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15.08.2022 — USA / Nigeria / Libyen

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Der „Banditen“-Konflikt in Nordwest-Nigeria – Übersicht der Akteure und ihrer Politik (12/12) 4 Fazit Der „Banditen“-Konflikt in Nordwest-Nigeria wird auch 2022 vermutlich der tödlichste Konflikt Nigerias sein. Wie anhand der zahlreichen Beispiele beschrieben, befinden sich die Akteure in gewisser Weise in einem Dialog über die Hintergründe des Konflikts und wie man ihn beenden kann. Manche Akteure halten Islamisierung und Terrorismisierung für das grundlegende Problem und fordern daher harte militärische Maßnahmen; die Gouverneure der betroffenen Staaten hingegen machen aktiv gegen die akute Gefahr von „Banditen“-Angriffen Politik; zahlreiche Akteure versuchen, gegen die Finanzierung des Kampfes der „Banditen“ vorzugehen; und die „Banditen“ selbst halten ihre eigene Lebensrealität für das fundamentale Problem. Doch auch darüber hinaus finden unterschiedliche Akteure mit unterschiedlichen Interessen ganz unterschiedliche, vermutlich alle recht wichtige Grundlagen für den Konflikt: den Klimawandel, Kriminalität, allgemeine Präsenz von Waffen, spezieller die NATO-Intervention in Libyen und auch die Willkür nigerianischer Sicherheitskräfte und der nigerianischen Justiz. Weitere Hintergründe, wie die Rolle der Emire auf lokalpolitischer Ebene, oder der tschadische Bürgerkrieg konnte ich aus zeitlichen Gründen nicht aufzeigen. Wie nun geht es weiter? Mit der Bezeichnung der „Banditen“ als „Terroristen“ steht eine Einmischung durch die USA im Raum. Dass die aber kein großes Interesse daran haben könnte, direkt zu intervenieren, habe ich bereits ausgeführt. Die nigerianische Bundesregierung kann aber ohne zusätzliche Hilfe ihren Mehrfrontenkrieg im eigenen Land nicht weiter führen, zumal durch die anstehenden Wahlen 2023, politisch bereits seit Monaten höchst aufgeladen, noch einmal alles durcheinanderwirbeln könnten: Eine neue Regierung könnte Wandel bringen, vermehrte Aktivitäten der „Banditen“ könnten den Druck erhöhen, aber auch neue Allianzen der „Banditen“ könnten die politische Landkarte verändern. Denn, wie beschrieben, die „Banditen“ sind derzeit noch mächtig genug, um nicht mit islamistischen Milizen kooperieren zu müssen. Allerdings schrumpft diese Macht durch die erfolgreiche Politik der nördlichen Bundesstaaten, durch die Angriffe akut schwieriger gemacht werden. Wer wird den „Banditen“ Treibstoff anbieten, damit sie ihre Angriffe fortführen können? Könnten geschwächte „Banditen“-Gangs langfristige Unterstützung bei islamistischen Milizen suchen? Diese Fragen stehen im Raum und für uns, als außenstehende Beobachter, bleibt wenig anderes übrig, als hinzusehen.