Seite wird geladen …
NACHRICHTENvon Gestern und Heute
← Nachrichten

28.12.2020 — Peru / Welt

1Meldungen
0Quellen
2Orte
2 minLesezeit
Meldung 01 von 1

Zu diesen Protesten gesellten sich Proteste von Bergleuten und Landarbeitern, die in den ländlichen Regionen aus Protest gegen Sagasti und ein neues Arbeitsgesetz die Autobahnen blockierten (5.12). Die Proteste waren erfolgreich und das Parlament nahm das Gesetz zurück, das Agrarbetrieben erlaubt hätte, ihren Landarbeitern weniger als den Mindestlohn zu bezahlen (7.12). Doch scheinbar reichte das nicht aus und die Proteste auf dem Land für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne gingen auch vor Weihnachten noch weiter (23.12). Innenpolitisch sorgte der rechte Fujimori-Clan für Unruhe, der von 1990 bis 2000 das Land regierte und seitdem juristisch verfolgt wird, aber weiterhin viel Macht in Peru hat. Keiko Fujimori wurde coronabedingt aus der Untersuchungshaft entlassen und forderte das selbe für ihren Vater Alberto (15.5). Wie in vielen Ländern Lateinamerikas, spielte auch in Peru 2020 noch immer der Odebracht-Skandal eine wichtige Rolle. In dem Korruptionsskandal zahlte im Oktober zahlte das brasilianische Bauunternehmen Odebrecht dem peruanischen Staat 150 Millionen Dollar Schadensersatz (12.10). Die Corona-Pandemie hatte schwere soziale Folgen in Peru. Landesweit kehrten arme Wanderarbeiter zu Fuß aus der Hauptstadt Lima in ihre Provinzen zurück und gut ¾ der Haushalte hatte kein Einkommen (27.4). Die Regierung verkündete eine landesweite Ausgangssperre, die zu dem Zeitpunkt die längste Ausgangssperre der Welt war (23.5). Trotzdem entwickelte es sich mit Beginn des Sommers auf der Südhalbkugel zu einem globalen Hotspot (26.5). Die Krankenhäuser hatten nicht mehr genug Sauerstoff zum Beatmen der Patienten (6.6), da die deutsche Firma „Linde“ lieber an reiche Länder lieferte, die die Sauerstoffflaschen bunkerten (24.6). Das Kartell aus „Linde“ und einer US-Firma hielten die Preise künstlich hoch. Außerdem konnten lokale peruanische Hersteller ihre Sauerstoffflaschen nicht an die Krankenhäuser verkaufen, da ein Gesetz von 2010 einen so hohen Standard festlegte, wie ihn nur hoch entwickelte, westliche Techniken bereitstellen konnten (12.8). Um alle Ressourcen des peruanischen Gesundheitssystems voll ausschöpfen zu können, drohte Präsident Vizcarra den Privatkliniken, sie zu verstaatlichen und erreichte somit, dass diese ihre Tarife für die Covid-19-Therapie deutlich absenkten (26.6). Bis September war Peru das Land mit den meisten Corona-Todesfällen pro 100.000 Einwohnern (31.8). Wegen der großen Zahl an aktiven Fällen, bot sich Peru an, dort Impfstudien durchzuführen (4.9).