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442 Nachrichten

13 Quellen

Welt / Burundi / Salomoneninseln

Welt

Monarchisches Staatsoberhaupt von UK, Kanada, Australien, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Tuvalu, Salomoneninseln, Belize, Jamaika, Antigua und Barbuda, Bahamas, Grenada, St. Kitts und Nevis, St Janvier, St. Lucia und St. Vincent, sowie ehemaliges Staatsoberhaupt von Pakistan, Südafrika, Kenia, Tansania, Uganda, Malawi, Simbabwe, Nigeria, Ghana, Sierra Leone, Gambia, Mauritius, Malta, Sri Lanka, Fidschi, Guyana, Trinidad und Barbados gestorben; diese, teils politisch nicht sehr ausgeprägte Macht ist Erbe des ehemaligen britischen Weltreichs, schwand aber in den letzten Jahrzehnten, z.B. in den letzten Monaten mit der Ausrufung von Barbados als Republik und weiteren anti-monarchischen Bewegungen in der Karibik.

14 Quellen

Chile / Kenia / UK

Chile

62% stimmen gegen neue Verfassung, die soziale Rechte, feministische Grundsätze und indigene Sonderrechte eingeführt hätte; Entwurf war monatelang von verfassungsgebender Versammlung erarbeitet worden und galt als progressivste Verfassung der Welt; rechte, neoliberale und mitte-linke Parteien hatten gegen neue Verfassung mobilisiert; nun muss neuer Verfassungsentwurf gefunden werden; Besonders umstritten waren wohl Reformen zur Plurinationalität, die Indigenen Sonderrechte gegeben hätten; Besonders hohe Ablehnung in Mapuche-Provinz Araukanien, wo radikale indigene Gruppen immer wieder Brandanschläge verüben.

13 Quellen

Agrarwelt / Argentinien / Frankreich

Sambia

Internationaler Währungsfonds stimmt 1,3Mrd$-Kredit für Sambia zu zu, das seit 2020 unter Kupfer-Preisverfall leidet und konnte Auslandsschulden nicht mehr bezahlen; Sambia siebtgrößter Kupferproduzent der Welt.

Chile

Internationaler Währungsfonds stimmt 18,5Mrd$-Kreditlinie für Chile zu, das seit 2020 unter Kupfer-Preisverfall und anderer Rohstoffe leidet; Chile größter Kupferproduzent der Welt.

7 Quellen

Ukraine / Tschad / Guinea

Äthiopien

WHO-Präsident Tedros wirft Internationaler Gemeinschaft Rassismus vor, da sie nicht genug gegen Humanitäre Krise in Nord-Äthiopien, besonders der Provinz Tigray, unternehme; Äthiopische Regierung nennt es "unethisch", dass Tedros, selber Tigrynier, die Situation in Tigray als den "schlimmsten Notstand der Welt" darstellt; laut Regierung findet keine Blockade Humanitärer Hilfe nach Tigray statt.

