23.03.2021 — Vereinigte Arabische Emirate
In Kürze
Akuter Hunger wächst in 20 Ländern in Afrika, Nahem Osten und Karibik; 34Mio Menschen sind stark unterernährt.
Akuter Hunger wächst in 20 Ländern in Afrika, Nahem Osten und Karibik; 34Mio Menschen sind stark unterernährt.
EU, Afrika, Karibik- und Pazifik-Staaten einigen sich auf neues Handels- und Entwicklungsabkommen, das gemeinsame Werte, Menschenrechte, Demokratie, ökologische Nachhaltigkeit und Migration umfasst.
Algerien erneuert Vermittlungsangebot für Libyen; Niger verliert 50Mio$ durch Korruption in Armee; Saharasandwind in Karibik.
Nicht vergessen! 1434 landeten portugiesische Händler an der Küste Nigerias und stifteten die Ansässigen an, u.a. Igbo aus dem Landesinneren zu verschleppen. Die portugiesische Geopolitik war damals noch nicht auf die Etablierung von Weltreichen aus, sondern sollte ein weltweites Handelsnetz erstellen. Sie nutzten das bereits bestehende Haussklaven-System der Küsten Westafrikas aus und stiegen in den Menschenhandel ein, jedoch als Softpower. Mit dem Auftreten der Niederländer und der Briten in Igbo-Ländern verschärfte sich die innenpolitische Lage verheerend. Die Europäer zogen hier nicht brandschatzend und raubend durch die Länder, sondern ließen diese Aufgabe von den Aro erledigen. Es wurden zunächst keine Igbo entführt, die gut in die Igbo-Gesellschaft integriert waren, wenn dann nur in kleinem Maße, sondern solche, die als Verbrecher verurteilt wurden und als Delinquenten bekannt waren. Um so viel Kapital wie möglich aus dem Menschenhandel zu schlagen, terrorisierten die Briten und Aro die Gemeinschaften, um innere Verwerfungen anzuheizen, wobei die Aro von den Briten dazu erpresst wurden. Bis 1807 wurden 1,7 Millionen politisch und rechtlich verfolgte Igbo von den Briten in die Karibik und die USA verschifft. Da ihre Gesellschaft nach dem Prinzip aufgebaut war, jeder sei für seine Lebenssituation selbst verantwortlich, hielten viele versklavte Igbo ihre Lage für selbstverschuldet und entzogen sich ihr durch Selbstmord. Wenn sie die Überfahrt überlebten, mussten sie überwiegend auf Zuckerrohr- und Baumwollplantagen arbeiten. Igbo-Sklaven waren, auch durch ihren kulturellen Hintergrund dafür bekannt, äußerst rebellisch zu sein und begingen später in den Amerikas häufig als Akt des Widerstands Suizid.
Aus der Welt gefallen 5.
Die freien Sklaven von Trinidad Im Jahr 1620 war jede noch so kleine Insel in der Karibik für die spanische Krone wertvoller, als die meisten Fürstentümer der Alten Welt. Auf Zuckerrohrplantagen und in Bergwerken arbeiteten sich afrikanische Sklaven für den exzessiven Wohlstand ihrer Herren und des europäischen Mutterlandes zu Tode. Die meisten Sklaven wurden dreckiger behandelt als die Schweine, an deren Fleisch die Spanier fett wurden. Doch es gab Fälle, zu denen die Herren in ihrem letzten Willen einigen Sklaven die Freiheit schenkten. Viel zu oft wurde dieser letzte Wille nicht erfüllt, da sich die Erben nicht um die Rechte der Sklaven scherten. Die jedoch, die ihre Freiheit bekamen, durften nicht für einen Lohn arbeiten, weil das Schwarzen in den spanischen Kolonien verboten war. So mussten sie in den Gassen um Almosen betteln oder wurden in den Wäldern von wilden Hunden zerrissen. In Trinidad aber vermehrte sich die Zahl jener Sklaven, die ihre Freiheit lebten so sehr durch einige wohltätige Herren, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen konnten, dass der Gouverneur das Verbot erließ weitere Sklaven zu befreien. Um die Häfen und Gassen nun von den Schwarzen zu befreien wurde ihnen das Sumpfgebiet Palo Verde zugewiesen. In diesem Morast-Ghetto bauten die Schwarzen Häuser auf Stangen und schon bald wurden erste Kinder geboren. Nach drei Jahren war die Gemeinschaft auf eine Größe von 1100 angewachsen und es gab einen Altar und ein Taufbecken, einen kleinen Markt und viele