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März 2022

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März 2022 Auch im März 2022 habe ich wieder gezählt, wie oft die Länder der Welt in diesem Kanal genannt wurden. Mit 1132 Erwähnungen, im Februar waren es noch 867, wurde vorerst ein Rekord aufgestellt. Maßgeblich dafür verantwortlich sind Nachrichten zu Russland und der Ukraine, die als erste Länder die 8%-Marke durchbrachen und eine neue Farbe bekommen! Auch Nachrichten zu anderen Osteuropäischen Ländern haben zugenommen. Darunter zu leiden hatten insbesondere Nachrichten aus Afrika, Südamerika und Süd-, Zentral- und Ostasien. Rechts oben seht ihr, zu welchen Länder-Themen es die meisten Top-Meldungen gab. „Ukraine“ steht dabei für den Ukraine-Krieg. Im März gab es 62 Top-Meldungen, weil ich an jedem der 31 Tage zwei Top-Meldungen hatte: Eine allgemeine und eine zum Themenkomplex „Russland-Ukraine“.

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USA / Südamerika / Argentinien

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3.5.1 Infrastruktur-Schulden Seit neuerer Zeit versuchen Investment-Banken mit Infrastruktur-Bonds, Sicherheiten zu bekommen, dass die geliehene Summe auch tatsächlich zurückgezahlt wird. Wenn die Schulden nicht zurückgezahlt werden, dann dürfen die Gläubiger stattdessen, je nach Vertrag, die realwirtschaftlichen Strukturen übernehmen, die durch den Kredit finanziert wurden. Die Finanzindustrie kann also aus dem Nichts Geld schaffen und dafür manchmal eine fertig gebaute Straße erhalten. Dies ist das Prinzip der „Pfändung“. Es findet auch in Südamerika statt: In Argentinien erließ die neoliberale Regierung 2017 beispielsweise ein Dekret, das den Banken und Konzernen aus New York und London erlauben sollte, argentinische Bodenschätze und Infrastruktur, aber auch Schulden und Militärequipment bei einer (sehr wahrscheinlichen) Zahlungsunfähigkeit des Landes zu pfänden. Dieser Mechanismus, der Argentinien seiner Souveränität beraubt, war eine Bedingung des Internationaler Währungsfonds. Der Pfändung von Bodenschätzen wurde später von einem Regionalparlament entgegengetreten, doch das argentinische Öl, der Boden und das Süßwasser könnten auch weiterhin gepfändet werden. Diese Art der Verschuldung afrikanischer Staaten bei chinesischen Banken wird häufig herangezogen, um den wachsenden Einfluss Chinas in der Welt zu framen. Doch nur 4% der Schulden Afrikas wurden bei chinesischen Banken gemacht und laut einer Studie der John Hopkins Universität trägt China derzeit nicht in bedeutendem Maß zur Schuldenkrise in Afrika bei. Neben der Kritik an der chinesischen Macht an sich, gibt es auch Kritik an der Umsetzung dieser Macht. Joe Biden kritisiert beispielsweise, dass der Schuldenrückzahlungsdruck dazu führe, dass die Schuldner ökologische Standards und Arbeitsrechte nicht einhalten würden. Außerdem besteht die Mythe, dass China bei Schuldenausfall afrikanische Infrastruktur beschlagnahmen dürfe. Der selbe Vorwurf wird bei allen Infrastrukturprojekten der Neuen Seidenstraße laut. Das ist bisher noch nie passiert und die Verträge sind auch nicht derart aufgebaut. Auch gewaltsam wird China kaum seine Schulden in Afrika eintreiben, es sei denn die USA geben dafür ihr OK. Ein solcher Fall geschah beispielsweise 1902, als Deutschland, Großbritannien und Italien mit Kanonenbooten venezolanische Häfen bombardierten. Venezuela hatte damals die einige Kredite, wie die für die Krupp-Eisenbahn, nicht zurückgezahlt. Dass die USA in diesem Fall vor 120 Jahren nicht auf die Monroe-Doktrin bestanden haben, zeigt, dass die USA kein Problem damit haben, fremde Kriegsschiffe durch von ihnen kontrollierte Gewässer durchzulassen, wenn es um Schuldeneintreibung geht. Dieser Vergleich zwischen der Karibik 1902 und dem Indischen Ozean 2022 ist vereinfachend, aber die Abkommen gegen gewaltsame Schuldeneintreibung blieben auch nach 1902 recht schwach. Ein weitere Faktor dafür, dass China auch in Zukunft eher keine afrikanische Infrastruktur konfiszieren wird: China vergibt 90% seiner Kredite an Staaten, die eine hohe Kreditwürdigkeit haben, ihre Schulden also zurückbezahlen.

