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30.12.2020 — USA / Guatemala / Kuba

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Gegen den Virus führe Guatemala zeitig Restriktionen ein (15.4). Die sozialen Folgen der Restriktionen waren absehbar, da nur 1,3 Millionen der 17 Millionen Guatemalteken einen gesicherten Arbeitsplatz hatten und Arbeitslosigkeit und Hunger bald aufkamen (12.5). Ähnlich wie mit Kuba und Haiti kündigte die deutsche Bundesregierung in Mitten der Pandemie an, Entwicklungshilfe für Guatemala zu streichen (5.5). Sehr direkt und als einer der ersten Staatschefs weltweit verkündete Giammattei, die Ausgangssperren seien eine „neue Normalität“ und nur die niedrigste Stufe zur Bekämpfung der Pandemie (16.7). Er stand trotzdem in der Kritik, da er gleichzeitig zu wenig für den sozialen Ausgleich tat. Als der Haushalt für 2021 vorgestellt wurde, platzte die Wut gegen Giammattei und Protestierende stürmten den Regierungssitz und steckten es sogar teilweise in Brand. Der Haushalt sah nicht genug Ausgaben gegen Armut, Arbeitslosigkeit, Hunger und Korruption vor, dafür aber für die korrupte private Bauwirtschaft (22.11). Auch wenn die Regierung daraufhin vorgab, den Haushalt zu überdenken (27.11), wurden die Proteste fortgesetzt (29.11).

Honduras Seit 2014 ist der nationalkonservative Juan Orlando Hernández Präsident von Honduras. Hernández wird Verbindungen zum Drogenhandel nachgesagt. Er stand im Mai unter Druck, nachdem die USA gegen seinen Freund und ehemaligen Polizeipräsidenten Anklage wegen Drogenhandels erhoben (13.5). Hernández soll auch 1,5 Milionen Dollar von Drogenboss „El Chapo“ erhalten haben (3.10.19). Hernández sucht den Schutz der USA unter Trump. So kündigte er etwa an, die honduranische Botschaft in Israel nach Jerusalem zu verlegen und somit Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen, was völkerrechtlich strittig ist, aber von den USA gefördert wird (21.9). Honduras ist wegen der 64% Armut eines der wichtigsten Herkunftsländer für zentralamerikanische Flüchtlinge auf dem Weg in die USA. Die honduranische Polizei hielt nach den Hurrikanen im Herbst Flüchtlinge fest (11.12). Die Nachrichten von 2020 bestätigen den Eindruck, bei Honduras handle es sich um einen gescheiterten Staat. Das Jahr begann mit einer beispiellosen Befreiungsaktion eines Anführers der berüchtigten Drogengang MS-13 aus einem Gerichtsgebäude (14.2). Zur Corona-Pandemie begann eine Hungerrevolte in Honduras, die mit Tränengas beendet wurde. Die Mehrheit der Bevölkerung war ohne Einkommen und Beobachter sprachen von einer zusätzlichen Hunger-, Wasser-, Dengue- und Korruptions-Epidemie (28.3). El Salvador militarisierte sogar die Grenze zu Honduras, um die dort grassierende Corona-Pandemie am Übertritt zu behindern (2.11), was eher einer populistischen Aktion glich. Nachdem der Bürgermeister einer Kleinstadt an der Karibikküste, die sich zuletzt gegen Tourismus-Investoren positioniert hatte, entführt wurde und der Interamerikanische Gerichtshof keine Anzeichen für Ermittlungen in dem Fall feststellen konnten, gab es auch dort kleine Demonstrationen (30.8). Ein Journalist wurde nach Berichterstattung über die LGBT-Bewegung erschossen (4.10). Bei der Räumung eines Protestcamps gegen die Agrarindustrie wurde eine Aktivistin getötet (4.4).