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Europa / Welt

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Nicht vergessen! Als im Skandinavien der 1800er Jahre die ersten Funde der Vorgeschichte wissenschaftlich dokumentiert wurden, vielen Zusammhänge auch ohne das Vorhandensein der Schrift oder von Augenzeugenberichten auf. Die Vorgeschichte wurde somit zu einer wissenschaftlichen Disziplin, die eng mit der Anthropologie in Verbindung stand. 1836 veröffentliche der Gründer und Direktor des Dänischen Nationalmuseums in Kopenhagen Christian Jürgensen Thomsen eine zusammenfassende Darstellung der archäologischen Funde im Museumsführer. In dieser waren die verschiedenen Beschaffenheiten des für Waffen und Werkzeuge verwendeten Materials als zeitliches Mittel der Einordnung genutzt worden. Man hatte gefunden, dass an vielen Punkten an Stelle des Eisens, das man aus der "Geschichte" Skandinaviens kannte, die Bronze getreten war, und dass an manchen Fundorten Metall gänzlich fehlte. Diese Instrumente bestanden aus Stein, der mal mehr, mal weniger fein bearbeitet war. So wurden die prähistorischen Kulturstufen bestimmt: als älteste die Steinzeit, dann die Bronzezeit und schließlich die Eisenzeit. Diese Einteilung ist das Fundament aller vorgeschichtlichen Forschung geworden. Sie breitete sich seit 1836 von Skandinavien über ganz Europa und bis in alle Ecken der Welt aus, wo das Dreiperiodensystem heute noch das Maß der meisten Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet ist. 1865 wurde es durch John Lubbock erstmals verfeinert und die Steinzeit definierte sich neu in die "Periode des geschlagenen Steins“ (Altsteinzeit) sowie die „Periode des geschliffenen Steins" (Jungsteinzeit). Doch schon zuvor war die Existenz der Steinzeit erahnt worden, wie vom römischen Dichter Lukrez, der in seiner De natura rerum von älteren Zeiten spricht, da Hände, Nägel, Zähne, Äste und Steine die Waffen der Menschen waren, und 1730 vom braunschweiger Professor Eccardus, der in seiner De origine Germanorum die Meinung vertrat, alle Völker haben vor der Kenntnis der Metalle Steine gebraucht und die Bronze sei das erste "gezähmte" Metall gewesen.

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Welt / West-Papua / Guinea

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Nicht vergessen! Nach Grönland die zweitgrößte Insel der Welt ist Neuguinea. Auf ihr befinden sich die beiden indonesischen Provinzen West-Papua und West West-Papua, sowie der souveräne Staat Papua Neu-Guinea, der bis 1975 zu Australien gehörte. Bevor der Spanier Yñigo Ortiz de Retez 1545 der Insel ihren heutigen Namen gab, hatte sie viele andere. Zwar ist Papua Neu-Guinea das Land mit den meisten Sprachen (847, oder rund 1/7 aller Sprachen weltweit), doch sie sind lokal sehr begrenzt und haben keine Bezeichnung für die gesamte Insel. Und so ist auch die erste Sprache, die Neuguinea einen Namen gab, die malaiische. Die Malaiien sind Nachkommen der Polynesier, die über Jahrtausende hinweg den Pazifik bis Hawaii und den Osterinseln, sowie den indischen Ozean bis Madagaskar besiedelten. Insbesondere Indonesien und Malaysia gelten heute als Erben dieser Kultur. Doch vor Neuguinea machten die Malaien halt, möglicherweise wegen ihrer ungewohnt unbezwingbaren Bergketten. So ist es, dass die Erscheinung der Neuguineaner heute den Aborigines ähnlicher ist, als den Indonesiern. Die malaiische Bezeichnung der Insel bedeutet übersetzt "kraushaarig" und ist uns wohl bekannt: Papua. Bis 1545 benutzten auch die Spanier und die Portugiesen in der Gegend diesen Namen. Der Wechsel zu "Neuguinea" erfolgte, als die Weltumsegler feststellten, dass die Neuguineaner den Menschen ähnlich sahen, auf die sie in der afrikanischen Region Guinea gestoßen waren. Hatten die Niederländer die Insel zunächst nach einem ihrer Seefahrer Schouten-Insel genannt, wechselten sie Mitte des 17. Jahrhunderts auch zur Bezeichnung Neuguinea. Die Niederländer waren damals die Regionalmacht im indonesischen Archipel und etablierten den Namen auch in allen anderen Sprachen. Die Dynamik der Sprachen mal wieder... eine Insel in Südostasien bekommt ihren Namen von einem Spanier, der findet, dass es die Bewohner Ähnlichkeiten zur Westküste Afrikas haben, die ihren Namen von Berbern bekommen hat, was aber auch schon den Nachbarn der Insel aufgefallen ist, die zuvor die lange Strecke von Afrika bis Südamerika segeln konnten, ohne feindliches Gebiet zu betreten - abgesegnet von den Holländern.