2 Quellen

Nigeria / Sahel / Europa

Meldung

Der „Banditen“-Konflikt in Nordwest-Nigeria – Übersicht der Akteure und ihrer Politik (11/12) 3.7 Die BBC und die Versicherheitlichung der ökologischen Umstände Afrikas Das Klima in der Sahel-Zone, die voranschreitende Desertifikation, Dürre und Trockenheit werden in der Klima-Debatte häufig herangezogen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf eine Gesellschaft, aber auch auf Europa zu beschreiben. In einem Papier des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stellte die eingeladene Michelle Leighton von der Universität San Francisco zum Beispiel bereits 2007 einen direkten Zusammenhang zwischen Desertifikation und „larger population movements [...] to Europe“ fest und stellte fest, dass die meisten OECD-Länder Migration als eine Sicherheitsbedrohung wahrnehmen. Um zu analysieren, ob eine Versicherheitlichung des „Banditen“-Konflikts entlang dieses „Klima-Themas“ in der Öffentlichkeit geschieht, untersuche ich Artikel der BBC, der mit am meisten gelesenen internationalen Zeitung, über „Banditen“. Der nigerianische BBC-Journalist Nduka Orjinmo brachte im Juli 2020 anlässlich der Zunahme der „Banditen“-Aktivitäten im Bundesstaat Katsina Desertifikation, Entwaldung und Wasserknappheit in engsten Zusammenhang mit der Motivation von Viehhirten, gewaltsam gegen andere Viehhirten vorzugehen. Die Gewalt entstamme dem Konflikt um die Ressourcen, wegen dessen sich etwas wie „Bürgerwehren“ gebildet hätten. Für eine ähnliche Wortwahl und somit eine ähnliche Perspektive auf den Konflikt entschied sich auch die bereits erwähnte ACLED. Orjinmo, eine der journalistischen Hauptquellen für die BBC, vollzieht in seinem Artikel keinen argumentativen Schritt zwischen den Kämpfen zwischen den Bürgerwehren, andernorts „interkommunale Kämpfe“ genannt, und dem Lösegeld- und Plünderungsgeschäft. Auch in anderen Artikeln Orjinmos bringt er prominente Entführungsfälle durch „Banditen“, wie die Entführung von 84 Schulkindern im Bundesstaat Katsina, ausschließlich mit dem Ressourcenkonflikt zwischen Vieh- und Ackerwirten in Verbindung. Auch in weiteren BBC-Artikeln aus dem Jahr 2020 über den „Banditen“-Konflikt wird er ausschließlich mit dem Ressourcenkonflikt erklärt (; ). Diese monokausale Erklärung in einem der einflussreichsten Medien der englischsprachigen Welt, könnte als Narrativ der Versicherheitlichung gewertet werden. Die linguistische Repräsentation findet hierbei nicht direkt über den Begriff der „Sicherheit“ statt, sondern geht einen Umweg: Zunächst berichten die BBC-Artikel von Entführungen und Überfällen, die aufgrund ihrer Grausamkeit Aufmerksamkeit erregen; dann wird berichtet, dass solche und ähnliche Angriffe häufig vorkommen, weil sie Teil eines andauernden Konflikts sind; zuletzt wird der Konflikt ausschließlich mit dem Ressourcenkonflikt in Verbindung gebracht. Ich vermute, dass dieser Ressourcenkonflikt bei den meisten Lesern nicht der letzte gedankliche Schritt ist, sondern dass er mit den Folgen des Klimawandels in Verbindung gebracht wird. Auch in anderen BBC-Artikeln wird die Desertifikation in der Sahel-Zone, als Folge des Klimawandels, mit der Zunahme von Ressourcenkonflikten oder sogar Terrorismus in Verbindung gebracht (, ). Ich argumentiere also, dass die BBC den Kontext des „Banditen“-Konflikts 2020 mittels ihres Narrativs vereinfacht hat, um die Folgen des Klimawandels für die Sicherheit von Menschen in gefährdeten Regionen zu versicherheitlichen. Demnach würde die BBC den Klimawandel über Umwege zu einer Sicherheitsbedrohung für die Stabilität einer Europa benachbarten Region erklären und die britische und internationale Leserschaft würde aufgefordert, weniger CO2 zu emittieren.

7 Quellen

Äthiopien / Somalia / Elfenbeinküste

Ostafrika

Kenianischer Transportweg "Northern Corridor", der Überseehafen von Mombasa mit Uganda, Ruanda, Demokratische Republik Kongo und Südsudan verbindet für Warentransport teuerster Transportweg der Welt; Bedeutung des Hafens von Mombasa nimmt somit gegenüber tansanischem Hafen von Daressalam samt "Central Corridor" weiter ab; hohe Kosten entstehen durch lange Wartezeiten, hohe Treibstoffkosten, Nichttarifäre Handelshemmnisse und auch Unsicherheit.

14 Quellen

Irak / Bulgarien / Welt

Welt

Ukrainisch kontrollierte Häfen nehmen Arbeit für Getreideausfuhr auf; Türkei will Getreidehandel in Schwarzem Meer überwachen; Uganda versichert Russland bei Besuch Sergei Lawrow Rückhalt in Ukraine-Krieg; Lawrow will Uganda Weizen und Öl verkaufen; Kosovo will bei Ende 2022 EU-Beitritt beantragen; Russland "terrorisiert" laut Selenskyi Europa mit Gaspreisen; Vermehrte Nachfrage führt zu Entdeckung von mehr Gasfeldern vor Zypern.

