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Januar 2023

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Januar 2023 Im Januar 2023 habe ich wieder einmal gezählt, wie oft die einzelnen Länder in diesem Kanal erwähnt wurden. Lateinamerika stand dabei besonders im Fokus wegen der Proteste in Peru (Dina Boluarte), dem politischen Wandel in Brasilien (Luiz Inácio Lula da Silva), den multiplen Krisen in Haiti (Ariel Henry G9), sowie dem neuen kolumbianischen Präsident Gustavo Petro. In Afrika findet der Mouvement du 23-Mars-Konflikt weiter statt, in Äthiopien scheint der Tigray-Krieg langsam aber holprig zuendezugehen (Tigray People’s Liberation Front) und in Somalia kämpft die Regierung Hassan Sheikh Mohamud weiter gegen die al-Shabaab und im Norden wird die Autonomie von Somaliland infrage gestellt.

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Welt / Äthiopien / Uganda

Lateinamerika

Antikolonialer Hackerkollektiv hackt Militärs von Mexiko, Kolumbien, Peru, Chile und El Salvador; Kollektiv stellt hunderttausende Mails nun Journalisten+ auf Anfrage zur Verfügung, die diese nun auswerten werden.

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USA / Belize / Guatemala

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5 Internationale Beziehungen von Belize Das vermutlich angespannteste Verhältnis hat Belize zu seinem direkten Nachbarn Guatemala, das 53% des Staatsgebiets von Belize, seine südliche Hälfte, für sich beansprucht. Auf Google Maps ist die guatemaltekisch-belizische Grenze daher nur gestrichelt eingezeichnet. Der Territorialstreit besteht seit dem 18. Jahrhundert und hat seine Wurzeln in einem Streit zwischen Spanien, das ganz Zentralamerika für sich beanspruchte und Großbritannien, das den von Briten bewohnten Küstenstreifen für sich beanspruchte. Aus den spanischen Kolonien wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts unabhängige Staaten und aus den privaten Kolonien britischer Siedler wurde britisches Einflussgebiet. 1859 schlossen Guatemala und Großbritannien einen Vertrag, der den Grenzverlauf festsetzte und den Bau einer Straße beschloss. Guatemala erkennt diesen Vertrag heute nicht mehr an, da die Finanzierung des Straßenbaus unklar sei. Seit 1945 ist der Anspruch Guatemalas auf Belize (damals noch „Britisch Honduras“) in seiner Verfassung verankert. Seit den 1970ern fand die Unabhängigkeit von Belize zunehmend Zuspruch in Lateinamerika, was die Position Guatemalas schwächte und als Belize 1981 unabhängig wurde, stimmte Guatemala als einziges Land gegen die Aufnahme von Belize in die UN-Generalversammlung. Seit 2001 beansprucht Guatemala nur noch die südliche Hälfte von Belize für sich. Dabei kam es immer wieder zu Schusswechseln entlang der Grenze und 2015 sogar zum Tod eines Kindes. Ende der 2010er einigten sich Guatemala und Belize, den Territorialstreit vor dem Internationalen Gerichtshof beizulegen. Das Verfahren wird im Laufe der 2020er beginnen.

Was Belize und Guatemala als indirekte strategische Verbündete eint, ist die politische Anerkennung und Unterstützung Taiwans durch diplomatische Beziehungen. Somit sind sie [Teil der weltweit nur 14 Länder, darunter auch Honduras, die offizielle diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhalten](https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_China_(Taiwa n von /media/Datei:Republik_China-diplomatische_Beziehungen.svg). Die Kooperation zwischen Belize und Taiwan seit 1989 umfasst die normale Bandbreite von Kooperationsabkommen zwischen kleinen Ländern, wie sehr beschränkte Wirtschaftsabkommen und Entwicklungshilfe. Aber die Beziehungen umfassen auch Hilfsleistungen: Nach dem Hurrikan „Earl“ spendete Taiwan 2016 100.000 US-Dollar an Belize, doppelt so viel wie die EU, und seit 2012 besteht ein taiwanesisches Programm zur Versorgung der Landbevölkerung im Landesinneren von Belize mit Fischproteinen.

