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NACHRICHTENvon Gestern und Heute

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334 Nachrichten

13 Quellen

Bulgarien / Italien / Osteuropa

Westafrika

Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft-Vorsitzender und Präsident Ghanas Akufo-Addo plädiert für gemeinsame afrikanisch-europäische Herangehensweise an Corona-Krise und Ukraine-Krieg; Europa hielt sich mit Hilfe für Afrika bei Corona zurück und Afrika beteiligt sich nicht an Sanktionen gegen Russland.

11 Quellen

Mali / Burkina Faso / Ostafrika

Europa

Rund 60.000 Georgier+ demonstrieren für baldige EU-Mitgliedschaft; Russland warnt Litauen vor "ernsthaften negativen Auswirkungen", sollte es Blockade Kaliningrads durchsetzen; Erste schwere Waffen aus DE in Ukraine eingetroffen; Laut SPD-Vorsitzenden Klingbeil muss DE Verhältnis zu Bundeswehr "normalisieren"; EU will Afrika und Karibik mit 600Mio€ gegen Ernährungsknappheit schützen.

18 Quellen

Äthiopien / Kolumbien / Frankreich

Sri Lanka

Studentenproteste fordern weiterhin Rücktritt des Präsidenten G.Rajapakse und nun auch Rücktritt des neuen Premierminister Ranil Wickremesinghe, der Versprechen nicht einhalte.

UKRAINE&CO: Selenskyi wirft Russland vor, Afrika mit Getreidelieferungen "als Geisel" zu halten; Deutsche Gasversorgung im Winter wohl nicht gesichert; DE will wieder mehr Kohle verbrennen, aber an Kohleausstieg bis 2030 festhalten; Moldawien verbietet russische Medien.

15 Quellen

Mosambik / Ruanda / Demokratische Republik Kongo

Niger

Präsident Bazoum wirft Gruppe der Sieben vor, "Afrika zu bestrafen", da G7-Staaten nicht mehr in dortige fossile Energien investieren wolle, nachdem sie zuvor Jahrzehntelang eine Abhängigkeit aufgebaut hätten; Ölproduktion in Tschad soll erhöht werden.

14 Quellen

Welternährungsprogramm / Togo / USA

Welternährungsprogramm

Welternährungsprogramm muss Teil seiner Mission in Südsudan wegen Finanzierungsproblemen einstellen; neben hohen Lebensmittelpreisen auch geringe Bereitschaft der Geberländer; Ukraine verurteilt Afrikanische Union-Vorschlag, Hafen von Odessa für Getreide-Exporte nach Afrika zu entminen (8.6); Ukraine warnt vor längerem weltweiten Weizenmangel; 18.000t ukrainischen Getreides treffen in Spanien ein.

14 Quellen

Indonesien / Tansania / Lastkraftwagen

Meldung

EU will zusammen mit Vereinigte Arabische Emirate Energieinfrastrukturprojekte in Afrika fördern; von den 300Mrd€ globalen EU-Infrastrukturplänen (1.12) sollen 150Mrd€ in Afrika investiert werden.

0 Quellen

April 2022

Meldung

April 2022 Die Nachrichtenverteilung hat sich in diesem Monat wieder "normalisiert": zu Asien, Afrika und Lateinamerika kommen wieder verhältnismäßig mehr Nachrichten, als im März. Mit insgesamt 917 Landeserwähnungen liegt die Zahl im April deutlich unter den 1132 im März. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Berichterstattung zum Ukraine-Krieg nachgelassen hat. So überschritt die Ukraine im April auch nicht die 8%-Marke, wie noch im März. Weitere Ausreißer sind in Südasien Pakistan und Sri Lanka, die auch die Liste der meisten Top-Meldungen anführen. Ostafrika bleibt eine transnational höchst aktive Region mit neuen Ansätzen zur Etablierung einer neuen gemeinsamen Sicherheitspolitik.

