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Südamerika

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Nachrichten zu Südamerika

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06.10.2023 — Mexiko / Brasilien / Nigeria

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Blinde Flecken in diesem Kanal.

Die Wanderausstellung "Vergessene Welten und blinde Flecken" ( und ) von Ladislaus Ludescher präsentiert u.a. Ergebnisse auf der Grundlage der Zählung der Erwähnungen der einzelnen Länder in der Tagesschau und anderen Leitmedien, die mit der Bevölkerungszahl der jeweiligen Länder verrechnet werden. Dabei wird deutlich, wie unterrepräsentiert die Bevölkerungszahl des Globalen Südens in den Medien ist. Die Ausstellung und ein entsprechendes Zoom-Meeting der VHS Chemnitz mit Ludescher wurde Anfang September in der Diskussionsgruppe empfohlen und es wurde außerdem das Lob ausgesprochen, dass in diesem Nachrichtenkanal das Vergessen und Blindsein nicht passieren könne. Das hat mich inspiriert, meinen Datensatz der Landeserwähnungen in diesem Kanal von Januar 2019 bis März 2023 auf die selbe Weise wie Ludescher mit der Landes-Einwohnerzahl zu verrechnen, um dieses Lob zu überprüfen.

Das Ergebnis zeigt zwar, dass der Globale Süden insgesamt besser und teilweise überdurchschnittlich gut repräsentiert ist, jedoch blinde Flecken vorherrschen. Neben der großen unterrepräsentierten Region in Süd- und Ostasien fallen mir keine größeren Regionen auf, die chronisch unterrepräsentiert zu sein scheinen, allerdings zeigt sich ein Muster, dass besonders viel bevölkerte Staaten, wie Mexiko, Brasilien, Nigeria und Ägypten unterrepräsentiert sind, während wenig bevölkerte (Insel-)Staaten wie Vanuatu, die Malediven, Malta und karibische Inselstaaten extrem überrepräsentiert sind.

Wenn wir die Staaten in die Weltregionen Nordamerika, Südamerika, Europa, MENA (Middle East and North Africa), Afrika, Asien und Ozeanien unterteilen, verrechnen sich solche Überrepräsentations-Ausschläge kleiner Länder und es ergibt sich folgendes Bild: Die Bevölkerungzahl fast jeder dieser Weltteile ist in den Nachrichten überrepräsentiert, bis auf Asien! Am exaktesten bilden die Nachrichtenzahlen die Bevölkerungszahlen in Südamerika ab, wo die Nachrichtenzahl 11% über der Bevölkerungszahl liegt, gefolgt von Nordamerika mit 32%, Afrika mit 39%, MENA mit 99% dann Europa mit erstaunlichen 215% und schließlich Ozeanien mit 253%. Die Bevölkerungszahl Asiens ist mit -212% unterrepräsentiert. Das ist eine rein quantitative Beurteilung von Repräsentation von Bevölkerung anhand von Nachrichten über das Land. Eine qualitative Beurteilung würde schnell feststellen, dass z.B. die Erwähnung eines Landes im Kontext internationaler Diplomatie, wie einem Freihandelsabkommen zwischen zwei Ländern nicht unbedingt einen Ausschlag über die Repräsentation ihrer Bevölkerung gibt; deswegen spreche ich von unterrepräsentierten "Bevölkerungszahlen".

Kamerun ist das einzige Land in dieser Rechnung, das den Wert 0 erhält, weil hier das das Verhältnis der Bevölkerungszahl zu den Nachrichtenerwähnungen gleich ist.

2 Quellen

06.10.2023 — Europa / Afrika / Nordamerika

Meldung

Blinde Flecken in diesem Kanal.

Repräsentation (Bevölkerungszahl / Nachrichtenzahl) je Weltregion:

Ozeanien zu 253% überrepräsentiert Europa zu 215% überrepräsentiert MENA zu 99% überrepräsentiert Afrika zu 39% überrepräsentiert Nordamerika zu 32% überrepräsentiert Südamerika zu 11% überrepräsentiert.

Asien zu 212% unterrepräsentiert.