Belize ist Mitglied der karibischen Staatengemeinschaft Karibische Gemeinschaft, deren Vorsitzende es seit 2021 stellt. Carla Barnett will in ihrem Amt Widerstandsfähigkeit gegen Externe Schocks, wie dem Klimawandel oder der Corona-Pandemie, fördern und sich gegen soziale Notlagen einsetzen. Mit der Dominikanischen Republik unterhält Belize schon länger ein Abkommen über die technische Zusammenarbeit im Tourismussektor.

Belize ist auf der internationalen Bühne ein absolutes Fliegengewicht. Es unterhält diplomatische Vertretungen in Taiwan, Großbritannien, Italien, Belgien, den USA, Mexiko, Guatemala, Honduras, El Salvador, Kuba und der Dominikanischen Republik. Neben von den genannten Ländern befinden sich diplomatische Vertretungen von Japan, Brasilien, Venezuela und Panama in Belize. Die anderen Länder, mit denen Belize diplomatische Beziehungen unterhält, betreiben zumeist ein Belize-Büro ihrer Botschaft in Mexiko, El Salvador oder Guatemala. Seit 2014 nimmt die Zahl der diplomatischen Beziehungen pro Jahr um je zwei bis vier Länder zu, zuletzt mit Nepal, Kenia und Moldawien im laufenden Jahr 2022.

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USA / Belize / Sinaloa

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4 Proteste und Gewerkschaften Laut einem Beitrag von Deutschlandfunk Kultur aus dem Juni 2020 ist die Selbstbezeichnung der Belizier als „Sklaven“ üblich, um die sozialen und politischen Verhältnisse im Land kritisch zu beschreiben. Dem zufolge wird kritisiert, dass eine „Sklaven-Mentalität“ herrsche, wodurch arme und ungebildete Belizier mehr kontrolliert werden könnten. Das Misstrauen gegenüber Staat und Regierung habe ich bereits erwähnt, aber es schlägt sich nicht nur in Passivität nieder. Belize hat eine lange Geschichte von Protest und Widerstand, der jedoch immer wieder erfolgreich von der belizischen Elite und internationalen Konzernen niedergeschlagen wurde.

2020 fanden im Hafen der größten Stadt von Belize, Belize-Stadt, Demonstrationen der 150 gewerkschaftlich organisierten Hafenarbeiter statt. Sie warfen den Zucker-Exporteuren vor, den Export von Belize-Stadt nach Big Creek verlagern zu wollen, wo die Hafenarbeiter nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Zucker ist das wichtigste Exportgut von Belize und sein Handel wird von zwei belizischen Unternehmen kontrolliert. Im März 2020 erlangten die Proteste einen ersten Höhepunkt, als auch weitere Gewerkschaften zu Protesten aufriefen, um die beiden Unternehmen zu bewegen, ihre geheimen Absprachen offenzulegen. Es begann ein viertägiger Streik. Bis Ende Juni waren weitere Proteste wegen des Corona-Lockdowns und des Notstands nicht möglich. Im Juli fand eine neue Protestaktion statt, bei der die Polizei scharf mit Gummigeschossen schoss und einen Protestierenden schwer verrletzte. Im August 2020 unterzeichneten die Gewerkschaft und die Unternehmen schließlich einen Tarifvertrag, der die Arbeitszeiten regelte, was als Erfolg gewertet wurde. Aber die Umstrukturierung des Zuckerexportmarkts zu Gunsten des Hafens von Big Creek wurde nicht besprochen. Insofern haben die Proteste nicht ihr zentrales Ziel erreicht. Sie haben Teile ihrer Arbeitnehmerinteressen durchgesetzt, aber kein langfristiges Konzept erkämpft, wie Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessert werden können, auch für die Hafenarbeiter von Big Creek. Es ist unter anderem dem Modell von Gewerkschaften geschuldet, dass zugrundeliegende Probleme des kapitalistischen System nicht erfolgreich angegangen werden. Das liegt möglicherweise auch daran, dass die Zuckerindustrie ihre Interessen in der Regierung gut vertreten kann und so der Einsatz von Gummigeschossen überhaupt erst möglich wurde. Nicht nur die Zucker-, sondern auch die Bananen-Industrie ist in den letzten Jahrzehnten enorm mächtig geworden.

