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Südamerika

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Nachrichten zu Südamerika

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22.01.2024 — Nordostafrika / Uganda / Welt

Südamerika

CAN-Andengemeinschaft auf KOLUMBIEN, ECUADOR, PERU und BOLIVIEN gründet angesichts der sich verschlechternden Situation in Ecuador Sicherheitsbündnis, um anti-Kriminalitätsarbeit verschiedener nationaler Behörden international zu kooperieren, was aber auch stärkere Überwachung von Migration und koordinierte Militäreinsätze in Grenzregionen beinhaltet; US-Delegation trifft zu Gesprächen mit neuer Regierung Daniel Noboa über bilaterale Kooperation gegen Kriminalität in Ecuador ein.

22 Quellen

09.01.2024 — Frankreich / Ecuador / Somalia

Haiti

Gericht erlässt Haftbefehl gegen bis 2016 regierenden Ex-Premierminister Martelly und dessen Interims-Nachfolger Privert wegen Korruption und Mittäterschaft bei Drogenhandel; Oppositionelle Montana-Gruppe ruft zu "disruptivem" Übergang von Regierung Ariel Henry zu neuer Regierung auf; Laut Zentralbank haben 2023 250 Bank-Führungskräfte Land verlassen, wohingegen meisten Haitianern+ geregelte Ausreise nicht möglich ist, da ihnen nur 19 Länder, mehrheitlich in Afrika und Asien Visums-freie Einreise gewähren, von denen zudem nur 4 in Karibik sind; Reiseunfreiheit führt zu illegaler Migration, die hunderttausende Haitianer in Mittel- und Südamerika in lebensgefährliche oder prekäre Situationen bringt.

16 Quellen

13.12.2023 — Argentinien / Israel / Palästina

Südamerika

Gemeinsamer Markt des Südens-Länder einigen sich auf gemeinsamen Gipfel, Freihandelsverhandlungen mit EU wiederaufzunehmen, erwägen aber auch Annäherung an CHINA und begrüßen Fortschritte bei Freihandelsverhandlungen mit KANADA, INDONESIEN, VIETNAM und ECUADOR (von MAndujo).

14 Quellen

06.12.2023 — Russland / USA / Israel

Vereinigte Arabische Emirate / Südamerika

Vereinigte Arabische Emirate, BRASILIEN, PARAGUAY, ARGENTINIEN und CHILE einigen sich auf gemeinsames Infrastrukturprojekt zur Verbindung des brasilianischen Atlantiks mit dem chilenischen Pazifik via Fernstraße (von ASieben).

16 Quellen

05.12.2023 — Venezuela / Bolivien / Ruanda

Ecuador

BIP-Anteil und Gesamtmenge der von Auslands-Euadorianern+ nach Ecuador überwiesenen Geld steigt erneut deutlich auf 4,4% bzw 442Mio$ je Monat; Ecuador in Südamerika nach Guyana am abhängigsten von Auslandsüberweisungen (lp).

4 Quellen

01.12.2023 — Guinea-Bissau / Israel / Palästina

Nord-Südamerika

BRASILIEN verstärkt angesichts der Spannungen zwischen VENEZUELA und Guyana wegen für Wochenende geplantem venezolanischem Referendum über die Zugehörigkeit der guyanischen Region Essequibo zu Venezuela Militärpräsenz in Grenzregion; Venezuela hatte gegen Ausschreibung von neuen Erdölabbau-Konzessionen vor Küste Essequibos durch Guyana protestiert, da die Region seit 1966 offiziell umstritten sei.

18 Quellen

01.11.2023 — Italien / USA / Panama

Meldung

(2).

Aber diese Auseinandersetzung zwischen Legitimisten und Orleanisten war nur Teil eines größeren "Europäischen Konzerts", das 1815 zu spielen begonnen hatte und in dem zuletzt die preußische Pauke deutlich lauter geworden war. Deutschland als politisch definierter Raum bestand am 01. November 1873 noch nicht einmal 2 Jahre und es war ein Ergebnis des bereits erwähnten deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Das DEUTSCHE REICH des protestantischen Preußens war darum bemüht, das katholische Frankreich außenpolitisch zu isolieren, auch aus Angst, Frankreich könne das frisch besetzte Elsass zurückhaben wollen. Kanzler Bismarck begann daher seine Bündnispolitik, u.a. mit dem neu gegründeten ITALIEN, das einen kolonialen Interessenkonflikt mit Frankreich um Nordafrika bemühte. Doch in den Nachrichten lässt sich nicht so sehr der Imperialkonflikt ablesen, sondern der ideologische Konflikt zwischen dem politischen Katholizismus (Ultramontanismus) Chambords und z.B. der Jesuiten, und den eher säkulär oder zumindest anti-katholischen Regierungen von Deutschland und Italien. Bismarcks Deutschland befand sich damals im sogenannten Kulturkampf gegen den Katholizismus, zu dem u.a. das anti-Jesuiten-Gesetz von 1872 gehörte. Die Jesuiten hatten im "Europäischen Konzert" eine politische Rolle eingenommen, da sie die absolutistischen Monarchien Frankreichs beeinflusst und z.B. auch in alten und neuen Kolonien, wie den USA oder Mexiko Fuß gefasst hatten. Einst der progressivste Glaubensorden waren sie im 19. Jahrhundert streng orthodox geworden und inzwischen stellen sie seit 2013 den Papst. In den Nachrichten lesen wir nun, dass die in Rom tätigen Jesuiten ihre offiziellen Niederlassungen verlassen, also sich dort möglicherweise unerwünscht gefühlt haben.

