Sudan / Türkei / Argentinien
Türkei
Türkei beginnt Militärmanöver in Ägäis, nachdem auch Griechenland Gebietsansprüche vor Küste ausweitet (AFP).
Türkei beginnt Militärmanöver in Ägäis, nachdem auch Griechenland Gebietsansprüche vor Küste ausweitet (AFP).
Griechenland, FR, IT und Zypern starten großangelegtes Manöver im Mittelmeer, nachdem Griechenland Hoheitsgewässer ausdehnt (rnd).
Griechenland fordert Sanktionen gegen Türkei wegen Erdgasbohrungen und Gebietsansprüchen im Mittelmeer (SP).
Griechenland plant Militärübungen im Streit um Gasfelder im Ost-Mittelmeer, während Türkei erneut Forschungsschiff entsandt (rnd).
8 Tote bei Flut in Griechenland (AJ); Scholz wird SPD-Kanzlerkandidat für Parlamentswahlen 2021 (AJ); Ölnotstand vor Mauritius droht Verschärfung (bbc).
Türkei erkennt maritimes Abkommen zwischen Griechenland und Ägypten zur Aufteilung der Öl- und Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer nicht an, da es dieses Gebiet für sich beansprucht; türkische Schiffe setzen Probebohrungen (28.7) fort (AJ).
Malaysia zieht Bestimmung für Social-Media-Filmer zurück (AJ); Waldbrände in Griechenland außer Kontrolle (bbc); Chemieunfall vor Marseille (SP); Weltweit fehlen 6Mio Pflegekräfte (dB); Tyson boxt wieder (AJ).
Griechenland versetzt Militär in Bereitschaft, um gegen türkischen Anspruch (2.1) auf Gasfeld in Ost-Mittelmeer vorzugehen (SP).
Erste Demonstration in Griechenland mit rehabilitiertem Gesetz (8.8.19) der Diktatur-Zeit verboten (jw).
Nmazedonische Polizei rettet an Grenze zu Griechenland 211 Flüchtlinge, darunter 63 Kinder aus Lastkraftwagen; werden nun deportiert (AJ).
Aus der Welt gefallen 14.
Geschichte der Blutsauger von Emma Paul (2068) Im Folgenden werde ich die Frage erörtern, in welcher Weise der moderne technische Fortschritt in der europäischen Geschichte abzuzeichnen war. Vampire und andere Ungestalten der europäischen Mythologie waren seit ihrer Entstehung Spiegelbild der Ängste, die die jeweiligen Bevölkerungen mit ihren Ideologien umhertrieben. Blutsaugende Dämonen sind seit der griechischen Antike bekannt, wo sich die sogenannten Lamien an den Kehlen von hübschen jungen Männern vergingen. Damals war die Gesellschaft darauf ausgerichtet, dem Schönen und Guten Arbeit zu leisten, da es für etwas "Höheres" gehalten wurden. So wurde auch Sklaverei in der Stadt und auf dem Land legitimiert. Daher war es besonders furchtbar, wenn gerade die von Vampiren ihrer Schönheit und Güte beraubt wurden. Der Mythos verbreitete sich in den folgenden Jahrhunderten auf dem gesamten Balkan und in ganz Westeuropa. Handelte es sich im antiken Griechenland noch um tierähnliche Wesen, mutierte der Vampir mit dem Aufkommen des Christentums mehr und mehr zum untoten Menschen. Im christlichen Mittelalter herrschte die Angst davor, am Tag des Jüngsten Gerichts nicht von Jesus Christus erlöst zu werden. Dies geschah entweder wegen begangener Sünden, oder wegen eines misslungenen Begräbnisses. Selbstmörder etwa wurden nicht in geweihter Erde begraben, sondern verscharrt und galten daher als irrende Seelen, wie auch Ertrunkene und Verschollene. Vampire stellten diejenigen Menschen dar, die von vornherein zu Unrecht in geweihter Erde begraben und daher wieder ausgespuckt wurden. Ende des 19. Jahrhunderts betrat der Vampir in Irland die Bühne der Weltliteratur mit der Erfindung des Dracula. Bram Stoker schrieb seinen Roman über den rumänischen Dracula, der nach Schottland kommt in einer Zeit, in der die Bevölkerung der britischen Inseln traumatisiert war. Durch die Industrialisierung wurden sie nämlich