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April 2020

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_April 2020_ Der heutige Monatsrückblick kommt nicht mehr darum herum, die Trennung zwischen von Corona abhängigen und unabhängigen Nachrichten aufzuheben. Denn der Ausnahmezustand durch die Pandemie begleitet teilweise politische Krisen, löst sie aber gleichzeitig auch aus. Niemand weiß, wie viele Menschen mit Corona infiziert, und wie viele an CoViD19 gestorben sind. In *Afghanistan* etwa kommt es noch immer zu teils schweren Kämpfen zwischen afghanischen Truppen, der Taliban und auch dem IS. Die USA hatten einen Gefangenenaustausch mit der Taliban initiiert, der nicht eingehalten wurde (12.4), was eine politische Krise ausgelöst hat, die dadurch über den Haufen geworfen wurde, dass einige Taliban-Mitglieder als Anti-Corona-Maßnahmen freigekommen sind. Gleichzeitig befand sich der afghanische Präsident Ghani in Quarantäne, nachdem ein enger Mitarbeiter an dem Virus gestorben war (18.4). In *Venezuela* spielen die USA ein Spiel mit verdeckten, aber transparenten Karten. Zum einen inszenierten sie sich als Vermittler zwischen Präsident Maduro und der Opposition (1.4), andererseits klagten sie Maduro wegen Drogen-Terrorismus an (26.3), setzten ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf ihn und seinen Regierungsstab aus und entsandten Kriegsschiffe vor die venezolanische Küste (2.4) *Corona in Europa* ist auf dem Rückzug. In allen im großen Stil betroffenen Ländern ist die Rate der Neuinfektionen inzwischen sinkend. Großbritannien und Schweden erlebten beispielsweise in diesem Monat den bisherigen Höhepunkt. Es bleibt abzuwarten, ob die schrittweise Aufhebung der Sondermaßnahmen gegen Corona zu einem erneuten Anstieg der Neuinfektionen führen wird. Eine abermalige Ausgangssperre ist für viele Menschen undenkbar, da sie Grundrechte (16.4) einschränkt. Die autoritären Notstandsgesetze Ungarns (3.4) blieben auch nicht unbeachtet. Für diejenigen, die in Flüchtlingsheimen, -lagern und anderen *Gefängnissen* sowieso ihrer Grundrechte beraubt sind, bedeuten die aktuellen Maßnahmen übrigens ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Auf griechischen Inseln (19.4), in Halberstadt (5.4), in Indonesien (12.4), Tunesien (10.4) und El Salvador kam es wegen der fehlenden Hygiene zu Revolten. Kriminelle Banden außerhalb der Gefängnisse nutzten ihrerseits die Ausnahmesituation aus, um ihren Bandenkrieg intensiviert (2585 Morde im März in Mexiko) fortzuführen, aber auch um bei der Bevölkerung mit humanitärer Hilfe zu punkten. Von den USA und Europa aus finden noch immer Abschiebungsflüge (1.4) statt, die das Ungerechtigkeitsempfinden noch verschärfen. Im Mittelmeer (8.4) und im Golf von Bengalen (25.4) werden umhertreibende Flüchtlingsboote in Seenot nicht gerettet. Der *Europäische Gerichtshof* hat zwei wichtige Urteile gefällt. Polen, Ungarn und Tschechien hätten sich der Flüchtlingsaufnahme ab dem Jahr 2015 nicht entziehen dürfen (2.4). Und Polens Justizreform (8.4) verletzt den EU-Vertrag zur Unabhängigkeit der Justiz, also der Gewaltenteilung (29.4). Da in Polen auch die Durchführung der Präsidentschaftswahl (6.4), an der 20% der Bevölkerung teilnehmen würde als anti-demokratisch gewertet werden kann, ist dieses Land derzeit unter besonderer Beobachtung. In einem anderen Gerichtsbeschluss hieß es, dass das Aussetzen des Asylrechts durch Griechenland (5.4) illegal war. Die *Wirtschaftlichen Folgen* der Corona-Krise lassen sich zum Ende des ersten Jahresdrittels gut in Zahlen ausdrücken: Rückgang des BIP in den USA um 4,8%, US-Arbeitslosenzahlen von 30 Millionen seit Beginn der Krise, BIP-Einbruch in China um 6,8% (17.4), Schrumpfen der EU-Wirtschaft um 3%, drohende Nahrungsknappheit in Westafrika, Ostafrika und südlichem Afrika und der Welthandel soll laut WTO um 32% rückgehen (8.4). Der Erdölpreis stürzte wegen der geringen Nachfrage trotz vieler Gegenmaßnahmen der OPEC+ (10.4) in die Tiefe, sogar erstmals unter 0$. Die europäische Solidarität bekam wieder einmal einen Dämpfer, als die von süd- und westeuropäischen Ländern vorgeschlagenen Euro-Bonds abgelehnt wurden, und die spanische Forderung einer "Kriegswirtschaft" (5.4) zu wenig gehört wur.