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Lateinamerika / Brasilien / Venezuela

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Kommentar zu Lateinamerika 2020 (1) Triggerwarnung: Schwere Gewalt.

Brasilien In Brasilien regiert derzeit der rechtskonservative militante Jair Bolsonaro als Präsident, der den Sozialstaat abbaut, die Bevölkerung spaltet und eine fragliche Außenpolitik betreibt. Er setzte den Kulturkampf gegen Indigene fort, indem er wirtschaftliches Interesse über deren Schutz stellt. Bergbau, Erdölförderung, Bau von Wasserkraftwerken und Intensivlandwirtschaft verdrängen nun Regenwald und Indigene (5.2), sodass inzwischen 238 Völker bedroht sind (9.10). 2019 wurden 1 Millionen ha Urwald gerodet (2.6), was durch US-Investoren (27.10) und britische Bankhäuser mit 2Mrd$ finanziert wurde (4.6). Das Verfassungsgericht stoppte zwar die wirtschaftliche Erschließung der Indio-Reservate für Bergbau- und Agrarindustrie (14.5,19.6), doch wurde diese einfach illegal weitergeführt und die Beamten hinter dem Verbot entlassen (1.5). Gegen die Brände verbot Brasilien für 120 Tage Brandrodung (17.7), was nicht eingehalten wurde (2.8), weil die Umweltämter systematisch überlastet werden (21.5). Dafür wurden die Mangrovenwälder an der Küste zur Überbauung freigegeben (29.9). Und im Oktober begannen erneut 17.000 (2.11) Brände, die von der Feuerwehr wegen aktiver Unterfinanzierung nicht eingedämmt werden konnten (23.10). Insgesamt fanden 20%-50% mehr Waldbrände statt, als im Waldbrandjahr 2019 (3.7). Viele indigene Aktivisten wurden getötet (2.4,5.4) und angegriffen (4.7), woraufhin der Internationale Strafgerichtshof Ermittlungen gegen Bolsonaro wegen Anstiftung zu diesen Morden prüfte (19.12). Ein Rassismus-Leugner wurde zum Rassismusbeauftragten ernannt und ein evangelikaler Missionar zum Leiter der Indigenenbehörde FUNAI (15.2), der allerdings von einem Bundesgericht wieder abgesetzt wurde (25.6). Das Jahr begann mit einer alarmierenden Zahl: 2019 gingen 145.233 weniger Kinder zu Schule, da Bolsonaro Landschulen schließen ließ (12.1). Auch das Budget für die Universitäten schrumpfte um 30% (13.2). Das Land trat aus dem wichtigen Regionalbündnis CELAC aus, da es „kommunistisch“ sei (24.1). Seine Nachbarländer Venezuela und Frankreich stufte die brasilianische Armee als Bedrohung ein und vertiefte als Antwort darauf seine Zusammenarbeit mit der US-Armee (8.2,19.3). Das Militär stellt sich auf Konflikte in Südamerika ein, und erkannte den Klimawandel und die Pandemie als Bedrohung an, was angesichts der Politik Bolsonaros progressiv ist (20.7). Als im Februar die Polizisten des Bundesstaats Ceará für die Auszahlung ihres Lohns streikten, entsandte Bolsonaro 3000 Soldaten dort hin. Im Zuge der Unruhen wurden über 100 Menschen getötet und dem Senator wurde in die Brust geschossen (25.2). Gewalt war auch in den Städten an der Tagesordnung: Laut Statistik wurden 2019 rund 1800 Menschen allein in Rio de Janeiro von der Polizei erschossen (23.1). Bei einer Razzia im Mai, um die Quarantäne durchzusetzen wurden 10 Menschen in einer Favela von der Polizei getötet (16.5). Die BLM-Bewegung war auch in Brasilien spürbar (6.6,21.11).

