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Welt

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Nachrichten zu Welt

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Mai 2022

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Mai 2022 Auch im Mai 2022 habe ich wieder gezählt, wie oft die Länder und Staatenbünde der Welt in den Nachrichten dieses Kanals vorkamen. In diesem Monat ist insbesondere zu beobachten, dass der Krieg in der Ukraine zunehmend normalisiert wird – er kommt nicht mehr automatisch jeden Tag vor und wird in die anderen Nachrichten integriert. Auf diese Weise nehmen die Nachrichten zu Russland und der Ukraine im Vergleich zum Vormonat ab und Russland deckt nicht mehr mehr als 8% aller Nachrichten ab. Diese Kategorie gab es noch im April. Auch insgesamt nehmen die Nachrichten aus Europa sukzessive seit März ab. Stellten die Europa-Nachrichten im März noch 46,6% der Nachrichten, waren es im Mai 37,4%. Das ist mehr als vor Kriegsbeginn im Januar mit 24,7%. Auch in ganzen Zahlen stellt der Mai eine Normalisierung dar: Ich zählte nur rund 650 Land-Erwähnungen, also deutlich weniger als die 1132 im März. Das mag auch daran liegen, dass ich durch ein intensives Sommersemester weniger Zeit für die Nachrichten habe.

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26.04.2022 — Nigeria / Großbritannien / Deutschland

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Völkermord gestern und heute (12/12) 4 Fazit Alle Waffenlieferer für Nigeria und Biafra, zeichneten sich durch ein Unverständnis für menschliches Leid in Biafra aus, weil sie politisch und nicht moralisch handelten. Auch der SDS hat über einen signifikant langen Zeitraum diese Position vertreten. Andererseits führte eine erneute Waffenlieferung aus Großbritannien im Winter 1969/70 zum Sieg Nigerias und somit zum Ende des Krieges. Alle Seiten wendeten unsägliche NS-Vergleiche an, um die gegnerische Position zu verteufeln und verhinderten auf diese Weise Friedensgespräche, die durch die andauernden Waffenlieferungen ohnehin nicht zu einer dauerhaften Waffenruhe geführt hätten. Einen erheblichen Anteil daran hatte biafranische Propaganda, die von biafranischen, kirchlichen und studentischen Gruppen in West-Deutschland teilweise reproduziert wurde. Sie nutzten den moralischen Kompass der sozialen Bewegungen, dass Krieg und Völkermord zu verhindernde Dinge seien aus, um Spenden zu generieren und den Krieg auf diese Weise künstlich zu verlängern. Auf diese Weise verhinderten sie eine ernste, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der humanitären Krise in Biafra. So schwanken die vermuteten Todeszahlen noch heute zwischen 1-3 Millionen. Die Manöver rund um den Biafra-Krieg fügten dem Bild von Humanitärer Hilfe gleichzeitig Schaden zu, aber sie bildeten auch den Startschuss für das ambivalente und Dilemma-behaftete System Humanitärer Hilfe. Anhand der ausgewählten Schriften der Protestbewegungen in West-Deutschland lässt sich eine Auseinandersetzung mit Biafra, sogar Teile eines öffentlichen Diskurses erkennen. Dies widerspricht Heertens Aussage, „Biafra“ lasse sich nicht in das Protestjahr der Neuen Linken 1968 einordnen. Außerdem lassen sich die Eskalationsstufen biafranischer Propaganda von Kommuniqués über Pressekonferenzen bis hin zu einer Bilderflut der Biafra-Kinder nachvollziehen: Zunächst Schlagworte des „Völkermords“, dann die Fokussierung auf das Leid der Biafra-Kinder und schließlich ein Abebben der Berichterstattung und der aktivistischen Materialien ab Ende 1968, obwohl der Krieg keineswegs vorbei war. Zu dieser Zeit wurde der Bericht „No Genocide“ veröffentlicht. In den Materialien werden, zum Beispiel von Seiten der APO auch kritische Stimmen laut, die den Biafra-Krieg, in post-kolonialer und anti-imperialistischer Sichtweise, als Krieg zwischen zwei oder mehr imperialen Interessensgebieten interpretieren. Und zuletzt findet sich in diesen Schriften auch eine beachtliche Menge von Verwirrung über die Verwendung von Begrifflichkeiten und über Schuldzuweisungen. Neben diesen durchaus kritikwürdigen Aspekten lässt sich anhand der Etablierung der Biafra-Komitees auch ein positiver Punkt feststellen: Die west-deutschen anti-imperialistischen Bewegungen verknüpften sich mit post-kolonialen Bewegungen der damaligen Dritten Welt und schärften so ihr Profil. Dies könnte in der Biafra-Tragödie eine versteckte positive Wirkung gewesen sein.