Die Schwäche von Protesten war auch 2015 auffällig, als mit einem Schlag 1200 zentralamerikanische Arbeitsmigranten von den Bananen-Plantagen des größten Bananen-Unternehmen des Landes entlassen wurden. Dem Besitzer von Mayan King Bananas, John Zabaneh, waren 2012 vom Finanzministerium der USA Verbindungen zum mexikanischen Sinaloa-Kartell und dem Drogenhändler „El Chapo“ vorgeworfen worden, woraufhin es Sanktionen gegen ihn erließ. Belize gilt als Land, das laut USA „bei der Erfüllung (seiner) internationalen Verpflichtungen nachweislich versagt [hat]“. Gemeint damit sind die "internationalen Verpflichtungen", die die USA Belize auferlegt. Zabaneh wies den Vorwurf von sich, klagte 2017 sogar gegen das US-Finanzministerium und gewann 2022 den Prozess. Aber in der Zwischenzeit waren seine Geschäftspartner, namentlich der irische Früchtekonzern Fyffes Ltd. von ihm abgerückt und Mayan King Bananas musste seine Plantagen schließen. Der us-amerikanische „War On Drugs“ führte in Belize also dazu, dass 1200 Arbeitsmigranten die wirtschaftliche Grundlage ihrer Existenz entzogen wurde. Die US-NGO NACLA wirft die Frage auf, inwiefern US-Drogenpolitik Verantwortung für die Notlage gefährdeter Landarbeiter übernehmen muss. Doch die Formulierung ihrer Interessen mussten die Arbeiter auf kleine Protestbanner beschränken. Wie soll man auch erfolgreich gegen eine dermaßen einflussreiche Politik einer solchen Macht, wie der USA protestieren, die Belize, wie ganz Lateinamerika, als ihren Hinterhof betrachtet?

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Lateinamerika / Belize / Tansania

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Politisch hat sich Lateinamerika inzwischen zu unterschiedlich entwickelt, um daraus einen „lateinamerikanischen“ Faktor zu erschließen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Belize im Fragile States Index, dem Democracy Index, dem Pressefreiheit Index und dem Freedom in the World Index ins Spektrum Lateinamerikas fällt – aber das tun auch Tansania und Indonesien. Es gibt im politischen Bereich einige entscheidende Unterschiede zwischen Belize und anderen, genuin lateinamerikanischen Ländern: Während in anderen Ländern ein Mehrparteiensystem besteht, in dem unterschiedliche Parteien Regierungsmacht erlangen, gibt es in Belize traditionell zwei große Parteien, von der eine etwas links, die andere etwas rechts der politischen Mitte steht. Das ist ein Erbe der britischen Kolonialherrschaft, die erst 1981 endete. Die sozialdemokratische PUP und die konservative UDP wechseln sich seit 1981 mit der Ernennung des Premierministers ab. Sie stehen so sehr für die Staatsidentität, dass es ihre Parteifarben sind, die auf der belizischen Flagge zu sehen sind. Ein weiteres Erbe der britischen Kolonialherrschaft ist, dass es sich bei Belize noch immer um eine Monarchie handelt, dessen Oberhaupt die englische Königin Elisabeth II. ist. Zudem ist Belize Teil des Commonwealth. Da Belize erst seit 1981 unabhängig ist, war auch der historische Werdegang des politischen Systems grundlegend anders, als in den anderen, genuin lateinamerikanischen Ländern.