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Südamerika / Paraguay / Uruguay

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Nicht vergessen! Unter dem Amazonas, in den Tiefebenen des Grundwassers fließt der Grundwasserleiter Hamza. Seine Entdeckung in 4000m Tiefe wurde erst 2011 bekanntgegeben. Er entspringt, wie der Amazonas in den peruanischen Anden und fließt in den Atlantik. Zwar ist er mit 6000km etwas kürzer und kann nur 2% der Abflussmenge des oberirdischen Geschwisterchens abfließen lassen, dafür ist er beinahe durchgängig über 400km breit. Wie es Grundwasser so an sich hat, bewegt es sich langsam, wobei der Hamza trotzdem manchmal als Fluss bezeichnet wird. Die Fließgeschwindigkeit beträgt nur wenige Meter pro Jahr. Der zweitgrößte Grundwasserleiter, auch Aquifer genannt, befindet sich ebenfalls in Südamerika. Der Acuífero Guaraní fließt unter den Flüssen Paraguay, Uruguay, Paraná und Rio de la Plata. Ihr Einzugsgebiet beträgt mehr als 3 Millionen km² in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Insgesamt ist das Phänomen der Grundwasserleiter noch nicht besonders gut erforscht und daher weiß die Wissenschaft nicht viel über ihre Beschaffenheit, ihre Funktionen und ihre Auswirkungen.

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Welt / West-Papua / Guinea

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Nicht vergessen! Nach Grönland die zweitgrößte Insel der Welt ist Neuguinea. Auf ihr befinden sich die beiden indonesischen Provinzen West-Papua und West West-Papua, sowie der souveräne Staat Papua Neu-Guinea, der bis 1975 zu Australien gehörte. Bevor der Spanier Yñigo Ortiz de Retez 1545 der Insel ihren heutigen Namen gab, hatte sie viele andere. Zwar ist Papua Neu-Guinea das Land mit den meisten Sprachen (847, oder rund 1/7 aller Sprachen weltweit), doch sie sind lokal sehr begrenzt und haben keine Bezeichnung für die gesamte Insel. Und so ist auch die erste Sprache, die Neuguinea einen Namen gab, die malaiische. Die Malaiien sind Nachkommen der Polynesier, die über Jahrtausende hinweg den Pazifik bis Hawaii und den Osterinseln, sowie den indischen Ozean bis Madagaskar besiedelten. Insbesondere Indonesien und Malaysia gelten heute als Erben dieser Kultur. Doch vor Neuguinea machten die Malaien halt, möglicherweise wegen ihrer ungewohnt unbezwingbaren Bergketten. So ist es, dass die Erscheinung der Neuguineaner heute den Aborigines ähnlicher ist, als den Indonesiern. Die malaiische Bezeichnung der Insel bedeutet übersetzt "kraushaarig" und ist uns wohl bekannt: Papua. Bis 1545 benutzten auch die Spanier und die Portugiesen in der Gegend diesen Namen. Der Wechsel zu "Neuguinea" erfolgte, als die Weltumsegler feststellten, dass die Neuguineaner den Menschen ähnlich sahen, auf die sie in der afrikanischen Region Guinea gestoßen waren. Hatten die Niederländer die Insel zunächst nach einem ihrer Seefahrer Schouten-Insel genannt, wechselten sie Mitte des 17. Jahrhunderts auch zur Bezeichnung Neuguinea. Die Niederländer waren damals die Regionalmacht im indonesischen Archipel und etablierten den Namen auch in allen anderen Sprachen. Die Dynamik der Sprachen mal wieder... eine Insel in Südostasien bekommt ihren Namen von einem Spanier, der findet, dass es die Bewohner Ähnlichkeiten zur Westküste Afrikas haben, die ihren Namen von Berbern bekommen hat, was aber auch schon den Nachbarn der Insel aufgefallen ist, die zuvor die lange Strecke von Afrika bis Südamerika segeln konnten, ohne feindliches Gebiet zu betreten - abgesegnet von den Holländern.

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Albanien / Nordmazedonien / Frankreich

