11.08.2024 — Bangladesch / Philippinen / Gambia
Gambia
Relativ hochrangiger Ex-Angehöriger der Militär-Todesschwadronen "Junglers" unter Ex-Präsident Yahya Jammeh Colley stellt sich angesichts zahlreicher Vorwürfe wegen Menschenrechtsverletzungen.
Relativ hochrangiger Ex-Angehöriger der Militär-Todesschwadronen "Junglers" unter Ex-Präsident Yahya Jammeh Colley stellt sich angesichts zahlreicher Vorwürfe wegen Menschenrechtsverletzungen.
Anfang der 2020er in Gambia.
26.01.2020: - Gambia verbietet Opposition-Bewegung gegen Präsident Adama Barrow, die hinter autokratischem ex-Präsident Yahya Jammeh steht; 137 Festnahmen.
19.12.2020: - Gambia will Verfassung ändern, sodass Amtszeit des Präsidenten beschränkt wird; Änderung sollte vor Präsidentschaftswahlen 2021 erfolgen.
07.09.2021: - Partei des Ex-Präsident Jammeh geht 3 Monate vor Wahl Allianz mit aktueller Regierungspartei ein; Ermittlungen wegen Menschenrechtsverletzungen werden so unwahrscheinlicher und Jammeh könnte aus Exil zurückkehren.
06.12.2021: - Präsident Barrow bei Präsidentschaftswahlen mit 53% und Wahlbeteiligung von 89% wiedergewählt; Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ruft Opposition auf, Ergebnis anzuerkennen.
10.04.2022: - Partei des amtierenden Präsident Barrow gewinnt Parlamentswahlen knapp; zuvor war Oppositionspartei UDP in Parlament in Mehrheit.
23.06.2022: - Regierung will Verbrechen unter Vorgängerregierung des Präsidenten Jammeh bei Gericht in Kooperation mit Gericht der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS untersuchen lassen.
21.12.2022: - Laut Regierung Barrow haben Militär und Behörden mutmaßlich geplanten Putschversuch verhindert und 4 Soldaten verhaftet; gegen Barrow wurde bereits 2017 von Anhängern des Ex-Präsident Jammeh gescheiterter Putschversuch durchgeführt.
Anfang der 2020er in Guinea-Bissau.
02.01.2020: - Ex-Premierminister Umaro Sissoco Embaló gewinnt Präsidentschaftswahlen; Kontrahent Pereira erkennt Ergebnis nicht an.
29.06.2020: - Präsident Embaló entlässt 5 wichtige Minister und verlängert somit seit 5 Jahren (23.4) anhaltende Staatskrise (bbc).
01.02.2022: - Mutmaßlicher Putschversuch; Gefechte rund um Regierungssitz; Seit Unabhängigkeit regierende PAIGC-Partei geht seit 2020 gegen Präsident Embaló vor.
04.02.2022: - 2020 beendeter Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft-Militäreinsatz in Guinea-Bissau nach gescheitertem Putschversuch wiederaufgenommen.
24.02.2022: - Guinea-Bissau verbietet Ex-Präsident Pereira Ausreise, da wegen Putschversuch 2021 gegen ihn ermittelt werde.
17.05.2022: - Präsident Embaló löst Parlament "wegen Differenzen" auf; im Parlament hat lange regierende Oppositionspartei PAIGC Mehrheit.
Anfang der 2020er in Kapverde.
15.03.2021: - ECOWAS-Gericht fordert Kapverde zu Freilassung des venezolanischen Diplomaten Saabs auf und verhängt 200.000$-Strafe.
18.03.2021: - Verfassungsgericht urteilt, dass der venezolanische Diplomat Alex Saab an USA ausgeliefert werden soll.
17.04.2021: - Bei morgigen Parlamentswahlen in will amtierender Premierminister Silva gewinnen; will keine Staatshilfen für ärmer werdende Bevölkerung, da sie sich besser aus Armut herausarbeiten soll; Sozialistin Almada tritt ebenfalls an.
19.04.2021: - Regierungspartei gewinnt Parlamentswahlen trotz Wirtschaftseinbruchs durch ausbleibenden Tourismus.
17.10.2021: - Kapverde liefert venezolanischen Geschäftsmann Saab an USA aus; Saab ist eine Hauptfigur in den bilateralen Beziehungen zwischen Venezuela und Iran.
18.10.2021: - Oppositionskandidat Neves von der PAICV gewinnt Präsidentschaftswahlen; PAICV war gegen Auslieferung Saabs an USA.
24.01.2023: - Kapverde und Portugal einigen sich auf Schuldenabkommen, bei dem von Kapverde an Portugal zurückgezahlte Schulden jährlich von Portugal in kapverdische Klima- und Energieprojekte reinvestiert werden.
Ex-Minister des Ex-Präsident Yahya Jammeh Sabally nach gescheiterten Putschplänen wieder freigelassen; Sabally soll Sturz des Präsidenten Adama Barrow mit Hilfe von kleinen Teilen des Militärs geplant haben, was Sabally dementiert.
Laut Regierung Adama Barrow haben Militär und Behörden mutmaßlich geplanten Putschversuch verhindert und 4 Soldaten verhaftet; gegen Barrow wurde bereits 2017 von Anhängern des Ex-Präsident Yahya Jammeh gescheiterter Putschversuch durchgeführt.
