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11.10.2019 — Welt / Namibia / Europa

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ält ihr einjähriges Kind im Arm und stillt es an der Brust. Dabei versucht sie, nebenbei auch etwas zu essen. Das Baby will mal etwas anders probieren als nur Muttermilch und greift nach dem Stück Fleisch. Die Mutter stößt es weg, doch das Kind bleibt hartnäckig und während es so nach dem Fleisch hin strebt stammelt es frustriert "Gaga!". Frau Ug die der Szene beiwohnt macht dem Kind amüsiert nach und imitiert "Gaga!". So wird es im Stamm zum beliebten Witz, dass man so tut, als ob man jemandem sein Fleisch wegnimmt und dabei "Gaga" sagt. Vielleicht beginnen ältere Kinder auch im Ernst "Gaga" zu sagen, wenn sie Fleisch wollen oder wenn sie der Ansicht sind, dass die Erwachsenen das Fleisch unfair verteilen. Sprache ist durch Ausprobieren entstanden und war weder geplant noch aktiv entstanden. [16.9. 17:39] Nahuel: *Nicht vergessen!* Vor rund 50.000 Jahren muss mit dem menschlichen Gehirn etwas Grundstürzendes. Überall auf der Welt begannen die Menschen damit, feste Muster zu schaffen. Schmuck zur Verzierung des Körpers anzufertigen und Darstellungen von Tieren zu produzieren zeugt davon, dass die Menschen ihre Umgebung erkundeten und interpretierten. Es ist gut möglich, dass zu dieser Zeit das Hirn zum ersten Mal in der Lage war, eine Persönlichkeit und Identität zu entwickeln. Die Menschen wie wir sie heute kennen mit Kreativität, Moral und Glaube entstand wohl vor 50.000 Jahren. Die Kooperation verschiedener individueller Erfahrungen spiegeln sich seitdem in Kunstwerken wieder. Die "Schwimmenden Rentiere von Montastruc", eine aus Mammut-Elfenbein geschnitzte Figur von 13.000ya haben mehrere Arbeitsschritte von dem Abtrennen des Stoßzahns bis zur Politur mit pulverisiertem Eisenoxid erlebt. Das Stück ist anatomisch so korrekt, dass es ein Schlachter gewesen sein muss, aber die rennende Beinhaltung gibt ebenso die Realität wieder, dass nur ein Jäger die Schnitzerei angefertigt haben konnte. Es war aber wohl eine geschwächte Person, die der Gemeinschaft wertvoll war dadurch, dass sie Berichte der Jäger und Schlachter über die Rentiere sammelte und in diesem Kunstwerk bündlete. In harten Zeiten waren solche Figuren Hoffnung, wieder ein Tier erlegen zu können. Die Menschen brauchten damals die Erlaubnis der Natur, in ihr zu leben und deswegen bildeten sie sie ab, um sich an sie zu erinnern. [17.9. 19:04] Nahuel: *Nicht vergessen!* Die Eiszeit, von der wir gerne reden ist tatsächlich nur eine Kaltzeit gewesen. Auf diese Kaltzeit folgte vor rund 12.000 Jahren die Warmzeit in der wir heute leben. Sowohl Kaltzeit, alsauch Warmzeit gehören zur aktuell laufenden Eiszeit. Wenn die Pole und Hochgebirge nicht mehr vergletschert sind, hört die Eiszeit auf. Während der letzten Kaltzeit, der Weichsel/Würm-Kaltzeit, war ganz Nordeuropa nördlich des Mains und ein großes Umfeld der Alpen von einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt. Das heißt nicht, dass die Region um Mitteleuropa nicht mindestens ebenso kalt und unwirtlich war. Zwar waren große Teile Tundren, doch Funde im Rheintal lassen für das dortige Klima andere Schlussfolgerungen ziehen. In der Vorgeschichte war Mitteleuropa nicht dicht bewaldet, stattdessen herrschten savannenartige Verhältnisse aus Gräsern. Herden von Mammuts, Bisons und Saiga-Antilopen konnten in dieser fruchtbaren Region gut leben. Da es im Rheintal besonders warm war zogen hier im Sommer wie im Winter große Herden vieler Tierarten durch. Das Rheintal war ein ähnlicher Hotspot wie heutzutage die Etosha-Pfanne in Namibia, wo jährlich Millionen Gnus und Zebras wandern. Die eiszeitliche Mammutsteppe überzog fast die gesamte Nordhalbkugel. Sibirien und Alaska waren nicht durch die Beringstraße getrennt, weil der Meeresspiegel viel niedriger war. Das jetzige Europa, Asien und weite Teile Nordamerikas bildeten damals ein gigantisches Ökosystem. Das ist die Welt, in der sich der moderne Mensch entwickelt hat. Die Großtierherden erhielten ihr klimatisches System, indem Bakterien in ihrem Magen gar nichts anderes zuließen, als Dung für hochwachsende Gräser zu produzieren. Raubtieren wie Großkatzen- und Hundearten war.