21.06.2020 — USA / Indien / Großbritannien
Nicht vergessen! Die Geschichte Nigerias von 1979 bis 1999 ist mehr oder weniger die selbe, wie die von 1960 bis 1979. Die Korruption und Vetternwirtschaft der Zivilregierung unter Shagari zerstörte den Glauben der Nigerianer an ihre demokratisch gewählte Regierung und führte zu einer breiten Zustimmung, als General Muhammadu Buhari seinen Putsch durchführte. Buhari scheiterte schließlich daran, seine Generäle auf Linie zu halten und wurde gestürzt, wie es 1966 bereits bei Generalmajor Aguiyi-Ironsi geschehen war. Die Wiederholung der Geschichte der wichtigsten wirtschaftlichen und bevölkerungsreichsten Nation Afrikas war ein Dämpfer für den gesamten Kontinent. 1985 kam der in Indien, Großbritannien und Nigeria militärisch ausgebildete General Ibrahim Babangida aus dem Norden des Landes an die Macht. Die neue Regierung bestand ausschließlich aus Militärs, die sich gegenseitig konkurrierten. Sie führten Shagaris Schuldnerpolitik fort, sodass Nigeria 33 Milliarden $ Schulden hatte. Während seiner Amtszeit wurde das Wort "Korruption" synonym mit Nigeria, und ein global wirkendes, höchst wirksames Kriminalitätsnetzwerk entstand. Denn durch den wirtschaftlichen Niedergang brachen der nigerianischen Bildungselite legale Geschäftszweige weg, weswegen sie in den Rauschgifthandel und Waffenhandel einstiegen, sowie in Betrügereien in den USA, aus denen im Internetzeitalter die berühmten Mails von nigerianischen Prinzen entstanden. Babangidas Politik war einzig darauf ausgerichtet, an der Macht zu bleiben und diese auszubauen. Die brennenden Probleme der Nigerianer fielen hingegen flach. Babangida unterdrückte die Bevölkerung allerdings nicht so, wie es Muhammadu Buhari gemacht hatte und war sogar relativ beliebt. So erkannte er beispielsweise gewisse Grundrechte der Menschen an, befreite die Presse und kündigte Aktionen gegen die Arbeitslosigkeit an.