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11.04.2020 — Welt

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Aus der Welt gefallen 3.

*1:0 für Augsburg* Um die Zeitenwende hatten die Römer bereits ein gewaltiges Reich unter ihre Herrschaft gebracht. Ihr Straßensystem war in den Startlöchern, ein Legionen zu tragen, die das Weltreich verteidigen sollten. Unter den vielzähligen Herausforderungen, die sich den Römern in den Weg stellten, waren insbesondere politische Stabilität in Rom, politische Stabilität in den Provinzen und Grenzverteidigung. Wenig ist bekannt über die blinden Flecken, die viele Generationen über in den dunklen Tälern der Alpenprovinz Raetia bestanden. Im Jahre 9 vor Christus von den Römern für sich beansprucht galt den Gebirgsbewohnern wenig Interesse. Zwar soll einmal ein Vertreter des Statthalters der Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum die Alpenbewohner über ihre Befreiung durch das Römische Heer, sowie ihre Rechte und Pflichten unterrichtet haben, doch die Beziehung geriet beiderseits bald in Vergessenheit. Die Römer waren erschrocken von der wüsten Erscheinung jener Menschen in den Siedlungen der kargen Gerölllandschaften, die bestenfalls Hirten hervorbrachten und behielten es sich vor, das fruchtbarere Alpenvorland mit ihren kulturellen Errungenschaften zu beglücken. Als es 100 Jahre später dünn aussah in der Stadtkasse von Augusta Vindelicum erinnerte man sich an die jahrzehntelang uneingetriebenen Steuern der Alpenbewohner und entschied, diese nun von ihren Nachfahren einzutreiben, und auch ganz allgemein die dortigen Hirten an die Größe der Römer zu erinnern. Für diese Aufgabe scheute man weder Mühe noch Kosten und ließ den berühmten, in die Tage gekommenen Söldner Sibelius aus dem mediterranen Massilia rufen. Ihm wurde die Ehre zuteil, die Stadtkasse Augusta Vindelicums aufzubessern. Der wohlhabende Söldner wollte sich zur Ruhe setzen und war daher höchst erfreut, dass die Stadt ihm als Lohn ein Stück Land an der Donau und die jüngste Tochter des Statthaltes versprach. Er zog also mit einem Gewissen Anspruch an sich selbst und sein Söldnerheer aus 40 Mann in die tiefen Täler des Gebirgsmassivs. Schon der erste Pass war eine frostige Herausforderung, da die Männer nur dünne Leinenhemden und Lederrüstungen trugen, ganz nach dem von Lutetia vorgegebenen Chic - es war Sommer. In dem Tal dahinter eröffnete sich den Söldnern der selbe Blick, wie er den armen römischen Gesandten 100 Jahre zuvor bereits ernüchtert hatte. Neben nacktem Fels ließ der dichte Nadelwald nur wenige Wiesen zu, auf denen kümmerliche Tiere weideten, die sich bei Näherkommen als eine Mischung aus Gemsen und Schafen herausstellten. Auf einer Weide fand Sibelius einen wilden Hirten von grauenvoller Gestalt. So untersetzt, voller Haar im Gesicht und eingehüllt in die grob zugeschnittenen Pelze seiner Schafe musste er einer niederen Menschenklasse angehören. Er schien wenigstens nicht zu frieren. Sibelius versuchte gar nicht erst, den Barbaren anzusprechen, da er sowieso kein Römisch verstehen würde. Sein Heer aus 40 Männern hatte sich schon nach dem vierten Tag halbiert, als die ersten Höhenmeter überwunden waren. Die nun am sechsten Tag verbleibenden 16 Männer frierten allesamt und es plagte sie der Hunger. Also schlachteten sie sechs der Schafe und aßen sie, während zwei Söldner den Hirten in Schach hielten und zwei weitere das Loch inspizierten, in dem er wohnte. Darin fanden sie nichts von Wert, nur Holzbesteck, Steinwerkzeug, ein Schlafplatz und seine Familie aus einer Frau und einem Kind. Da sie nichts fanden, das es zu besteuern gäbe, zogen die Römer wieder ab, in weiser Ahnung, in den anderen Bergtälern sähe es wenn überhaupt, wahrscheinlich noch schlechter aus. Das machte Sibelius sehr zu schaffen, da er um seinen Ruhestand fürchtete. Bei der Rück-Überquerung des Passes zogen sich die verbliebenen Söldner allesamt eine Erkältung zu. Zurück in Augusta Vindelicum berichtete Sibelius dem Statthalter, er habe den Alpenbewohnern ihre Rechte und insbesondere ihre Pflichten erklärt. Er habe nur 20 Schafe mitbringen können, da die Region zu kalt sei, um sie weiter zu erkunden. Er habe jedoch mit Einheimischen geredet, die von einem T.

