23.04.2020 — Mali / Burkina Faso / Nigeria
Nicht vergessen! Seit 2019 gibt es einen bemerkenswerten Anstieg der Angriffe auf das Volk der Fulani in der Sahelzone Afrikas, wie in Mali, Burkina Faso, Nigeria und Kamerun. Bei Angriffen, die auf Fulani-Dörfer ausgeübt werden sterben regelmäßig duzende Zivilisten in Massakern, die nur als Racheakt für vergangene Zeiten gewertet werden können. Warum diese Angriffe stattfinden, zeigt ein Blick in die Geschichte Nigerias. Nigeria besteht aus drei Kulturräumen. Die Fulani, oder Hausa-Fulani waren ursprünglich ein nomadisches Volk in Westafrika, das inzwischen sesshaft geworden ist. Ihren legendären Ursprung sehen sie in der Gegend um Mekka im heutigen Saudi Arabien, womit sie ihre Religionszugehörigkeit zum Islam erklären. Im siebten Jahrhundert sollen ihre Vorfahren den Propheten Mohammed zunächst begleitet und dann sein Wort in die Welt hinaus getragen haben. Das steht jedoch im Widerspruch zum alten polytheistischen Glauben und den Ähnlichkeiten zu benachbarten Kulturräumen in Westafrika. Nichtsdestotrotz ist nicht auszuschließen, dass die Fulbe tatsächlich noch durch Zeitgenossen Mohammeds zum ersten mal in Kontakt mit dem Islam kamen. Doch ein mythisches Ursprungsland gibt es wohl doch: Ägypten! Auch Teile der linguistische Altertumskunde erkennen eine Herkunft des Volks der Fulbe im vorchristlichen Nordost-Afrika. Dort war es zu mehreren Zeiten zu Aufeinandertreffen nomadischer Kriegerclans aus Äthiopien und wandernder tamilischen Hirten aus West-Indien gekommen. Gemeinsam seien sie um 200 v.Chr. in die damals noch grünere Sahara gezogen. Sowohl die islamische, alsauch die traditionelle Ursprungsmythe sprechen Wahrheiten. Während sich die Genese der Fulani-Kultur in den polytheistischen Sagen findet, war der Islam unabdinglich für deren kulturellen Aufstieg um 1000 n.Chr.