Die mittelsteinzeitliche Natufien-Kultur war vom 11. bis zum 9. Jahrtausend v.Chr. im heutigen Palästina, Israel und Jordanien ansässig. Gekennzeichnet ist diese Kultur, abgesehen vom intensiven Nutzen von Wildgetreide, vor allem durch zahlreiche Siedlungsplätze, von denen die meisten dauerhaft genutzt wurden. In Ain Mallaha, Wadi Hammeh, Wadi an-Natuf (daher der Name) und Beidha wurden aus Stein, Lehm und Schilfmatten Rundhäuser errichtet. Zu den frühesten Siedlungsstellen der Menschheit gehört auch die älteste Siedlungsschicht Jerichos. Die Jordansenke war, wie der Mittlere Euphrat eine der ersten Ballungsräume der Menschheit. Das merkt man auch an den Siedlungen selbst. Hier wurden nämlich innerhalb des geschützten Siedlungsgebiets massiv nachverdichtet. Die Fundamente stehen auch heute noch sehr nah aneinander, sodass auf ein Bevölkerungswachstum zu schließen ist. Das bezeugt einen relativen Reichtum. Die Steingeräte ähneln zwar sehr dem Azilien-Kulturraum in Mitteleuropa, doch die Natufien hatten zusätzlich agrarspezifische Werkzeuge, wie erste Sicheln. Mit den Mörsern wurden Wildgetreide, Pistazien, Mandeln, Linsen und Erbsen zerstoßen und zu Brei verarbeitet, oder daraus Bier gebraut. Auch eine Ähnlichkeit zum Azilien hat die Kunst der Natufien-Kultur in der Darstellung von Tieren. Menschliche Köpfe und verzierte Basaltgefäße sind hingegen nur aus der Natufien-Kultur bekannt.