Zahlen von Januar 2019 bis März 2023.

0 Quellen

26.09.2023 — USA / Europa / Essequibo

Meldung

(2).

Rund 100 Jahre später sollte dann aber nicht eine europäische Nation die Weltmacht der Briten ersetzen, sondern die 1823 noch recht jungen Vereinigten Staaten von Amerika. Die Nachricht über die Kriminalisierung des Sklavenhandels durch die Regierung Monroe mag auf den ersten Blick verwirrend sein, da es doch die USA waren, die erst in den 1860ern die Sklaverei ganz abschafften und Großbritannien deutlich früher (dazu kommen wir gleich). Der Sklavenhandel im Atlantik war Anfang des 19. Jahrhunderts noch unter wichtigem Einfluss Großbritanniens, das zwar 1807 selber Sklavenhandel abgeschafft hatte, nicht aber die Sklaverei an sich und dessen strategischer Verbündeter Portugal weiterhin Sklavenhandel im großen Maß betrieb. Die Nachricht aus dem gewaltsam niedergeschlagenen Sklaven-Aufstand in der britischen Kolonie DEMERARA-ESSEQUIBO, dem heutigen Guyana, spiegelt genau das wieder. Die USA betrieben mit ihrer Kriminalisierung des Sklavenhandels also vermutlich eine anti-britische Politik, die zudem in Zeiten diplomatischer Spannungen mit dem ehemaligen Kolonialherren stattfand. Diese Nachricht ist der Vorläufer der Monroe-Doktrin aus dem Dezember 1823, die auf die Parole "Amerika den Amerikanern" verkürzt werden kann. Sie führte einerseits dazu, dass sich in ganz Amerika von Europa unabhängige Staaten bilden konnten, aber sie bereitete auch die Grundlage dafür, dass die USA einen großen Teil der in Nord- und Südamerika stattfindenden Politik als ihre Innenpolitik wahrnahmen, was im 20. Jahrhundert in den militärischen Invasionen von Panama 1989, der Dominikanischen Republik 1965 und Grenada 1983 gipfelte, sowie in der Unterstützung von Militärputschen in Chile 1973, Guatemala 1954 und Brasilien 1964. Auch heute noch wirkt sich die Moroe-Doktrin beispielsweise militärisch durch das US-Südkommando, sowie wirtschaftlich und politisch durch das Sanktionsregime gegen Kuba, die US-Dollar-Hegemonie und die US-Macht über Internationaler Währungsfonds und Weltbank, sowie natürlich kulturell aus. Bei dem Sklaven-Aufstand in Guyana beging die britische Kolonialverwaltung übrigens den Kardinalfehler, nicht nur afro-amerikanische Sklaven zu töten, sondern auch einen Weißen, den anti-Sklaverei-Missionar John Smith. Seine Hinrichtung im Februar 1824 verstärkte in Großbritannien die öffentliche Meinung, neben dem Sklavenhandel solle auch die Sklaverei abgeschafft werden, was 1833 geschah.

An die Stelle der Sklaven als wichtigste Arbeitskraft traten in Nord- und Südamerika Vertragsarbeiter+ und Migranten+ die nicht minder ausgebeutet wurden. Auch in EUROPA war 1823 eine gesellschaftliche Transformation im Gange, an deren Ende der industrialisierte Kapitalismus stand. Die Nachricht über die Armutszahlen in Europa entnahm ich einer englischsprachigen Zeitung, die von sogenannten "Paupern" spricht, also wörtlich übersetzt "Armen". Dieser Begriff war zentral in den Anfängen der Industrialisierung, als die "Pauperisierung", also Verarmung der ländlichen Bevölkerung voranschritt. Karl Marx bezeichnet diesen Zeitabschnitt als "ursprüngliche Akkumulation" und 1823 wurde darüber - zumindest in Zahlen - berichtet.