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05.04.2020 — Welt / Argentinien / Schweiz

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Nicht vergessen! Über den wasserreichsten Fluss der Welt führt keine Brücke. Der Amazonas ist mit 6400km zwar 250km kürzer als der Nil, dafür ist sein Einzugsgebiet doppelt und die Fließmenge 100× so groß. Das Einzugsgebiet bezeichnet den geographischen Raum, in dem Flüsse und Bäche quellen, deren Wasser irgendwann im Amazonas fließen wird. Der Amazonas bezieht sein Wasser aus einem Gebiet, doppelt so groß wie das größte Nachbarland Argentinien, oder wie der Europäische Kontinent ohne den russischen Anteil - rund 6.000.000 km². So groß ist das Amazonas-Becken samt seinen tropischen Regenwäldern. Wenn der Amazonas in den Atlantik abfließt, pumpt er sekündlich 206.000 Liter Süßwasser in die raue See, das sich auf Kilometer weit verbreitet. Das ist etwa das 5-fache des Großen Saales der Elbphilharmonie in Hamburg - pro Sekunde. Als die Portugiesen Anfang des 16. Jahrhunderts die Ostküste Südamerikas erkundeten, brachte für sie die mit kleinen Karavellen fast unbezwingbare Amazonasmündung den endgültigen Beweis, es mit einem riesigen Kontinent zu tun zu haben, da nur ein Kontinent von gewaltiger Größe so einen Strom erzeugen könnte. Mit Marajó findet sich auch die größte Flussinsel der Welt im Amazonas. Sie ist so groß wie die Schweiz. Zurück zu den Brücken. Inzwischen sollte der eine Grund für die Abwesenheit der Brücken ersichtlich geworden sein: Der Amazonas ist zu breit! In besiedeltem Gebiet rangiert die Breite von 2km, 5km über 10km bis hin zu 50km und 150km, und das Amazonas-Delta ist abschließend 320km lang. Da wären wir auch schon beim zweiten, viel wichtigerem Grund: Die Brücken würden ins nirgendwo führen. Zwar hat die größte Stadt am Amazonas, Manaus, eine beachtliche Einwohnerzahl von 1,8 Millionen, doch sie liegt ausschließlich auf der Nordseite des Flusses. Südlich davon erstreckt sich über tausende von Kilometern Menschenleere (östlich, südlich und nördlich übrigens auch, aber dahin gibt es eine Straße). Das macht Manaus zur isoliertesten Millionenstadt der Welt. Auch die anderen Städte am Amazonas und seinen Nebenflüssen sehen keine Notwendigkeit, eine Brücke zu bauen. Stattdessen ist das Boot immer noch das Verkehrsmittel der Wahl.

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04.04.2020 — Welt

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Aus der Welt gefallen 2.