Farmen, die auf trockengelegten Grundstücken anbauten. Unter allen Farmern tat sich besonders Alfonso Jiménez hervor, der selber noch aus der Costa del Oro verschleppt worden war und seinen wahren Namen nicht mehr kannte. Er baute bald Baumwolle an, das er an die Engländer verkaufte, die sich nicht darum scherten, dass ihnen ein Schwarzer dieses wertvolle Gut beschuf. Es war immer wieder zu Zwischenfällen mit den Spaniern gekommen. Mal entführten sie Frauen aus Palo Verde, mal steckten sie die Felder in Brand. Doch die freien Sklaven von Trinidad wussten, dass jede gewaltvolle Antwort, sei sie noch so gerecht, tausendmal in ihrer Kraft auf sie zurückfallen würde. Sie mussten den Fluch über sich ergehen lassen. Eines Nachts jedoch drang der Verbrecher Fransicso de Juarta in die Hütte des Alfonso Jiménez ein und stürzte sich auf seine Tochter. Als Jimenez von den Rufen und Schreien geweckt wurde, nahm er sein Messer, das ihm von einem Engländer geschenkt worden war und stürzte durch die Tür. Die Engländer hatten ihm ihren Schutz versprochen, sollte der Baumwolle etwas zustoßen. Der Verbrecher beachtete ihn und seine Frau gar nicht, die entsetzt um das Bett standen. Alfonso stürzte sich vor Wut auf den Mann und stach im Glauben auf englische Hilfe zu, und stach wieder zu und wieder, bis jeder Tropfen Blut des Francisco de Juarta seinen Körper verlassen hatte. Seine Kumpane hatte den Mord beobachtet und war sofort in die Stadt gelaufen. Auch in der Siedlung der freien Sklaven verbreitete sich die Kunde schnell und ihre Bewohner bewaffneten sich. Kurz nach Morgengrauen traf die Armee betrunkener Seemänner und anderer Delinquenten in Palo Verde ein. Mit ihren Säbeln und Kanonen massakrierten sie die Männer, Frauen, Kinder und Alte, brannten alles nieder. Nur rund 60 Bewohnern Palo Verdes gelang die Flucht. Der Gouverneur, der das Massaker aus sicherer Entfernung beobachtet hatte erklärte sie noch am selben Tag für vogelfrei. Und so fand man nach nur zwei Monaten den letzten freien Sklaven von Trinidad erschlagen im Hafenbecken treiben.
USA entsenden Kriegsschiffe in Karibik vor Küste Venezuelas, um "Drogenhandel zu stoppen"; Venezuela in Region fast isoliert.
Regierende Arbeiterpartei gewinnt Parlamentswahlen in Dominica; Premierminister und weitere PMs der Karibik fürchten ähnlichen Putsch wie in Bolivien.
Die Jagd nach Seesäugetieren auf Festlandamerika erforderte Wasserfahrzeuge, die die Besiedlung von Karibikinseln wie Trinidad (7000ya), Kuba und Hispaniola (5000ya) ermöglichten. Trinidad liegt sehr nah an der Küste Venezuelas, wurde also aus dieser Region heraus zuerst besiedelt. Von Trinidad aus breiteten sich die Menschen über die Kleinen Antillen nach Norden aus, die dann in die Großen Antillen nach Osten übergehen. Der Zulauf an Menschen brach nie ganz ab, kam aber immer aus Richtung des heutigen Venezuelas. Dort am Orinoco, dem zweitgrößten Fluss Südamerikas hatten die Völker ihre Wurzeln. Zwischen 400 v.Chr. und 200 v.Chr. besiedelte die Saladoiden-Kultur von Trinidad aus die gesamte Karibik und führte mit sich erstmals Keramik und Landwirtschaft ein. Zuvor hatten dort ausschließlich Jäger und Sammler gelebt, wobei das Sammeln sich auf die tierischen Meeresfrüchte beschränkte. Um 250 n.Chr. folgte die Barrancoiden-Kultur, die aus der selben Region des Orinoco kamen wie die Saladoiden und sich mit ihnen assimilieren konnten. Als die Siedlungen am Orinoco um 650 kollabierten folgten die Arawak-Indianer. Und um 1200 folgte die vierte Einwanderungswelle der Cariben. Bei Ankunft der Europäer lebten drei große Völker in der Karibik: die Arawak (auch Taíno genannt) auf den Großen Antillen, die Cariben auf den Kleinen Antillen und die Ciboney-Kultur auf Kuba. Außerdem gab es im Westen Kubas das Volk der Guanajatabey, das noch immer von der Jagd und vom Sammeln lebte, doch schnell nach Ankunft der Spanier verschwand.