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Kupfer

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Nachrichten zu Kupfer

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15.03.2020 — Europa

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Nicht vergessen! Um 3500 v.Chr. wurde in Mesopotamien und Anatolien die Vorteile einer Legierung des Kupfer und Zinn zu Bronze erkannt. Bronze ist sehr viel härter als Kupfer und kann noch verdichtet werden. Zinn- und Kupfervorkommen waren in Vorderasien geographisch an selben Orten. In Europa hingegen gibt es nur wenige Zinnvorkommen, weswegen es erst 1500 Jahre nach den Vorreitern im Nahen Osten in die Bronzezeit einstieg. Dafür war Handel notwendig, aber auch sehr hohe Temperaturen von 1900°C um das Zinn zu schmelzen. Der früheste Metall-Schmelzofen ist der 3900 Jahre alte Ofen in Kato Zakros auf Kreta. Im portugiesischen Zambujal findet sich ein weiteres Zentrum der Bronzezeit, die sich unter anderem in der großen Festung widerspiegelt. Zambujal war auch das Zentrum der Glockenbecherkultur, die sich in ganz Europa ausbreitete, sich aber nie gegen die Schnurkeramik-Kultur durchsetzen konnte. Als Glockenbecher werden keramische Gefäße mit flachem Boden und S-förmigem Profil bezeichnet. Die Angehörigen dieser Kultur mögen im jungsteinzeitlichen Europa wie Pionieren oder Missionare gewirkt haben, die den Segen der Metallurgie über die Menschen bringen wollte. Meist bildeten die Glockenbecherleute ein inselartiges Netz in Europa, das nie flächendeckend wurde. Es ist wie eine Gegenbewegung zur dogmatischen Schnurkeramik-Kultur. Es handelt sich bei der Kultur der Glockenbecherleute um eine ebenfalls religiöse und auch eine mit Normen und Hierarchie, allerdings, wie wir es heute nennen würden "liberaleren" Ansätzen. Die Unhleichheit zwischen Mann und Frau war nicht besonders betont und statt einer einwärts gekehrten defensiven Politik zum Schutz der Kupfererzstätten, wurde ein "globaler" Handel zur Herstellung von Bronze gepredigt. Es war um die Europäer geschehen: die zwei einzigen Optionen, die ihnen offen standen waren dogmatische Religionen mit beinahe ausschließlichem Augenmerk auf Ressourcen und Hierarchie. Seitdem wiederholt sich die Geschichte nur, seitdem sind wir gleich. Dieser Konflikt zwischen Glockenbecherkultur und Schnurkeramik-Kultur ist identitätsstiftend für das europäische Wesen.

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09.03.2020 — Deutschland

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Nicht vergessen! Die Städte der Indus-Kultur funktionierten nur mit einem Schriftsystem. Es hatte rund 4000 Siegel, die wohl für Worte oder Wortteile standen, gelöst ist es bis heute nicht. Harappa und Mohenjo Daro hatten neben einer einheitlichen Schrift auch ein einheitliches System von Längenmaßen und Gewichten, das auf dem Dezimalsystem beruhte. Der Handel zwischen diesen beiden Städten blühte und auch gemeinsam traten sie immer wieder Handelsexpeditionen in ferne Länder an. So wurden etwa indische (südasiatische) Schmuckstücke mit bedeutenden Siegeln in Mesopotamien gefunden. Mesopotamien handelte mit dem Industal Holz, Kupfer, Gold, Silber, Karneol und Baumwolle. Die Zwillingsstädte beherrschten ihr Reich wahrscheinlich in strenger Theokratie. Schriftliche Belege dafür und dagegen gibt es zwar, doch können wir sie nicht entschlüsseln. Das Reich umfasste um 2900 v.Chr. bei seiner größten Ausdehnung ein Gebiet von 1,3 Millionen km² (ca. 3× so groß wie Deutschland). Natürlich entstanden dabei auch neue wichtige Städte, die Harappa und Mohenjo Daro nachempfunden waren, wie Kot Diji bei Mohenjo Daro, Amri weiter südlich und Kalibangan im Nordosten. Neben dem Industal entwickelte sich innerhalb des Reiches auch die Region um die große Halbinsel Kathiawar (ca. Größe Irlands) mit seiner Hafenstadt Lothal zu einem politischen Schwerpunkt. Die südlichsten Ausläufer des Reichs sind die Städte Malwan und Daimabad 150km weiter südlich. Im Norden reichte der Einfluss der Indus-Kultur bis an den Himalaya und in die Bergdörfer hinein. Die räumliche Ausdehnung in den Osten vollzog sich bis in die iranische Antikenstadt Sutkagen Dor. Eine ausgeprägte Wechselbeziehung in die Vorderen Orient war anfangs eine treibende Kraft für die Entwicklung der Indus-Kultur.