0 Quellen

Nigeria / Europa / Nordamerika

Meldung

TL;DR "Völkermord gestern und heute" Der Biafra-Krieg von 1967-70 zwischen Nigeria und der abtrünnigen Republik Biafra verlief auf mehreren Ebenen. Militärisch war Biafra unterlegen und fand eine andere, nützliche Methode, um ihre Niederlage hinauszuzögern: Propaganda. Biafranische Propaganda löste in Europa und Nordamerika mit herzzerreißenden Bildern, Völkermord-Vokabeln und Holocaust-Vergleichen eine Betroffenheitswelle aus. Auf dieser Betroffenheitswelle ritten humanitäre Aktionen, die Biafra mit Geld, Lebensmitteln und auch illegalen Waffen versorgten. Das führte zu dem Dilemma, dass die Hilfslieferungen den Krieg verlängerten. Die linken Bewegungen in Deutschland beschäftigten sich eher wenig mit dem Biafra-Krieg und den Biafra-Hilfsaktionen, aber es gab unter ihnen einige hellsichtige Analysen. Insgesamt wurde das Thema „Biafra“ in den Medien und der Öffentlichkeit im Laufe des Jahres 1968, nach nur wenigen Wochen der Aufmerksamkeit fallengelassen. Das liegt unter anderem daran, dass die Alliierten Nigerias Einschätzungen veröffentlichten, dass es in Biafra gar keinen Völkermord gebe. Die kurze Aufmerksamkeitsspanne für Themen, die schwarze Menschen betreffen sind jedoch virulent, noch heute zu erkennen und daher nicht allein durch einen Grund zu erklären. Die in der biafranischen Propaganda eingesetzten Bilder ausgehungerter Kinder prägen noch heute die Darstellung Afrikas in den Nachrichten, bei humanitärer Hilfe und in der Popkultur. Unsere daraus entstandene Wahrnehmung Afrikas ist verheerend, da wir so häufig politische Missstände in Afrika dekontextualisieren und als bloßes Leid darstellen. Unsere Erwartungshaltung afrikanischen Ländern gegenüber ist, dass aus ihnen ohnehin nichts Gutes erwachsen kann. Die Lehren aus dem Biafra-Krieg können eher nicht von Nutzen sein, den Krieg in der Ukraine möglichst schnell zu beenden, aber sie können die Schäden in unserer Gesellschaft vermindern. Dazu gehört es, Russland, den militärischen und wirtschaftlichen Gegner, nicht zu verteufeln. Dies würde bei den während und nach der militärischen Auseinandersetzung notwendigen Gesprächen zu keinen guten Ergebnissen führen. Dazu gehört auch, die Evolution von Begriffen, wie „Völkermord“ genau zu beobachten und zu hinterfragen; zu hinterfragen, welche Opfer wir wofür geben wollen; zu hinterfragen, welche Politik in Reaktion auf den Krieg gemacht wird; und zu hinterfragen, wenn Humanitäre Hilfe an politische oder „moralische“ Bedingungen geknüpft werden.

Danke fürs Lesen!

13 Quellen

Mali / Uganda / Australien

Meldung

Zahl der akut Hunger-Betroffenen am Horn von Afrika steigt auf 20 Millionen; Irak muss wegen Dürre landwirtschaftliche Anbaufläche halbieren; auch Irak von russischen und ukrainischen Weizenimporten abhängig.

4 Quellen

USA / Niger / Ägypten

Meldung

Zeitgleich zur Blockade des Öls aus dem Niger-Delta fand nämlich im Nahen Osten der Sechstagekrieg zwischen Ägypten, Syrien, Jordanien und Israel statt. Im Zuge dessen wurde der Suez-Kanal von Juni 1967 bis 1975 für europäische Lieferungen geschlossen. Weder die Öllieferungen aus den Golfstaaten, noch die aus Nigeria erreichten somit ab dem Sommer 1967 die Industrien in Europa und insbesondere in Großbritannien. Zu der Zeit dieser produktionstechnischen Notlage begann die britische Armee ihre Zusammenarbeit mit Nigeria, unter anderem bestehend aus der Lieferung von schwerem militärischen Gerät. Aus Anfang der 2000er vom britischen Nationalarchiv veröffentlichten Dokumenten analysierte der Historiker Chibukuike Uche, dass die wirtschaftlichen Interessen der britischen Erdölindustrie maßgeblich für die britische militärische Unterstützung der nigerianischen Armee gewesen seien.

