18.06.2020 — Nigeria
Nicht vergessen! Muhammadu Buhari Regierung in der "Dritten Nigerianischen Republik" (1984 waren es 85.000.000 Einwohner) war die fünfte Militärregierung Nigerias seit seiner Unabhängigkeit. Sie arbeitete allerdings ein klein wenig demokratischer als die anderen, hatte beispielsweise nur 18 Ministerien, während es während der anderen Militärdiktaturen dutzende gab, was Intransparenz förderte. Das war allerdings einer der wenigen demokratischen Aspekte Buharis' Regime: Demonstrationen waren verboten, Exekutionen öffentlich, mit dem berüchtigten "Dekret No.4" wurde die Pressefreiheit extrem eingeschränkt und der Geheimdienst NSO hatte unbeschränkte Macht. Sein Versuch, die Korruption des Landes durch die "War Against Indiscipline", der beinahe auch Umaru Dikko zum Opfer gefallen wäre, zu tilgen, blieb weitestgehend erfolglos. 500 Politiker, Beamte, Geschäftsmänner und Regierungskritiker wurden in Buharis 20 Monaten als Staatschef vom NSO inhaftiert, darunter auch der Musiker Fela Kuti. Die Gefängnisse waren schließlich maßlos um die vierfache Belegekapazität überfüllt, da einfachster Diebstahl oder Schummlerei bei Schulprüfungen mit Gefängnis bestraft wurden - fünf Jahre Mindeststrafe. Buhari bestrafte seine Untertanen mit einem administrativen Dauerdrill: Müll beseitigen, pünktlich sein, Schlange stehen, denunzieren; wer sich nicht daran hielt bekam die harten Konsequenzen zu spüren. Macht hatten in Nigeria nicht jene, die die Produktionsmittel besitzen, sondern jene, die die Mittel der Zerstörung kontrollierten.