Wenn man Belize also näher betrachten möchte, bieten sich zu einigen Themen Vergleiche mit anderen lateinamerikanischen Staaten an, zu anderen Themen wäre ein solcher Vergleich irreführend.

2 Belize in den Nachrichten In diesem Kanal fand die erste Erwähnung von Belize im November 2020 anlässlich der Parlamentswahlen statt. Meine Quelle war damals der internationale Nachrichtensender Aljazeera, der zwar über die anstehende Wahl berichtete, aber nicht über ihr Ergebnis. Laut dem Aljazeera-Bericht waren im Wahlkampf die sich verschlechternde Wirtschaft, das Ausbleiben des Tourismus durch die Corona-Pandemie, die strenge Corona-Politik und Korruptionsvorwürfe gegen Barrow Themen. Der bis dato amtierende konservative UDP-Premierminister Dean Barrow durfte nach drei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Diese Themen waren dann vermutlich auch ausschlaggebend dafür, dass die sozialdemokratische PUP die Wahlen in einem Erdrutschsieg gewann und sogar die absolute Mehrheit von 26 der 31 Parlamentssitze auf sich vereinigen konnte. Die Wahlbeteiligung lag dabei mit 81% auf dem höchsten Stand seit 1998, als die PUP schon mal die absolute Mehrheit erreichte. Laut dem Bericht der deutschen Nachrichtenportal amerika21 plädierte der neue Premierminister John Briceño für einen „Neuanfang“ nach zwölf Jahren der Regierung Barrow. Laut einem Artikel auf dem Nachrichtenportal centralamerica.com, das zu einem costa ricanischen Reiseunternehmen gehört, hatte das Vertrauen in die Regierung und den Staat in den Jahren vor der Wahl abgenommen und Briceño müsse nun schnell Ergebnisse dieses Neuanfangs sichtbar machen.

Anlässlich des Wahlergebnisses berichtete auch der britische Nachrichtensender BBC in wenigen Worten über den Wirtschaftseinbruch von 16% durch Corona. Von den internationalen, englischsprachigen Zeitungen berichteten weder die CNN, noch the Guardian über die Wahlen und in Deutschland gab es in keiner größeren Online-Zeitung einen Bericht über die Wahlen, die immerhin einen Machtwechsel nach 12 Jahren (ca. 1/3 der Existenz von Belize) darstellten.

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USA / Belize / Großbritannien

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Ein Blick nach Belize 2022 🇧🇿 Über das zentralamerikanische Land Belize findet in der deutschen Medienlandschaft, und auch hier im Kanal, sehr wenig Berichterstattung statt. Wenn überhaupt, wird Belize häufig in einer Aneinanderreihung zentralamerikanischer oder karibischer Länder genannt. In diesem Kanal beschränkte sich die Berichterstattung auf die Erwähnung der Parlamentswahlen, sowie auf die Erwähnung der internationalen Beziehungen zu den USA, Großbritannien und Taiwan. Das Land ist in etwa so große wie Mecklenburg-Vorpommern, hat aber mit 420.000 Einwohnern eine deutlich geringere Bevölkerungsdichte, vergleichbar mit der Finnlands.

1 Belize – ein englischsprachiges Land in Lateinamerika? Das Land Belize gilt als einziges Land, das trotz seiner englischsprachigen Prägung zu Lateinamerika gezählt wird. Lateinamerika umfasst insbesondere spanischsprachig und portugiesischsprachig geprägte Länder, sowie – je nach Auslegung – französischsprachig geprägte Länder Nord- und Südamerikas. Aber der Begriff steht auch für ein grobes Bild von der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Verfassung eines Landes. Belize weist einige „lateinamerikanische Faktoren“ auf, die es eher in das grobe Bild Lateinamerikas, als in das Angloamerikas (USA und Kanada) einordnen lassen.

