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NACHRICHTENvon Gestern und Heute
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Afrika

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Nachrichten zu Afrika

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16.10.2023 — USA / Deutschland / Marokko

Meldung

(2).

Neben diesen relativ "leisen" politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, sehen wir in den Nachrichten vom 16. Oktober 1903 aber natürlich Entwicklungen mit einem gänzlich anderen Kaliber: 1. Imperialistischer Wettbewerb zwischen europäischen Mächten als Vorläufer des 1. Weltkrieges, 2. Der Erwerb von Macht durch außereuropäische Staaten, wie Japan, die USA und lateinamerikanische Länder, und 3. Die Distanzierung der USA von Russland. Wenn man will, kann man den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und sogar den Kalten Krieg aus den Nachrichten dieses Tages ableiten.

JAPAN war in diesen Tagen die Top-Meldung allemal wert, als es mit seinen Truppen im damals noch unabhängigen Korea landete und ein zum Eisenbahnbau gepachtetes Land annektierte, während Russland das Mandschurei-Ultimatum verstreichen ließ und ebenfalls weitere Truppen heranzog. Es ist erschreckend, mit welcher Klarheit die Journalisten im Oktober 1903 schrieben, dass es einen Krieg geben würde, der dann trotzdem ausbrach, auch wenn alle Welt wusste, dass er ausbrechen würde. Der Russisch-Japanische Krieg begann schließlich im Februar 1904 und endete im Sommer 1905 erstmals mit dem Sieg eines asiatischen Landes gegen eine europäische Macht in einem modernen Krieg. In Folge dessen setzte sich 1905 die Expansion des Japanischen Reiches mit der Annexion Koreas fort, die in den 1930ern mit der Invasion Chinas in den Zweiten Weltkrieg eskalierte und in den 1940ern in der Invasion Südostasiens gipfelte, bis im August 1945 zwei Atombomben die expansionistische Politik Japans beendeten.

1 Quellen

06.10.2023 — Mexiko / Brasilien / Nigeria

Meldung

Blinde Flecken in diesem Kanal.

Die Wanderausstellung "Vergessene Welten und blinde Flecken" ( und ) von Ladislaus Ludescher präsentiert u.a. Ergebnisse auf der Grundlage der Zählung der Erwähnungen der einzelnen Länder in der Tagesschau und anderen Leitmedien, die mit der Bevölkerungszahl der jeweiligen Länder verrechnet werden. Dabei wird deutlich, wie unterrepräsentiert die Bevölkerungszahl des Globalen Südens in den Medien ist. Die Ausstellung und ein entsprechendes Zoom-Meeting der VHS Chemnitz mit Ludescher wurde Anfang September in der Diskussionsgruppe empfohlen und es wurde außerdem das Lob ausgesprochen, dass in diesem Nachrichtenkanal das Vergessen und Blindsein nicht passieren könne. Das hat mich inspiriert, meinen Datensatz der Landeserwähnungen in diesem Kanal von Januar 2019 bis März 2023 auf die selbe Weise wie Ludescher mit der Landes-Einwohnerzahl zu verrechnen, um dieses Lob zu überprüfen.

Das Ergebnis zeigt zwar, dass der Globale Süden insgesamt besser und teilweise überdurchschnittlich gut repräsentiert ist, jedoch blinde Flecken vorherrschen. Neben der großen unterrepräsentierten Region in Süd- und Ostasien fallen mir keine größeren Regionen auf, die chronisch unterrepräsentiert zu sein scheinen, allerdings zeigt sich ein Muster, dass besonders viel bevölkerte Staaten, wie Mexiko, Brasilien, Nigeria und Ägypten unterrepräsentiert sind, während wenig bevölkerte (Insel-)Staaten wie Vanuatu, die Malediven, Malta und karibische Inselstaaten extrem überrepräsentiert sind.

Wenn wir die Staaten in die Weltregionen Nordamerika, Südamerika, Europa, MENA (Middle East and North Africa), Afrika, Asien und Ozeanien unterteilen, verrechnen sich solche Überrepräsentations-Ausschläge kleiner Länder und es ergibt sich folgendes Bild: Die Bevölkerungzahl fast jeder dieser Weltteile ist in den Nachrichten überrepräsentiert, bis auf Asien! Am exaktesten bilden die Nachrichtenzahlen die Bevölkerungszahlen in Südamerika ab, wo die Nachrichtenzahl 11% über der Bevölkerungszahl liegt, gefolgt von Nordamerika mit 32%, Afrika mit 39%, MENA mit 99% dann Europa mit erstaunlichen 215% und schließlich Ozeanien mit 253%. Die Bevölkerungszahl Asiens ist mit -212% unterrepräsentiert. Das ist eine rein quantitative Beurteilung von Repräsentation von Bevölkerung anhand von Nachrichten über das Land. Eine qualitative Beurteilung würde schnell feststellen, dass z.B. die Erwähnung eines Landes im Kontext internationaler Diplomatie, wie einem Freihandelsabkommen zwischen zwei Ländern nicht unbedingt einen Ausschlag über die Repräsentation ihrer Bevölkerung gibt; deswegen spreche ich von unterrepräsentierten "Bevölkerungszahlen".