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USA / Europa / Welt

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Nicht vergessen! Mit der Turbo-Bekanntheit der Supermodels in den 1990ern kamen auch positive Effekte einher. Dadurch, dass sie in den Medien sehr präsent wurden, wurden ihre Namen, Personen und sogar ihre Stimmen bekannt. Das ist der Paradigmenwechsel, von dem ich am Anfang sprach. Es war ein schleichender Prozess, aber dass die Supermodels aus dem rein visuellem Medium der Mode heraustreten konnten und von sich aus eine Stimme hatten... das ist ein Paradigmenwechsel. Die Ellbogenmentalität existierte natürlich auch schon zuvor, aber in einem viel kleinerem Maßstab. Jetzt konkurrieren nicht mehr Vogue und ELLE um die Models, sondern die Models setzten ELLE solange zu, bis sie von Vogue anerkannt werden mussten - zum Beispiel. Die Models machten sich nun selber zum Objekt und wurden somit zum Subjekt - Selbstausbeutung. Der Modeindustrie gefiel das nicht und setzte ihrerseits Waffen ein. Aus dem Stereotyp, Models seien "Dummerchen" wandelte es sich dazu, sie seien dumme anti-soziale Zicken. Dieses Bild ist bis heute in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitet und dient dazu, das harte Konkurrenzdenken einiger Supermodels zu diffamieren, obwohl es genauso in männlicher Form in jeder anderen Industrie vorkommt. Auf dem Gipfel des Erfolgs können es sich die Pop-Models es leisten, sich breiter aufzustellen: Naomi Campbell schreibt ein Buch, singt und schauspielert, Claudia Schiffer und Cindy Crawford tun es ihr gleich. Im neuen Fernsehsender MTV sind ehemalige Models auch als Moderatorinen gerne gesehen. Gemeinsam gründen sie die Restaurant-Kette Fashion-Café. In den 1990ern in den USA gehörten Model-Wettbewerbe die besten Sendezeiten im TV, was sich auch auf Europa auswirkte. In diese Version einer glamourösen Welt wurden die meisten von uns hineingeboren und mit ihr wuchsen wir auf.

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Welt / Europa

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Nicht vergessen! Die arabische Welt brauchte früh ein einheitliches Maßeinheits-System, da arabische Reiche eine große Fläche umfassten. Das alte arabische Maßsystem basiert auf dem persischen, welches wiederum auf dem mesopotamischen System aufbaut. Allerdings sind uns nur die Längeneinheiten überliefert. Wie auch im nicht-arabischen Europa der damaligen Zeit, orientiert sich das arabische System im Kleinen an den leicht verfügbaren Körperteilen: eine assbaa (Finger) sind 2cm, eine cabda (Hand) 8cm, eine qadima (Fuß) 32cm und ein arsh (Elle) 48cm bis 64cm. Ein seir, also Stadion ist 192,04m lang. Es folgen die Eigennamen ghalva für 230,44m, farasakh für 5,7611km, barid für 23,044km und marhala für 46,089km, wobei jedes Maß auf einem anderen aufbaut. Schließlich gibt es noch die Sa, übersetzt "Becher", die je nach Region 2-4l Flüssigkeit fasst. Sie hat im Islam eine besondere Bedeutung, denn sie wurde von Allah persönlich als einzig wahre Einheit anerkannt, nachdem der Prophet Muhammad ihn darum gebeten hatte. Er stand damals, im Mai und Juni des Jahres 628 n.Chr. kurz vor der Schlacht um die Oasenstadt Khaybar im heutigen Saudi Arabien gegen die Juden. Aus ihrer Schwesterstadt Yathrib sollte später Medina werden. Bei mehr als 15.000 beteiligten Kämpfern gab es nur rund 110 Tote, was für damalige Zeit ein normales Verhältnis ist.