0 Quellen

Mai 2022

Meldung

Mai 2022 Auch im Mai 2022 habe ich wieder gezählt, wie oft die Länder und Staatenbünde der Welt in den Nachrichten dieses Kanals vorkamen. In diesem Monat ist insbesondere zu beobachten, dass der Krieg in der Ukraine zunehmend normalisiert wird – er kommt nicht mehr automatisch jeden Tag vor und wird in die anderen Nachrichten integriert. Auf diese Weise nehmen die Nachrichten zu Russland und der Ukraine im Vergleich zum Vormonat ab und Russland deckt nicht mehr mehr als 8% aller Nachrichten ab. Diese Kategorie gab es noch im April. Auch insgesamt nehmen die Nachrichten aus Europa sukzessive seit März ab. Stellten die Europa-Nachrichten im März noch 46,6% der Nachrichten, waren es im Mai 37,4%. Das ist mehr als vor Kriegsbeginn im Januar mit 24,7%. Auch in ganzen Zahlen stellt der Mai eine Normalisierung dar: Ich zählte nur rund 650 Land-Erwähnungen, also deutlich weniger als die 1132 im März. Das mag auch daran liegen, dass ich durch ein intensives Sommersemester weniger Zeit für die Nachrichten habe.

0 Quellen

Nigeria / Großbritannien / Deutschland

Meldung

Völkermord gestern und heute (12/12) 4 Fazit Alle Waffenlieferer für Nigeria und Biafra, zeichneten sich durch ein Unverständnis für menschliches Leid in Biafra aus, weil sie politisch und nicht moralisch handelten. Auch der SDS hat über einen signifikant langen Zeitraum diese Position vertreten. Andererseits führte eine erneute Waffenlieferung aus Großbritannien im Winter 1969/70 zum Sieg Nigerias und somit zum Ende des Krieges. Alle Seiten wendeten unsägliche NS-Vergleiche an, um die gegnerische Position zu verteufeln und verhinderten auf diese Weise Friedensgespräche, die durch die andauernden Waffenlieferungen ohnehin nicht zu einer dauerhaften Waffenruhe geführt hätten. Einen erheblichen Anteil daran hatte biafranische Propaganda, die von biafranischen, kirchlichen und studentischen Gruppen in West-Deutschland teilweise reproduziert wurde. Sie nutzten den moralischen Kompass der sozialen Bewegungen, dass Krieg und Völkermord zu verhindernde Dinge seien aus, um Spenden zu generieren und den Krieg auf diese Weise künstlich zu verlängern. Auf diese Weise verhinderten sie eine ernste, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der humanitären Krise in Biafra. So schwanken die vermuteten Todeszahlen noch heute zwischen 1-3 Millionen. Die Manöver rund um den Biafra-Krieg fügten dem Bild von Humanitärer Hilfe gleichzeitig Schaden zu, aber sie bildeten auch den Startschuss für das ambivalente und Dilemma-behaftete System Humanitärer Hilfe. Anhand der ausgewählten Schriften der Protestbewegungen in West-Deutschland lässt sich eine Auseinandersetzung mit Biafra, sogar Teile eines öffentlichen Diskurses erkennen. Dies widerspricht Heertens Aussage, „Biafra“ lasse sich nicht in das Protestjahr der Neuen Linken 1968 einordnen. Außerdem lassen sich die Eskalationsstufen biafranischer Propaganda von Kommuniqués über Pressekonferenzen bis hin zu einer Bilderflut der Biafra-Kinder nachvollziehen: Zunächst Schlagworte des „Völkermords“, dann die Fokussierung auf das Leid der Biafra-Kinder und schließlich ein Abebben der Berichterstattung und der aktivistischen Materialien ab Ende 1968, obwohl der Krieg keineswegs vorbei war. Zu dieser Zeit wurde der Bericht „No Genocide“ veröffentlicht. In den Materialien werden, zum Beispiel von Seiten der APO auch kritische Stimmen laut, die den Biafra-Krieg, in post-kolonialer und anti-imperialistischer Sichtweise, als Krieg zwischen zwei oder mehr imperialen Interessensgebieten interpretieren. Und zuletzt findet sich in diesen Schriften auch eine beachtliche Menge von Verwirrung über die Verwendung von Begrifflichkeiten und über Schuldzuweisungen. Neben diesen durchaus kritikwürdigen Aspekten lässt sich anhand der Etablierung der Biafra-Komitees auch ein positiver Punkt feststellen: Die west-deutschen anti-imperialistischen Bewegungen verknüpften sich mit post-kolonialen Bewegungen der damaligen Dritten Welt und schärften so ihr Profil. Dies könnte in der Biafra-Tragödie eine versteckte positive Wirkung gewesen sein.

