08.07.2024 — Frankreich / Ungarn / Europa
Extremwetter
Regierung Grenada erklärt Teile des Landes wegen Hurrikanzerstörung für nächste 3 Monate zu Katastrophengebiet (von SMcLeod); UN gibt 4Mio$ für Wiederaufbau der Karibik nach Hurrikan.
Regierung Grenada erklärt Teile des Landes wegen Hurrikanzerstörung für nächste 3 Monate zu Katastrophengebiet (von SMcLeod); UN gibt 4Mio$ für Wiederaufbau der Karibik nach Hurrikan.
Grenada bittet nach Verwüstungen durch Hurrikan um Aussetzen der Schuldenrückzahlung an internationale Gläubiger (von SSalomon), während Todeszahlen in Karibik auf 10 steigen; JAMAIKAs Börse schloss am Mittwoch wegen Hurrikan (von SSalmon); MEXIKO eröffnet 120 Sturm-Notbunker wegen drohendem Hurrikan (von NDuncan).
3 Tote durch starken Hurrikan in Grenada, der durch gesamte Karibik ziehen wird (von JClark); 2024 bislang 27% weniger Niederschlag in Amazonas-Gebiet, als in Vorjahreszeitraum, was zu Dürre führen könnte; 240.000 Menschen in Ost-CHINA wegen Regenfluten evakuiert; Durianfrucht-Ernte wegen feuchtem Wetter insgesamt 20% niedriger, als im Vorjahr (von NZaida und CYang).
Flut zerstört Fernstraße in SÜDSUDAN teilweise; KENIAs Präsident William Ruto kündigt Wiederaufbau an; Wasserrestriktionen in Grenada wegen Dürre; Hitzesaison in Karibik beginnt.
Grenada beginnt Feuerwaffen-Amnestie (von JClark).
Waffenamnestie in Grenada geplant.
Grenada ruft USA zu Beendigung der Kuba-Blockade auf (von JClark).
Britische Kolonien Antigua und Barbuda, Barbados, Cayman, Dominica, Grenada, Jamaika, Montserrat, Anguilla, St. Lucia, St. Vincent, Trinidad und die Turks-Inseln schließen sich auf Initiative Großbritanniens zu Westindischer Konföderation zusammen; Alleine wäre es kleinen britischen Kolonien, wie auch in Afrika, Asien und Ozeanien, wohl nicht möglich, souveräne Staaten und Mitglieder der UN zu werden.
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Rund 100 Jahre später sollte dann aber nicht eine europäische Nation die Weltmacht der Briten ersetzen, sondern die 1823 noch recht jungen Vereinigten Staaten von Amerika. Die Nachricht über die Kriminalisierung des Sklavenhandels durch die Regierung Monroe mag auf den ersten Blick verwirrend sein, da es doch die USA waren, die erst in den 1860ern die Sklaverei ganz abschafften und Großbritannien deutlich früher (dazu kommen wir gleich). Der Sklavenhandel im Atlantik war Anfang des 19. Jahrhunderts noch unter wichtigem Einfluss Großbritanniens, das zwar 1807 selber Sklavenhandel abgeschafft hatte, nicht aber die Sklaverei an sich und dessen strategischer Verbündeter Portugal weiterhin Sklavenhandel im großen Maß betrieb. Die Nachricht aus dem gewaltsam niedergeschlagenen Sklaven-Aufstand in der britischen Kolonie DEMERARA-ESSEQUIBO, dem heutigen Guyana, spiegelt genau das wieder. Die USA betrieben mit ihrer Kriminalisierung des Sklavenhandels also vermutlich eine anti-britische Politik, die zudem in Zeiten diplomatischer Spannungen mit dem ehemaligen Kolonialherren stattfand. Diese Nachricht ist der Vorläufer der Monroe-Doktrin aus dem Dezember 1823, die auf die Parole "Amerika den Amerikanern" verkürzt werden kann. Sie führte einerseits dazu, dass sich in ganz Amerika von Europa unabhängige Staaten bilden konnten, aber sie bereitete auch die Grundlage dafür, dass die USA einen großen Teil der in Nord- und Südamerika stattfindenden Politik als ihre Innenpolitik wahrnahmen, was im 20. Jahrhundert in den militärischen Invasionen von Panama 1989, der Dominikanischen Republik 1965 und Grenada 1983 gipfelte, sowie in der Unterstützung von Militärputschen in Chile 1973, Guatemala 1954 und Brasilien 1964. Auch heute noch wirkt sich die Moroe-Doktrin beispielsweise militärisch durch das US-Südkommando, sowie wirtschaftlich und politisch durch das Sanktionsregime gegen Kuba, die US-Dollar-Hegemonie und die US-Macht über Internationaler Währungsfonds und Weltbank, sowie natürlich kulturell aus. Bei dem Sklaven-Aufstand in Guyana beging die britische Kolonialverwaltung übrigens den Kardinalfehler, nicht nur afro-amerikanische Sklaven zu töten, sondern auch einen Weißen, den anti-Sklaverei-Missionar John Smith. Seine Hinrichtung im Februar 1824 verstärkte in Großbritannien die öffentliche Meinung, neben dem Sklavenhandel solle auch die Sklaverei abgeschafft werden, was 1833 geschah.