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Großbritannien / Welt

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*Nicht vergessen!* 1974 war das Geburtsjahr der Disco-Musik, doch das erste Lied, das einzig und allein diesem Genre zugewiesen werden kann, und nicht noch Soul, Funk oder R&B ist Van McCoys "The Hustle", das im Juli 1975 die Charts stürmte. Van McCoy war zuvor nicht als Musiker selbst aufgetreten, sondern als Produzent. Für mehr als 700 meist orchestrale Lieder war er der Songwriter! Der Hustle war zunächst ein semi-populärer Tanz in den puerto ricanisch dominierten Disco-Räumen der Bronx und naturgemäß schüttelte der übertalentierte McCoy binnen einer halben Stunde inspiriert vom Tanz einen neuen Song aus dem Ärmel, wie er es schon hunderte Male zuvor gemacht hatte. Er wurde sein einziger Hit. Maßgeblich ist dem Flötensolo im Hook der Erfolg zuzuschreiben. Doch wie die Musikgeschichte zeigt, ist ein Tanz-Hit keine gute Grundlage für den Künstler, seine Karriere so erfolgreich weiterzuführen (vgl. Silento mit seinem "Whip/Nae Nae" oder Los del Rio mit dem "Macarena"). Nichtsdestotrotz brachte McCoy weitere Alben raus, die mäßig erfolgreich waren. Nur in Großbritannien landete er 1977 noch einen Top-10-Hit mit dem spirituellen Hustle-Nachfolger "The Shuffle", der im Grunde nichts anderes ist, als ein verlangsamter Hustle. Und schließlich verirrte er sich mit dem Album um den "Soul Cha Cha", dem "Indian Warpath" und den "Oriental Boogie" endgültig in der Welt der Weltmusik. 1979 starb er mit 39 Jahren an einem Herzinfarkt. Es mag sein, dass Kokain-Konsum sowohl zu seiner unglaublichen Produktivität, alsauch seiner Todesursache beigetragen haben könnte.

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Pakistan / Welt

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Nicht vergessen! Bis 1920 n.Chr. galten die Indo-Aryas (Arier) als die Schöpfer der indischen Kultur. Doch mit der Erforschung der antiken Städte Mohenjo Daro und Harappa von ca. 3000 v.Chr. in Pakistan änderte sich dieses Bild maßgeblich. Trotz der Entfernung von 640km zwischen diesen beiden Städten wiesen sie eine einheitliche Kultur mit Akropolis auf künstlichen Hügeln und Unterstadt auf. Es war die am höchsten entwickelte Städteplanung der damaligen Welt. Auf der Akropolis befanden sich Versammlungshallen und kultische Bauten, in Mohenjo Daro zusätzlich das "große Bad" (13×8×3 Meter), das an die großartige Kanalisation angebunden war. Auch die 27 gigantischen Kornkammern (50×25×5 Meter) mit Belüftung sprechen in Mohenjo Daro für eine hoch entwickelte Zivilisation. Die Unterstädte waren in regelmäßige Wohnblocks vom 330×170 Metern unterteilt. An die 10m breiten Hauptstraßen schlossen sich zahlreiche regelmäßig angelegte Gässchen an, unter denen das Abwassersystem lief. Die Häuser hatten einen Innenhof und einen eigenen Brunnen. Die Ziegel für den Häuserbau waren streng im Verhältnis 4:2:1 normiert. Dieser grandiosen und detailreichen Städteplanung waren große mathematische, logistische und gesellschaftliche Errungenschaften vorhergegangen. Die größten Errungenschaften der damaligen Zeit.

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Iran / Welt / Europa

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hren Kurs gegen den Iran nicht härten, hatte keine Konsequenzen. Auch die jährlich 300 Milliarden Euro Verluste durch massiven Umsatzsteuerbetrug in der EU blieb weitestgehend unkommentiert. Teilnehmer der Kohlekommission und zivile Verbände warfen der Bundesregierung Wortbruch vor, als sie den Plan für den *Kohleausstieg* bis 2038 vorstellten. Das *Impeachmentverfahren* gegen Trump erfuhr einen neuen kaum noch fassbaren Schub an Brisanz, als immer mehr Zeugen sich mit klaren Aussagen gegen ihn stellten. Diese Zeugen werden jedoch nicht im Verfahren gehört werden. Der *Coronavirus* hält die Welt in Atem. Er brach in der chinesischen Millionenstadt Wuhan aus, in deren Umfeld nun 45 Millionen Menschen unter Quarantäne stehen. Die WHO ruft zuletzt den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Mit den *Luanda-Leaks* wurde die reichste Frau Afrikas dos Santos getroffen, deren Vermögen bereits im Dezember eingefroren worden war. Die Tochter des ehemaligen Diktators Angolas macht schmutzige Geschäfte mit Erdöl, Land und Immobilien. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen stellte pünktlich zum Weltwirtschaftsforum in Davos den *European Green Deal* vor, mit dem mit Investitionen von 1 Billionen Euro Europa bis 2050 klimaneutral sein soll. Die Grünen im Europaparlament kritisieren, dass diese Summe nicht ausreiche, um den Wandel sozial verträglich durchsetzen zu können. Im südlichen Afrika, besonders in Simbabwe drohen laut UN *Hungersnöte* durch Dürren. Die Ernährungssicherheit Ostafrikas ist durch eine gewaltige Heuschreckenplage gefährdet. Trumps *Nahost-Plan* wird weltweit als unrealistisch eingeschätzt, da er eine massive Beschneidung palästinensischer Recht zu Gunsten Israels vorsieht. Gleichzeitig laufen gegen Netanjahu und Trump Verfahren wegen Amtsmissbrauchs. Obwohl die neue Bolivianische Regierung einen direkten Export von *Lithium* nach Deutschland abgesagt hat, eröffnet Deutschland mit Frankreich ein Pilotprojekt zur Herstellung von Lithiumbatterien. So soll die Abhängigkeit von China gelöst werden. Während der Brexit relativ still auf den 01. Februar hin stattfand, werden Rufe nach einem zweiten *Unabhängigkeitsreferendums in Schottland* lauter. Nun gilt für UK eine Übergangsfrist von 11 Monaten, bis der EU-Austritt vollkommen ist. Es kann noch immer zu einem No-Deal-Brexit kommen.

