11.10.2019 — Europa
Europa
Europa und dem Nahen Osten. Neandertaler waren keine archaischen Gewaltmonster, sondern sie waren kleine haarige Menschen mit Begräbniskultur, Essenszubereitung, Kräuterheilkunde, Kunst, fein gearbeiteten Werkzeugen und sogar einer Sprache. Es kam bewiesenermaßen zu regem sexuellen Verkehr zwischen den beiden Menschen-Arten. Paläo-Anthropologen vermuten, dass der Neandertaler nicht wirklich ausgestorben, sondern in durch Fortpflanzung zum Teil des _Homo sapiens_ wurde. Es gibt sogar Indizien dafür, dass die helle Haut und die blauen Augen ein Erbe der Neandertaler sind. [13.9. 10:15] Nahuel: *Nicht vergessen!* Steinzeitliche Werkzeuge wurden häufig von denen hergestellt, die sie auch genutzt haben, aber es sind auch regelrechte Fabriken bekannt, in denen Steinwerkzeuge hergestellt wurden, um sie dann eintauschen zu können. Mit der Zeit nahm diese Wirtschaftstechnik sogar noch zu. Vor 385.000 Jahren bis 172.000 Jahren gab es im Südlichen Indien bei Chennai eine solche Werkstatt. Ähnliche Funde gibt es überall auf der Welt, wie auch im mittelhessischen Ziegenhain-Reutersruh bei Schwalmstadt. Zwar wurden bei Chennai keine menschlichen Überreste gefunden, dafür 7000 unbenutzte Steinwerkzeuge. Dabei handelte es sich um alles von Choppern, über Faustkeile bis zu modernen scharfen Klingen, mit denen man große Tiere schlachten konnte. Bei den Schöpfern kann es Es sich um _Homo erectus_ oder um _Homo sapiens neandertalensis_ handeln oder andere Menschenarten. Wer auch immer das war, er hat eine große Kultur geschaffen, die möglicherweise in Indien einen ihrer Ursprünge hat. Wobei der Träger einer Kultur nicht zwangsläufig der Schöpfer oder Erfinder sein muss. Der Stammbaum der Menschen ist ein Stammbusch. [14.9. 18:39] Nahuel: *Nicht vergessen!* Die äußerste Grenze der für uns nachvollziehbaren Sprachen erstreckt sich dank der Lautforschung etwa 6000 Jahre in die Vergangenheit. Sprachen die damals gesprochen wurden, wie das Proto-Indoeuropäische (PIE) gelten als die Ursprachen der heutigen Sprachfamilien, von denen es heute rund ein duzend gibt. Manche Linguisten wollen aber auch darüberhinaus Sprache erforschen können. Nicht alles davon ist pure Fantasie. Die noch ältere Sprachstufe, aus der Indoeuropäische und Altaische (Türkisch, Usbekisch) nennen Sprachforscher Nostratisch, die bis in die Zeit vor 10.000 bis 15.000 Jahren zurückreichen. Noch weiter zurück geht es schwierig, doch auch hier gibt es Ansätze! Mit reiner Silbenforschung und der Suche nach Lauten, die auf allen Kontinenten vorkommen versuchen einzelne Forscher die Ursprache der Menschheit zu rekonstruieren. Similaritäten findet man zum Beispiel zwischen lateinisch _aqua_ für "Wasser", das vom PIE _akwa_ stammt und der Bezeichnung _wakwa_, die von der japanischen Urbevölkerung der Ainu für "Wasser" verwendet wird. Außerdem gibt es in alten australischen Sprachen das Wort _gugu_ für Wasser. Man kann also vermuten, dass es ein Urwort mit einem Klang wie _agwu_ gegeben haben könnte. Die Mehrheit der Linguisten hält es für verwegen, so weit zu gehen. Das hängt damit zusammen, dass Sprachen so schnell umgebaut, neu erfunden und um Silben ergänzt wird, dass eine Wurzel vor 50.000 Jahren als nicht ermittelbar gilt. Das Reich der Spekulationen ist unendlich und spannend. Denn klar ist, dass die Frühmenschen seit der Entwicklung des Kehlkopfes und der Stimmbänder vor rund 200.000 Jahren sprechen. Schon die Bibel geht davon aus, dass es bis zum Turmbau von Babylon eine Ursprache gab. Der Staufer-Kaiser Friedrich II wollte im 14. Jahrhundert n.Chr. auf eine recht grausame Weise herausfinden, was diese Ursprache war. Er sperrte Neugeborene weg, so dass sie die damalige Sprache nicht adaptieren könnten und ihre eigene entwickeln sollten. Die Kinder sprachen gar nicht sondern starben. Einen ähnlichen Versuch startete Jahrhunderte zuvor Pharao Psametich und im 15. Jahrhundert der schottische König Jakob IV mit ähnlichen Ergebnissen. [15.9. 15:17] Nahuel: *Nicht vergessen!* Eine Idee, wie Sprache entstanden sein könnte lässt sich in einer kurzen Geschichte erläutern: Frau Og h.