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19.04.2022 — Mali / Uganda / Australien

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Größte Kupfermine der Welt, "Las Bambas" (25.3) in Peru, unterbricht erneut wegen Protesten Betrieb.

In Kürze

Internationaler Währungsfonds korrigiert Welt-Wachstumsprognose 2022 von 4,4% auf 3,6% wegen Ukraine-Krieg.

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19.04.2022 — Welt / Deutschland / Ukraine

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Meiner Meinung nach ist dieser Ablauf der Wahrnehmung des Biafra-Krieges ein Armutszeugnis für die Zivilgesellschaft der „Ersten Welt“. Die von den Bildern von Biafra-Kindern überwältigten Europäer vollzogen einen Wandel von unbedingter, persönlicher Unterstützung Biafras hin zu erbarmungsloser Indifferenz und Ablehnung, sobald das Thema nicht mehr in den Medien präsent war und öffentlich wurde, dass Biafra seine eigene Position durch Propaganda gestützt hatte. Im gesamten Zeitraum dieses persönlichen Sinneswandels blieb die humanitäre Notsituation vermutlich gleich, oder verschlimmerte sich wahrscheinlich sogar. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in Deutschland etwas sehr ähnliches passieren würde, würde im Verlauf des Ukraine-Krieges öffentlich, dass auch die ukrainische Armee mit deutschen Waffen hunderte Zivilisten hinrichtet (hypothetisch), oder die Ukraine angeblich russische Massaker inszeniert (hypothetisch). Dieser Wille, unbedingt „auf der richtigen/moralischen Seite“ zu stehen ist in Deutschland heute präsent, was sich zum Beispiel in persönlichen Betroffenheitswellen in den sozialen Medien ausdrückt, und er wird durch das „Völkermord“-Framing verschärft. Diese Heuchelei hindert uns an einer kritischen Analyse des Ukraine-Krieges, so wie es uns 1968 an einer kritischen Analyse des Biafra-Krieges gehindert hat. In den folgenden Tagen werde ich den deutschen Diskurs zum Biafra-Krieg, die Holocaust-Vergleiche und die Reaktion der „68er“ tiefergehend thematisieren.

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16.04.2022 — USA / Niger / Ägypten

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Zeitgleich zur Blockade des Öls aus dem Niger-Delta fand nämlich im Nahen Osten der Sechstagekrieg zwischen Ägypten, Syrien, Jordanien und Israel statt. Im Zuge dessen wurde der Suez-Kanal von Juni 1967 bis 1975 für europäische Lieferungen geschlossen. Weder die Öllieferungen aus den Golfstaaten, noch die aus Nigeria erreichten somit ab dem Sommer 1967 die Industrien in Europa und insbesondere in Großbritannien. Zu der Zeit dieser produktionstechnischen Notlage begann die britische Armee ihre Zusammenarbeit mit Nigeria, unter anderem bestehend aus der Lieferung von schwerem militärischen Gerät. Aus Anfang der 2000er vom britischen Nationalarchiv veröffentlichten Dokumenten analysierte der Historiker Chibukuike Uche, dass die wirtschaftlichen Interessen der britischen Erdölindustrie maßgeblich für die britische militärische Unterstützung der nigerianischen Armee gewesen seien.