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Januar 2020

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_Januar 2020_ Das Jahr 2019 endete mit einem Schlag ins Gesicht der japanischen Justiz. Der ehemalige Mitsubishi-Nissan-Renault-Chef Carlos Ghosn* floh trotz Hausarrests und Überwachung aus dem Land in den Libanon. Ihm wurde Gelderveruntreuung in seiner Position als Nissan-Chef vorgeworfen, was er als Verschwörung gegen ihn bezeichnet. Er befindet sich noch immer im Libanon, seiner neuen Wahlheimat. Das türkische Parlament hat einer *Intervention türkischer Truppn in Libyen* zugestimmt. Damit bietet Präsident Erdoğan seinem libyschen Verbündeten Präsident Sarraj militärische Hilfe gegen den abtrünnigen General Khalifa Haftar, der den größten Teil des Landes kontrolliert. Nach der Invasion der syrischen Kurdengebiete im Oktober ist das der zweite große türkische Militäreinsatz binnen weniger Wochen. Die Türkei und Libyen haben zudem noch einen Vertrag in Bearbeitung, nach dem einige griechische Gewässer unter ihnen aufgeteilt werden. In diesem Kontext wurde auch die Gaspipeline Turkstream von Putin und Erdoğan im Mittelmeer eröffnet. Sie soll ein weiteres Standbein für die Energieversorgung Europas werden. Die *Buschbrände in Australien* waren Anfang des Jahres zu einem medialen Ereignis in allen großen Nachrichtenagenturen der Welt geworden. Dabei brannte eine Fläche der Größe Rumäniens ab und es starben über 600 Millionen Tiere. Gleich am 03. Januar gesellten sich zu den infernalen Bilder aus Australien die Vorstellung eines infernalen dritten Golfkriegs. Mit der *Tötung General Soleimanis* überschritt Trump bisherige Grenzen im feindlichen Miteinander mit dem Iran. Die Eskalation wurde schließlich abgebremst, hätte jedoch leicht in einer US-Invasion münden können. Es war nicht hilfreich, dass der Iran versehentlich eine ukrainische Passagiermaschine abgeschossen hatte. Im Kontext des drohenden Kriegs entzog das irakische Parlament nach großen Protesten dem US-Militär den Auftrag, in ihrem Land stationiert zu sein. Das Militär weigert sich abzuziehen und hält bis heute die Militärlager besetzt. Andere NATO-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, zogen Teile der Truppen in Nachbarländer ab. Die Proteste gegen das *antimuslimische Staatsbürgerschaftgesetz in Indien* gingen weiter, jedoch ohne Erfolg. Die Repressionen gegen die große muslimische Minderheit sind deutlich spürbar. Die *Regierungsbildung in Spanien* glückte nach erneuten Neuwahlen nun endlich mit der Unterstützung einer katalanischen Partei. Das geschah, obwohl zuvor der katalanische Regionalpräsident Torra, der als politischer Anführer der Autonomie gesehen wird, abgesetzt wurde. Die Länder Guinea, Liberia, Thailand, Gambia, Haiti, Kolumbien, Libanon, Simbabwe wurden getroffen von schweren bis mittelschweren *Staatskrisen* und Protestbewegungen. Nach langem Generalstreik und wiederaufflammenden Gelbwestenprotesten stellte die französische Regierung ein *überarbeitetes Rentenreformpaket* vor. Ein zentraler Punkt der Anhöhung des Renteneintrittsalters wurde gestrichen. Die Proteste gegen den Abbau des Sozialstaats gingen weiter und noch immer sind 61% der Franzosen gegen die Rentenreform. Die humanitäre Lage im nordsyrischen *Idlib* verschlechterte sich durch Luftschläge der Regierung und Russlands extrem. Mehr als 300.000 Menschen flohen aus der Region in Richtung der geschlossenen türkischen Grenze. Das Ergebnis der *Libyen-Konferenz* in Berlin wurde hierzulande hoch gepriesen. Doch tatsächlich gehen die Waffenexporte in das Land weiter und die Waffenruhe wird nicht eingehalten. Auf dem *Anti-Terror-Gipfel*, zu dem Macron geladen hatte wurde eine gemeinsame Strategie geplant, wie die Länder der Sahel-Zone gegen Dschihadismus in ihren Ländern vorgehen können. 2019 gab es dort mindestens 4000 Tote durch Terroranschläge. Für viele internationale Beobachter war der *Rücktritt der Russischen Regierung* eine wahre Überraschung. Dabei handelte es sich um ein geschicktes und legales Manöver Putins, auch nach seiner letzten Amtszeit als Präsident an der Macht zu bleiben. Der *unglaubliche Skandal*, dass Trump die EU-Länder mit Autostrafzöllen bedroht hat, sollten diese i.