An die Stelle der Sklaven als wichtigste Arbeitskraft traten in Nord- und Südamerika Vertragsarbeiter+ und Migranten+ die nicht minder ausgebeutet wurden. Auch in EUROPA war 1823 eine gesellschaftliche Transformation im Gange, an deren Ende der industrialisierte Kapitalismus stand. Die Nachricht über die Armutszahlen in Europa entnahm ich einer englischsprachigen Zeitung, die von sogenannten "Paupern" spricht, also wörtlich übersetzt "Armen". Dieser Begriff war zentral in den Anfängen der Industrialisierung, als die "Pauperisierung", also Verarmung der ländlichen Bevölkerung voranschritt. Karl Marx bezeichnet diesen Zeitabschnitt als "ursprüngliche Akkumulation" und 1823 wurde darüber - zumindest in Zahlen - berichtet.
Zuletzt ein HINWEIS: Die Aktualität der in den Nachrichten vom 26. September 1823 variiert ganz deutlich. In der Karlsruher Zeitung kann man lesen, welche Blumen gerade aktuell im Schlossgarten blühen und in vielen Zeitungen spiegelt sich das aktuelle gesellschaftliche Leben wieder mit Heiraten und Todesfällen, sowie in der Wiener Zeitung mit einem Wohnungsmarkt. Je weiter der Schauplatz entfernt ist, desto länger braucht die Nachricht, um zur Redaktion zu gelangen. Europäische Medien berichten relativ aktuell über die Kriege in Spanien und Griechenland und die Zeitung aus Barbados weiß relativ aktuelle Nachrichten aus Guyana zu berichten. Aber die Nachricht aus Peru ist tatsächlich eine Nachricht aus dem April 1823 und die seltene Nachricht aus China ist, so im Artikel geschrieben, auf dem Stand von Januar 1823. Wer weiß schon, durch wie viele Hände sie gegangen sein mag!
Anfang der 2020er in Grenada.
08.07.2022: - Bei Parlamentswahlen gewinnt sozialdemokratische NDC gegen konservative Regierungspartei NNP mit 51,8%; D.Mitchell neuer Premierminister.
17.01.2023: - Premierminister Mitchell bezeichnet illegalen Import von Handfeuerwaffen als Bedrohung für Sicherheit; Karibische Gemeinschaft bat zuletzt USA um Unterstützung bei Bekämpfung des illegalen Waffenhandels.
Anfang der 2020er in Barbados.
30.11.2021: - Barbados löst sich aus monarchischer Personalunion mit UK und begründet republikanische Staatsform; Mason (22.10) neue Präsident.
20.01.2022: - Bei Parlamentswahlen gewinnt Partei der amtierenden Premierminister Mottley alle Sitze im Parlament; will gegen Klimawandel und Antibiotika-Resistenz vorgehen.
15.12.2022: - Oberstes Gericht schafft Gesetz aus britischer Kolonialzeit ab, das gleichgeschlechtlichen Sex kriminalisiert.