Ich wusste, du würdest kommen Mein Großvater hat mir im Laufe seines Ablebens immer wieder Geschichten aus seiner Soldaten-Zeit im spanischen Bürgerkrieg erzählt, in meiner Kindheit war er schon ein alter Mann. Er kämpfte damals auf der Seite der Nationalisten gegen die Republikaner, aber nicht weil er es so wollte, sondern weil er gezwungen wurde. Es war Krieg. Obwohl ich mich heute als Pazifist gegen die Militärdiktatur stelle, ist mir doch eine besondere Geschichte geblieben, die mir die Brüderlichkeit unter den Soldaten einbrannte. Nach einer Schlacht mit vielen Toten zog sich seine Kompanie hinter einen großen Fels zurück. Die Soldaten unter dem Señor Capitán machten sich bereit zum Abzug, doch einer bittet um Erlaubnis zurück aufs Schlachtfeld zu kehren. Sein Freund liege noch dort. Der Capitán schmettert ihm die Bitte ab. "Es ist zwecklos. Dein Freund ist tot." Doch der Soldat widersetzt sich dem Befehl und geht zur Suche. Als er zurückkommt trägt er seinen toten Freund im Arm. "Siehst du? Ich habe es dir gesagt. Es war zwecklos." "Nein, Señor Capitán, es war nicht zwecklos. Als ich ihn fand, lebte er noch und sagte noch als Letztes: Ich wusste, du würdest kommen - Sabía que ibas a venir."

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02.04.2020 — Welt / Niger

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Nicht vergessen! Die Ténéré-Kultur stammt aus der Ténéré-Wüste im Norden Nigers, die Teil der Sahara ist. Die Menschen lebten von Viehzucht, Fischfang und Jagd, wie die meisten Menschen der damaligen Welt, doch ihre Überreste sind uns besonders gut erhalten. Die Kultur hörte um 2500 v.Chr. auf zu existieren, da ihr ergrünter Lebensraum immer mehr desertifizierte, also von der Sahara verschluckt wurde. In der Trockenheit blieben Grabbeilagen gut erhalten und daher kennen wir ihre Lebensweise. So deuten aus Nilpferdzähnen gefertigter Schmuck und Keramik als Grabbeilagen auf spirituelle Vorstellungen. Rund 200 Skelette wurden gefunden, von denen die meisten ein Leben erzählten, das in fruchtbaren und sehr angenehmen Lebensräumen geführt wurde. Die Tenerier waren deutlich kleiner und weniger robust als ihre kurzzeitigen Nachbarn der Kiffian-Kultur, die ihrem Körperbau nach spezialisierte Jäger auf große Savannen-Tiere waren. Ihre Geschichte ist geprägt von Migration, wie die Geschichte aller Völker und Zeiten. Die Kiffian waren nämlich eng verwandt mit Ibéromaurusiern, die, wie es ihr Name verrät, im Nordwesten Afrikas und Iberien lebten, sowie den Capsiern, die ebenfalls dort lebten. Diese beiden Kulturen sind gute Beispiele für uns, zu verstehen, wie grün die Sahara einmal gewesen ist. Dass eine steinzeitliche Gruppe an Menschen ohne grundsätzliche Versorgungsprobleme die Strecke vom Norden Marokkos bis in den Niger zurücklegt, wäre unter den heutigen Umständen undenkbar.

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29.03.2020 — Welt

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Aus der Welt gefallen 1.

*Fakten schaffen Wahrheit* Vor einigen Jahren, ich weiß nicht mehr genau wann, gab es in Kalifornien eine Waldbrand-Saison, die verheerender war, als in den Jahren zuvor und auch schlimmer als in den Jahren danach. Es gab einige Tote, der Schaden ging in die Millionenhöhe und die Feuerwehrkräfte kämpften gegen die Flammen an. Als der Brand nach einigen Wochen unter Kontrolle war, kamen erste Fragen auf, warum die Waldbrände in diesem Jahr so groß waren. Meteorologen fanden keine Antwort, Klimafroscher auch nicht, ebensowenig die Forstbeamten, die die Wälder sehr gut kannten. Der damalige Gouverneur von Kalifornien geriet unter Druck, als Staatsanwaltschaft wegen Staatsversagens zu ermitteln begann. Inzwischen war es auch schon zu einem Lynchmord an einem Mann gekommen, der auf einem Waldspaziergang seine brennende Kippe wegschmiss. Die Situation für den Gouverneur schien aussichtslos und er fürchtete, seinen Rücktritt einreichen zu müssen. Es begab sich aber, dass ein Alien mit seinem Raumschiff in der Nähe der Waldbrände landete. Es forderte die Bewohner, ihn zu ihrem Anführer zu bringen, um Beziehungen aufzubauen. Sie brachten das Alien zum Gouverneur. Der nahm sein Hilfsangebot gerne an und bat das Alien, mit seinen fortgeschrittenen Berechnungsmaschinen die Ursache für die ungewöhnlich verheerenden Waldbrände zu ermitteln. Das Alien zog sich zum Rechnen in sein Raumschiff zurück. Nach wenigen Tagen, inzwischen waren die Waldbrände ganz gelöscht, kam es wieder heraus und verkündete, ein Ergebnis zu haben. Dem Gouverneur gegenüber verkündete es: "Sie erleben solche Waldbrände, weil Sie Sauerstoff in ihrer Atmosphäre haben."