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Welt

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Nicht vergessen! Der Schriftsteller Pier Paolo Pasolini kam 1922 in Bologna zur Welt und fühlte sich schon in frühester Jugend wie eine Art Jesus. In seiner Karriere als Künstler stilisierte der apokalyptische Anarchist autobiographisch in jedem Werk sein Leben zur Passion Christi. Es rankt sich ein Mythos um diesen 1975 in Rom ermordeten Märtyrer der Gesellschaft: Unbestechlichkeit, Vehemenz und Radikalität. Selbst die Umstände seines Todes sind umstritten. War es ein von ihm in Auftrag gegebener Mord, also Selbstmord? Oder war es ein politisch motivierter Mord am Querulanten Pasolini? 30 Jahre nach seinem Geständnis widerrufte Pasolinis Mörder seine Aussage. Die Romane und Filme Pasolinis handeln vom Leben in den römischen Vorstädten zwischen Strichern und Kleinkriminellen. Er als Homosexueller kostet auch in seinem Leben Erotik und Sexualität in ebendiesem Umfeld aus. Aufgewachsen war er auf dem Land in Friauli und hier begann auch seine Schriftstellerei, in der er das Bäuerliche zum mystischen erhebt. Er beschwört einen Kosmos jenseits von Geschichte. Aus dieser Traumzeit erwacht er noch, während er sie schafft, als er feststellt, dass das Wasser im "Dorfbrunnen der Liebe" schahl schmeckt und er stellt fest, dass wohl auch Liebe verkalkt. Wahrscheinlich ist diese Metapher mit persönlichen Rückschlägen verbunden. In Friauli engagiert er sich in Lokalpolitik, für die Autonomie der Region und gründet ein Institut zum Schutze des friaulischen Dialekts. 1947 wird er Mitglied der Kommunistischen Partei. 1949 wird er wegen seiner ausgelebten Homosexualität angezeigt. Auch wenn er den Prozess gewinnt, katapultiert dieses Verfahren ihn vollends aus seiner bukolischen Gefühlswelt. Er flieht nach Rom, wo er einen Neuanfang beginnt. In den Vorstädten findet er in der prekären Situation erneut das Ursprüngliche im Menschen. Durch seine römische Lyrik findet er Anschluss in den Literatenkreisen Roms und kann sich als Autor etablieren. Die sehr dokumentarischen Romane "Ragazzi di Vita" und "La Vita Violetta" entstehen in der Zeit und lassen den zukünftigen Filmemacher in ihm erahnen.