1.2.1 Staatliche Hilfslieferungen an Nigeria und Biafra Während die USA und Großbritannien sich weigerten, Nigerias Luftwaffe auszustatten, verkaufte die Sowjetunion im Sommer 1967 23 Jagdflugzeuge des Typs MiG-17F an Nigeria. Ihr Interesse lag darin, Nigeria zu unterstützen, damit Nigeria zu einem strategischen Verbündeten der Sowjetunion in Afrika würde. Sowohl die Regierungen des angelsächsischen Raums, als auch die Regierung der Sowjetunion buhlten also um gut Beziehungen zu Nigeria. Niemand verkaufte Nigeria jedoch Napalm. Die sowjetischen MiGs wurden 1969 durch acht ausgemusterte MiG-17 Flugzeuge der Nationalen Volksarmee der DDR ergänzt. Sie wurden zunächst von Soldaten der ägyptischen Luftwaffe geflogen, kamen jedoch häufig nicht zum Einsatz. Der Einsatz ägyptischer Streitkräfte konnte den Eindruck eines Holocaust-ähnlichen Genozids gegen die Igbo verstärken. Der ägyptische Staatschef Gamal Abdel Nasser galt Vielen als „Hitler". Israel, das zeitgleich im Nahen Osten gegen Ägypten kämpfte, verkaufte ebenfalls zunächst schweres militärisches Gerät an Nigeria. Nachdem das Leid der Biafraner öffentlich und zeitgenössische Stimmen zum Holocaust-Vergleich laut wurden, änderte Israel seine Position. Der israelische Geheimdienst Mossad schmuggelte ab 1968 Waffen und Geld nach Biafra. Auch die Tschechoslowakei änderte während des Krieges seine Position und unterstütze zunächst Biafra, dann Nigeria mit Waffenlieferungen. Die Rolle Frankreichs war signifikant für den Kriegsverlauf. Frankreich stand auch nach der Entkolonialisierung Afrikas in den 1960ern in direkter Konkurrenz zu Großbritannien über den Machteinfluss. In Biafra vertrat Frankreich Interessen zur Sicherung der Bodenschatz-Schürfrechte und der Gummiplantagen für den Michelin-Konzern. Über Gabun und die Elfenbeinküste, die Biafra 1968 als Staat anerkannt hatten wurden ehemalige Handfeuerwaffen der Wehrmacht und der italienischen Armee aus dem Zweiten Weltkrieg von Frankreich nach Biafra geschmuggelt. Die Tschechoslowakei verkaufte im Zuge dessen eigene Waffen an Frankreich, die schließlich in Biafra zum Einsatz kamen. Der Waffenhandel verlief auch über die Kolonien des faschistischen Portugals vor der Küste Biafras. China solidarisierte sich mit Biafra in seinem „Kampf gegen anglo-amerikanischen Imperialismus und sowjetischen Revisionismus“. Über Tansania, mit seinem sozialistischen Präsidenten Julius Nyerere, der Biafra 1968 als Staat anerkannt hatte, lieferte China Waffen nach Biafra. Die Position der west-deutschen Regierung wird in späteren Kapiteln behandelt. Mit der UdSSR, den USA, Ägypten und Großbritannien auf der einen, China, Frankreich, dem Vatikan und Portugal auf der anderen Seite (, sowie Israel und der Tschechoslowakei auf beiden Seiten) sprengte der Biafra-Krieg die Ordnung des Kalten Krieges auf eine einzigartige Weise. Doch neben diesen staatlichen Akteuren spielte auch biafranische Propaganda eine wichtige Rolle. Sie beeinflusste die Wahrnehmung des Biafra-Krieges in der Zivilbevölkerung der „Ersten Welt“ zutiefst.

5 Quellen

Nigeria / Niger / Großbritannien

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Völkermord gestern und heute (3/12).

Neu: Analyse der Politik- und Medienreaktion auf Butcha in Deutschland von Stefan Schulz (gut eine Stunde).