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19.01.2020

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Nicht vergessen! Als Reichseiner Ober- und Unterägyptens und als Begründer der 1. Dynastie ägyptischer Pharaonen gilt Menes. Es gibt 31 Dynastien und ich werden sie alle durchgehen, keine Sorge. Bei jedem der 341 oder 372 bekannten Pharaonen werde ich jedoch nicht Halt machen. Menes kann man nur als Symbol für mehrere Personen interpretieren, die als Gründer Ägyptens gelten. Sowohl Aha, alsauch Narmer werden mit ihm assoziiert. Narmer gilt als letzter König Oberägyptens und von ihm ist eine hübsche Schminkpalette erhalten. Aha ist der überlieferte Name des ersten Pharaos von Gesamtägypten. Alle drei Namen stammen aus der Zeit von 3000 v.Chr. bis 2800 v.Chr. Menes, nehmen wir an, dass es sojemanden gab, stammte Thinis, der Hauptstadt der 8. Oberägyptischen Region, die später als Tempelstadt Abydos bekannt wurde. Da hier alle Pharaonen der ersten beiden Dynastien begraben sind, spricht man von der Thinitenzeit. Während der Zeit wurde noch ein Schwerpunkt auf die beiden Reiche gelegt und Symbolik der Zweisamkeit ist an vielen Orten zu finden. Am deutlichsten versinnbildlicht diese Zweisamkeit die Krone des Pharao: einerseits die weiße zylindrische Krone und andererseits die rote flache Krone, deren hinteres Ende steil in eine Spitze aufsteigt. Sie ergeben zusammen, quasi ineinandergesteckt die Pschent-Krone. Menes ist die erste historisch erfassbare Herrscherpersönlichkeit der Weltgeschichte und trug ebendiese Pschent-Krone. Aus den 42 Regionen entstand ein einheitliches ägyptisches Volkstum. Dieses Volkstum drückte sich zunächst ausschließlich in Defensive gegen Libyer, Beduinen und Nubier aus. Aber schon damals betraten die Ägypter Gebiet auf der Sinai, das nicht ihrer Hoheit unterlag, um dort Kupfer und Malachit zu schürfen. Menes fällt auch die Gründung der Hauptstadt Memphis in Unterägypten mit der heiligen Ptah zu.

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19.11.2019 — Europa / Ukraine / Deutschland

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Vor 5400 Jahren schrumpfte die gesamte Bevölkerung Europas, die Mischung aus ehemals anatolischen Bauern und den Ur-Europäern für ganze 500 Jahre. Das Vakuum, das entstanden war wurde zunächst von der Schnurkeramik-Kultur mit ihren verzierten Töpfen und großen Gräbern gefüllt. Doch schon bald entdeckte die Archäologie merkwürdige Gene der damaligen Europäer entlang der Donau. Die neue Art der Individual-Bestattung mit großzügigen Grabbeigaben war in Europa neu, nicht jedoch 1300 Kilometer weiter östlich in der Jamnaja-Kultur der Ukraine und Südrusslands. Ihre Mitglieder waren Nomaden, die auf Wagen hinter Rinderherden herzogen. Um 2800 v.Chr. machten sich die Jamnaja auf den Weg nach Westen auf der Suche nach besseren Weiden und so verbreitete sich auch ihr Totenkult. 300 Jahre später erlebten die damaligen Europäer den Todesstoß und anders als 5400ya wissen die Archäologen den Grund. Die etablierte Bevölkerung (rund sieben Millionen) mit ihrer ausgeprägten Kultur (Stonehenghe) wurde, auch in Deutschland zu 70% oder gar 100% ersetzt. Denn wieder brachten die Neuankömmlinge die Pest mit, gegen die die Europäer keine Chance hatten. Der selbe Pesterreger _Yersina pestis_ tötete übrigens im 14. Jahrhundert die Hälfte der mittelalterlichen Europäer und letzte Woche zwei Einwohner Pekings. Die Schnurkeramik-Kultur brach schnell zusammen. Die Gene der Jamnaja-Nomaden machen rund 50% des europäischen Genpools aus und sie sind es, von der unsere gesamte Kultur abstammt. Sie brachten domestizierte Pferde mit, innovative Waffen und die Fähigkeit Kupfer herzustellen, was der erste Schritt in Richtung der Bronzezeit war. Außerdem gaben sie uns unsere Sprache. Die Jamnaja sprachen was wir heute Proto-Indoeuropäisch nennen, von der alle Sprachen Europas und viele Südasiens abstammen.