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Ägypten / Welt

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Nicht vergessen! Laut dem ägyptischen Weltschöpfungsmythos gab es am Anfang nur den Ozean, dann taucht ein Ei aus den Wellen aus, aus dem der Sonnengott geboren wird. Er hat die vier Kinder Schu, Tefnut, Geb und Nut. Schu ist der Luftgott, Tefnut seine Gemahlin ist die Göttin der Feuchtigkeit. Geb ist der Erdgott und auf seinem Rücken wachsen Pflanzen, wobei das lang am Nil liegende Ägypten ziemlich gerade und somit der Rücken sein könnte. Seine Gattin Nut ist der Himmel. Gemeinsam bringen sie Osiris, Isis, Seth und Nephthys zur Welt. Osiris kann als Schutzgott der Bauern verstanden werden. Er hütet über alles pflanzliche Leben, insbesondere über das Korn, das aus der Dunkelheit des Bodens an die Oberfläche kommt und keimt. Als Kulturbringer galt er als der größte Wohlbringer der Menschheit. Seine Schwester Isis half ihm dabei, das Leben der Menschen schöner zu machen. Aber Seth, der den beiden ihren Thron nicht gönnte verschwor sich gegen sie und tötete Osiris. Die verteilten Stücke des Leichnams sammelte Isis mit Anubis wieder ein und puzzelte sie zusammen, sodass Osiris wieder leben konnte. So entstand die Tradition der Mumuifizierung. Doch Osiris Platz an der Sonne war fort und er wurde zum Herrn der Unterwelt.

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Polen / Iran / Welt

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Nicht vergessen! Mit den Anfängen der Töpferei wurden mehrere Techniken erforscht, die Keramik sich gleichmäßig die Höhe aufbauen zu lassen, sodass ein Gefäß mit möglichst viel Fassungsvermögen entsteht. Dazu wurden vor 7000 Jahren in der Indus-Kultur und vor 5000 Jahren von den Sumerern die sich schnell drehende Töpferscheibe erfunden, wie sie heute noch Verwendung findet. Die Mechanik hinter dieser Entdeckung erkennend wurde zeitgleich das Wagenrad erfunden. Im vierten vorchristlichen Jahrtausend wurde in Mesopotamien und im heutigen Polen etwa gleichzeitig das Rad erfunden. Zuvor hatten die Menschen schwere Lasten mit umständlichen Geräten gehoben, getragen, auf Schlitten oder Stangen bewegt. Die ersten Wagenräder, die sich um ihre eigen Achse drehten waren Scheibenräder aus Holz. Die waren aus aneinandergelegten Holzbrettern so geschnitten worden, dass sie zusammen einen Kreis ergaben. Zur Verstärkung der Räder wurden sie mit Nägeln aneinander befestigt. Die deutlich geeigneteren Speichenräder wurden im 2. Jahrtausend v.Chr. im heutigen Iran erfunden und etwa ab diesem Zeitpunkt fand eine größere Verbreitung über die Grenzen der Hochkulturen hinweg statt. In Streitwagen, wie wir sie aus den Asterix-Comics kennen, fand das Rad relativ schnell seinen militärischen Zweck. In der Neuen Welt wurde das Räderwerk zwar für Darstellung ihrer Kalender, an Spielzeug und als Zahnräder verwendet, jedoch nie als Wagenrad, was auch daran liegt, dass die kulturellen Hotspots entweder in den hohen Anden lagen oder von tropischem Regenwald umgeben waren, die Nutzung eines Wagens also sowieso fast unmöglich war. Das durften auch die Conquistadoren lernen.

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Irak

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Ich wage mal einen ganz kurz gehaltenen Rückblick aufs Jahrzehnt: Auch die 2010er-Jahre waren geprägt vom systematischen Weggucken. Zu Hauptschuldigen wurden stets die Migranten gemacht, weil es ja nicht mehr genug Juden für diesen Job gibt. Am Klimawandel wurde systematisch falsch angesetzt und eine echte Auseinandersetzung mit den anderen grausamen Ungerechtigkeiten dieser Welt, für die wir verantwortlich sind, hat es nie gegeben. Eine Lehre die man aus diesem Jahrzehnt ziehen muss ist, dass die "Skandale" die von den Herrschenden so benannt werden nicht wirklich Skandale sind. Stattdessen ist es ein tödlicher Skandal, für wie gegeben wir unsere Religion des Konsums tagtäglich hinnehmen. In den Augen mancher Radikaler gehören auch Wahlen zu den Wegschaumanövern und man kann sich schon fragen, ob eher die Nichtwähler oder die Gewählten die gefährlicheren Feinde der Demokratie sind. Zur Zeit wählen wir nämlich nur unsere Herrscher, damit diese dann uns die Souveränität über uns selber nehmen. Ich stimme dem zu 100% zu, was ich hier schreibe und tue doch nicht genug dagegen. Und du?