aus ihren seit Jahrhunderten bestehenden Sozialstrukturen gerissen und in eine fremde Welt gebracht. Diese grundlegende Unsicherheit als Fremdling entwickelte sich zu einer Angst vor dem Fremden. Das geschah in einer Zeit, als Osteuropäer auf die britischen Inseln zum Arbeiten kamen, oder um von dort nach Amerika auszuwandern. Die Figur des rumänischen Dracula ist ein Spiegelbild der britischen Xenophobie. Die Darstellung von Vampiren entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer homophoben. Vampire wurden als geschminkte Exzentriker, süffisante Säusler und lila-verliebte Anzugswestenträger dargestellt - eine vergleichbare Vorstellung herrschte von Homosexuellen. 1972 trat in der Sesamstraße erstmals Graf Zahl als aristokratischer Vampir auf, der für die Kinder die Angst vor den Zahlen widerspiegelte, und in der Twilight-Serie ab 2009 stand der Vampir für die Angst vor Romantik. Doch bis 2030 dominierte noch immer die Figur des latent homosexuellen Vampirs. Diese gesellschaftlichen Fehltritte haben wir inzwischen hinter uns gelassen. Als in den 2030ern immer größere Teile der Bevölkerung ein, zwei oder sogar bis zu sieben Mikrochips in ihre Körper gepflanzt bekamen, wandelte sich die Angst ein weiteres mal. Seitdem gelten Technologieverweigerer als die neuen mysteriösen Angstherde, die sich aus unerklärlichen Gründen den Vorzügen der Gemütlichkeit verweigern. Kinder heutzutage bekommen die Geschichten von Vampiren erzählt, die sich Nachts an ihren Unterarm klammern um den Chip daraus zu saugen. Auch die Darstellung der Vampire hat sich verändert. Ihnen ist nur der schwarze Umhang erhalten geblieben, erweitert durch Jeans, Brillen und Jacken, wie die Kinder es von den Jugendbildern ihrer Großeltern kennen. Durch diesen persönlichen Bezug wird der ewige Streit der Generationen noch weiter befeuert zwischen den machthabenden Alten, die zu Beginn unseres Jahrhunderts geboren wurden und beispielsweise gegen die Medizinwende sind, und unsere jungen Generationen, die endlich Gebrauch machen wollen von den Vorzügen ihrer selbst erarbeiteten Technologie.
("Aus der Welt gefallen" ist eine Mini-Serie von Kurzgeschich.
Nigeria leiht 300Mio$ von Afrikanische Entwicklungsbank; Griechenland verlängert Ausgangssperren für Flüchtlingslager.
AFDB: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Afrikanische_Entwicklungsbank https://de.m.wikipedia.org/wiki/Colin_Powell.
Türkei wirft Griechenland vor, Region zu destabilisieren, da es Grundrechte der Flüchtlinge gebrochen hat, indem es Asylrecht (5.4) aussetzte.
Griechenland verlängert Ausgangssperren für Flüchtlingslager, von denen bisher 3 zu Superclustern für Virus geworden sind.
_April 2020_ Der heutige Monatsrückblick kommt nicht mehr darum herum, die Trennung zwischen von Corona abhängigen und unabhängigen Nachrichten aufzuheben. Denn der Ausnahmezustand durch die Pandemie begleitet teilweise politische Krisen, löst sie aber gleichzeitig auch aus. Niemand weiß, wie viele Menschen mit Corona infiziert, und wie viele an CoViD19 gestorben sind. In *Afghanistan* etwa kommt es noch immer zu teils schweren Kämpfen zwischen afghanischen Truppen, der Taliban und auch dem IS. Die USA hatten einen Gefangenenaustausch mit der Taliban initiiert, der nicht eingehalten wurde (12.4), was eine politische Krise ausgelöst hat, die dadurch über den Haufen geworfen wurde, dass einige Taliban-Mitglieder als Anti-Corona-Maßnahmen freigekommen sind. Gleichzeitig befand sich der afghanische Präsident Ghani in Quarantäne, nachdem ein enger Mitarbeiter an dem Virus gestorben