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28.03.2020 — Europa / Welt

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Nicht vergessen! Als im Skandinavien der 1800er Jahre die ersten Funde der Vorgeschichte wissenschaftlich dokumentiert wurden, vielen Zusammhänge auch ohne das Vorhandensein der Schrift oder von Augenzeugenberichten auf. Die Vorgeschichte wurde somit zu einer wissenschaftlichen Disziplin, die eng mit der Anthropologie in Verbindung stand. 1836 veröffentliche der Gründer und Direktor des Dänischen Nationalmuseums in Kopenhagen Christian Jürgensen Thomsen eine zusammenfassende Darstellung der archäologischen Funde im Museumsführer. In dieser waren die verschiedenen Beschaffenheiten des für Waffen und Werkzeuge verwendeten Materials als zeitliches Mittel der Einordnung genutzt worden. Man hatte gefunden, dass an vielen Punkten an Stelle des Eisens, das man aus der "Geschichte" Skandinaviens kannte, die Bronze getreten war, und dass an manchen Fundorten Metall gänzlich fehlte. Diese Instrumente bestanden aus Stein, der mal mehr, mal weniger fein bearbeitet war. So wurden die prähistorischen Kulturstufen bestimmt: als älteste die Steinzeit, dann die Bronzezeit und schließlich die Eisenzeit. Diese Einteilung ist das Fundament aller vorgeschichtlichen Forschung geworden. Sie breitete sich seit 1836 von Skandinavien über ganz Europa und bis in alle Ecken der Welt aus, wo das Dreiperiodensystem heute noch das Maß der meisten Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet ist. 1865 wurde es durch John Lubbock erstmals verfeinert und die Steinzeit definierte sich neu in die "Periode des geschlagenen Steins“ (Altsteinzeit) sowie die „Periode des geschliffenen Steins" (Jungsteinzeit). Doch schon zuvor war die Existenz der Steinzeit erahnt worden, wie vom römischen Dichter Lukrez, der in seiner De natura rerum von älteren Zeiten spricht, da Hände, Nägel, Zähne, Äste und Steine die Waffen der Menschen waren, und 1730 vom braunschweiger Professor Eccardus, der in seiner De origine Germanorum die Meinung vertrat, alle Völker haben vor der Kenntnis der Metalle Steine gebraucht und die Bronze sei das erste "gezähmte" Metall gewesen.

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25.03.2020 — Welt / West-Papua / Guinea