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01.11.2019 — Indien / Pakistan / Ägypten

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Vor 9000 Jahren entstanden in Indien und Pakistan die Indus-Zivilisationen. Zusammen mit Mesopotamien und dem alten Ägypten sind die drei ersten Regionen für Hochkulturen auffälligerweise an fruchtbaren großen Flüssen, die sonst von Wüsten und Halbwüsten benachbart sind. Das Siedlungsgebiet Mehrgarh war vor 9000 Jahren das erste seiner Art im heutigen Belutschistan in Pakistan. Hier lebten die Menschen als Halbnomaden, die je nach Jahreszeit umherzogen, um Weiden für ihre Herden zu finden, oder sich in der Trockenzeit in der Nähe von Wasserstellen niederzulassen. In diesen Niederlassungen wurden Gräser gesät, die auf den Weiden gewachsen waren, also Landwirtschaft nicht für den unmittelbaren Eigenbedarf angewendet. Man züchtet Weizen und Gerste für Schafe, Ziegen, Auerochsen und Rinder. Willkommen im Neolithikum! Allerdings wurde die Tier- und Pflanzenzucht hier nicht erfunden, sondern kam vermutlich aus dem Fruchtbaren Halbmond eingeführt. Ab 7000ya hatte sich die Landwirtschaft durchgesetzt und verbreitete sich im gesamten Indus-Tal. Ihre Häuser waren aus getrocknetem Schlamm mit vier Räumen gebaut, die wohl alle unterschiedlichen Zwecken dienten. Aus der Zeit ist noch keine Keramik überliefert, dafür aber Körbe und Schmuck wie Perlenketten, Armreife und Anhänger bekannt. Ein erster Religionsansatz wurde nur sporadisch ausgeübt, dafür dann aber maßlos. Geopferten Tieren gab man reichste Grabbeigaben, wie Meeresmuscheln, Türkis, Lapislazuli und schon Kupfer. Es gibt keine Kriegergräber und bis 5500 v.Chr. wurde nur eine einzige geschliffene Steinaxt als Grabbeigabe für einen Menschen erhalten.

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22.10.2019

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Das älteste Objekt aus Kupfer ist ein 2,5cm langer Schmuckanhänger aus Malachit, der in einer Höhle bei Shanidar im Nordirak gefunden wurde und vor 11.000 Jahren entstanden ist. Sämtliche Metallerze waren den größten Teil der Menschheitsgeschichte unbenutzt geblieben, sogar das Gold, das man ganz einfach aus Flüssen und Bächen nehmen konnte. 9000ya wurden in Çayönü Tepesi hunderte kleine Malachit-Artefakte angefertigt, 8500ya wurden im bulgarischen Lepenski Vir Schmuckanhänger aus Malachit benutzt. Ebenfalls aus der Zeit sind Kupferperlen im west-iranischen Ali Kosch bekannt. Aus Çatalhöyük sind erste Kupferschlacken, also eine fortgeschrittene Verarbeitung des Metalls von 8000ya bekannt. Auch im nördlichen Mesopotamien häufen sich zu der Zeit Kupferartefakte mit 10%igem Eisenanteil. In Samarra findet sich um 4800 v.Chr. ein erstes reines Eisenobjekt, 200 Jahre später weitere in Zentraliran. Ob es sich um Eisen aus der Erde oder von Meteoriten handelt ist unklar. Diese lange Experimentierphase, auch "metallurgische Frühzeit" genannt dauerte also gut 5000 Jahre. Die Auswirkung des Metallgebrauchs blieben zunächst unerheblich. In Mitteleuropa begann die metallurgische Frühzeit erst 7000ya. Im Vorderen Orient begann die entwickelte Metallurgie, heißt untertägiger Bergbau, mechanische und thermische Aufarbeitung der Erze, Verhüttung und Guss. Das Kupfer wurde in seinen Anfangsjahrzehnten sicher ausschließlich als Luxusgegenstände oder für Zeremonien genutzt, erst später kam der praktische Nutzen hinzu, wobei das Metall trotzdem rar blieb.

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