04.05.2020 — Afrika / Nigeria / Niger
Nicht vergessen! Bei der berüchtigten Berliner Afrika-Konferenz von 1884 wurden die Grenzen des heutigen Nigeria gezogen. Doch noch war Nigeria nicht unter der Kontrolle der Briten, weshalb die private "Royal Niger Company" mit dem Auftrag gegründet wurde, alle Fulani, Igbo und Yoruba zu unterwerfen. Nach 10 Jahren hatte der RNC mithilfe von Milizen aus ehemaligen Sklaven-Jägern über 400 Fürstentümer und Städte unter die Kolonialherrschaft gezwungen. Zum Jahresbeginn 1900 verkaufte die RNC das eroberte Land mit seinen 250 ethnischen Gruppen und über 400 Sprachen der britischen Regierung für 865.000£. Noch heute existiert die RNC als Teil des Marktgiganten Unilever, der viele der Produkte herstellt, die wir hierzulande im Supermarkt kaufen können. Die RNC musste die Territorien verkaufen, weil sie nicht gegen die benachbarten Protektorate standhalten konnten, die von dem französischen Staat, sowie dem deutschen Staat unterstützt wurden. Die Briten teilten ihre Kolonie in das große Nördliche Protektorat, das unter der Vorherrschaft der Fulani überwiegend muslimisch war und dem christlichen Südliche Protektorat mit den Igbo und Yoruba. Der Süden war kommerziell für die Briten deutlich profitabler als der Norden, da es hier mehr Rohstoffe gab und insbesondere die Igbo-Elite enger mit britischen Konzernen zusammenarbeitete.