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orgehen wird, stellt sich noch heraus. Es gibt keine klaren Gewinner, außer in Teilen die AfD und die Grünen. Auch auf europäischer Ebene ist der Umgang der Konservativen mit Rechtsnationalen Thema. Das *Verhältnis Frankreichs zur EU* -Erweiterung ist traditionell sehr kritisch. Doch für Albanien und Nordmazedonien wachsen die Chancen. Als einzige verbleibende Atommacht der EU fordert Frankreich eine neue Verteidigungsstrategie, die Aufrüstung und Grenzsicherung vorsieht. Nachdem auch die Teilnehmer der Berliner Libyen-Konferenz einsehen mussten, dass ihr Ergebnis wertlos ist, begann eine Marinemission, die Flüchtlingsboote aus Libyen und Waffenhandel stoppen soll. Die *Parlamentswahlen in Kamerun* waren begleitet von Gewaltausbrüchen in der anglophonen Sezessionsregion Ambazonien, u.a. wohl auch durch das Militär. Der Präsident Paul Biya ist seit 37 Jahren im Amt und galt den westlichen Mächten bisher als Sicherheitsgarant in der Region. Das ist nicht mehr der Fall Im letzten Monat ist deutlich geworden, dass dem *Militär in Südamerika* eine immer mächtigere Rolle zugeschrieben wird. Angeführt vom demokratisch gewählten Präsidenten El Salvadors Nayib Bukele stürmten Anfang März schwerbewaffnete Soldaten das Parlament, um es dazu zu zwingen, das Militärbudget um 100 Millionen$ zu erhöhen. Abgeordnete nannten das einen Putsch gegen das Parlament. In Brasilien vertrauen 42% der Menschen den Streitkräften und nur 7% dem von ihnen gewählten Parlament. Im Kabinett von Präsident Bolsonaro sind neun der Minister Militärs oder Ex-MIlitärs. Auch er selbst ist bekennender Freund der Militärdiktatur gewesen. Zuletzt entsandte er 3000 Soldaten in den Bundesstaat Ceará, um den Streik der Militärpolizei niederzuschlagen, die höhere Löhne forderte. Auch wurden Dokumente veröffentlicht, nach dem das brasiliansiche Militär sich auf eine Invasion Frankreichs über das französische Übersee-Departement Guyana vorbereitet, das direkt an Brasilien grenzt. Begründet wird diese Befürchtung damit, dass Präsident Macron den Amazonas-Regenwald als gemeinsames Gut der gesamten Erde nannte, als es im Sommer 2019 zu starken Waldbrände durch Brandrodung gekommen war. Auch stellt sich das brasilianische Militär auf Grenzstreitigkeiten mit Venezuela ein. In Venezuela regiert noch immer Präsident Maduro, der nur noch durch die Macht des Militärs regiert. Letztens übte die Armee den Kriegsfall einer US-kolumbianischen Invasion. In Kolumbien ist eine Abhöraffäre des Militärs und außergerichtliche Hinrichtungen ohne Konsequenz geblieben. Im weitesten Sinne kann auch die Geburt der jüngsten Diktatur in Haiti und den Kämpfen zwischen Polizei und Armee zu dieser Thematik gerechnet werden. Und schließlich wurde bereits im letzten Dezember die bolivianische Regierung unter Präsident Morales zwei Monate vor Ende seiner Amtszeit vom Militär abgesetzt. Wahrscheinlicher als ein direkter Krieg zwischen zwei Ländern ist eine Militärdiktatur, die die eigene Bevölkerung unterdrückt. Noch nie war der *Frieden im Südsudan* innerhalb eines Monats so oft greifbar gewesen, wie diesen Februar. Auf dem Treffen der Afrikanischen Union einigten sich alle Nachbarländer des seit Jahren unter Bürgerkrieg leidenden Landes darauf, eine neue Regierung zu unterstützen. Nach Anlaufschwierigkeiten bildete sich diese Einheitsregierung aus Vertretern der Regierungs- und der Rebellenparteien. Die *Münchner Sicherheitskonferenz* war ein Fest der Kriegstreiber und Protektionisten. *Rechtsterrorismus in Deutschland* rückte in diesem Monat gleich zweimal in den Fokus. Zum einen wurde eine bundesweite Terrorzelle "Der Harte Kern" ausgehoben, die bundesweit Anschläge plante, um Chaos auszulösen und so eine Machtübernahme zu planen. Zweitens kam es in Hanau zu zwei rechtsterroristischen Anschlägen mit 11 Toten. Die Maßnahmen in *Nigeria gegen Boko Haram* werden immer zweifelhafter. Nachdem es innerhalb von 2 Tagen zu gut 50 Toten durch Boko Haram kam, kündigte Präsident Muhammadu Buhari an, ie Sicherheitsmaßnahmen nicht zu verstärken. Stattdessen heizt das Militär den Konflikt zwischen betroffenen Bevölkerungungsgr.

