Seite wird geladen …
NACHRICHTENvon Gestern und Heute
← Nachrichten

21.09.2020 — Brasilien / Mexiko / Peru

1Meldungen
4Quellen
11Orte
3 minLesezeit
Meldung 01 von 1

Eine noch höhere Summe hat die Deutsche Bank zu verantworten: 1,5 Billionen $ (zum Vergleich: das ist 1/3 des deutschen BIPs) hat sie gewaschen. Der größte Korruptionsskandal Lateinamerikas ist der Odebrecht-Skandal, der seit Dezember 2016 öffentlich ist. Die Odebrecht-Group ist ein Konzern aus Brasilien, der im Ingenieurswesen und der Bauwirtschaft tätig ist. Er hat mehreren lateinamerikanischen Regierungen Geld bezahlt, um im Gegenzug Bauaufträge zu erhalten. 788 Millionen $ Bestechungsgelder sind dabei geflossen, und Odebrecht hat 3 Milliarden $ verdient. In 12 Ländern (u.a. Mexiko, Brasilien, Peru, Argentinien, Venezuela) sind in Folge dessen Regierungen zurückgetreten und ehemalige Minister und Staatschefs verfolgt worden. Die Deutsche Bank hat gut 337 Millionen $ der Odebrecht-Group gewaschen, die Standard Chartered Bank weitere 187 Millionen $. Im Jahr 2015 stimmte Deutschlands größte Bank einer Geldstrafe von 258 Millionen US-Dollar für die Verletzung von US-Sanktionen zu – weil sie zwischen 1999 und 2006 im Namen iranischer, libyscher, syrischer, burmesischer und sudanesischer Kunden insgesamt fast elf Milliarden Dollar transferiert hatte. Doch auch nach 2015 hat die Deutsche Bank verdächtiges Geld gewaschen, das von durch Sanktionen illegalem Goldhandel des Irans stammt. Und auch von illegalen Öl- und Gasgeschäften in Turkmenistan profitierte die Deutsche Bank durch Geldwäsche.

Die Standard Chartered Bank aus London hatte seit 2002 einer jordanischen Arab Bank geholfen, 250 Milliarden $ zu waschen, das iranischen Terroristen aus Korruption, Waffen- und Drogenhandel illegal erwirtschaftet hatten, wodurch sich die Sicherheitslage im gesamten Nahen Osten verschlechterte. Dieser Betrug wurde 2012 aufgedeckt und mit hohen Strafen geahndet, doch auch danach gingen verdächtige Geschäfte mit der Arab Bank weiter, sodass die Standard Chartered Bank unterm Strich wohl keine Verluste gemacht haben dürfte. Durch die Geschäfte seit 2012 finanzierte die Standard Chartered Terrorismus im Nahen Osten weiter.

Die HSBC aus London hat 881 Millionen $ für amerikanische Drogenkartelle gewaschen. Doch auch nachdem das 2012 der Öffentlichkeit bekannt wurde, hat sie weiterhin Geld aus Russland gewaschen und hat sich in vielen Ländern an mehreren Schneeballbetrugssystemen beteiligt. Darüber hinaus wäscht sie Geld aus dem Sudan, Iran, Libyen und Myanmar. Welch riesige Ausmaße Steuerhinterziehungen haben, wird deutlich, da 20% der geleakten SARs Adressen enthalten, die in Steuerparadiesen zu finden sind, wie den Britischen Jungferninseln.

Meinung dazu: Ohne die Banken würde es nicht eine Geldwäsche in solch großem Stil geben und die Kriminellen wären nicht so mächtig. Sie profitieren von ihr und tragen maßgeblich dazu bei, dass sie stattfindet. Durch die Rolle der Banken werden kriminelle Gangs gestärkt, die Wirtschaftseliten der betroffenen Länder darin gestärkt, ihre Bevölkerung auszubeuten und die Staaten weltweit werden dadurch geschwächt und müssen sich dem übermächtigen Finanzkapital unterordnen. Das alles war uns vage bekannt – jetzt haben wir es konkreter!

tl;dr: Die FinCEN-Files sind geleakte Dokumente, die zeigen, wie die größten Banken der Welt wohl von den kriminellen Machenschaften profitieren, die 170 Länder der Welt betreffen und einige davon in den Ruin getrieben haben. Die Deutsche Bank alleine hat wohl 1.500.000.000.000$ aus illegalen Geschäften gewaschen.

Quellen

  1. Dwwww.dw.com
    https://www.dw.com/de/fincen-files-zweifelhafter-spitzenreiter-deutsche-bank/a-54996984
  2. Projects · Icijprojects.icij.org
    https://projects.icij.org/investigations/fincen-files/confidential-clients/#/en/odebrecht/
  3. Justice · Govwww.justice.gov
    https://www.justice.gov/opa/pr/hsbc-holdings-plc-and-hsbc-bank-usa-na-admit-anti-money-laundering-and-sanctions-violations
  4. Icijwww.icij.org
    https://www.icij.org/tags/british-virgin-islands/