Der offensichtlichste Faktor ist die geographische Lage von Belize an der Karibikküste Zentralamerikas zwischen Mexiko und Guatemala, die beide eindeutig zu Lateinamerika zählen. Kulturell ist in Belize eine Mehrheit von 50% katholisch, wobei Pfingst- und Freikirchen seit vielen Jahren einen Aufschwung erleben. Ein ähnlicher Trend ist in anderen lateinamerikanischen Ländern zu beobachten. Die Belizier sind Nachkommen von afrikanischen Sklaven, indigenen Maya, von Europäern, sowie von Südasiaten, die während der britischen Kolonialzeit in die Karibik auswanderten. In der Bevölkerung wächst der spanischsprachige Anteil wegen der Zuwanderung zentralamerikanischer Flüchtlinge und Migranten, sodass inzwischen ½ der Bevölkerung spanischsprachig ist. Das und die hohe Geburtenrate führte zu einem Bevölkerungswachstum von 41% seit 2000 auf jetzt 420.000.

Die Wirtschaft des Landes basiert auf Rohstoffexport und Tourismus und ist durch eine hohe Staatsverschuldung von 85% in ihrer politischen Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. 1/3 der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Edelhölzer werden manchmal noch als der wichtigste Exportrohstoff genannt, aber tatsächlich ist es inzwischen Zucker - ein Wandel der sich auch in der belizischen Landschaft wiederspiegelt. Der Tourismus spezialisierte sich seit den 1990ern auf Öko-Tourismus, für die – alles andere als „öko“ - Korallenriffe zerstört wurden. Die umfassende Ausbreitung der Tourismusindustrie geschah zu einer Zeit, als Belize als wichtige Steueroase galt, die Investitionen für die Hotels von heute also nicht ausreichend versteuert wurden. Das ändert sich seit 2015 ein wenig, als Belize ein Steuerinformationsabkommen mit der Schweiz unterzeichnete. Aber seit 2019 befindet sich Belize wieder auf der EU-Liste der Steueroasen. Laut dem Tax Justice Network kam es so 2021 zu 82 Millionen US-Dollar an Steuerverlusten, was 18% der belizischen Steuereinnahmen entspricht.

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Ukraine / Westeuropa / Sierra Leone

Iran / Lateinamerika

Demonstration in Venezuela zur Freigabe des venezolanischen Flugzeugs mit Autoteilen an Bord, das Anfang Juni in Argentinien beschlagnahmt wurde; iranisch-venezolanische Besatzung inzwischen freigelassen.

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USA / Deutschland / Ukraine

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Diese Karte zeigt die Landeserwähnungen in der Tagesschau im Juli 2022. Ich musste mich auf Überschriften der Beiträge beschränken (z.B. ). Dadurch wurden nicht die Länder gezählt, die nur im Sprechteil erwähnt wurden. Die Tagesschau-Karte und meine Karte sind also nicht direkt zu vergleichen. Aber es entsteht ein Eindruck. Sie legt offensichtlich einen immensen Schwerpunkt auf Deutschland, sowie den Ukraine-Krieg. Die außereuropäische Berichterstattung legte ihren Fokus auf die USA, Kanada wurde wegen des Papst-Besuches erwähnt. Zu Lateinamerika und Afrika sah die Berichterstattung sehr dünn aus. Über Nigeria wurde nur wegen der Rückgabe von Kulturgütern durch Deutschland berichtet, über Brasilien wegen der Regenwaldabholzung. Zur deutschen Rolle in der politischen Spannung zwischen Mali und der Elfenbeinküste wurde nicht berichtet. Berichterstattung über Länder des Globalen Südens wären vielleicht eher in den Tagesthemen zu erwarten. Die Leere auf der Tagesschau-Karte hat mich trotzdem erschüttert.

