15.06.2020 — USA / Nigeria / Sokoto
Nicht vergessen! Um die Gewalt im Norden Nigerias zu verstehen, bietet sich ein Rückblick in die Geschichte an. Nach der Kolonialzeit durch die Briten, sowie den Biafra-Krieg, die in dieser Gruppe bereits behandelt wurde, begann 1979 in die Nigeria die sogenannte Zweite Republik. Damals wurde Shahu Shagari mit Hilfe seines Verbündeten Umaru Dikko zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten Nigerias. Er gehörte zu den Fulani und hatte nach korangetreuer Ausbildung seit 1951 hohe Ministerialämter im nördlichen Sultanat Sokoto inne. Während seiner politischen Karriere in Sokoto bekam er drei monarchischen Titel verliehen. Nach dem nigerianischem Bürgerkrieg (Biafra-Krieg) wurde Shagari vom General-Präsidenten Gowon zum Beauftragten für wirtschaftliche Entwicklung ernannt, ein Ministerium, wie gemacht für Korruption. Daraufhin wurde er Finanzminister, Abgeordneter für die Weltbank und Mitglied des Internationalen Währungsfonds. 1979 gewann er die Wahl mit Stimmen aus dem Norden und Minderheiten des Südens, wobei seine Partei auch tatsächlich eine der multi-ethnischsten war. Das ist der Beginn der sogenannten "Zweiten Nigerianischen Republik", die wie die USA oder Frankreich stark auf das Amt des Präsidenten ausgerichtet ist. In seiner Amtszeit ließ er einen Chaos-Kapitalismus walten, während etwa die bereits angesprochene Ajaokuta Steel Company einen ersten Höhe-/Tiefpunkt erreichte. Shagari blieb der einzige Präsident der Zweiten Republik und wurde an Silvester 1983 aus dem Amt geputscht.