Zuletzt ein HINWEIS: Die Aktualität der in den Nachrichten vom 26. September 1823 variiert ganz deutlich. In der Karlsruher Zeitung kann man lesen, welche Blumen gerade aktuell im Schlossgarten blühen und in vielen Zeitungen spiegelt sich das aktuelle gesellschaftliche Leben wieder mit Heiraten und Todesfällen, sowie in der Wiener Zeitung mit einem Wohnungsmarkt. Je weiter der Schauplatz entfernt ist, desto länger braucht die Nachricht, um zur Redaktion zu gelangen. Europäische Medien berichten relativ aktuell über die Kriege in Spanien und Griechenland und die Zeitung aus Barbados weiß relativ aktuelle Nachrichten aus Guyana zu berichten. Aber die Nachricht aus Peru ist tatsächlich eine Nachricht aus dem April 1823 und die seltene Nachricht aus China ist, so im Artikel geschrieben, auf dem Stand von Januar 1823. Wer weiß schon, durch wie viele Hände sie gegangen sein mag!

2 Quellen

26.09.2023 — Spanien / Griechenland / Peru

Meldung

Begleittext zu den Nachrichten vom 26. September 1823 (1).

Das Jahr 1823 ist kein Epochenjahr, wie das Jahr der Französischen Revolution 1789 oder 1815, dem Jahr des Wiener Kongresses - die meisten unter uns dürften recht wenig oder gar nichts mit diesem Jahr in Verbindung bringen. Ein Blick in die Nachrichten von vor 200 Jahren kann uns jedoch ein Bild geben, was in dem Zeitraum geschah und wie doch alles in das größere Geschichtsbild passt, das wir in der Schule oder sonst wo vermittelt bekommen.

Die Welt von damals stand noch sehr unter dem Einfluss vergangener Revolutionen und den napoleonischen Kriegen. In SPANIEN wurde gerade die Revolutionsregierung von einer französischen Invasion niedergeschlagen, die das Ziel hatte, jegliche progressive Ideen, die Napoleon als zweifelhafter Botschafter der Französischen Revolution in die Welt gebracht hatte, auszulöschen. Frankreich wurde dabei unterstützt von den absoluten Monarchien der "Heiligen Allianz" Russlands, Österreichs und Preußens, und es wurde toleriert von Großbritannien. Großbritannien bremste die französischen Ambitionen eher aus, da es befürchtete, die Heilige Allianz könne ihren Einfluss auf Nord- und Südamerika ausweiten, von dem wir gleich noch hören werden. Auch weitere Königreiche, wie in den Nachrichten vor 200 Jahren von Dänemark und Sizilien zu lesen, unterstützen die französische Invasion. Heute würde man diesen Krieg als "Topmeldung" bezeichnen. Auf der anderen Seite des Mittelmeers entstand damals in einem lang anhaltendem Unabhängigkeitskrieg die Republik GRIECHENLAND, die sich aus dem Osmanischen Reich herauslöste. Auch sie stand im Einfluss der Idee einer "Republik", die in den Jahrzehnten zuvor von Frankreich aus exportiert worden war.

Griechenland kämpfte somit in der selben Zeit wie viele lateinamerikanische Länder für seine Unabhängigkeit. Spanien, der Kolonialherr der meisten Gebiete in Nord- und Südamerika, war durch die Invasion durch Napoleon seit 1807 stark geschwächt und konnte seine Kolonien nicht mehr halten. In Südamerika kämpfte im Süden General San Martín für die Unabhängigkeit Argentiniens, Chiles und schließlich PERUs und im Norden befreite General Bolívar die Region von VENEZUELA bis Ecuador von den spanischen Truppen. Die Nachricht aus Peru ist besonders interessant, da hier San Martín und Bolívar miteinander kooperierten, obwohl sie sonst eher unterschiedliche Ideen für die Zukunft des Kontinents hatten - San Martín war Monarchie-Befürworter und Bolívar rief Republiken aus. Der schwierige Charakter der französischen Revolution zeigte sich in den Nachrichten an diesem Freitag jedoch besonders in MEXIKO, wo vom abgesetzten Kaiser die Rede war, der nach der Unabhängigkeit von Spanien für etwa 1 Jahr nach dem Vorbild des Kaisers Napoleon regierte. Die Region war also instabil und die britischen Sorgen, die "Heilige Allianz" könne daraus Kapital schlagen, sind durchaus nachvollziehbar.

