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Pedro Castillo

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04.07.2021 — Peru / Libanon / Beirut

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In Peru gab es außergewöhnliche Präsidentschaftswahlen, bei denen entgegen vieler Erwartungen in der Stichwahl der konservativ-marxistische Gewerkschaftler Pedro Castillo gegen die rechts-neoliberale Diktatorentocher Fujimori knapp gewann. Das offizielle Endergebnis ließ lange Tage auf sich warten und wurde von Fujimori nicht anerkannt (8.6). Die Wahlbeobachtung sah keine Unregelmäßigkeiten (12.6). Die Anhängerinnen und Anhänger der beiden Kanidaten protestieren so seit Wochen gegeneinander (27.6).

Im Libanon droht laut Weltbank die drittschlimmste Wirtschaftskrise der letzten 150 Jahre weltweit, laut der UN eine „soziale Katastrophe“. 2020 schrumpfte demnach das BIP um über 20% wegen der Finanz- und Schuldenkrise, Korruption, CoViD-19 und der Explosion im Hafen von Beirut. Dass der Wertverlust der Währung und die Zahlungsunfähigkeit des Staates ganz akut zu einer humanitären Krise führen würde, ist schon spätestens seit Dezember 2020 bekannt (30.12). Damals warnte der Premier Diab, dass die staatlichen Subventionsprogramme für die Grundbedürfnisse im Juli wegen fehlender Finanzierung auslaufen würden. Inzwischen haben 40% der Haushalte Schwierigkeiten bei der Nahrungsbeschaffung (1.6), 50% galten im März als arm (22.3). Im Juni stiegen die Brotpreise zum 5. mal im Jahr (22.6), der Armeechef warnte vor einem Zusammenbruch der Institutionen (18.6), der Energieminister kündigte ein baldiges Ende des Benzinsubventionen an (18.6), die Benzinpreise stiegen daraufhin um 35% (29.6), die libanesische Zentralbank kann das Subventionsprogramm für Medikamente nicht aufrecht erhalten (27.5), das Gesundheitssystem steht an der Belastungsgrenze (3.1) und das libanesische Stromnetz liegt brach (1.3,15.5). Dass die libanesische Zentralbank nun Barzahlungen an ihre Bevölkerung verteilt, macht den Eindruck, dass die Reserven aufgebraucht werden (30.6). Internationale Hilfe wird mehr und mehr materiell: Ägypten spendete zum Wiederaufbau nach der Explosion 125t Glas und Marokko spendete der Armee 22t Nahrungsmittel (17.4). Das libanesische Militär gilt als Pulverfass, da es unterfinanziert ist. Doch eine internationale Vorbeugung der humanitären Krise findet nicht wirklich statt. Stattdessen stellten Macron und der Internationaler Währungsfonds im letzten Jahr Forderungen zu neoliberalen Reformen, mit denen die Bevölkerung noch weniger unterstützt werden soll, als es die aktuelle Regierung ohnehin schon tut. Die Angst des „Westens“ besteht darin, auch mit humanitärer Hilfe die Hisbollah zu unterstützen, die viele Bereiche der politischen und gesellschaftlichen Landschaft des Libanons kontrolliert. Die „Hölle“, die Präsident Aoun im September (21.9) befürchtetem, tut sich auf.

Die grundlegend schlechten Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan haben sich im Juni etwas gebessert, nachdem Aserbaidschan im Gegenzug zu armenischen Kriegsgefangenen eine Karte von Armenien bekommen hat, in denen armenische Landminen auf aserbaidschanischem Territorium eingezeichnet sind (13.6). Auf diese Weise können unnötige Tode (4.6) durch die völkerrechtswidrigen Landminen vermieden werden.

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03.05.2021 — Peru / Ecuador

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Bei den Präsidentschaftswahlen in den Andenstaaten Peru und Ecuador gab es einige interessante Ergebnisse. Vor den Wahlen in Peru war sehr unklar, wer gewinnen würde. Letztes Jahr war Präsident Vizcarra wohl unter dem Vorwand der Korruption vom noch korrupteren Parlament abgesetzt worden. Gegen den neuen Interimspräsident gab es Proteste. So trat so gut wie kein bekannter Politiker an. Aber eine Politikerin: Die Tochter des ehemaligen Diktators Fujimori, die bereits mit ähnlichen extrem rechten Aussagen aufgefallen war, wie ihr Vater (10.4). Der einzige linke Kandidat war ein marxistisch-leninistischer Lehrer, der mit Zucker-Rübenschnaps die Wirtschaft des Landes retten will (10.4). Er hat übrigens auch sehr konservative Ansichten gegen Abtreibungen und gegen LGBTQ-Rechte. Währenddessen sprachen sich in Ecuador beide Kandidaten, der Neoliberale und der Linke für Gleichberechtigung und LGBTQ-Rechte aus. Diese und andere Versprechen waren für viele Ecuadorianerinnen und Ecuadorianer ihrer eigenen prekären sozialen Situation so fremd, dass sie nicht zur Wahl gingen und der nächsten Amtszeit pessimistisch entgegensahen, gleich wer die Wahl gewinnen würde (8.4). Es gewann der neoliberale Kandidat Guillermo Lasso. Das lag unter anderem daran, dass das starke Indigenenbündnis zum Boykott der Wahl aufgerufen, und nicht den linken Arauz unterstützt hatten: 1,8 Millionen Menschen machten ihre Stimme ungültig (12.4). Das hat nun zur Folge, dass die neoliberale Politik des amtierenden Präsidenten Moreno nicht abgewählt wurde, obwohl im ersten Wahlgang ¾ der Wählerinnen und Wähler gegen den Neoliberalismus gestimmt hatten. In Peru hingegen gewann der marxistisch-leninistische Pedro Castillo und muss nun in einer Stichwahl gegen die Zweitplatzierte Fujimori antreten. Sie wird die Stichwahl wohl gewinnen (13.4). Die Wahl ist trotzdem ein Zeichen gegen das korrupte politische Establishment.

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