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11.10.2019 — Äthiopien / Israel / Syrien

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ren vorbringen werden wird. Denn das Niltal war noch stark versumpft und unbewohnbar, und so wichen die Menschen zunächst auf die nahegelegenen Wüstenplateaus aus. Zu der Zeit als die letzte Kaltzeit herrschte gab es im gesamten Norden Afrikas deutlich mehr Niederschlag und eine höhere Luftfeuchtigkeit, wodurch große Teile der Sahara wirtlicher waren als heute. Auch die Wüstengebiete, die heute den Nil umgeben waren früher Steppen und Savannen, in denen paläolithische Jäger genug Beute fanden. Als mit dem Ende der Kaltzeit auch der Nilpegel sank, folgte der Mensch dem Wasser in das Tal. Nun gab es nicht mehr ganzjährige Überschwemmungen, sondern jährlich nur einmal, nachdem der Monsun sich im Hochland von Äthiopien abgeregnet hat, das den Nil speist. Der mitgeführte Schlamm bildete natürliche Dämme, hinter denen die Menschen siedeln konnten. Auch in alten ausgetrockneten Nilzuflüssen sind menschliche Spuren zu finden. Da die Savannen verschwunden waren, in denen die ergiebigen Säugetierherden gewandert waren, fanden sich die Sammler in der Position der Gruppenernährer wieder. Mit äußerst fruchtbarem Boden und Nahrungsknappheit liegt es da nahe, dass relativ rasch die Landwirtschaft übernommen wurde. [8.10. 18:01] Nahuel: *Nicht vergessen!* Die ältesten Belege für Landwirtschaft finden sich vor 13.000 Jahren im "Fruchtbaren Halbmond", der sich im Nahen Osten von Anatolien bis Israel und zum Persischen Golf erstreckt. Das ist der am besten erforschte Entstehungsort der Landwirtschaft. In der Region herrschten nach der Eiszeit die günstigsten Gebiete für die Sesshaftwerdung der Jäger und Sammler: Wild war in Massen vorhanden und man musste ihm nicht hinterherziehen und die Pflanzen waren sehr nährreich. Aus 14.400ya sind im Nordosten Jordaniens die ersten Brotreste nachgewiesen, die aus dem Mehl wilder Gräser gebacken wurde. Die Bezeichnung "Brot" ist allerdings strittig, da es nicht gebacken wurde und vielleicht nur in der brütenden Hitze liegengelassener Haferschleim war. Vor 13.000 Jahren begannen die Menschen Grasarten anzubauen und nach 250 Jahren konnte man sie bereits zu Kulturpflanzen züchten. Einkorn, Emmer und Gerste wurden dadurch zur Kulturpflanze, da ihre Ähren bei der Reife nicht mehr abfielen. Einkorn ist ein Wintergetreide, wird also im Herbst ausgesät und kann vor dem Sommergetreide Emmer geerntet werden. Gerste war auch für trockenere Gebiete geeignet. Nach weiteren Tausend Jahren wurde Emmer mit einem Wildgras gekreuzt und der heutige Weizen entstand, wohingegen sich der Roggen nicht domestizieren ließ. Vor 9000 Jahren waren auch Erbsen, Linsen und Kichererbsen domestiziert worden, die zusammen mit Getreide angebaut wurden. Diese zuvor unbekannten Erträge führten zur Gründung erster Großstädte, wie Jericho mit 10ha und 2000 Einwohnern, die auch große Wehranlagen aufwiesen. Vor 6000 Jahren wurde im heutigen Syrien der erste Olivenbaum domestiziert, auf den zeitgleich die Weinrebe und die Feige folgten. Diese drei Pflanzen kennzeichnen noch heute die Kultur-Flora des Mittelmeerraums. [9.10. 16:42] Nahuel: *Nicht vergessen!* Der Weg zu einer Gesellschaft, die überwiegend auf Landwirtschaft beruht war lang und mit vielen Umwegen. So wurde aus dem Getreide zunächst Bier gebraut, bevor entdeckt wurde, dass man daraus essbaren Brei oder sogar Brot herstellen kann. Die ersten Bäckereien gibt es erst seit 6000 Jahren in Ägypten. Die älteren "Brot"-Reste, die gefunden wurden sind nur getrockneter Getreidebrei. Auch in Amerika kam die Idee der Getreideverarbeitung über Umwege zum Menschen. Mais ist ein Getreide, doch seine Körner sind deutlich härter als die der Getreide aus der Alten Welt, wurde also nicht instinktiv gegessen. Die amerikanischen Ureinwohner aßen es als Popcorn. Daher züchteten sie auch jene Maissorten, die besser poppen, nur um viel später festzustellen, dass genau diese Zucht die Maismehlherstellung begünstigte. Und schließlich gibt es noch einen interessanter Umweg zwischen Tierzucht und Pflanzenwirtschaft. Denn die ersten Pflanzen wurden vor 15.000 Jahren nicht für den menschlichen Bedarf angeb.