen umgesetzt werden, dann könnten sie ein wichtiger Schritt sein, um die Ressourcenkonflikte zu lösen, den Terroristen ihren Nährboden zu entziehen und die interkommunalen Massaker zu beenden. Aber das Ende des Ungleichgewichts zwischen den Dogon und den Fulbe bedeuten sie nicht. Das wäre auch ein wahres Wunder gewesen.

Quellen

  1. Hdcentrewww.hdcentre.org
    https://www.hdcentre.org/updates/three-peace-agreements-signed-between-the-fulani-and-dogon-of-the-area-circle-of-koro-in-central-mali/