24.11.2019 — Welt / Peru / Chile
Meldung
Die ältesten Mumien der Welt sind 7050 Jahre alt und stammen aus der Atacama-Wüste im heutigen Peru und Chile. Über 2000 Jahren vor den ersten Mumifizierungen in Ägypten übte die Chinchorro-Kultur bereits diese Praktik aus. Die Chinchorro waren noch Jäger und Sammler, die in der Nähe von Wasserlöchern leben mussten. Dieses Wasser war mit Arsen belastet, das zu einer höheren Kindersterblichkeit geführt hat. Wenn eine Gemeinschaft mit einer hohen Kindersterblichkeit konfrontiert ist, was für sie ganz natürlich wirkt, reagiert sie auf eine für uns nicht nachvollziehbare Weise. 29% der Mumien in Chinchorro waren einem natürlichen Mumifizierungsprozess unterlaufen, die älteste davon 9020 Jahre alt. Unter den anderen 71% befinden sich vor allem die schwachen Glieder einer Gesellschaft, wie Alte, Kinder, Babys und Fehlgeburten, worunter Kinder und Babys die aufwendigste Behandlung aufweisen. Zunächst wurden die Leichen im heißen Wüstenstaub eingegraben und mit einer Lehmschicht bedeckt, sodass sie gebacken wurden. Nach wenigen Wochen wurden sie wieder ausgegraben und ihre Eingeweide herausgenommen. An Stelle der Organe legten die Angehörigen Blumen und Tierfell. In einem Zeitraum wurde den Kindern auch noch Haut und Fleisch von den Knochen geschnitten und mit Lehm ersetzt. Aus dem Zeitraum bis 1600 v.Chr. wurden insgesamt 282 Chinchorro-Mumien entdeckt. Die Mumien sind auch wegen des hohen Salzgehalts in der Atacama-Wüste gut erhalten.