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Nicht vergessen! Nach Grönland die zweitgrößte Insel der Welt ist Neuguinea. Auf ihr befinden sich die beiden indonesischen Provinzen West-Papua und West West-Papua, sowie der souveräne Staat Papua Neu-Guinea, der bis 1975 zu Australien gehörte. Bevor der Spanier Yñigo Ortiz de Retez 1545 der Insel ihren heutigen Namen gab, hatte sie viele andere. Zwar ist Papua Neu-Guinea das Land mit den meisten Sprachen (847, oder rund 1/7 aller Sprachen weltweit), doch sie sind lokal sehr begrenzt und haben keine Bezeichnung für die gesamte Insel. Und so ist auch die erste Sprache, die Neuguinea einen Namen gab, die malaiische. Die Malaiien sind Nachkommen der Polynesier, die über Jahrtausende hinweg den Pazifik bis Hawaii und den Osterinseln, sowie den indischen Ozean bis Madagaskar besiedelten. Insbesondere Indonesien und Malaysia gelten heute als Erben dieser Kultur. Doch vor Neuguinea machten die Malaien halt, möglicherweise wegen ihrer ungewohnt unbezwingbaren Bergketten. So ist es, dass die Erscheinung der Neuguineaner heute den Aborigines ähnlicher ist, als den Indonesiern. Die malaiische Bezeichnung der Insel bedeutet übersetzt "kraushaarig" und ist uns wohl bekannt: Papua. Bis 1545 benutzten auch die Spanier und die Portugiesen in der Gegend diesen Namen. Der Wechsel zu "Neuguinea" erfolgte, als die Weltumsegler feststellten, dass die Neuguineaner den Menschen ähnlich sahen, auf die sie in der afrikanischen Region Guinea gestoßen waren. Hatten die Niederländer die Insel zunächst nach einem ihrer Seefahrer Schouten-Insel genannt, wechselten sie Mitte des 17. Jahrhunderts auch zur Bezeichnung Neuguinea. Die Niederländer waren damals die Regionalmacht im indonesischen Archipel und etablierten den Namen auch in allen anderen Sprachen. Die Dynamik der Sprachen mal wieder... eine Insel in Südostasien bekommt ihren Namen von einem Spanier, der findet, dass es die Bewohner Ähnlichkeiten zur Westküste Afrikas haben, die ihren Namen von Berbern bekommen hat, was aber auch schon den Nachbarn der Insel aufgefallen ist, die zuvor die lange Strecke von Afrika bis Südamerika segeln konnten, ohne feindliches Gebiet zu betreten - abgesegnet von den Holländern.

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23.02.2020 — USA / Europa / Welt

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Nicht vergessen! Mit der Turbo-Bekanntheit der Supermodels in den 1990ern kamen auch positive Effekte einher. Dadurch, dass sie in den Medien sehr präsent wurden, wurden ihre Namen, Personen und sogar ihre Stimmen bekannt. Das ist der Paradigmenwechsel, von dem ich am Anfang sprach. Es war ein schleichender Prozess, aber dass die Supermodels aus dem rein visuellem Medium der Mode heraustreten konnten und von sich aus eine Stimme hatten... das ist ein Paradigmenwechsel. Die Ellbogenmentalität existierte natürlich auch schon zuvor, aber in einem viel kleinerem Maßstab. Jetzt konkurrieren nicht mehr Vogue und ELLE um die Models, sondern die Models setzten ELLE solange zu, bis sie von Vogue anerkannt werden mussten - zum Beispiel. Die Models machten sich nun selber zum Objekt und wurden somit zum Subjekt - Selbstausbeutung. Der Modeindustrie gefiel das nicht und setzte ihrerseits Waffen ein. Aus dem Stereotyp, Models seien "Dummerchen" wandelte es sich dazu, sie seien dumme anti-soziale Zicken. Dieses Bild ist bis heute in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitet und dient dazu, das harte Konkurrenzdenken einiger Supermodels zu diffamieren, obwohl es genauso in männlicher Form in jeder anderen Industrie vorkommt. Auf dem Gipfel des Erfolgs können es sich die Pop-Models es leisten, sich breiter aufzustellen: Naomi Campbell schreibt ein Buch, singt und schauspielert, Claudia Schiffer und Cindy Crawford tun es ihr gleich. Im neuen Fernsehsender MTV sind ehemalige Models auch als Moderatorinen gerne gesehen. Gemeinsam gründen sie die Restaurant-Kette Fashion-Café. In den 1990ern in den USA gehörten Model-Wettbewerbe die besten Sendezeiten im TV, was sich auch auf Europa auswirkte. In diese Version einer glamourösen Welt wurden die meisten von uns hineingeboren und mit ihr wuchsen wir auf.

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