war (18.4). In *Venezuela* spielen die USA ein Spiel mit verdeckten, aber transparenten Karten. Zum einen inszenierten sie sich als Vermittler zwischen Präsident Maduro und der Opposition (1.4), andererseits klagten sie Maduro wegen Drogen-Terrorismus an (26.3), setzten ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar auf ihn und seinen Regierungsstab aus und entsandten Kriegsschiffe vor die venezolanische Küste (2.4) *Corona in Europa* ist auf dem Rückzug. In allen im großen Stil betroffenen Ländern ist die Rate der Neuinfektionen inzwischen sinkend. Großbritannien und Schweden erlebten beispielsweise in diesem Monat den bisherigen Höhepunkt. Es bleibt abzuwarten, ob die schrittweise Aufhebung der Sondermaßnahmen gegen Corona zu einem erneuten Anstieg der Neuinfektionen führen wird. Eine abermalige Ausgangssperre ist für viele Menschen undenkbar, da sie Grundrechte (16.4) einschränkt. Die autoritären Notstandsgesetze Ungarns (3.4) blieben auch nicht unbeachtet. Für diejenigen, die in Flüchtlingsheimen, -lagern und anderen *Gefängnissen* sowieso ihrer Grundrechte beraubt sind, bedeuten die aktuellen Maßnahmen übrigens ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Auf griechischen Inseln (19.4), in Halberstadt (5.4), in Indonesien (12.4), Tunesien (10.4) und El Salvador kam es wegen der fehlenden Hygiene zu Revolten. Kriminelle Banden außerhalb der Gefängnisse nutzten ihrerseits die Ausnahmesituation aus, um ihren Bandenkrieg intensiviert (2585 Morde im März in Mexiko) fortzuführen, aber auch um bei der Bevölkerung mit humanitärer Hilfe zu punkten. Von den USA und Europa aus finden noch immer Abschiebungsflüge (1.4) statt, die das Ungerechtigkeitsempfinden noch verschärfen. Im Mittelmeer (8.4) und im Golf von Bengalen (25.4) werden umhertreibende Flüchtlingsboote in Seenot nicht gerettet. Der *Europäische Gerichtshof* hat zwei wichtige Urteile gefällt. Polen, Ungarn und Tschechien hätten sich der Flüchtlingsaufnahme ab dem Jahr 2015 nicht entziehen dürfen (2.4). Und Polens Justizreform (8.4) verletzt den EU-Vertrag zur Unabhängigkeit der Justiz, also der Gewaltenteilung (29.4). Da in Polen auch die Durchführung der Präsidentschaftswahl (6.4), an der 20% der Bevölkerung teilnehmen würde als anti-demokratisch gewertet werden kann, ist dieses Land derzeit unter besonderer Beobachtung. In einem anderen Gerichtsbeschluss hieß es, dass das Aussetzen des Asylrechts durch Griechenland (5.4) illegal war. Die *Wirtschaftlichen Folgen* der Corona-Krise lassen sich zum Ende des ersten Jahresdrittels gut in Zahlen ausdrücken: Rückgang des BIP in den USA um 4,8%, US-Arbeitslosenzahlen von 30 Millionen seit Beginn der Krise, BIP-Einbruch in China um 6,8% (17.4), Schrumpfen der EU-Wirtschaft um 3%, drohende Nahrungsknappheit in Westafrika, Ostafrika und südlichem Afrika und der Welthandel soll laut WTO um 32% rückgehen (8.4). Der Erdölpreis stürzte wegen der geringen Nachfrage trotz vieler Gegenmaßnahmen der OPEC+ (10.4) in die Tiefe, sogar erstmals unter 0$. Die europäische Solidarität bekam wieder einmal einen Dämpfer, als die von süd- und westeuropäischen Ländern vorgeschlagenen Euro-Bonds abgelehnt wurden, und die spanische Forderung einer "Kriegswirtschaft" (5.4) zu wenig gehört wur.
Aussetzen des Asylrechts durch Griechenland (2.3) war illegal; Grenzpolizisten töten 3 Flüchtlinge.
Zweites Flüchtlingslager in Griechenland wegen interner Infektionen unter Quarantäne; Großer Hungerstreik in Flüchtlingsheim Halberstadt, da auch hier Bewohner eingesperrt sind und dadurch Infektionszahl stark auf >35 ansteigt.