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USA / Welt / Russland

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Die Zusammenarbeit zwischen Pepsi und der Sowjetunion begann 1972, als die USA den Pepsi-Sirup gegen Stolichnaya-Wodka tauschten. 1989 tauschte die SU 17 U-Boote und 3 Kriegsschiffe ihrer Marine gegen Pepsi Cola im Wert von 3Mrd$. Das Unternehmen hinter Pepsi Pepsico wurde so zeitweilig zur sechstgrößten Marine der Welt. Die Kooperation blieb bestehen und so wurde von der Sowjetischen MIR-Spacestation eine riesige Pepsi-Dose in den Äther katapultiert. 1990 kamen die ersten Fast-Food-Ketten ins Land, darunter McDonalds und Pizza Hut, das Teil der Pepsico ist. Mit dem Kollaps der SU 1991 begann ein relativ dunkles Zeitalter für Russland, das sich in wirtschaftlicher Misere und Bürgerkrieg im Süden des Landes kenntlich machte. 1993 kam es zu einem nur schwer abzuwendenden Putschversuch. Im Zuge dieser politischen Krise hatte der ehemalige Präsident Gorbatschow keinen Zugriff mehr auf sein Vermögen und seine monatliche Rente betrug wegen Inflation nur weniger als 2€. Bei der Präsidentschaftswahl 1996 bekam er nur 0,5% der Stimmen und musste 1997 seinen Bankrott erklären. Im selben Zeitraum hatte Pizza Hut von Pepsico eine Werbekampagne mit VIPs am laufen, wie Muhammad Ali, Dennis Rodman und Donald Trump (der in der Werbung nur die Pizzakruste isst). Während die Russen in Gorbatschow einen Verräter sahen, da er das Land in eine schwere Krise gestürzt hatte, war sein Bild im Westen überwiegend positiv und so bot er sich als Werbefigur an. Doch der bankrotte Ex-Präsident stellte einige Bedingungen: er würde volle Kontrolle über das Skript haben und er würde keine Pizza-Kruste essen. Der Rote Platz in Moskau wurde einzig für ihn und das Kamerateam für viele Stunden gesperrt. Und so ist dieser Pizza Hut Werbefilm entstanden, in dem ganz Moskau "Hail Gorbachev!" ruft: https://youtu.be/fgm14D1jHUw.

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Rumänien / Welt / Deutschland

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Was ein Mangel an emotionaler Zuwendung beim Menschen bewirken kann, sieht man besonders bei der Beobachtung von Kindern, die einen Teil ihres jungen Lebens in Kinderheimen verbringen mussten. Besonders aufsehenerregend war, als nach dem Ende der Ceauşescu-Diktatur in Rumänien 1989 Kinder aus Waisenhäusern befreit wurden. Vernachlässigung, Misshandlung und Verwahrlosung hatten aus den Kindern Schatten ihrer selbst gemacht. Bilder von sich apathisch hin- und herwiegenden hohläugigen Kindern, die teilnahmslos die gekachelte Wand anstarren gingen um die Welt. Das war ein Extremfall. Doch was in den 1980ern in Rumänien geschah geschieht auch heute noch nach dem selben Bauplan z.B. in Deutschland, wenn Kinder vom frühesten Alter bis in die Volljährigkeit von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht werden. So häufige Wechsel von Bezugspersonen führen zu einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Gehirn, vergleichbar mit einem untrainierten Muskel. So konnte auch für die rumänischen Waisenkinder, die inzwischen Anfang 30 sind, nachvollzogen werden, dass sie zwar kognitiv, aber nicht emotional aufholen konnten. Die Defizite bleiben unverändert, es bleibt eine emotionale Sprachlosigkeit. Je früher die Vernachlässigung angefangen hat und je länger sie stattfand, desto verheerender sind die Folgen. Man kann nicht pauschal sagen - und das ist sehr wichtig - dass Kinder, die zu einer Bindungsperson eine unsichere Bindung haben, ein weniger leistungsstarkes Gehirn haben. Das anzunehmen wäre fatal, denn die Qualität der Bindungen sind in Wahrheit immer und bei jedem dynamisch.

