Anfang der 2020er in Ecuador
Anfang der 2020er in Ecuador.
23.03.2020: - Gesundheitsminister tritt zurück, da Präsident Moreno nicht notwendige Ressourcen gegen Pandemie bereitstellt.
08.04.2020: - Ex-Präsident Rafael Correa und Ex-Vizepräsident Glas zu 8 Jahren Haft verurteilt; Correa vor, bei Präsidentschaftswahlen 2021 anzutreten.
25.04.2020: - Offizielle Infektionszahlen verdoppeln sich wegen Zählfehlers auf 22.000; Todeszahlen bis zu 15× höher als angenommen; trotzdem lockert Gesundheitsminister Romo wieder Maßnahmen.
20.05.2020: - Ecuador erlaubt extreme Form der Kurzarbeit mit 45% weniger, oder gar keinem Gehalt bei 50% weniger Arbeitszeit.
08.09.2020: - Ecuador erhält 6,5Mrd$-Kredit von Internationaler Währungsfonds im Gegenzug zu Kürzungen in öffentlichen Ausgaben (am21).
11.12.2020: - Wahlrat lässt linke Kandidaten Arauz und Rabascall zu Präsidentschaftswahlen 2021 nach langer Verhandlung zu (am21).
08.02.2021: - Linker Kandidat Arauz gewinnt die Präsidentschaftswahlen in Ecuador mit 31,7%; Stichwahl mit Zweitplatzierten, der noch nicht ausgezählt ist; neoliberaler Kandidat Guillermo Lasso liegt derzeit gleichauf mit indigenem öko-linkskonservativen Pérez (am21).
17.02.2021: - Ecuadorianische Wahlkommission stoppt Neuauszählung der Präsidentschaftswahlen, die Drittplatzierter Perez wegen Betrugsvorwürfen gefordert hatte (AJ).
08.03.2021: - Absolute Armut stieg 2020 von 6% auf 14,9% (am21).
12.03.2021: - Neoliberaler Guillermo Lasso gewinnt Präsidentschaftswahlen-Stichwahl; 1,8Mio ungültige Stimmen nach Boykottaufruf des Indigenenbündnis; will die Steuern senken und ausländische Investitionen locken (am21).
27.04.2021: - Ecuador privatisiert mit breiter Mehrheit Zentralbank (am21).
22.05.2021: - Ex-Präsidentschaftswahlen-Kandidat Pérez tritt aus Indigenen-Partei Pachakutik aus, nachdem sie Bündnis mit rechtskonservativen Präsident Lasso eingeht; Pachakutik stellt wegen Bündnis nun Parlamentspräsident (am21).
28.07.2021: - Ecuador entzieht Wikileaks-Gründer Assange Staatsbürgerschaft; er war unter Präsident Moreno bereits aus Botschaft in London verstoßen worden (dS).
02.10.2021: - Ecuador will nach Gefängniskämpfen mit 118 Toten 2000 Insassen begnadigen, um überbelegte Gefängnisse zu entlasten (AJ).
19.10.2021: - Ecuador erklärt Ausnahmezustand gegen Drogenhandel, der nun Armee erlaubt, mit Polizei verstärkt zu patrouillieren (lp).
30.11.2021: - Indigene Konföderation Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador kündigt Proteste gegen Regierung an, die Treibstoffpreise zu erhöhen (lp).
15.06.2022: - Vorsitzender des wichtigsten Indigenenverbands Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador nach Beginn von Protesten und Straßenblockaden gegen Sparpolitik des Präsidenten Guillermo Lasso gestern festgenommen (bl) und heute nach Protesten gegen Festnahme wieder freigelassen (nd).
18.06.2022: Präsident Guillermo Lasso erklärt nach Protesten in 3 Provinzen Ausnahmezustand, und ruft zu Dialog auf; Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador-Protestierende blockierte letzte Woche Straßen (lp).
25.06.2022: - Präsident Guillermo Lasso wirft Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador, der seit 2 Wochen Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten anführt, vor, putschen zu wollen; CONAIE beklagt fehlende Gesprächsbereitschaft Lassos (lp).
29.06.2022: - Antrag auf Amtsenthebung gegen Präsident Guillermo Lasso in Parlament gescheitert; Lasso will nach Tod eines Soldaten bei Protesten nicht mehr mit indigenem Anführer sprechen (lp), ist aber laut eigenen Angaben weiterhin offen für Gespräche über Preis- und Wirtschaftspolitik, die seit Wochen Ziel von Protesten ist (AJ).
01.07.2022: - Regierung des Präsidenten Guillermo Lasso und indigene Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador-Gruppen einigen sich auf Absenkung der Treibstoffpreise um 15 cent; Protestierende hatten eigentlich Absenkung um 40 cent gefordert; zudem werden Gebiete zum Öl- und Rohstoffabbau eingeschränkt; Streik somit beendet (AJ).
15.08.2022: - Präsident Guillermo Lasso verhängt nach Bombenanschlag mit 5 Toten in größter Stadt Guayaquil Ausnahmezustand (dS).
15.10.2022: - Rechte Regierung Guillermo Lasso und Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador beenden Gespräche über wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Wandel, für den im Sommer große Proteste stattgefunden hatten; erzielte Einigungen, wie Herabsetzung der Treibstoffpreise für arme Menschen, laut Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador nur "Teilfortschritte" (lp).
09.02.2023: - Bei Kommunalwahlen gewinnt linke RC-Partei des Ex-Präsidenten Rafael Correa als stärkste Kraft deutlich gegen rechte Partei des amtierenden Präsidenten Guillermo Lasso; in größter Stadt Guayaquil verliert rechte Partei erstmals seit 31 Jahren Bürgermeisteramt (am21).