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Äthiopien / Kolumbien / Frankreich

Kolumbien

Mit Gustavo Petro gewinnt erstmals linker Kandidat Präsidentschaftswahlen in Geschichte Kolumbiens, sehr knapp mit 50,4%; Vizepräsident wird Umweltaktivistin Márquez; Will nun Land versöhnen, was aktuellem Präsident Duque nicht gelungen war; Setzt somit seit 2018 anhaltenden, relativen Linksruck in Lateinamerika fort: 2018 Mexiko, 2019 Argentinien, 2020 Bolivien, 2021 Peru, 2022 Chile und Honduras (NvGuH).

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April 2022

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April 2022 Die Nachrichtenverteilung hat sich in diesem Monat wieder "normalisiert": zu Asien, Afrika und Lateinamerika kommen wieder verhältnismäßig mehr Nachrichten, als im März. Mit insgesamt 917 Landeserwähnungen liegt die Zahl im April deutlich unter den 1132 im März. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Berichterstattung zum Ukraine-Krieg nachgelassen hat. So überschritt die Ukraine im April auch nicht die 8%-Marke, wie noch im März. Weitere Ausreißer sind in Südasien Pakistan und Sri Lanka, die auch die Liste der meisten Top-Meldungen anführen. Ostafrika bleibt eine transnational höchst aktive Region mit neuen Ansätzen zur Etablierung einer neuen gemeinsamen Sicherheitspolitik.

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Februar 2022

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Februar 2022 Auch im Februar habe ich die Erwähnungen der Länder der Welt in diesem Kanal gezählt. Der Ukraine-Krieg hat zu einem Anstieg der Erwähnungen von Ländern geführt, von 656 im Januar auf 867 im Februar. Der Krieg hat zu einer vermehrten Berichterstattung zur Ukraine und Russland geführt, gleichzeitig haben die Nachrichten aus den anderen Teilen Osteuropas nicht zugenommen. Diese Nachrichten-Flut aus der Ukraine führt zu weniger Berichterstattung zu anderen Themen aus arabischen Ländern, Westafrika und Südafrika. Das hat z.B. auch damit zu tun, dass sich die Situation um die Putsch-Welle in Westafrika beruhigt hat. Die Zahl der Berichte aus Ostafrika und Südasien blieben auf hohem Niveau und die Berichterstattung aus Lateinamerika nahm zu. Wie sich die Situation rund um die Berichterstattung entwickeln wird, wird sich wohl im nächsten Monat zeigen. Hier eine Seite, auf der man deutschlandweit Zimmer für ukrainische Geflüchtete anbieten kann: https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/.

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USA / Rufiji / Ostafrika

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Jahresrückblick 2021: Ostafrika.

Viele ostafrikanische Länder erlebten 2021 einen weiteren Höhepunkt islamistischer Aktivität: In Mosambik eroberte die Ahlu Sunna Wal Jammah (ASWJ) die Hafenstadt Palma, im Osten der Demokratischen Republik Kongo verübten die Allied Democratic Forces (ADF) dutzende Angriffe auf die Zivilbevölkerung und in Kenia ist noch immer die al-Shabaab aktiv. Eine relativ neue Entwicklung sind seit November Anschläge in Uganda und Ruanda, die mit der ASWJ und der ADF in Verbindung gebracht werden. Beide Gruppen wurden im März 2021 von den USA auf die „Terror-Liste“ gesetzt und beiden Gruppen werden enge Verbindungen zum Islamischen Staat (IS) nachgesagt. Ein weiteres wichtiges Ereignis für Ostafrika ist der anstehende Beitritt der Demokratischen Republik Kongo (Demokratische Republik Kongo) zur ostafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ostafrikanische Gemeinschaft. Seit Jahrzehnten befinden sich Infrastrukturprojekte im Bau, die darauf abzielen, die Ressourcen des Ostens der Demokratische Republik Kongo an die ostafrikanischen Häfen Tansanias und Kenias am Indischen Ozean zu transportieren. Unter der EAC werden zahlreiche Verträge geschlossen werden, die die Ausbeutung und den Transport dieser Ressourcen für den Weltmarkt erleichtern werden. Entlang dieser beiden Themen-Gebiete werde ich in den nächsten Tagen Texte veröffentlichen, die teilweise mit Karten versehen sein werden. Es geht um die Begriffe „Entwicklung“ und „Terror“, die East African Crude Oil Pipeline, den Rufiji-Staudamm, Geldpolitik, Schulden, Zement, Korruption und die sozialen Auswirkungen dieser ganzen Trends. Meine grundlegende These dieses Überblickes ist, dass die ostafrikanischen Staaten langfristig nicht von der Ausbeutung ihrer Ressourcen und dem Ausbau der Infrastruktur profitieren.