Kamerun ist das einzige Land in dieser Rechnung, das den Wert 0 erhält, weil hier das das Verhältnis der Bevölkerungszahl zu den Nachrichtenerwähnungen gleich ist.

2 Quellen

06.10.2023 — Europa / Afrika / Nordamerika

Meldung

Blinde Flecken in diesem Kanal.

Repräsentation (Bevölkerungszahl / Nachrichtenzahl) je Weltregion:

Ozeanien zu 253% überrepräsentiert Europa zu 215% überrepräsentiert MENA zu 99% überrepräsentiert Afrika zu 39% überrepräsentiert Nordamerika zu 32% überrepräsentiert Südamerika zu 11% überrepräsentiert.

Asien zu 212% unterrepräsentiert.

Zahlen von Januar 2019 bis März 2023.

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25.09.2023 — USA / Welt / Afrika

Meldung

Die Nachrichten vor 200 Jahren.

Das "Gestern" in den Nachrichten von Gestern und Heute bietet eine fantastische Grundlage, um sich mit politischen Nachrichten aus der Vergangenheit zu befassen, wie etwa als Zusammenstellung der Nachrichten des ersten Drittels des aktuellen Jahrzehnts.

Für diese Arbeit nutze ich Internet-Quellen, zumeist von auf das Internet ausgelegte Nachrichten-Websites aus aller Welt. Wenn wir aber betrachten wollen, was heute vor 200 Jahren passiert ist, werden wir keine für das Internet kuratierte Medien vorfinden. Stattdessen gibt es eine breite Vielfalt von Angeboten digitalisierter Zeitungen und Zeitschriften aus dieser Zeit im Internet zu lesen. Diese Angebote habe ich genutzt und einen Nachrichtenüberblick zum 26. September 1823 erstellt, einem Freitag. Ich werde ihn morgen veröffentlichen.

Ich habe dabei auf deutsche und österreichische Regionalzeitungen zurückgegriffen, sowie auf spanischsprachige Zeitungen und Zeitungen aus den USA und weiteren englischsprachigen Zeitungen. Somit fiel Berichterstattung über Afrika und andere Teile der Welt ganz weg.

Die journalistische Berichterstattung hat sich in ihrer Knappheit, Konzentration auf einzelne Akteure Europas und häufig boulevard-ähnlichen Erzählungen kaum verändert. Ich musste meine tägliche Suche nach interessanten Meldungen somit kaum dem Jahr 1823 anpassen. Die Quellen sind, wie immer, verlinkt.

Die Nachrichten von 1823 brauchen jedoch eine Reflexion und eine Einordnung, damit sie uns heute verständlich und vielleicht sogar von Nutzen sein kann. Ich habe daher einen relativ langen Begleittext verfasst.

Neben 1823 werde ich in den nächsten Wochen auch noch Nachrichten von 1993, 1903, 1973, 1923, 1943 und 1873 veröffentlichen. Das war eine große Arbeit, die ich in den letzten Monaten geleistet habe, weil absehbar war, dass ich an den entsprechenden Daten keine Zeit für die Nachrichten von 2023 haben würde: Ich bin jetzt nämlich Papa und wechsle Windeln.

Viel Spaß mit den Nachrichten von "Gestern" und bis "Morgen"!

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11.09.2023 — Malediven / Europa / Welt

Europa / Welt

Gruppe von 17 Ländern aus Asien, Afrika, Südamerika und der Karibik kritisieren in gemeinsamem Brief an EU Gesetz zum Verbot der Einfuhr von Produkten aus abgeholzten Gebieten, wie Palmöl aus INDONESIEN und MALAYSIA, Soja und Rindfleisch aus ARGENTINIEN und BRASILIEN, Kaffee aus KOLUMBIEN und GUATEMALA, Gummi aus THAILAND, sowie Kakao aus GHANA und der Elfenbeinküste, die allesamt Brief unterzeichnet haben; Gesetz missachtet laut Unterzeichnern+ lokale Begebenheiten, ist für manche Regionen armutsgefährdend und funktioniert mit strafenden statt mit fördernden Mitteln, was WTO-Standards widersprechen könnte; Gesetz gilt seit Juni, tritt aber erst in 16 Monaten vollständig in Kraft.