1.2.1 Staatliche Hilfslieferungen an Nigeria und Biafra Während die USA und Großbritannien sich weigerten, Nigerias Luftwaffe auszustatten, verkaufte die Sowjetunion im Sommer 1967 23 Jagdflugzeuge des Typs MiG-17F an Nigeria. Ihr Interesse lag darin, Nigeria zu unterstützen, damit Nigeria zu einem strategischen Verbündeten der Sowjetunion in Afrika würde. Sowohl die Regierungen des angelsächsischen Raums, als auch die Regierung der Sowjetunion buhlten also um gut Beziehungen zu Nigeria. Niemand verkaufte Nigeria jedoch Napalm. Die sowjetischen MiGs wurden 1969 durch acht ausgemusterte MiG-17 Flugzeuge der Nationalen Volksarmee der DDR ergänzt. Sie wurden zunächst von Soldaten der ägyptischen Luftwaffe geflogen, kamen jedoch häufig nicht zum Einsatz. Der Einsatz ägyptischer Streitkräfte konnte den Eindruck eines Holocaust-ähnlichen Genozids gegen die Igbo verstärken. Der ägyptische Staatschef Gamal Abdel Nasser galt Vielen als „Hitler". Israel, das zeitgleich im Nahen Osten gegen Ägypten kämpfte, verkaufte ebenfalls zunächst schweres militärisches Gerät an Nigeria. Nachdem das Leid der Biafraner öffentlich und zeitgenössische Stimmen zum Holocaust-Vergleich laut wurden, änderte Israel seine Position. Der israelische Geheimdienst Mossad schmuggelte ab 1968 Waffen und Geld nach Biafra. Auch die Tschechoslowakei änderte während des Krieges seine Position und unterstütze zunächst Biafra, dann Nigeria mit Waffenlieferungen. Die Rolle Frankreichs war signifikant für den Kriegsverlauf. Frankreich stand auch nach der Entkolonialisierung Afrikas in den 1960ern in direkter Konkurrenz zu Großbritannien über den Machteinfluss. In Biafra vertrat Frankreich Interessen zur Sicherung der Bodenschatz-Schürfrechte und der Gummiplantagen für den Michelin-Konzern. Über Gabun und die Elfenbeinküste, die Biafra 1968 als Staat anerkannt hatten wurden ehemalige Handfeuerwaffen der Wehrmacht und der italienischen Armee aus dem Zweiten Weltkrieg von Frankreich nach Biafra geschmuggelt. Die Tschechoslowakei verkaufte im Zuge dessen eigene Waffen an Frankreich, die schließlich in Biafra zum Einsatz kamen. Der Waffenhandel verlief auch über die Kolonien des faschistischen Portugals vor der Küste Biafras. China solidarisierte sich mit Biafra in seinem „Kampf gegen anglo-amerikanischen Imperialismus und sowjetischen Revisionismus“. Über Tansania, mit seinem sozialistischen Präsidenten Julius Nyerere, der Biafra 1968 als Staat anerkannt hatte, lieferte China Waffen nach Biafra. Die Position der west-deutschen Regierung wird in späteren Kapiteln behandelt. Mit der UdSSR, den USA, Ägypten und Großbritannien auf der einen, China, Frankreich, dem Vatikan und Portugal auf der anderen Seite (, sowie Israel und der Tschechoslowakei auf beiden Seiten) sprengte der Biafra-Krieg die Ordnung des Kalten Krieges auf eine einzigartige Weise. Doch neben diesen staatlichen Akteuren spielte auch biafranische Propaganda eine wichtige Rolle. Sie beeinflusste die Wahrnehmung des Biafra-Krieges in der Zivilbevölkerung der „Ersten Welt“ zutiefst.

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14.04.2022 — Russland / Ukraine / Afrika

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Völkermord gestern und heute (2/12) Neu: Der US-Präsident Biden wirft Russland vor, einen Völkermord in der Ukraine zu begehen.