Die Behauptungen, die ich in dem Text aufstelle sind mit Belegen oder weiterführenden Informationen verlinkt - ja, selten auch zu einer Wikipedia-Seite. Die Zahlen in den Klammern, z.B. (3), zeigt die Seitenzahl der verlinkten pdf-Dokumente an. In einigen Fällen erscheint beim Klicken auf die verlinkte Zahl in den Klammern kein pdf-Dokument, sondern eine Seite, auf der man die pdf herunterladen kann, oder eine Versandhaus-Seite zu einem Buch, das mir nur als Print vorliegt. Ein guter Teil der verlinken Quellen sind Zeitungsartikel der kenianischen „The EastAfrican“ und des tansanischen „The Citizen“. Beide Zeitungen gehören zur kenianischen Nation Media Group, dem größten Medienkonzern Ostafrikas, an der der schweizer Aga Khan Fund for Economic Development mit 44,6% den Löwenanteil hält. Diese international agierende Finanzierungsgruppe ist Teil des Aga Khan Development Network, das zum Ziel hat, an der Entwicklung von Entwicklungsländern teilzuhaben und davon zu profitieren. Die Aga Khan-Gruppe gilt für den deutsch-französischen Fernsehsender ARTE als ein Positivbeispiel für die Förderung ländlicher Entwicklung in Kenia. Da es in diesem Jahresrückblick viel um eben diesen „Entwicklungs“-Ansatz in Ostafrika geht, halte ich es für angebracht, den Teil-Finanzier dieser Quellen hiermit transparent zu machen. Ich habe die Quellen dementsprechend behandelt und gezielt nach weiterführenden Informationen gesucht, die nicht selten in die Schweiz und nach Kanada geführt haben. Diese Informationen kann ich wegen ihrer Menge nur exemplarisch an manchen Stellen ausführen. Insgesamt kann ich feststellen, dass alle international agierende Medien über die Zusammenhänge zwischen der ostafrikanischen Entwicklung und den Interessen westlicher Konzerne nicht ausreichend berichten. Wenn ich an manchen Stellen Bezug zu Orten im deutschsprachigen Raum herstelle, dann will ich damit nur euren Bezug zum Thema fördern und keine waghalsige Situationsvergleiche.

Ab morgen werde ich die inhaltlichen Texte veröffentlichen. Der Ostafrika-Jahresrückblick ist in diesem Jahr deutlich umfassender, als der Lateinamerika-Jahresrückblick 2020. Das liegt auch daran, dass ich vorhabe, in diesem Bereich meine Abschlussarbeit für die Universität zu schreiben. Wenn eure Forschungs- und Betätigungsfelder auch ostafrikanische Themen berühren, schreibt mich gerne an.

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Uganda / USA / Barbados

Barbados

Barbados löst sich aus monarchischer Personalunion mit UK und begründet republikanische Staatsform; Mason (22.10) neue Präsident; Premierminister Mottles ernennt Musikerin Rihanna (6.2) zur Nationalheldin.

In Kürze

UN und Weltbank warnen vor Nahrungsmittelunsicherheit in Lateinamerika und Karibik, u.a. da Beschäftigung um 12,5% zurückgeht.