Afrika

SAUDI ARABIEN und USA in Gesprächen über Sicherung von kritischen Rohstoffen in Afrika, wobei saudische Unternehmen wohl Anteile an Minen in Demokratische Republik Kongo, GUINEA und NAMIBIA kaufen und Mineralien an US-Unternehmen verkaufen sollen (mit Reuters).

Afrika

Internationaler Währungsfonds warnt, dass Konfrontation zwischen CHINA und "Westen" Wachstum am meisten in afrikanischen Ländern bedrohe (von WPomrehn).

16 Quellen

09.09.2023 — Indien / Welt / Malediven

Kenia / Afrika

Umweltaktivisti nennen 1. Afrikanischen Klimagipfel in Nairobi "toxisch", nachdem dort Handel mit 450Mio$-Emmissionsgutschriften wohl wichtigstes Thema war, wobei sich VAEmirate als treibende Kraft dieser Diskussion erweisen (von KHearst); UGANDA nahm an Gipfel wegen Anwesenheit des US-Klimabeauftragten Kerry nicht teil, SÜDAFRIKA sagte Teilnahme wegen Drucks aus Europa ab, weniger Kohlekraft zur Energiegewinnung zu nutzen und NIGERIA verzichtete auf Teilnahme, da es nicht von größten Emittenten der Welt aus globalem "Norden" beratschlagt werden wolle (von LLidigu).

11 Quellen

07.09.2023 — Mexiko / Brasilien / Gabun

Kenia

Staatschefs rufen bei 1. Afrikanischem Klimagipfel zu Schuldenschnitt auf, um Finanzierung der Klimakrise zu ermöglichen (von CKimeu), sowie zu jährlich 100Mrd$ Investitionen durch reiche Länder (von na) und Reform geldgebender Institutionen, die privatwirtschaftliche Investitionen in Grüne Industrie in Afrika tätigen sollen.

13 Quellen

01.09.2023 — Singapur / Russland / Sudan

Brasilien

Parlament beschließt neuen Staatsausgaben-Mechanismus, der starre Ausgabengrenzen durch flexiblere Ausgabengrenzen ersetzt (von SHollensteiner); Präsident Luiz Inácio Lula da Silva plädiert bei Treffen der portugiesischsprachigen CPLP-Länder in SAO TOMÉ für engere Anbindung an Afrika (von drl).

15 Quellen

31.08.2023 — Gabun / Niger / Westafrika

Gabun

Wahlbehörde erklärt Amtsinhaber Ali Bongo zu Gewinner der Präsidentschaftswahlen mit 65%, während Oppositionskandidat Ondo Ossa 31% erhält (mit AP), woraufhin Militär Wahlergebnis wegen Betrugsvorwürfen "aufhebt", Bongo absetzt, jegliche Staatsinstitutionen auflöst, Grenzen schließt (mit AFP und AP) und General Brice Clotaire Oligui Nguema zu neuem Übergangspräsidenten ernennt, der Cousin Bongos ist und gegen den Korruptionsvorwürfe bestehen; trotzdem ausgedehnte pro-Militär-Proteste; Ondo Ossa hatte während Wahlen selber mit Putsch gedroht, da Militär "auf seiner Seite" stehe (von DJohnson); Erneut Präsidentengarde an Putsch beteiligt (von NSur) Bongo bittet aus Hausarrest um internationale Unterstützung (mit AFP); DEUTSCHLAND verurteilt Putsch "trotz berechtigter Kritik an Wahlen"; EU-Außenbeauftragter Josep Borrell nennt Situation vor EU-Verteidigungs- und Außenministerkonferenz "großes Thema" (von ABrzozowski); CHINA ruft zu Sicherheit für Bongo auf; Gabun ist nun 9. geglückter Putsch in Afrika seit 2020 (von JDieterich).

16 Quellen

27.08.2023 — Simbabwe / Niger / Gabun

Simbabwe

Präsident Emmerson Mnangagwa bei Präsidentschaftswahlen mit 52% im Amt bestätigt, wogegen CCC-Oppositionskandidat Nelson Chamisa Einspruch einlegt; neben EU stellt auch Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika Legitimität des Wahlergebnisses in Frage.

Indien / Afrika

Premierminister Narendra Modi fordert volle Mitgliedschaft der Afrikanischen Union bei den Gruppe der Zwanzig-Staaten, um politische Position des Globalen Südens zu stärken; Vorstoß erfolgt, nachdem bei BRICS-Gipfel in dieser Woche besonders "Ost-Süd-Achse" gestärkt wurde.

6 Quellen