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04.08.2022 — Nigeria

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1 Der „Banditen“-Konflikt in Nordwest-Nigeria – Übersicht der Akteure und ihrer Politik (1/12) In einem äußerst enttäuschenden Seminar über Postkoloniale Theorien in meinem Politikwissenschaft-Studium hatte ich die Möglichkeit, meine Hausarbeit über den „Banditen“-Konflikt in Nordwest-Nigeria zu schreiben. Für diesen Kanal interessante Ausschnitte werde ich nun auch hier veröffentlichen. Dabei ging es um Versicherheitlichung, also die Bezeichnung eines Konflikts oder einer gesellschaftlichen Entwicklung als "Sicherheitsproblem" und was daraus für eine Politik erfolgt. In der Diskussionsgruppe zu diesem Kanal fragte im Oktober 2021 Anton: „Was hat es denn mit diesen ‚Banditen‘ auf sich? Sind das jetzt welche oder nicht?“. Nun... Die Bezeichnung "Banditen" ist die üblichste Bezeichnung für die Akteure, die im Nordwesten Nigerias Waffengewalt ausüben. Der Begriff wird von den Opfern der "Banditen" verwendet und hat sich weitestgehend in der Berichterstattung über den Konflikt und in Anti-“Banditen“-Rhetorik durchgesetzt. Darüber hinaus werden die "Banditen" wahlweise „Bürgerwehren“, schlicht „Entführer“, „Fulani-Hirten“, „Motorrad-Gangs“, „Terroristen“, oder gar „Islamisten“ genannt. Diese alternativen Bezeichnungen können ausschlaggebend dafür sein, welche Aspekte des "Banditen"-Konflikts versicherheitlicht werden. „Banditen“ gehört jedoch ebenso in Anführungszeichen, da das Wort, im Englischen wie im Deutschen eher ungenaue Konnotationen hat. Es stellt die kriminellen Aktivitäten der „Banditen“ in den Vordergrund, ohne jedoch ihre politischen Agendas zu berücksichtigen. Da unter den Begriff der „Banditen“ viele äußerst zersplitterte Gruppen und Akteure fallen, gibt es keine Eigenbezeichnung. Berichterstattung über den "Banditen"-Konflikt in Nordwestnigeria findet in der deutschen Medienlandschaft sehr wenig statt, obwohl er der derzeit tödlichste Konflikt Nigerias ist. Einige Beispiele: 2021 erschienen in der Onlineausgabe der Zeitschrift „Spiegel“ sieben Artikel mit den Stichworten „Banditen Nigeria“, von denen alle die Entführungen thematisieren. In der Onlineausgabe der Nachrichtensendung Tagesschau erschienen nur zwei Artikel mit den Stichworten, von denen einer die Entführungen thematisierte und der andere mögliche Verbindungen zur Boko Haram erwähnte. In der Onlineausgabe der BILD erschien kein Artikel mit den Stichworten. Auch andere deutsche Onlinezeitungen widmen dem Thema sehr wenig Berichterstattung. Die deutschsprachigen Medienkonsumenten sind also nur unzureichend über den Konflikt informiert, was dazu führt, dass er zumeist nicht von öffentlichem Interesse ist, wenngleich die beiden erwähnten Schwerpunkte auf Entführungen und Verbindungen zur Boko Haram bereits einen ersten Einblick in Versicherheitlichungsansätze geben. Zunächst aber soll morgen ein historischer Abriss Klarheit über die Entwicklung des "Banditen"-Konflikts verschaffen. Es sei jedoch angemerkt, dass bereits in der historischen Beschreibung des Konflikts verschiedene Perspektiven auf den Konflikt deutlich werden. Der folgende Abschnitt muss daher eine nüchterne Aufzählung von Ereignissen sein, die im laufe der späteren Kapitel mit weiterführenden Details und Interpretationen lebhafter gestaltet werden wird. Die Interpretation des Konflikts ist sehr politisiert.

Quellen

  1. Spiegel Onlinewww.spiegel.de
    https://www.spiegel.de/suche/?suchbegriff=banditennigeria
  2. Tagesschauwww.tagesschau.de
    https://www.tagesschau.de/search/?searchText=banditen+nigeria
  3. Bildwww.bild.de
    https://www.bild.de/suche.bild.html?query=banditen+nigeria