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China / Südamerika

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Mit Erfindung der Keramikschüssel wurde auch eine besondere Zubereitungsart beliebt: die Suppe. Denn zuvor war die Gefäße entweder zu dünn- oder zu dickwandig, um ihren Inhalt über Feuer zu erhitzen. Suppe entwickelte sich aus Brei und Bier heraus und war eine der frühen Konservierungsmethoden für Lebensmittel. In der Populär-Geschichte herrscht die Mythe, dass die ältesten Spuren von ihr vor 8000 Jahren eine Nilpferd-Suppe war. Doch das ist nicht eindeutig belegbar, denn zwar wurden Nilpferde gegessen, aber ob es sich bei den Funden um Zutaten einer Suppe handelt ist nicht klar. Nilpferdfett hat übrigens einen ähnlich zart-süßen Geschmack wie Schildkrötenfleisch. Die Suppe fand ihren Ursprung wohl in Mesopotamien und war zunächst vegetarisch. Von hier kippte die Suppe sich in alle Himmelsrichtungen aus. In China und Südamerika entwickelte sich eine eigenständige Suppen-Kultur. Da die Suppe gemeinhin wässrig ist, verteilen sich die Aromen mehr und die Geschmacksintensität nimmt ab. Möglicherweise erlebte mit Erfindung der Suppe das Würzen also einen ersten Aufschwung. Rinde, Kräuter, Früchte, Kerne, Tierprodukte und Bodenschätze waren sicherlich schon davor bekannt, doch ihren ganzen Zweck konnten sie in den ersten Suppen erst so richtig austesten.

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USA / Mexiko / Südamerika

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[16.10. 06:41] Nahuel: *Nicht vergessen!* Außerhalb des Fruchtbaren Halbmonds und Ostasiens ist über die Entstehung der Landwirtschaft weit weniger bekannt, da es nur wenige Orte gibt, an denen moderne archäologische Methoden angewendet werden können. Die amerikanische Landwirtschaft entstand zuerst im heutigen Mexiko, wo 8000 vor Christus Kürbis und Paprika domestiziert wurden vor 9000 Jahren der Mais. Dieser entwickelte sich aber erst 2500 Jahre später zur lebensdefinierenden Ernährungsmethode. Im mexikanischen Hochland begann 3000 v.Chr. der Anbau von Avocado und Grünen Bohnen, 1500 Jahre später der Anbau von Baumwolle. Um die Zeitenwende wurden Truthahn und Moschusente domestiziert. Auf dem gesamten amerikanischen Kontinent gab es nur wenige Tierarten, die sich überhaupt domestizieren ließen. [17.10. 13:42] Nahuel: *Nicht vergessen!* In Südamerika wurden in den nördlichen Anden vor rund 9000 bis 8000 Jahren getreideähnliche Früchte wie Quinoa und Amarant domestiziert. Zur gleichen Zeit kamen Karoffeln, Erdnüsse und Baumwolle hinzu. Zudem wurden Lamas und Alpakas gezüchtet, die zum einzigen Lasttier des Kontinents wurden. Daneben wurde in Südamerika nur das Meerschweinchen zum Nutztier. Umstritten ist, ob es auch im Amazonasbecken zu einer eigenständigen Entstehung des Ackerbaus gekommen ist. Viele Indizien sprechen für einen planmäßigen Anbau von den Knollen Maniok und Süßkartoffeln. Eindeutig belegt ist eine eigenständige Entwicklung der Landwirtschaft im Osten der heutigen USA 2500 v.Chr. Hier wurden Sonnenblumen kultiviert und auch der Truthahn gezüchtet. [18.10. 06:56] Nahuel: *Nicht vergessen!* Australien und Neuguinea blieben nach der Besiedelung vor 60.000 Jahren weitesgehend isoliert vom Rest der Welt, da nach dem Ende der Eiszeit die Meeresspiegel stiegen und die Landbrücke nach Asien verschwand. In Australien gab es keine Landwirtschaft und es entwickelte sich stattdessen eine angepasste Jäger- und Sammlerkultur. Im Hochland von Neuguinea bauten die Menschen vor 10.000 Jahren Zuckerrohr, Bananen und die Knolle Taro an. Vor 9000 Jahrem wurden dazu gezielt Gärten angelegt, um sie vor Wildschweinen zu schützen. An der Küste kultivierten die Neuguineaner die Sago- und die Kokospalme. Die Nutztiere Schwein und Huhn auf Neuguinea und in Australien wurden über Umwege von Südostasien mit Booten um 1600 v.Chr. bis 1500 v.Chr. gebracht.