_März 2020_ Dieser März war in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Galt im letzten Monat noch der Spruch "What a time to be alive", sollte er in diesem Monat um den Zusatz "and at home" ergänzt werden. Ich bin sicher, dass ich einige bestimmt sehr wichtige Nachrichten vergessen habe. Falls euch noch etwas einfällt, könnt ihr es mir persönlich schreiben; dann bringe ich das morgen gebündelt. Viele politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse sind völlig über den Haufen geworfen, wie die *Demonstrationsbewegungen* in Frankreich gegen das Rentenpaket, das nun per Dekret durchgesetzt wurde, in Algerien gegen die Entourage des 2019 aus dem Amt gedrängten Diktators Bouteflika, die noch immer die algerische Politik durchsetzt, in Chile gegen Präsident Piñeras neoliberale Politik (4.3), im Irak gegen den je nach Laune machthabenden Premierminister, der sich den Beschlüssen des Parlaments widersetzt, in Thailand gegen das Verbot der einzigen demokratischen Partei FF (7.3) und in Burkina Faso (8.3) gegen die geringe Bezahlung der Beamten. Zunächst aber zu den Ereignissen, die relativ unabhängig von der Coronavirus-Pandemie blieben. *Syrische Flüchtlinge* erlebten die ewige Regionalmacht Türkei von zwei hässlichen Seiten von zwei verschiedenen Medaillen aus dem Schatzhaus des Möchtegern-Sultan. Die Türkei verschärfte Militärschläge in der Region Idlib, was zur Flucht von einer Millionen Syrern führte, die jedoch im Bürgerkriegsland verweilen mussten. Inzwischen werden genau diese Lager wieder wegen Corona geräumt. Mit Putin verkündete Erdoğan dann allerdings eine Waffenruhe (5.3), was den Ausschluss der westlichen Mächte aus dem Konflikt zementierte. Zeitgleich beförderte die Türkei syrische und afghanische Flüchtlinge, die bereits in der Türkei waren unter dem falschen Versprechen an die EU-Außengrenzen, ihr Übertritt sei legal. Erdoğan drohte der EU mit Millionen Flüchtlingen, sollte sie ihr nicht mehr Geld zur Flüchtlingsverpflegung geben. Als Reaktion auf die vielen Flüchtlingsfamilien auf türkischer Seite setzte Griechenland die Küstenwache ein und das Asylrecht aus; beides menschenrechtswidirg. Die EU versprach Griechenland 700 Millionen Euro zur Flüchtlingsabwehr. Griechen und Flüchtlinge auf den griechischen Inseln erfahren hingegen keine Unterstützung. Die eine afghanische Regierung unter Präsident Ghani weigerte sich zunächst, das *US-Taliban-Abkommen* umzusetzen, findet nun aber zaghaft Wege (11.3), dem Weltmacht USA die Laune nicht zu verderben. Trumps Laune ist aber verdorben und er entzog Afghanistan eine Milliarde Dollar Hilfsgeldern. Die Taliban verübt weiter Anschläge (4.3) und die USA ziehen Truppen aus dem Land ab (10.3), das sie invadiert hatte, um eben jene Taliban abzusetzen. Bei den *Parlamentswahlen in Guyana* ging es darum, welche Partei den bevorstehenden Erdöl-Boom über die Bühne bringen und somit daraus Profit schlagen könnte. Besonders ist, dass keine der beiden größten Parteien sich durch eine erkennbare politische Linie definiert, sondern durch die Ethnie. Das südamerikanische Land wird bewohnt von Menschen afrikanischer oder indischer Herkunft; ein Zeugnis britischer Kolonialherrschaft. Es ist eine unvollständige Demokratie. Das Wahlergebnis ist noch unklar und umstritten. Die *islamistischen Angriffe* in der Sahel-Zone erlebten in diesem Monat einen Höhepunkt. Richteten sie sich zu Beginn des März noch als Motorrad-Angriffe gegen ungeschützte Dörfer, griffen besonders Boko Haram gegen Ende auch Soldaten an, von denen viele in die bevölkerungsreicheren Regionen an der Küste angezogen wurde, wo sie im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden. Hatte sich eine wichtige malische Miliz noch zu Gesprächen bereit erklärt (9.3), sollten die französischen Truppen (18.3) abziehen, geschah das genaue Gegenteil und Frankreich verkündete eine weitere, neue Militärmission in dem Land. Bei den *Parlamentswahlen in Israel* gab es keine Überraschungen. Es war die dritte Neuwahl binnen eines Jahres, da sich die beiden stärksten Parteien sich davor auf keine Koalition einigen konnten und auch sonst keine Mehrhei.