25.01.2022 — Mali / Serbien / Polen
Meldung
Stromausfälle in Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan, mutmaßlich durch Schaden an gemeinsamer Leitung.
Stromausfälle in Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan, mutmaßlich durch Schaden an gemeinsamer Leitung.
Usbekistan will Militärdrohnen herstellen.
Afghanischer Verteidigungsminister fordert Usbekistan und Tadschikistan zu Rückgabe von Militärflugzeugen auf.
Kasachischer Präsident Kassym-Jomart Tokayev und Putin erklären Sieg über "Putschversuch"; Machtkampf (8.1) zwischen Präsident und Ex-Präsident von schweren Protesten gegen Treibstoffpreise begleitet; Usbekistan stoppt Gasexporte nach China und wird Gaspreise wohl doch nicht erhöhen.
Russland unterzeichnet mehrere Investitionsverträge für Usbekistan; Usbekistan soll russischer Wirtschaftsorganisation EAEU beitreten.
Starker Staubsturm in Usbekistan.
Bei Präsidentschaftswahlen in Usbekistan am Sonntag wird amtierender Präsident Shavkat Mirziyoyev wohl gewinnen; öffnete seit Amtsantritt 2016 Wirtschaft.
Laut US-Amt für Religionsfreiheit in anderen Ländern werden tausende Religiöse in Usbekistan festgenommen und teilweise gefoltert.
Die anderen Kontinente.
Asien Afghanistan 2020 (Taliban-Abkommen) Afghanistan 2020 (Neue Regierung) Afghanistan 2020 (Gefangenenaustausch) Afghanistan 2021 (NATO-Abzug) Afghanistan 2021 (Flucht und Wasser) Armenien 2020 (Krieg mit Aserbaidschan) Aserbaidschan 2020 (Krieg mit Armenien) Bangladesch 2023 (Krisenzeit) China 2020 (Einfluss in Ostasien, RCEP) China 2022 (Interesse in Demokratische Republik Kongo) China 2022 (Interesse in Afrika) Gaza 2021 (Eskalation Israel) Kiribati 2023 (Verfassungskrise) Indien 2020 (Protofaschismus, Bharatiya Janata Party) Indien 2023 (Rückblick 2022) Indopazifik 2023 (Halt so) Irak 2020 (Gesundheitssystem) Irak 2020 (Destabilisierung) Iran 2021 (Flucht, Wasser und Drogen) Iran 2021 (Saab) IS 2020 (Faschistischer Islamismus) Israel 2021 (Eskalation Gaza) Israel 2022 (Dan Gertler) Katar 2021 (Ende der Katar-Blockade) Kirgisistan 2020 (Revolutionsputsch) Kirgisistan 2021 (Wasser) Libanon 2020 (Explosion) Libanon 2021 (Staatskrise) Libanon 2021 (Staatszerfall) Myanmar 2020 (Parlamentswahlen) Myanmar 2021 (Militärputsch) Naher Osten 2020 (Überblick) Pakistan 2021 (Flucht) Pakistan 2023 (Rückblick 2022) Sri Lanka 2020 (Parlamentswahlen) Sri Lanka 2023 (Rückblick 2022) Salomoneninseln 2023 (China-Sicherheitsabkommen) Südpazifik 2023 (Rückblick 2022) Tadschikistan 2021 (Flucht und Wasser) Thailand 2020 (Proteste) Türkei 2020 (Hasankeyf) Türkei 2020 (Konflikt mit Griechenland) Türkei 2021 (Saab) Turkmenistan 2021 (Flucht und Wasser) Usbekistan 2021 (Flucht und Wasser) Zentralasien 2023 (Rückblick 2022) Karten Afghanistan 2021 (Kabul vs. Saigon) Vietnam 2021 (Kabul vs. Saigon) Zentralasien+Iran+Pakistan 2021 (Flucht) Zentralasien+Iran+Pakistan 2021 (Wasser).
Das Wasser und die Flucht aus Afghanistan (2/3).
Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan Die zentralasiatischen Staaten Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan, nördlich von Afghanistan, sind in ihrer wirtschaftlichen und politischen Grundstruktur noch sehr von ihrer Rolle als Sowjetrepubliken geprägt. Mit ihren Ressourcen mussten sie zu einem System beitragen, das auf die Sowjetunion, und nicht auf die einzelnen Teil-Republiken ausgerichtet war. Das lässt sich besonders gut bei der Wasserwirtschaft dieser drei Staaten erkennen. Der Fluss Sydarja entspringt in Kirgisistan, fließt durch das mehrheitlich usbekische Fergana-Tal, kreuzt Tadschikistan, durchquert wieder Usbekistan, um dann in Kasachstan nach einem langen Weg in den Überresten des austrocknenden Aral-Sees zu münden. Die ersten drei Anrainerstaaten verbinden mit dem Fluss unterschiedliche Interessen – ein Konflikt, der seit Jahrzehnten im fruchtbaren Fergana-Tal ausgefochten wird. Aber sie haben auch gemeinsame Interessen bezüglich der Stabilität ihrer säkularen Diktaturen. Innere Stabilität mit Repressalien gegen die niedrigen Lebensstandards der Bürgerinnen und Bürger ist dabei oft eine Frage der Innenpolitik. Kooperation kann es im Kampf gegen Dschihadismus und Drogenhandel geben. Kirgisistan erzeugt mit sieben Flussdämmen entlang des Flusses Syrdarja Energie, die 4% des BIPs ausmacht. In Zukunft will Kirgisistan noch mehr Energie nach Afghanistan und Pakistan exportieren. Der Ausbau und die Erneuerung der kirgisischen Wasserkraft geschieht mit Hilfe Chinas. Doch die Einnahmen landen zu oft in den Händen korrupter Machthaberinnen und Machthaber. Insgesamt geht es den Kirgisinnen und Kirgisen wirtschaftlich schlecht, sodass immer mehr Menschen in politischen Gruppen Zuflucht finden, die ihnen einen Ausweg versprechen. Islamisch-Konservative und patriotische Gruppen bekommen seit Jahren Zulauf, aber auch Terrorgruppen, wie der IS (13.10.19). Auch in Tadschikistan sind dschihadistische Strömungen sehr präsent: Der IS ist in den tadschikischen Haftanstalten aktiv, er verübt Anschläge auf Grenzposten und 1/3 der Bevölkerung würde die Einführung der Scharia befürworten – ein Schlüsselversprechen der Taliban. Tadschikistan ist die ärmste ehemalige Sowjetrepublik und 43% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Die extensive Bewässerung von Baumwolle führt zum Austrocknen des Flusses Pjandsch, auch wenn Tadschikistan über 60% der zentralasiatischen Wasserressourcen verfügt. Um seine Energieabhängigkeit zu mindern, baut auch Tadschikistan seit mehreren Jahren seine Staudämme aus, doch der größte Einschnitt in die Wasserwirtschaft Tadschikistans geschah bereits zu Sowjetzeiten, als am Syrdarja ein Damm errichtet wurde, der den größten See des Landes anstaute. Usbekistan wiederum leidet einerseits unter der geringeren Durchflussmenge durch die Dämme stromaufwärts, andererseits durch kirgisische Gebietsansprüche im Fergana-Tal. Das Fergana-Tal wird überwiegend von Usbekistan kontrolliert und dort findet viel Landwirtschaft statt. Während der Zeit als Sowjetrepublik wurde hier vor allem der Anbau von Baumwolle für den Export gefördert. Noch heute stemmt Usbekistan 10% der globalen Baumwoll-Exporte. Baumwolle benötigt beim Anbau so viel Wasser, dass ihr Anbau in Kasachstan und Usbekistan maßgeblich zur Austrocknung des Aral-Sees beigetragen hat. Das wiederum führte zu Salz- und Staubstürmen. Russland und Usbekistan führen heute abgekühlte Beziehungen, bei denen Russland u.a. als finanzielles Geberland auftritt.