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Polen / Iran / Welt

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Nicht vergessen! Mit den Anfängen der Töpferei wurden mehrere Techniken erforscht, die Keramik sich gleichmäßig die Höhe aufbauen zu lassen, sodass ein Gefäß mit möglichst viel Fassungsvermögen entsteht. Dazu wurden vor 7000 Jahren in der Indus-Kultur und vor 5000 Jahren von den Sumerern die sich schnell drehende Töpferscheibe erfunden, wie sie heute noch Verwendung findet. Die Mechanik hinter dieser Entdeckung erkennend wurde zeitgleich das Wagenrad erfunden. Im vierten vorchristlichen Jahrtausend wurde in Mesopotamien und im heutigen Polen etwa gleichzeitig das Rad erfunden. Zuvor hatten die Menschen schwere Lasten mit umständlichen Geräten gehoben, getragen, auf Schlitten oder Stangen bewegt. Die ersten Wagenräder, die sich um ihre eigen Achse drehten waren Scheibenräder aus Holz. Die waren aus aneinandergelegten Holzbrettern so geschnitten worden, dass sie zusammen einen Kreis ergaben. Zur Verstärkung der Räder wurden sie mit Nägeln aneinander befestigt. Die deutlich geeigneteren Speichenräder wurden im 2. Jahrtausend v.Chr. im heutigen Iran erfunden und etwa ab diesem Zeitpunkt fand eine größere Verbreitung über die Grenzen der Hochkulturen hinweg statt. In Streitwagen, wie wir sie aus den Asterix-Comics kennen, fand das Rad relativ schnell seinen militärischen Zweck. In der Neuen Welt wurde das Räderwerk zwar für Darstellung ihrer Kalender, an Spielzeug und als Zahnräder verwendet, jedoch nie als Wagenrad, was auch daran liegt, dass die kulturellen Hotspots entweder in den hohen Anden lagen oder von tropischem Regenwald umgeben waren, die Nutzung eines Wagens also sowieso fast unmöglich war. Das durften auch die Conquistadoren lernen.

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Polen / Ägypten / Nordafrika

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Die älteste Form der Haltbarmachung von Milch ist die Käseherstellung. Es ist zu vermuten, dass man mit Beginn der Domestizierung vor 12.000 Jahren große Mengen an Milch zu einfach herzustellendem Sauermilchkäse verarbeitete. In Gefäßen wurde die Milch in die Sonne oder über Feuer gestellt, wo sie zunächst sauer wurde und dann anfing zu gerinnen. Wenn der Käse nicht schimmelte, konnte man ihn essen. Bald entdeckte man, dass das Gerinnungsmittel Lab viel besser ohne die Molke zur Käseherstellung nützt. Zum ersten mal nutzte man auch die konservierenden und geschmacksverbessernden Edelschimmel. Der erste Nachweis der Käseherstellung mit einem Labsieb ist 7500 Jahre alt und stammt aus dem heutigen Polen. 500 Jahre später ist Käserei in Mesopotamien, im Schwarzmeerraum, in Kleinasien, Ägypten und Nordafrika bekannt. Kelten und Germanen übernahmen in der Eisenzeit das umfangreiche Handwerk der Käserei und bildeten damals die Grundlagen der heutigen Käsekultur in Europa. Auffallend ist bis heute, dass eine Korrelation zwischen Käse und Frieden besteht. Eine besonders ausgeprägte Käsekultur findet nämlich in Gebirgen statt, wo große Kriege meist nicht hinreichen. Der älteste Hartkäse der bisher entdeckt wurde ist 3200 Jahre alt und stammt aus dem Grab der obersten Verwalters der altägyptischen Hauptstadt Memphis. Der Käse war in den letzten Jahrtausenden vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt und eigentlich bis zur Unkenntlichkeit verändert.