13 Quellen

Mali / Uganda / Australien

Meldung

Größte Kupfermine der Welt, "Las Bambas" (25.3) in Peru, unterbricht erneut wegen Protesten Betrieb.

In Kürze

Internationaler Währungsfonds korrigiert Welt-Wachstumsprognose 2022 von 4,4% auf 3,6% wegen Ukraine-Krieg.

0 Quellen

Welt / Deutschland / Ukraine

Meldung

Meiner Meinung nach ist dieser Ablauf der Wahrnehmung des Biafra-Krieges ein Armutszeugnis für die Zivilgesellschaft der „Ersten Welt“. Die von den Bildern von Biafra-Kindern überwältigten Europäer vollzogen einen Wandel von unbedingter, persönlicher Unterstützung Biafras hin zu erbarmungsloser Indifferenz und Ablehnung, sobald das Thema nicht mehr in den Medien präsent war und öffentlich wurde, dass Biafra seine eigene Position durch Propaganda gestützt hatte. Im gesamten Zeitraum dieses persönlichen Sinneswandels blieb die humanitäre Notsituation vermutlich gleich, oder verschlimmerte sich wahrscheinlich sogar. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in Deutschland etwas sehr ähnliches passieren würde, würde im Verlauf des Ukraine-Krieges öffentlich, dass auch die ukrainische Armee mit deutschen Waffen hunderte Zivilisten hinrichtet (hypothetisch), oder die Ukraine angeblich russische Massaker inszeniert (hypothetisch). Dieser Wille, unbedingt „auf der richtigen/moralischen Seite“ zu stehen ist in Deutschland heute präsent, was sich zum Beispiel in persönlichen Betroffenheitswellen in den sozialen Medien ausdrückt, und er wird durch das „Völkermord“-Framing verschärft. Diese Heuchelei hindert uns an einer kritischen Analyse des Ukraine-Krieges, so wie es uns 1968 an einer kritischen Analyse des Biafra-Krieges gehindert hat. In den folgenden Tagen werde ich den deutschen Diskurs zum Biafra-Krieg, die Holocaust-Vergleiche und die Reaktion der „68er“ tiefergehend thematisieren.

4 Quellen

USA / Niger / Ägypten

Meldung

Zeitgleich zur Blockade des Öls aus dem Niger-Delta fand nämlich im Nahen Osten der Sechstagekrieg zwischen Ägypten, Syrien, Jordanien und Israel statt. Im Zuge dessen wurde der Suez-Kanal von Juni 1967 bis 1975 für europäische Lieferungen geschlossen. Weder die Öllieferungen aus den Golfstaaten, noch die aus Nigeria erreichten somit ab dem Sommer 1967 die Industrien in Europa und insbesondere in Großbritannien. Zu der Zeit dieser produktionstechnischen Notlage begann die britische Armee ihre Zusammenarbeit mit Nigeria, unter anderem bestehend aus der Lieferung von schwerem militärischen Gerät. Aus Anfang der 2000er vom britischen Nationalarchiv veröffentlichten Dokumenten analysierte der Historiker Chibukuike Uche, dass die wirtschaftlichen Interessen der britischen Erdölindustrie maßgeblich für die britische militärische Unterstützung der nigerianischen Armee gewesen seien.