Gericht verurteilt 5 Ex-Spione, darunter Ex-Präsident des Geheimdienst zum Tode wegen Tötung eines politischen Aktivisten gegen Ex-Präsident Yahya Jammeh 2016.
Weltstrafgericht sammelt Indizien für oder gegen Verbrechen während der Diktatur des Ex-Präsident Yahya Jammeh; Weltbank gibt Gambia 68Mio$ zur Wiederbelebung des Tourismussektors "nach" Corona.
Regierung will Verbrechen unter Vorgängerregierung des Präsidenten Yahya Jammeh bei Gericht in Kooperation mit Gericht der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft untersuchen lassen.
USA beschlagnahmen Grundstück, das gambischer Ex-Präsident Yahya Jammeh mit angeblichen Korruptionsgeldern gekauft hatte.
Gambische Regierung will gemäß einer Empfehlung (26.12) gegen Ex-Präsident Yahya Jammeh wegen Mordes und anderer Verbrechen ermitteln.
2 Der Bürgerkrieg bis 2014 In Casamance kämpft seit 1982 die Mouvement des forces démocratiques de Casamance (Bewegung der demokratischen Kräfte der Casamance) MFDC für ihre Unabhängigkeit. Dabei handelte es sich immer wieder um einen recht inaktiven Konflikt. In den 1990ern stand die Casamance im regen Austausch mit der erfolgreichen Rebellion im benachbarten Guinea-Bissau und profitierte auch nach der Machtübernahme mutmaßlich von dem neuen internationalen Partner. Auch in Gambia fand die MFDC in Präsident Yahya Jammeh einen strategischen Verbündeten. In diesem Zeitraum bis 2001 starben tausende Menschen im direkten Kampf oder als Folge von Kriegsverbrechen. Gut 60.000 wurden vertrieben. Seitdem forderte der Konflikt nicht mehr so viele Opfer. In dieser Zeit begann die Zersplitterung der MFDC, die bis heute anhält. Heute tritt die MFDC also nicht mehr geschlossen auf. 2014, sieben Jahre nach dem Tod des MFDC-Anführers schlossen die MFDC-Gruppen Frieden und erklärten einen einseitigen Waffenstillstand. Seitdem galt der Casamance-Konflikt als schlafender Konflikt. Weil in dem Krieg zuvor auch Landminen zum Einsatz kamen, stieg die Zahl der Toten im Casamance-Konflikt trotz der Waffenruhe.
3 Die Entwicklung seit 2017 2017 brach in Gambia eine Staatskrise aus und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS intervenierte militärisch. Einige MFDC-Gruppen kämpften dabei auf Seiten Jammehs, verloren aber. Seitdem hat sich Gambia als strategischer Partner der Zentralregierung im Senegal erwiesen. Die MFDC-Gruppen finanzieren sich mutmaßlich durch illegalen Holzhandel und rückten in den letzten Jahren durch die zunehmende Gewalt in diesem Geschäft in den Fokus senegalesischer und gambischer Sicherheitskräfte. Das Holz wird über Gambia vermutlich im großen Stil nach China exportiert, nachdem der gambische Präsident Jammeh seit seinem Amtsantritt 1996 den illegalen Holzhandel mitorganisiert hatte. Im März 2020 verkündete der senegalesische Präsident Macky Sall höhere Strafen für die „katastrophale“ illegale Rodung von Hölzern. 2018 tötete eine MFDC-Gruppe bei einem Überfall 13 Menschen in der Casamance. Im Januar 2021 startete die senegalesische Armee mit 2600 Streitkräften eine Militäroperation gegen zwei MFDC-Gruppen. Senegal wurde dabei von Guinea-Bissau unterstützt. Dabei wurde ein großes Waffenlager und ein Marihuana-Feld gefunden. Die Casamance gilt außerdem als Durchgangslager für den Kokain- und Waffenhandel und Menschenschlepperei. Das Nachbarland Guinea-Bissau gilt als Hotspot für den transatlantischen Drogenhandel – eine Verbindung der Casamance nach Guinea-Bissau ist also denkbar. Eine weitere Militäroperation erfolgte im Mai 2021. Beide fanden im Süden der Casmance statt. Im Januar 2022 geschah ein Vorfall, der die neueste, seit dieser Woche laufende Militäroperation auslöste. In Gambia wurden sieben senegalesische Streitkräfte der Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft-Militärmission von einer MFDC-Gruppe der Sadio-Fraktion entführt und vier getötet. Die Streitkräfte sollten in der Grenzregion Holzschmuggel aufdecken. Laut Sadio fanden die Kämpfe allerdings in der Casamance im Senegal statt. Ihm zufolge hatten die ECOWAS-Truppen seine Stellungen angegriffen. Im Februar 2022 wurden die sieben Streitkräfte wieder befreit. Am 13. März 2022 verkündete der Senegal eine dritte Militäroperation gegen MFDC-Kämpfer der Sadio-Fraktion an der Grenze zu Gambia, also in der nördlichen Casamance, aber auch im weiter südlicheren Sindian wird über Gefechte berichtet. Zwar versprach die senegalesische Armee die „Vernichtung“ dieser Gruppe, doch laut Abdo Latif Aidara vom Afrikanischen Zentrum für Strategische Intelligenz ist der Umfang der Operation recht gering und zielt auf demnächst stattfindende Verhandlungsgespräch ab, bei denen Senegal die Überhand behalten will.