Aus diesem politischen Klima entstand 1870 übrigens die katholische Zentrumspartei, eine Vorgängerpartei der heutigen CDU, die in der Anfangszeit der Bundesrepublik Deutschland das religiös-politische Gegenstück zur eher evangelischen SPD wurde. Doch dazwischen vergingen über 75 Jahre, in denen sich das politische Klima von damals in noch ganz anderen Entwicklungen niederschlug, nämlich dem Ersten Weltkrieg.

Ein Blick in den "Rest der Welt" - so wird er zumindest behandelt - zeigt uns einen Imperialkrieg in PANAMA. Es sticht dabei besonders hervor, weil wir 1823 und 1903 mit den Nachrichten bereits in der Region waren und diese Nachricht ein passendes Zwischenstück zwischen beiden Jahren darstellt. 1823 wurde Panama, als Teil von Kolumbien, von Spanien unabhängig und im selben Jahr entwickelten die USA die Monroe-Doktrin, die "Amerika" für "(us-)amerikanisch" erklärte und 1903 stehen die USA kurz vor der militärischen Intervention, die Panama endgültig von Kolumbien lösen und in die totale militärische Herrschaft der USA über den geplanten Panamakanal begründen sollte. Von Interesse ist dabei die schmale Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika des Kanals, wofür es im 19. Jahrhundert aber noch nicht die technischen Möglichkeiten gab. Stattdessen hatten die USA in den 1850ern in Panama die 1. transkontinentale Eisenbahn Amerikas gebaut. Damals war das Schiff das schnellste und einfachste Transportmittel, wohingegen die meisten Landwege noch so beschwerlich und lang waren, wie im Mittelalter. Als 1848 in Kalifornien Gold gefunden wurde, bot es sich für die US-Amerikaner der Ost-Küste also an, nicht zu Fuß oder auf Karren den direkten Weg durch ganz Nordamerika bis zur Westküste einzuschlagen, sondern mit dem Schiff von der US-Ostküste an den Ort zu fahren, wo der Kontinent am schmalsten war, dort den Landweg einzuschlagen, und auf der anderen Seite das Schiff zur Westküste nach Kalifornien zu nehmen. Diese schmalste Stelle war Panama, wo die USA die Eisenbahn bauten und fortan als strategische Infrastruktur ansahen, die es unbedingt zu schützen galt, wie z.B. 1873. 1856 fand die 1. Militärintervention übrigens nach einem Streit um eine unbezahlte Wassermelonenscheibe statt - ein vorgeschobener Grund.

2 Quellen

01.11.2023 — USA / Indien / Essequibo

Meldung

(3).

Im Osten von Panama, auf der anderen Seite der Karibik liegt das heutige Guyana. 1823 hatte ich bereits über den Sklavenaufstand in DEMERARA-ESSEQUIBO berichtet, wie Guyana damals hieß, und ich hatte im Begleittext erzählt, wie umkämpft das Thema der Sklaverei im damaligen britischen Weltreich war. 50 Jahre später war diese herkömmliche Form der Sklaverei in Nord- und Südamerika fast beseitigt. Die ehemaligen Sklaven+ wurden aber nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich von den Betrieben und Lobbys bekämpft, die über Jahrhunderte auf brutalste Weise Humankapital aus ihnen geschlagen hatten. Aus der Sklaverei entlassen, wurden vielerorts Vertretern+ der neuen afro-amerikanischen Gesellschaftsgruppe keine Arbeit gewährt, sodass sie verarmten. An ihre Arbeitsstelle traten in vielen Ländern Migranten+ z.B. aus Europa, aber auch Vertragsarbeiter aus noch weiter entfernten Ländern. Dass die chinesische Bevölkerung in den USA aus dieser ökonomischen Gemengelage heraus zunahm, haben wir bereits in den Nachrichten von 1903 gelesen. In Guyana aber, das noch zum Britischen Weltreich gehörte, startete in den 1830ern eine von den Kolonialbehörden gewollte, kontrollierte Einwanderung von 230.000 Vertragsarbeitern aus Britisch INDIEN, zu deren Zahl in den Nachrichten von 1873 bereits eine Bilanz gezogen wird.

