02.08.2020 — Deutschland
Der Hitler-Vergleich Die Philosophische Grundlage der Ideologie des Nazismus in Deutschland liegt in den ideologischen Philosophien der mystisch-religiösen Thule-Gesellschaft und Vril-Gesellschaft, die ab 1918 eine anti-semitische und anti-sozialistische Gegenrevolution starteten. Rudolf Heß, einer der geistigen Väter Hitlers, und weitere hochrangige Nazis waren aktive Mitglieder der Thule-Gesellschaft, die bis heute mystifiziert wird. Sie vertrat die Theorie einer synkretischen Weltverschwörung, gesteuert von Juden. Hitler war unter anderem wegen seiner engen Kontakte in dieses Milieu als Populist so erfolgreich. Damals war ein populärer Glaube, dass es gewisse spirituelle Kräfte im (indogermanischen) Menschen gibt, die beispielsweise durch Nudismus (FKK-Bewegung), Vegetarismus (Lebensreform-Bewegung), Abstinenz (Guttempler) und Meditation (Naturheilkunde) erreicht werden könnten – alles im Namen der Rückkehr zur Natur als Reaktion auf Industrialisierung und Materialismus. Diese Auffassungen vertraten auch die Nazis, inspiriert vom Zeitgeist und den Glauben an den gesunden Arier, mit sogenannten Leitsätzen zu Fortpflanzung, im Biologieunterricht und u.a. mit Heinrich Himmlers Lebensborn-Hygiene. Die sinnsuchende Gesellschafts-Mitte wurde zum Opfer des Nazismus, der auf der Philosophie der Thule-Gesellschaft basiert. In einer Umfrage in Attila Hildmanns einflussreichem Telegram-Kanal zur „wichtigsten deutschen Gesellschaft“ am 13. Juni 2020 stimmte eine Mehrheit von 31% (1103 Stimmen, Stand 2.8.20) für die Thule-Gesellschaft. Ich sehe gefährliche Parallelen zwischen den Rekrutierungstechniken der Nazis und den von autoritären Rechtsextremen geführten Koalitionen zur Pandemie 2020. Heute fällt – nach meiner befangenen Beobachtung - besonders der Teil der Mitte der Gesellschaft dem harten Kern der Rechtsextremisten zum Opfer, die bei der Sinnsuche ebenfalls die Pfade der persönlichen Unabhängigkeit, Spiritualität und der Naturnähe gehen. Eine weitere Parallele ist die attraktive Namensgebung: die NSDAP nannte sich den sozialistisch, der „Widerstand 2020“ nennt sich basisdemokratisch. Klar ist auch: Im Dritten Reich und heutzutage, insbesondere seit 2015, gab es politische Gründe und historische Umstände, die eine politisierte Mitte und auch ärmere Schichten zu einer Unterstützung des Rechtsextremismus geführt haben. Im Dritten Reich waren das der Versailler Vertrag und der dadurch verstärkte Nationalismus, das partielle Unvermögen der Weimarer Republik und die Wirtschaftskrise, heute sind es die extreme Hinterzimmerpolitik, wirtschaftliche und politische Polarisierung (Auflösung der „Mitte“) und gesellschaftliche Entfremdung.
Die Rolle der AfD Gleichzeitig findet in der AfD, der parteilichen Repräsentation des Rechtsrucks ein Machtkampf zwischen dem Faschisten Höcke zusammen mit Kalbitz gegen den gemäßigteren Parteichef Meuthen statt, dessen Ausgang noch immer unklar ist, wobei Meuthen als Sieger des Kampfes emporzusteigen scheint. Dieser Kampf entscheidet, ob der rechtsextreme Flügel gewinnt, der einen Umsturz des Systems fordert, oder ob der wirtschaftsliberale Flügel gewinnt, der auch gerne Regierungskoalitionen eingehen würde. Sollte Höckes Flügel gewinnen, wird der liberale Teil der AfD untergehen, wie es schon mit Lucke und Petry geschehen ist. Sollte Meuthens Flügel gewinnen, wird sich der rechtsextreme Flügel wohl noch weiter radikalisieren, da der liberale Teil keinen Einfluss mehr auf ihn hat. Sollte es keine Entscheidung geben, haben wiederum die Radikalen gewonnen, da sie als Faschisten eine einflussreiche Bundespartei hinter sich haben.