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Welt

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Der möglicherweise berühmtesten Mumie der Welt und sicher dem berühmteste bronzezeitlichen Menschen haben wir den Namen Ötzi gegeben. Denn er wurde in den Ötztaler Alpen im italiensichen Südtirol gefunden. Er wurde in einem Frühjahr zwischen 3359 v.Chr. und 3105 v.Chr. im hohen Alter von 45-46 Jahren auf 3208m Höhe getötet. Seine Gletschermumie ist eine der am besten untersuchten Toten der Welt, wofür Anthropologen, Forensiker und Pathologen seit 30 Jahren an ihr forschen. Ötzi litt an Bandscheibenverschleiß, wobei der Abnutzungsgrad seiner Gelenke für das Lebensalter als verhältnismäßig gering eingestuft wird, was auf eine herausgehobene soziale Stellung schießen lässt. Der Schädel weist im Bereich des rechten Augenrandes eine Fraktur der Schädelnaht zwischen Jochbein und Stirnbein auf, wodurch Ötzi ein Schädel-Hirn-Trauma erlebt hat. Seine Zähne sind stark abgenutzt, was auf den Verzehr von Getreide mit den darin enthaltenen Partikeln von Mahlsteinen zurückzuführen ist. Dem Mineralienstatus der Zähne nach zu schließen kam er aus dem Eisacktal. Im Jahr 2011 wurden verschiedene Zahnerkrankungen wie Karies und leichte Parodontose diagnostiziert. Auffallend ist weiterhin das Diastema (die Zahnlücke zwischen den beiden oberen mittleren Schneidezähnen). Ötzi litt unter Arterienverkalkung. Seine Gallensteine deuten auf einen erhöhten Cholesterinspiegel, wodurch seine Arteriosklerose erklärt werden könnte. Ötzi litt unter akuten Magenbeschwerden durch schädliche Bakterien und einen in ihm lebenden Wurm. Ötzi hat 61 Einzeltätowierungen, die die ältesten der Welt sind; sie formen einfache Muster. Seiner Genom-Analyse nach hatte er braune Augen, war laktose-intolerant und ist mit nur einem geringen Prozentteil der heutigen Tiroler verwandt. Er ist der älteste Fall nachgewiesener Borreliose. Ötzi hat in den letzten Tagen seines Lebens 800 Höhenmeter zurückgelegt und seine letzte Mahlzeit war wenige Stunden vor seinem Tod das Fleisch eines Alpensteinbocks, der wahrscheinlich vor ihm selbst starb. Etwa einen Tag vor der tödlichen Pfeilattacke war Ötzi in einen Nahkampf vermittelt. Man kann vermuten, dass Gegner und Mörder die selbe Person waren. Diese war möglicherweise hinter dem wertvollen Bernstein her, den Ötzi bei sich trug. Ötzi war als er starb in einer wärmenden Ziegenfelljacke und einer Hose aus Schaffell, die durch einen Kalbsledergürtel an ihrem Platz gehalten wurde einhekleidet. Seine Schuhe bestanden aus Birkenrinde, Rinderleder und Bärenfell. Seine Mütze war aus dem Fell eines Braunbären. Neben eines Kupferbeils trug er Pfeil und Bogen mit Klingen aus Feuerstein, sowie einen Feuerstein-Dolch. In seiner Gürteltasche fand man einen Klingenkratzer, einen Bohrer, sowie Zunder und Pyrit, Bestandteile eines damals üblichen Feuerzeugs. Ötzi die Gletschermumie ist ein wertvolles Zeugnis der Bronzezeit und verrät uns viel über die damalige Lebensweise. Wir wissen mehr über den Zustand seines Körpers, als die meisten lebenden Menschen über ihren eigenen wissen.

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Welt

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Jede menschliche Emotion hat ein Äquivalent auf der gesellschaftlichen Ebene. Auch Prokrastination, das Aufschieben von Dingen gehört dazu. Prokrastination findet in jedem Menschen statt: so wird beispielsweise Arbeit aufgeschoben, oder genauer meine Chemie-Zusatzübungsaufgaben, Fristen verstreichen (Rückmeldung fürs nächste Semester) oder Zeit mit der Familie wird auf die sowieso überlastete Weihnachtszeit verschoben. Je höher die Ebene ist, auf der prokrastiniert wird, desto erheblicher sind die Konsequenzen. Wenn man sich minimal für Klimawandel, Atomenergie, Überdüngung, Biodiversität oder Antibiotika interessiert, dann hört man regelmäßig Regierungen weltweit sagen, dass diese Probleme auf jeden Fall angegangen werden. Umweltfragen sind von allgemeiner Prokrastination betroffen, weil die Gefahr nicht unmittelbar ist. Statt jetzt zu handeln, werden Fristen bis 2022, 2025, 2030, 2050 gesetzt, bis wohin "etwas" gemacht werden muss. Wenn man Profiteur der umweltschädigenden Industrien ist, kommt noch hinzu, dass man die Probleme relativiert oder sogar komplett leugnet. Und so geschieht es, dass es Politikern widerstrebt, notwendige Mittel als unverhandelbar hinzunehmen. Und die Klausurenphase ist ja auch noch in weiter Ferne. Wenn ich nicht lerne, habe ich auch mehr Freizeit. Ach wie schön, dass ich mich mal mit der Autoindustrie oder so identifizieren kann. Da mache ich lieber meine Chemie-Zusatzübungsaufgaben nicht, als nicht die Welt zu retten. Was für ein Anspruch!