Anfang der 2020er in Trinidad und Tobago.
12.08.2020: - Regierungspartei gewinnt Parlamentswahlen; Opposition wirft Premierminister Rowley zu lockeren Umgang mit venezolanischen Flüchtlingen vor (bbc).
04.05.2021: - Trinidad verschärft Lockdown.
17.05.2021: - Trinidad erklärt Ausnahmezustand.
24.09.2022: - Staatlicher Gaskonzern unterzeichnet neues Abkommen mit britischem Energiekonzern BP, um Gas nach UK zu exportieren; Trinidad nutzt Energiekrise zur Expansion auf europäischem Markt.
Anfang der 2020er auf den Caymans (britisch).
06.10.2020: - EU streicht Cayman-Inseln und Oman von Liste der Steueroasen; Cayman-Inseln sind aber weiterhin wichtige Steueroase.
22.09.2022: - Opposition im Parlament des britischen Überseegebiet bereitet Misstrauensvotum gegen Premierminister Panton wegen fehlender Führungskompetenzen vor; Verdacht, dass Panton 2021 vorgezogene Neuwahlen ausgerufen hatte, um einem drohenden Misstrauensvotum gegen den inhaftierten Parlamentspräsident zuvorzukommen.
Anfang der 2020er auf Bermuda (britisch).
23.10.2022: - Premierminister Burt als Vorsitzender der sozialdemokratischen PLP-Regierungspartei wiedergewählt; Premierminister der Bahamas Davis ruft PLP bei deren Parteitag auf, Weg in die Unabhängigkeit zu gehen; Bermuda ist derzeit noch britisches Überseegebiet, also nicht souverän.
13.01.2023: - 80% der Einwohner+ gegen Unabhängigkeit von UK.
Anfang der 2020er auf den Jungferninseln (britisch).
29.04.2022: - Premierminister Fahie wegen versuchten Drogenhandels in USA festgenommen.
30.04.2022: - Premierminister Wheatley lehnt Anfang des Monats formulierten Vorschlag ab, dass Gouverneur Rankin bis 2024 Regierungsgeschäfte übernehmen soll; Gouverneur ist Repräsentant der englischen Königin und nicht demokratisch gewählt; Premierminister Fahie gestern wegen versuchten Drogenhandels in USA festgenommen.
03.05.2022: - Ostkaribische Staatengemeinschaft OECS verurteilt Pläne der UK-Regierung, direkte Herrschaft über Überseegebiet Jungferninseln auszuüben, nachdem Premierminister Fahie festgenommen wurde; Auch Proteste auf Jungferninseln gegen UK-Plan.
Anfang der 2020er auf Aruba und Curaçao (niederländisch).
21.03.2021: - Bei Parlamentswahlen in niederländischer Karibikinsel Curaçao gewinnen Parteien, die gegen niederländisch verordnete Sparmaßnahmen und Reformen sind; Rechtspopulistische MFK wird wohl Premierminister stellen; MFK war schon bis 2017 Regierungspartei, bis ihr Chef wegen Korruption und Geldwäsche verurteilt wurde; will Unabhängigkeit von den Niederlanden.
26.06.2021: - Regierungspartei von Aruba gewinnt Parlamentswahlen trotz Rekordteilnahme von 12 Parteien; Arubas traditionelles 2-Parteien-System war zuletzt korruptionsanfällig, weshalb Premierminister Wever-Croes im März zurückgetreten war.
Anfang der 2020er auf Martinique und Guadeloupe (französisch).
21.11.2021: - FR entsendet Spezialtruppen in Überseegebiet Guadeloupe, nachdem doch anti-Lockdown-Proteste eskalieren.
22.11.2021: - Generalstreik auf französischen Überseeinseln Martinique und Guadeloupe gegen Impfpflicht für Krankenhauspersonal.
27.11.2021: - FR verzögert Impfpflicht auf Überseegebieten Guadeloupe und Martinique nach Protesten; FR bereit, mit Guadeloupe Gespräche über mehr Autonomie zu führen.