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38 Nachrichten

15 Quellen

Nigeria / Äthiopien / Zentralafrikanische Republik

Chagos

Human Rights Watch wirft UK und USA Menschenrechtsverletzungen vor, da es Chagos-Archipel im Indischen Ozean seit 60 Jahren illegal besetzt hält, Bevölkerung vertrieben und Militärbasis errichtet hat; HRW fordert zudem Schadensersatz für Vertriebene und ihre Nachkommen.

9 Quellen

Äthiopien / Deutschland / Haiti

Malediven

Maledivische Regierung erkennt Anspruch Mauritius' auf britisch besetztes Chagos-Archipel an; maritime Wirtschaftszonen von Malediven und Chagos überschneiden sich, weshalb es Abkommen mit UK gab; maledivische Entscheidung in sich fällt politisch kaum ins Gewicht, ist aber Indikator dafür, dass Malediven davon ausgehen, dass Chagos-Archipel bald an Mauritius fällt; seit wenigen Jahren zunehmender Druck auf UK wegen völkerrechtswidriger Besetzung.

14 Quellen

Haiti / Brasilien / Frankreich

Mauritius / UK

Chagossianerin klagt gegen Gespräche zwischen Mauritius und Ex-Kolonialistenland UK über Chagos-Archipel, da indigene Chagossianer+ nicht an Verhandlungen teilnehmen; bei Gesprächen wird es nicht über Rückgabe der Chagos-Inseln gehen, die UK seit Jahrzehnten völkerrechtswidrig besetzt hält und an US-Militär verpachtet.

0 Quellen

USA / Pazifik / Australien

Meldung

Ein letzter Blick ins Jahr 2022 (15) Meine Berichterstattung über die Länder Ozeaniens, also die Inselstaaten des südlichen Pazifik sowie Australien, war in diesem Jahr besonders von Geopolitik geprägt und ist in die us-chinesische Konkurrenz im sogenannten Indopazifik einzuordnen. Der Indopazifik umfasst Ostasien, Südostasien, Südasien und Ozeanien, also die Regionen, die an die Nordküste des Indischen Ozeans oder die Westküste des Pazifischen Ozeans grenzen – manche zählen auch noch Ostafrika und Westasien dazu. Der zusammengefasste Indopazifik ist ein relativ neuer, politisch geprägter Begriff, der der Schauplatz für geopolitische Konkurrenzen zwischen den Weltmächten China und den USA, sowie Regionalmächten wie Indien, Japan und Australien ist. Nicht umsonst wird dieser politische Raum nach den beiden Ozeanen benannt, denn er beinhaltet die Konkurrenz um Marinebasen, wie in Chagos oder dem Südchinesischen Meer, um Seehandelswege, um Inseln und Inselstaaten, sowie um maritime Öl- und Gasvorkommen.

8 Quellen

Mauritius / Somalia / Burkina Faso

Mauritius

Mauritius und UK beginnen Verhandlungen über umstrittene Chagos-Inseln, die UK seit 1966 völkerrechtswidrig im Indischen Ozean besetzt hält und an US-Marine verpachtet; während Mauritius auf Grundlage eines Weltgericht-Urteils die Inseln weiter für sich beansprucht, will UK in erster Linie darüber verhandeln, wie die vertriebenen Chagossianer+ entschädigt werden können; Mauritius musste vor Beginn der Gespräche bereits zusagen, dass US-UK-Militärbasis ohne Einschränkungen Betrieb aufrecht erhalten wird.

0 Quellen

Europa / Belarus / Belgien

Meldung

Die anderen Kontinente.

Europa Belarus 2020 (Proteste) Belgien 2022 (Geschichte in Demokratische Republik Kongo) Bulgarien 2021 (Parlamentswahlen) Dänemark 2021 (Rechtsruck, Flucht) Deutschland 2020 (Reaktion auf Corona) Deutschland 2020 (Corona) Deutschland 2021 (Zustand vor Wahlen) EU 2020 (Terror-Gesetze) EU 2021 (Einfluss in Mosambik) EU 2021 (Reaktion auf Taliban) Europa 2022 (Verhältnis zu Afrika) Europa 2022 (Militärische Involvierung in Afrika) Frankreich 2020 (Einfluss in Libanon) Frankreich 2020 (Islam) Frankreich 2020 (Sicherheitsgesetz) Frankreich 2021 (Rechtsruck, Putschs) Frankreich 2021 (Einfluss in Mali, Ägypten) Griechenland 2020 (Konflikt mit Türkei) Italien 2020 (Ursprünge des Faschismus) Kosovo 2020 (Beziehung zu Serbien) Russland 2020 (Einfluss in Belarus) Russland 2021 (Einfluss in Zentralafrikanische Republik) Russland 2021 (Grenzkonflikt Ukraine) Russland 2021 (Einfluss in Mali) Serbien 2020 (Beziehung zu Kosovo) Spanien 2021 (Rechtsruck) UK 2021 (Einfluss in Bolivien) UK 2021 (Einfluss auf Chagos) UK 2021 (Einfluss in Tschad) Ukraine 2021 (Grenzkonflikt Russland) Karten Osteuropa 2021 (Belarus Grenzkonflikt).