1.2.1 Staatliche Hilfslieferungen an Nigeria und Biafra Während die USA und Großbritannien sich weigerten, Nigerias Luftwaffe auszustatten, verkaufte die Sowjetunion im Sommer 1967 23 Jagdflugzeuge des Typs MiG-17F an Nigeria. Ihr Interesse lag darin, Nigeria zu unterstützen, damit Nigeria zu einem strategischen Verbündeten der Sowjetunion in Afrika würde. Sowohl die Regierungen des angelsächsischen Raums, als auch die Regierung der Sowjetunion buhlten also um gut Beziehungen zu Nigeria. Niemand verkaufte Nigeria jedoch Napalm. Die sowjetischen MiGs wurden 1969 durch acht ausgemusterte MiG-17 Flugzeuge der Nationalen Volksarmee der DDR ergänzt. Sie wurden zunächst von Soldaten der ägyptischen Luftwaffe geflogen, kamen jedoch häufig nicht zum Einsatz. Der Einsatz ägyptischer Streitkräfte konnte den Eindruck eines Holocaust-ähnlichen Genozids gegen die Igbo verstärken. Der ägyptische Staatschef Gamal Abdel Nasser galt Vielen als „Hitler". Israel, das zeitgleich im Nahen Osten gegen Ägypten kämpfte, verkaufte ebenfalls zunächst schweres militärisches Gerät an Nigeria. Nachdem das Leid der Biafraner öffentlich und zeitgenössische Stimmen zum Holocaust-Vergleich laut wurden, änderte Israel seine Position. Der israelische Geheimdienst Mossad schmuggelte ab 1968 Waffen und Geld nach Biafra. Auch die Tschechoslowakei änderte während des Krieges seine Position und unterstütze zunächst Biafra, dann Nigeria mit Waffenlieferungen. Die Rolle Frankreichs war signifikant für den Kriegsverlauf. Frankreich stand auch nach der Entkolonialisierung Afrikas in den 1960ern in direkter Konkurrenz zu Großbritannien über den Machteinfluss. In Biafra vertrat Frankreich Interessen zur Sicherung der Bodenschatz-Schürfrechte und der Gummiplantagen für den Michelin-Konzern. Über Gabun und die Elfenbeinküste, die Biafra 1968 als Staat anerkannt hatten wurden ehemalige Handfeuerwaffen der Wehrmacht und der italienischen Armee aus dem Zweiten Weltkrieg von Frankreich nach Biafra geschmuggelt. Die Tschechoslowakei verkaufte im Zuge dessen eigene Waffen an Frankreich, die schließlich in Biafra zum Einsatz kamen. Der Waffenhandel verlief auch über die Kolonien des faschistischen Portugals vor der Küste Biafras. China solidarisierte sich mit Biafra in seinem „Kampf gegen anglo-amerikanischen Imperialismus und sowjetischen Revisionismus“. Über Tansania, mit seinem sozialistischen Präsidenten Julius Nyerere, der Biafra 1968 als Staat anerkannt hatte, lieferte China Waffen nach Biafra. Die Position der west-deutschen Regierung wird in späteren Kapiteln behandelt. Mit der UdSSR, den USA, Ägypten und Großbritannien auf der einen, China, Frankreich, dem Vatikan und Portugal auf der anderen Seite (, sowie Israel und der Tschechoslowakei auf beiden Seiten) sprengte der Biafra-Krieg die Ordnung des Kalten Krieges auf eine einzigartige Weise. Doch neben diesen staatlichen Akteuren spielte auch biafranische Propaganda eine wichtige Rolle. Sie beeinflusste die Wahrnehmung des Biafra-Krieges in der Zivilbevölkerung der „Ersten Welt“ zutiefst.

9 Quellen

Russland / Ukraine / Afrika

Meldung

Völkermord gestern und heute (2/12) Neu: Der US-Präsident Biden wirft Russland vor, einen Völkermord in der Ukraine zu begehen.