1.1 Kurze Geschichte Nigerias bis 1967 – divide et impera Die Annexion von Lagos durch die britische Regierung im Jahr 1861 wird als Ausgangspunkt für die Ausweitung des britischen Weltreiches in den Gebieten des heutigen Nigeria gewertet. Ab den 1870ern war das Niger-Benue-Delta der Schauplatz eines kompetitiven Handelssystems um Palmöl und andere Palmerzeugnisse. Sie wurden für die britische Industrialisierung exportiert. 1886 bildete sich aus dieser Konkurrenz die private Royal Niger Company heraus, die autorisiert war, die Großbritannien in der Berliner Afrika-Konferenz 1884/85 eingestandenen Gebiete zu „sichern“. 1898 einigten sich Großbritannien und Frankreich im sogenannten Sudanvertrag auf die definitiven Außengrenzen des heutigen Nigerias. Am 01. Januar 1900 verkaufte die Royal Niger Company schließlich ihre Plantagen und Ländereien für 865.000 britische Pfund an die britische Regierung, die das Gebiet in ein muslimisch und zwei christlich geprägte Protektorate unterteilte. 1914 wurden diese Protektorate zusammengelegt und Nigeria wurde gegründet. Dies war eine unternehmerische Entscheidung, um die Mehrkosten des nördlichen Protektorats mit den Profiten aus dem südlichen Protektorat auszugleichen. Diese Entscheidungen der britischen Regierung beruhten noch immer auf dem Umgang mit Nigeria als ein Teil eines Unternehmens, und nicht als die meist bevölkerte Kolonie Afrikas mit 250 ethnischen Gruppen und 400 Sprachen, die sich nicht auf die Grenzen von 1898 limitieren ließen. Gleichzeitig wurde die, im britischen Sinne, konservative politische Elite des Nordens gefördert, um die beiden, im britischen Sinne, unabhängigeren politischen Eliten des Südwestens und Südostens zu überstimmen. Die Eliten des Südostens wurden vielerorts als privilegierte Beamte eingesetzt. Ab den 1940ern und 1950ern bildeten sich Parteien entlang ethnischer Linien, von denen die nördliche Haussa-Fulani-Partei von den britischen Kolonialherren bevorzugt wurde. Diese Ungleichheit bot die Grundvoraussetzung für den Biafra-Krieg. Die 1960 unabhängig gewordene Bundesrepublik Nigeria war also kein Staat, der aus der eigenen Bevölkerung heraus entstanden war, sondern er war als Profit-orientierte Körperschaft oktroyiert worden. Die drei ethnischen Hauptgruppen Nigerias, die Yoruba (Südwesten), Igbo (Südosten) und Haussa-Fulani (Norden) standen in der Bundesrepublik häufig konkurrent zueinander. Schon vor der Unabhängigkeit hatte es Streits um das Recht auf Sezession gegeben, das im ersten Jahrzehnt nigerianischer Unabhängigkeit eine bedeutende Rolle spielen sollte. Dabei sprachen sich die Yoruba-Partei für das Recht auf Selbstverwaltung aus, die Igbo-Partei dagegen. In der Verfassung wurde ein Recht auf Sezession schließlich verwehrt. Diese Position wurde aufgeweicht, nachdem 1966 das „Recht auf Selbstbestimmung“ in den UN-Menschenrechtskatalog Einzug fand. Im selben Jahr, 1966, veranstalteten Igbo-Militäroffiziere einen Putschversuch, bei dem zahlreiche Yoruba- und Haussa-Fulani-Politiker getötet wurden. Ihrem Selbstverständnis nach wollten die Igbo-Offiziere die korrupte Politiker-Elite absetzen, doch die Haussa-Fulan-Elite interpretierte den Putsch als Machtkampf zwischen Eliten-Gruppen. Ein ausländischer Einfluss auf diesen Putschversuch ist nicht bekannt und die Igbo-Offiziere konnten die Macht nicht ergreifen. Stattdessen übernahm General Johnson Aguiyi-Aronsi die Macht. Aguiyi-Aronsi wurde noch im selben Jahr von einem Gegenputsch durch pro-britische Haussa-Militärs abgesetzt. Bei diesem Gegenputsch war der heutige Präsident Nigerias, Muhammadu Buhari, als Leutnant beteiligt.

9 Quellen

Russland / Ukraine / Afrika

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Völkermord gestern und heute (2/12) Neu: Der US-Präsident Biden wirft Russland vor, einen Völkermord in der Ukraine zu begehen.