7 Quellen

USA / Chagos / Mauritius

Meldung

[playgamez.io.

](https://de.wikipedia.org/wiki/.io)Dass europäische Staaten ihre Verbrechen offen sichtlich begehen, kommt nicht mehr sehr häufig vor. Immer wieder müssen private europäische Konzerne einspringen, um dieses Vermächtnis fortzuführen. Anders verhält es sich mit der illegalen britischen Besetzung des Chagos-Archipels, mitten im Indischen Ozean. Alle die mal Spiele wie agar.io gespielt haben, haben sich mitschuldig gemacht.

Das Chagos-Archipel wurde seit 1814 von den britischen Kolonialherren als Teil der britischen Kolonie Mauritius kolonisiert. Von 1965 bis 1968 musste Großbritannien den afrikanischen Inselstaat Mauritius nach internationalem Druck entkolonisieren. Das Chagos-Archipel, das zu Mauritius gehört, wurde kurz zuvor von Großbritannien herausgelöst und zu einer neuen Kolonie gemacht – dem British Indian Ocean Territory. Denn damals stand Chagos im Zentrum einer umfassenden Reorganisation der britischen und US-amerikanischen Marinestützpunkte im Indischen Ozean. Die USA gründeten auf der größten Chagos-Insel, der Diego-García-Insel, ihren geheimen Militärstützpunkt. Von hier aus errichteten die USA eine militärische Drohkulisse gegen den Sowjet-Block, gegen das zum Kommunismus tendierende Indien, ab 1979 gegen den Iran und gegen den Irak. Die Insel wurde 1966 von Großbritannien für 50 Jahre an die USA verpachtet und die Bevölkerung wurde vertrieben. Im ersten Schritt der Vertreibung wurde den Chagossianerinnen und Chagossianern eine Urlaubsreise nach Mauritius angeboten, von der sie dann nicht mehr zurück durften. Diejenigen, die die „Urlaubsreise“ nicht angetreten waren wurden ausgehungert und schließlich mit Gewalt in die Laderäume von Schiffen gepfercht und deportiert. In Mauritius und auf den Seychellen wurden sie als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse behandelt. Alle Dokumente, die die Existenz der chagossianischen Bevölkerung beweisen konnten wurden vernichtet oder beschlagnahmt.

Erst im Jahr 2000 kam es zum Prozess, bei dem der britische Staat wegen der Deportation seiner eigenen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger verurteilt wurde: Die 8000 Chagossianerinnen und Chagossianer sollten laut dem des Hohen Gerichts zu London nach Chagos zurückkehren. Tendenziell war die britische Regierung dazu bereit. Doch mit den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte der Stützpunkt der USA erneut höchsten strategischen Wert, um von dort die Kriege im Irak, Afghanistan und gegen den IS zu koordinieren. 2008 entschied das House of Lords gegen die Rückführung der Chagosianerinnen und Chagossianer nach Chagos, da sie 1972 bereits eine Entschädigungszahlung erhalten hätten. Da der Europäische Gerichtshof sich nicht für zuständig erachtet und der Internationale Strafgerichtshof nicht für Verbrechen zuständig ist, die vor 2002 geschahen, ist in Europa somit das letzte Wort gesprochen. 2016, als die 50-Jahres-Frist ablief nannte ein britischer Staatsminister die Vertreibung einen „Fehler“. Zeitgleich aber wurde der Pachtvertrag mit den USA um 20 Jahre verlängert.

Seit 2019 kam wieder Bewegung in den Fall, als der Internationale Gerichtshof entschied, dass der Entkolonialisierungs-Prozess von Mauritius nicht rechtskonform verlaufen war und Mauritius daher ein Anrecht auf das Chagos-Archipel habe. Im selben Jahr übernahm die UN diese Ansicht. Mauritius erwägte sogar eine Klage wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit. In diesem Kontext sind die jüngsten Urteile des Internationalen Seegerichtshofs (30.1) und des Weltpostvereins (16.5) zu sehen. An der territorialen Lage wird sich wohl in naher Zukunft nichts ändern, da Diego García nun eine strategisch wichtige Rolle gegen China einnimmt.

Soviel also zu den Völkerrechtsverbrechen Großbritanniens. Was haben nun die.io-Games damit zu tun? Die Länder-Domain des British Indian Ocean Territory ist.io. IO steht im Englischen für Input/Output und ist daher für Open Source Projekte und Spiele derzeit sehr beliebt. Die Domain wird von einem britischen Unternehmen verkauft, das u.a. auch die maledivische Internetzensur verwaltet.