Der Biafra-Krieg Der Nigerianische Bürgerkrieg (im Folgenden „Biafra-Krieg“ genannt) von 1967 bis 1970 ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten, zu seiner Zeit war er jedoch ein globales Medien- und Protestereignis. Somit hat er eine gewisse Ähnlichkeit zum Ukraine-Krieg, der global medial ebenfalls relativ ausführlich aufgearbeitet wird, und auf den in Reaktion Proteste stattfinden. In beiden Fällen wurden/werden außerdem Völkermord-Vorwürfe erhoben. Diese Form der Biafra-Medienberichterstattung war aber auch ein Schlüsselereignis für den Wandel der Afrika-Nachrichten in den Medien von politischen Themen weg, hin zu Berichterstattung über soziale Missstände. Dieser Wandel ist noch heute spürbar und daher von Bedeutung. Mit der Medienberichterstattung begann das „Zeitalter der Katastrophen-Fernsehberichterstattung“, die das Leiden, insbesondere der damaligen Dritten Welt in die heimischen Wohnzimmer der „Ersten Welt“ projizierte. Besonders prominent wurde dieses Leid durch die Bilder von Biafra-Kindern gezeigt. Gemeint sind die Bilder ausgehungerter, dunkelhäutiger Kinder mit durch das Hungerödem Kwashiorkor aufgeblähten Bäuchen. Sie waren im Juli und August 1968 auf zahlreichen Titelblättern west-deutscher Zeitschriften zu sehen. Während auf Titelbild-Fotos eher einzelne Biafra-Kinder zu sehen sind, befinden sie sich in filmischen Aufnahmen meist in einer größeren Gruppe. Die Darstellung in der Gruppe scheint das Leiden so zu multiplizieren, dass es nur noch kollektives Leid darstellt und nicht mehr das Leid des einzelnen Kindes. Solche Aufnahmen waren in Sondersendungen englischsprachiger TV-Sender zu sehen, wie in dem Film „Nigeria and Biafra“ des us-amerikanischen Fernsehsenders CBS aus dem Jahr 1968, oder in der Sendung „This Week“ des britischen Fernsehsenders ITV aus dem Jahr 1969. Bereits im April 1968 hatten britische Zeitungen, noch ohne Bebilderung, mit einer pro-biafranischen Berichterstattung über den Biafra-Krieg begonnen. Diese „iconic press photographs and television footage“ sind das früheste Auftreten einer mediengesteuerten und kommerziellen Humanitären Intervention. Das heißt, dass die Darstellung des menschlichen Leides in den Medien ausschlaggebend dafür war, dass Regierungen und Zivilgesellschaften der „Ersten Welt“ humanitär in Biafra intervenierten. Die Darstellung des Biafra-Kindes ähnelt in vielerlei Hinsicht der Darstellung des Bangladesch-Kindes. Sie ist also kein Einzelfall. Die Darstellung des Bangladesch-Kindes zeigt ein von dem Bangladesch-Krieg 1971 gezeichnetes ausgehungertes, dunkelhäutiges Kind vor einer Reisschüssel. Das Bangladesch-Kind wurde 1972 als Werbemittel für das Benefizkonzert „The Concert for Bangladesh“ des ehemaligen „The Beatles“-Mitglied George Harrison zur Generierung von Geldern zur Flüchtlingshilfe genutzt. Ausgehungerte Kinder werden auch heute in den Informationsmedien immer wieder gezeigt, um Leid durch Hunger darzustellen, wie im Jemen, Venezuela, etc. Exemplarisch Beispiele aus der Tagesschau: Um die Folgen der saudischen Seeblockade des von den Houthi-Rebellen kontrollierten Jemens darzustellen, zeigte beispielsweise die Tagesschau 2021 Bilder von ausgehungerten und kleinwüchsigen Kindern. Solche Darstellungen sind allerdings nicht die Regel. 2021 zeigte die Tagesschau beispielsweise anlässlich des UN-Berichts zum weltweiten Hunger Kinder und Erwachsene, denen man nicht auf den ersten Blick ansieht, dass sie Hunger leiden. Nichtsdestotrotz haben die ikonographischen Entwicklungen von 1968 noch heute eine Relevanz. Solche Bilder menschlichen Leides generierten Schuldgefühle, eines der üblichsten negativen Gefühle menschlicher Zivilisationen, die von Akteuren genutzt werden können, um die Entscheidungen der Schuldgeplagten zu modifizieren. Zunächst eine Zusammenfassung des Kriegsgeschehens...