Der Biafra-Krieg Der Nigerianische Bürgerkrieg (im Folgenden „Biafra-Krieg“ genannt) von 1967 bis 1970 ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten, zu seiner Zeit war er jedoch ein globales Medien- und Protestereignis. Somit hat er eine gewisse Ähnlichkeit zum Ukraine-Krieg, der global medial ebenfalls relativ ausführlich aufgearbeitet wird, und auf den in Reaktion Proteste stattfinden. In beiden Fällen wurden/werden außerdem Völkermord-Vorwürfe erhoben. Diese Form der Biafra-Medienberichterstattung war aber auch ein Schlüsselereignis für den Wandel der Afrika-Nachrichten in den Medien von politischen Themen weg, hin zu Berichterstattung über soziale Missstände. Dieser Wandel ist noch heute spürbar und daher von Bedeutung. Mit der Medienberichterstattung begann das „Zeitalter der Katastrophen-Fernsehberichterstattung“, die das Leiden, insbesondere der damaligen Dritten Welt in die heimischen Wohnzimmer der „Ersten Welt“ projizierte. Besonders prominent wurde dieses Leid durch die Bilder von Biafra-Kindern gezeigt. Gemeint sind die Bilder ausgehungerter, dunkelhäutiger Kinder mit durch das Hungerödem Kwashiorkor aufgeblähten Bäuchen. Sie waren im Juli und August 1968 auf zahlreichen Titelblättern west-deutscher Zeitschriften zu sehen. Während auf Titelbild-Fotos eher einzelne Biafra-Kinder zu sehen sind, befinden sie sich in filmischen Aufnahmen meist in einer größeren Gruppe. Die Darstellung in der Gruppe scheint das Leiden so zu multiplizieren, dass es nur noch kollektives Leid darstellt und nicht mehr das Leid des einzelnen Kindes. Solche Aufnahmen waren in Sondersendungen englischsprachiger TV-Sender zu sehen, wie in dem Film „Nigeria and Biafra“ des us-amerikanischen Fernsehsenders CBS aus dem Jahr 1968, oder in der Sendung „This Week“ des britischen Fernsehsenders ITV aus dem Jahr 1969. Bereits im April 1968 hatten britische Zeitungen, noch ohne Bebilderung, mit einer pro-biafranischen Berichterstattung über den Biafra-Krieg begonnen. Diese „iconic press photographs and television footage“ sind das früheste Auftreten einer mediengesteuerten und kommerziellen Humanitären Intervention. Das heißt, dass die Darstellung des menschlichen Leides in den Medien ausschlaggebend dafür war, dass Regierungen und Zivilgesellschaften der „Ersten Welt“ humanitär in Biafra intervenierten. Die Darstellung des Biafra-Kindes ähnelt in vielerlei Hinsicht der Darstellung des Bangladesch-Kindes. Sie ist also kein Einzelfall. Die Darstellung des Bangladesch-Kindes zeigt ein von dem Bangladesch-Krieg 1971 gezeichnetes ausgehungertes, dunkelhäutiges Kind vor einer Reisschüssel. Das Bangladesch-Kind wurde 1972 als Werbemittel für das Benefizkonzert „The Concert for Bangladesh“ des ehemaligen „The Beatles“-Mitglied George Harrison zur Generierung von Geldern zur Flüchtlingshilfe genutzt. Ausgehungerte Kinder werden auch heute in den Informationsmedien immer wieder gezeigt, um Leid durch Hunger darzustellen, wie im Jemen, Venezuela, etc. Exemplarisch Beispiele aus der Tagesschau: Um die Folgen der saudischen Seeblockade des von den Houthi-Rebellen kontrollierten Jemens darzustellen, zeigte beispielsweise die Tagesschau 2021 Bilder von ausgehungerten und kleinwüchsigen Kindern. Solche Darstellungen sind allerdings nicht die Regel. 2021 zeigte die Tagesschau beispielsweise anlässlich des UN-Berichts zum weltweiten Hunger Kinder und Erwachsene, denen man nicht auf den ersten Blick ansieht, dass sie Hunger leiden. Nichtsdestotrotz haben die ikonographischen Entwicklungen von 1968 noch heute eine Relevanz. Solche Bilder menschlichen Leides generierten Schuldgefühle, eines der üblichsten negativen Gefühle menschlicher Zivilisationen, die von Akteuren genutzt werden können, um die Entscheidungen der Schuldgeplagten zu modifizieren. Zunächst eine Zusammenfassung des Kriegsgeschehens...