Der Biafra-Krieg Der Nigerianische Bürgerkrieg (im Folgenden „Biafra-Krieg“ genannt) von 1967 bis 1970 ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten, zu seiner Zeit war er jedoch ein globales Medien- und Protestereignis. Somit hat er eine gewisse Ähnlichkeit zum Ukraine-Krieg, der global medial ebenfalls relativ ausführlich aufgearbeitet wird, und auf den in Reaktion Proteste stattfinden. In beiden Fällen wurden/werden außerdem Völkermord-Vorwürfe erhoben. Diese Form der Biafra-Medienberichterstattung war aber auch ein Schlüsselereignis für den Wandel der Afrika-Nachrichten in den Medien von politischen Themen weg, hin zu Berichterstattung über soziale Missstände. Dieser Wandel ist noch heute spürbar und daher von Bedeutung. Mit der Medienberichterstattung begann das „Zeitalter der Katastrophen-Fernsehberichterstattung“, die das Leiden, insbesondere der damaligen Dritten Welt in die heimischen Wohnzimmer der „Ersten Welt“ projizierte. Besonders prominent wurde dieses Leid durch die Bilder von Biafra-Kindern gezeigt. Gemeint sind die Bilder ausgehungerter, dunkelhäutiger Kinder mit durch das Hungerödem Kwashiorkor aufgeblähten Bäuchen. Sie waren im Juli und August 1968 auf zahlreichen Titelblättern west-deutscher Zeitschriften zu sehen. Während auf Titelbild-Fotos eher einzelne Biafra-Kinder zu sehen sind, befinden sie sich in filmischen Aufnahmen meist in einer größeren Gruppe. Die Darstellung in der Gruppe scheint das Leiden so zu multiplizieren, dass es nur noch kollektives Leid darstellt und nicht mehr das Leid des einzelnen Kindes. Solche Aufnahmen waren in Sondersendungen englischsprachiger TV-Sender zu sehen, wie in dem Film „Nigeria and Biafra“ des us-amerikanischen Fernsehsenders CBS aus dem Jahr 1968, oder in der Sendung „This Week“ des britischen Fernsehsenders ITV aus dem Jahr 1969. Bereits im April 1968 hatten britische Zeitungen, noch ohne Bebilderung, mit einer pro-biafranischen Berichterstattung über den Biafra-Krieg begonnen. Diese „iconic press photographs and television footage“ sind das früheste Auftreten einer mediengesteuerten und kommerziellen Humanitären Intervention. Das heißt, dass die Darstellung des menschlichen Leides in den Medien ausschlaggebend dafür war, dass Regierungen und Zivilgesellschaften der „Ersten Welt“ humanitär in Biafra intervenierten. Die Darstellung des Biafra-Kindes ähnelt in vielerlei Hinsicht der Darstellung des Bangladesch-Kindes. Sie ist also kein Einzelfall. Die Darstellung des Bangladesch-Kindes zeigt ein von dem Bangladesch-Krieg 1971 gezeichnetes ausgehungertes, dunkelhäutiges Kind vor einer Reisschüssel. Das Bangladesch-Kind wurde 1972 als Werbemittel für das Benefizkonzert „The Concert for Bangladesh“ des ehemaligen „The Beatles“-Mitglied George Harrison zur Generierung von Geldern zur Flüchtlingshilfe genutzt. Ausgehungerte Kinder werden auch heute in den Informationsmedien immer wieder gezeigt, um Leid durch Hunger darzustellen, wie im Jemen, Venezuela, etc. Exemplarisch Beispiele aus der Tagesschau: Um die Folgen der saudischen Seeblockade des von den Houthi-Rebellen kontrollierten Jemens darzustellen, zeigte beispielsweise die Tagesschau 2021 Bilder von ausgehungerten und kleinwüchsigen Kindern. Solche Darstellungen sind allerdings nicht die Regel. 2021 zeigte die Tagesschau beispielsweise anlässlich des UN-Berichts zum weltweiten Hunger Kinder und Erwachsene, denen man nicht auf den ersten Blick ansieht, dass sie Hunger leiden. Nichtsdestotrotz haben die ikonographischen Entwicklungen von 1968 noch heute eine Relevanz. Solche Bilder menschlichen Leides generierten Schuldgefühle, eines der üblichsten negativen Gefühle menschlicher Zivilisationen, die von Akteuren genutzt werden können, um die Entscheidungen der Schuldgeplagten zu modifizieren. Zunächst eine Zusammenfassung des Kriegsgeschehens...

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Nordkorea / Ruanda / Uganda

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Islamistische Allied Democratic Forces tötet >12 Zivilisten+ im Osten der Demokratischen Republik Kongo; Laut UN verlieren IS-zugehörige Milizen in Afrika an Macht.

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USA / Türkei / Griechenland

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Hier die Berichterstattung über die Internationalen Beziehungen der Türkei in diesem Kanal. Für die roten Linie ein fiktives Beispiel: USA und FR (rote Linie) einigen sich, Türkei zu sanktionieren. Im Jahr 2021 gab es deutlich weniger Nachrichten zu den internationalen Beziehungen der Türkei. Die diplomatischen Beziehungen zu Griechenland, Armenien und Ägypten besserten sich, die zu Israel nicht. Der Krieg gegen die Kurdische Arbeiterpartei in Irak und Syrien ging weiter. Thema waren außerdem die afghanischen Flüchtlinge an der türkisch-iranischen Grenze. Das Verhältnis zum Iran war deswegen und wegen türkisch-aserbaidschanischer Militärübungen angespannt. Bei der Beziehung zu Deutschland ging es vor allem darum, dass Deutschland ein Interesse daran hatte, dass die Türkei so wenige Flüchtlinge wie möglich durchlässt. Das Verhältnis zu Frankreich und zu Russland entspannte sich. Im Horn von Afrika wurde die türkische Militärpräsenz in Somalia und Dschibuti erwähnt, sowie der Vermittlungsversuch zwischen dem Sudan und Äthiopien.