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März 2022

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März 2022 Auch im März 2022 habe ich wieder gezählt, wie oft die Länder der Welt in diesem Kanal genannt wurden. Mit 1132 Erwähnungen, im Februar waren es noch 867, wurde vorerst ein Rekord aufgestellt. Maßgeblich dafür verantwortlich sind Nachrichten zu Russland und der Ukraine, die als erste Länder die 8%-Marke durchbrachen und eine neue Farbe bekommen! Auch Nachrichten zu anderen Osteuropäischen Ländern haben zugenommen. Darunter zu leiden hatten insbesondere Nachrichten aus Afrika, Südamerika und Süd-, Zentral- und Ostasien. Rechts oben seht ihr, zu welchen Länder-Themen es die meisten Top-Meldungen gab. „Ukraine“ steht dabei für den Ukraine-Krieg. Im März gab es 62 Top-Meldungen, weil ich an jedem der 31 Tage zwei Top-Meldungen hatte: Eine allgemeine und eine zum Themenkomplex „Russland-Ukraine“.

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21.03.2022 — Westsahara (DARS) / USA / Algerien

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Der Westsahara (DARS)-Konflikt Der Konflikt um die Westsahara war in den letzten Jahren immer wieder in den Medien und in diesem Kanal präsent. Es gab grob drei Anlässe dafür: Vermutlich der Auslöser war, dass 2020 die USA unter Präsident Trump viele afrikanische und arabische Länder dazu bewegte, die Westsahara als marokkanisch anzuerkennen. Dies trug vermutlich im selben Jahr zum Bruch des Waffenstillstandsabkommens von 1991 bei. Der dritte Anlass war das marokkanische Verhältnis zu seinen direkten Nachbarn Algerien und Spanien, das ebenfalls durch die neue US-Politik beeinflusst war. Die historisch bedeutende Anerkennung marokkanischer Hoheit über die Westsahara durch den ehemaligen Kolonialherr Spanien in der letzten Woche soll ein Anlass sein, sich mit diesem Konflikt etwas näher zu befassen. Die Geschichte und Politik rund um den Status der Westsahara ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell Völkerrecht missachtet werden kann, wenn es um Eigeninteressen geht, und wie heuchlerisch völkerrechtliche Positionen der linken und „linken“ Regierungen in den USA, Spanien, Deutschland und Schweden sind. Wer sofort den ganzen Text lesen will, kann dies hier tun. Wenn nicht, dann werden hier im Kanal, wie üblich, die Kapitel häppchenweise bis Mittwoch veröffentlicht.

Kurze Geschichte Die Ursprünge des Westsahara-Konflikts liegen zu großen Teilen in der kolonialen Vergangenheit der Region. 1884 wurde das Gebiet der heutigen Westsahara bei der Berliner Afrika-Konferenz zu einem spanischen Protektorat. Diese Wüstenregion war nicht besonders ertragreich, bis 1949 in Bucraa das größte Phosphat-Vorkommen der Welt entdeckt wurde. 1967 verabschiedete die UN eine Resolution, in der Spanien aufgefordert wurde, Spanisch-Sahara von seiner kolonialer Macht zu befreien. 1974 stellte Spanien den Einwohnern seiner Kolonie ein Referendum in Aussicht, das ihnen die Unabhängigkeit gegeben hätte. Dies war nicht im Interesse Marokkos. 1975 während der spanische Diktator Francisco Franco einen langsamen Tod starb, setzte in Marokko der „Grüne Marsch“ ein, bei dem etwa 350.000 Menschen von Marokko nach Spanisch-Sahara liefen und die Annexion der Spanischen Kolonie als einen Volksaufstand aussehen ließen. Vom Süden her wurde Spanisch-Sahara außerdem von Mauretanien annektiert.

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