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März 2022

Meldung

März 2022 Auch im März 2022 habe ich wieder gezählt, wie oft die Länder der Welt in diesem Kanal genannt wurden. Mit 1132 Erwähnungen, im Februar waren es noch 867, wurde vorerst ein Rekord aufgestellt. Maßgeblich dafür verantwortlich sind Nachrichten zu Russland und der Ukraine, die als erste Länder die 8%-Marke durchbrachen und eine neue Farbe bekommen! Auch Nachrichten zu anderen Osteuropäischen Ländern haben zugenommen. Darunter zu leiden hatten insbesondere Nachrichten aus Afrika, Südamerika und Süd-, Zentral- und Ostasien. Rechts oben seht ihr, zu welchen Länder-Themen es die meisten Top-Meldungen gab. „Ukraine“ steht dabei für den Ukraine-Krieg. Im März gab es 62 Top-Meldungen, weil ich an jedem der 31 Tage zwei Top-Meldungen hatte: Eine allgemeine und eine zum Themenkomplex „Russland-Ukraine“.

2 Quellen

Westsahara (DARS) / USA / Algerien

Meldung

Der Westsahara (DARS)-Konflikt Der Konflikt um die Westsahara war in den letzten Jahren immer wieder in den Medien und in diesem Kanal präsent. Es gab grob drei Anlässe dafür: Vermutlich der Auslöser war, dass 2020 die USA unter Präsident Trump viele afrikanische und arabische Länder dazu bewegte, die Westsahara als marokkanisch anzuerkennen. Dies trug vermutlich im selben Jahr zum Bruch des Waffenstillstandsabkommens von 1991 bei. Der dritte Anlass war das marokkanische Verhältnis zu seinen direkten Nachbarn Algerien und Spanien, das ebenfalls durch die neue US-Politik beeinflusst war. Die historisch bedeutende Anerkennung marokkanischer Hoheit über die Westsahara durch den ehemaligen Kolonialherr Spanien in der letzten Woche soll ein Anlass sein, sich mit diesem Konflikt etwas näher zu befassen. Die Geschichte und Politik rund um den Status der Westsahara ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell Völkerrecht missachtet werden kann, wenn es um Eigeninteressen geht, und wie heuchlerisch völkerrechtliche Positionen der linken und „linken“ Regierungen in den USA, Spanien, Deutschland und Schweden sind. Wer sofort den ganzen Text lesen will, kann dies hier tun. Wenn nicht, dann werden hier im Kanal, wie üblich, die Kapitel häppchenweise bis Mittwoch veröffentlicht.

Kurze Geschichte Die Ursprünge des Westsahara-Konflikts liegen zu großen Teilen in der kolonialen Vergangenheit der Region. 1884 wurde das Gebiet der heutigen Westsahara bei der Berliner Afrika-Konferenz zu einem spanischen Protektorat. Diese Wüstenregion war nicht besonders ertragreich, bis 1949 in Bucraa das größte Phosphat-Vorkommen der Welt entdeckt wurde. 1967 verabschiedete die UN eine Resolution, in der Spanien aufgefordert wurde, Spanisch-Sahara von seiner kolonialer Macht zu befreien. 1974 stellte Spanien den Einwohnern seiner Kolonie ein Referendum in Aussicht, das ihnen die Unabhängigkeit gegeben hätte. Dies war nicht im Interesse Marokkos. 1975 während der spanische Diktator Francisco Franco einen langsamen Tod starb, setzte in Marokko der „Grüne Marsch“ ein, bei dem etwa 350.000 Menschen von Marokko nach Spanisch-Sahara liefen und die Annexion der Spanischen Kolonie als einen Volksaufstand aussehen ließen. Vom Süden her wurde Spanisch-Sahara außerdem von Mauretanien annektiert.