Anders als in den Nachrichten von 1943 sollte die in den Nachrichten angekündigt Hungersnot 1873 übrigens zu fast keinen Todesfällen führen, was als eine der größten Erfolge der britischen Kolonialherrschaft in Indien gilt und dem Vizegouverneur Temple zu verdanken ist. Temple hatte keine Ausgaben gescheut, sodass er so sehr für die Kosten seiner Hungerhilfe kritisiert wurde, dass er bei der nächsten Dürre 1876 deutlich weniger in Hungerhilfe investierte, was den Tod von 5 bis 10 Millionen Menschen zur Folge hatte. Diese Dürren, die in Britisch Indien bis weit ins 20. Jahrhundert anhalten sollten, waren mit ein Grund für die Entstehung der Indischen Unabhängigkeitsbewegung, die ich bereits 1943 thematisiert habe. In der öffentlichen Wahrnehmung der Indischen Unabhängigkeit steht natürlich Mahatma Gandhi im Mittelpunkt, der 1873 gerade einmal 4 Jahre alt war, der aber in einem politischen Klima aufwuchs, das nicht nur durch Hungerkatastrophen geprägt war, sondern auch z.B. durch die in den Nachrichten beschriebene "harsche und tyrannische" britische Fremdherrschaft über den Salzhandel in Indien, was um 1873 in der heute nur schwer vorzustellenden "Großen Hecke von Indien", die das Land in 2 Hälften teilte, ihren absurden Höhepunkt fand. 1930 führte Gandhi dann bekanntlich den Salzmarsch gegen das Salzmonopol der Briten an.

2 Quellen

16.10.2023 — USA / Japan / Russland

Meldung

(3).

Es wäre verlogen, zu behaupten, der Erste Weltkrieg und erst recht der Zweite Weltkrieg wären 1903 eine logisch absehbare Konsequenz aus der Nachrichtenlage im Oktober gewesen, vom Kalten Krieg ganz zu schweigen. Und doch kann man meiner Meinung nach, Trends erkennen, die wichtige Gründe für die Ausbrüche dieser Weltkriege waren. Für den Kalten Krieg gilt das nicht unbedingt und es kann Zufall sein, dass in der Japan-Meldung gleich zwei bekannte Motive auftreten: Einerseits die angeblich von Russland vorgeschlagene Teilung Koreas in einen Norden und in einen Süden. Dieser Zustand eines Nord- und eines Südkoreas ist nun seit 70 Jahren Realität und ihre Grenze war ein zentraler Bestandteil des Kalten Krieges. Die Unterschiede fallen ins Auge: 1. Es sollte sich um tatsächliche Besatzungszonen handeln und nicht um bloße Einflusszonen, 2. der Süden sollte von Japan kontrolliert werden und nicht, wie im Kalten Krieg unter dem Einfluss der USA stehen, und 3. Es war damit keine Weltideologische Frage verbunden. Das andere Detail hingegen lässt möglicherweise noch mehr aufhorchen, als über die USA geschrieben wird, sie fürchte um ihre "fest verankerte Freundschaft" mit Russland, die tatsächlich im Laufe des angebrochenen Jahrhunderts in eine Feindschaft umschlagen sollte. Doch das ist reine Spekulation.

Vielmehr als in die ferne Zukunft US-amerikanischer Politik zu blicken, macht es vielleicht Sinn, in ihre Vergangenheit zu blicken, um Kontext zu bieten, um die politische Situation in Nord- und Südamerika zu verstehen.

0 Quellen

16.10.2023 — USA / Deutschland / Marokko

Meldung

(2).

Neben diesen relativ "leisen" politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, sehen wir in den Nachrichten vom 16. Oktober 1903 aber natürlich Entwicklungen mit einem gänzlich anderen Kaliber: 1. Imperialistischer Wettbewerb zwischen europäischen Mächten als Vorläufer des 1. Weltkrieges, 2. Der Erwerb von Macht durch außereuropäische Staaten, wie Japan, die USA und lateinamerikanische Länder, und 3. Die Distanzierung der USA von Russland. Wenn man will, kann man den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und sogar den Kalten Krieg aus den Nachrichten dieses Tages ableiten.

JAPAN war in diesen Tagen die Top-Meldung allemal wert, als es mit seinen Truppen im damals noch unabhängigen Korea landete und ein zum Eisenbahnbau gepachtetes Land annektierte, während Russland das Mandschurei-Ultimatum verstreichen ließ und ebenfalls weitere Truppen heranzog. Es ist erschreckend, mit welcher Klarheit die Journalisten im Oktober 1903 schrieben, dass es einen Krieg geben würde, der dann trotzdem ausbrach, auch wenn alle Welt wusste, dass er ausbrechen würde. Der Russisch-Japanische Krieg begann schließlich im Februar 1904 und endete im Sommer 1905 erstmals mit dem Sieg eines asiatischen Landes gegen eine europäische Macht in einem modernen Krieg. In Folge dessen setzte sich 1905 die Expansion des Japanischen Reiches mit der Annexion Koreas fort, die in den 1930ern mit der Invasion Chinas in den Zweiten Weltkrieg eskalierte und in den 1940ern in der Invasion Südostasiens gipfelte, bis im August 1945 zwei Atombomben die expansionistische Politik Japans beendeten.

1 Quellen