2 Quellen

26.09.2023 — Spanien / Osmanisches Reich / Amerika (historische Ausgabe vom 26.09.1823)

Spanien / Südamerika

Spanischer Generalkapitän von VENEZUELA Morales ergibt sich den Truppen der kolumbianischen Bolívar-Rebellen bei Maracaibo; in Amerika geborene Streitkräfte der spanischen Truppen sollen sich Bolívar anschließen dürfen, wohingegen weitere Streitkräfte und zivile Militärangehörige nach KUBA evakuiert werden; Letzte spanische Garnison in Porto Cabello will weiter kämpfen; Truppen Bolívars treffen in PERU ein, wo sie Präsident Aguero im Kampf gegen spanische Truppen unterstützen sollen.

8 Quellen

11.09.2023 — Malediven / Europa / Welt

Europa / Welt

Gruppe von 17 Ländern aus Asien, Afrika, Südamerika und der Karibik kritisieren in gemeinsamem Brief an EU Gesetz zum Verbot der Einfuhr von Produkten aus abgeholzten Gebieten, wie Palmöl aus INDONESIEN und MALAYSIA, Soja und Rindfleisch aus ARGENTINIEN und BRASILIEN, Kaffee aus KOLUMBIEN und GUATEMALA, Gummi aus THAILAND, sowie Kakao aus GHANA und der Elfenbeinküste, die allesamt Brief unterzeichnet haben; Gesetz missachtet laut Unterzeichnern+ lokale Begebenheiten, ist für manche Regionen armutsgefährdend und funktioniert mit strafenden statt mit fördernden Mitteln, was WTO-Standards widersprechen könnte; Gesetz gilt seit Juni, tritt aber erst in 16 Monaten vollständig in Kraft.

16 Quellen

02.09.2023 — Singapur / Syrien / Gabun

Südamerika

Börsen von CHILE, KOLUMBIEN und PERU gründen gemeinsame Holding-Gesellschaft, um gemeinsame Finanzinfrastruktur für regionale Integration zu schaffen.

12 Quellen

22.08.2023 — Thailand / Kambodscha / Niger

Südamerika

PARAGUAY, BOLIVIEN, URUGUAY und BRASILIEN wollen gegen von ARGENTINIEN einseitig auferlegte Maut für Lastschiffe auf Flüssen Paraná und Paraguay vorgehen.

17 Quellen

09.08.2023 — Niger / Äthiopien / Südamerika

Südamerika

Amazonas-Staatengemeinschaft OTCA einigt sich bei Staatsgipfel nicht auf Ende aller Rodungen bis 2030, die von Gastgeberland BRASILIEN und weiteren Ländern angestrebt worden war (von TPhilipps und PGreenfield), sowie auf Ende von Erdölbohrungen bis 2030, was von KOLUMBIEN vorgeschlagen wurde; stattdessen Einigungen im Bereich der Indigenenrechte, Wasserwirtschaft und nachhaltige Entwicklung; BOLIVIEN ruft Amazonas-Staaten auf, sich unabhängig von in Gespräch befindlichen Interventionen durch USA und EU um Schutz des Waldes zu kümmern (von nama und jcm); Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hatte stattdessen eine "Amazonas-NATO", sowie ein gemeinsames Amazonas-Gericht vorgeschlagen (von hvh und jcm); Wiederaufforstung z.B. in Brasilien wird 47Mrd$ kosten, wobei am gesamten Amazonas bereits 17% der Waldfläche für Holz-, Bergbau und Agrarwirtschaft gerodet worden sind (von NSuchanek); Bei Gipfel waren auch weitere Regenwald-Länder INDONESIEN und Demokratische Republik Kongo anwesend (von jaa und mer).

16 Quellen

05.08.2023 — Pakistan / Niger / Indien

Südamerika

8 Länder des Amazonas-Staatenbunds OTCA treffen sich erstmals seit Gründung vor 14 Jahren in BRASILIEN, um gemeinsame Umweltpolitik zu definieren; Teil des gemeinsamen Vorgehens soll Erforschung von Kipppunkten sein.

10 Quellen