Iran / Armenien / Angola
In Kürze
Zunahme der Malaria in Angola (gw).
Zunahme der Malaria in Angola (gw).
Am Tag der Wahl stürmte also die Rebellen-Miliz Front pour l’alternance et la concorde au Tchad von Libyen kommend einige tschadische Grenzposten (13.10). Die FACT ist das Relikt eines Aufstandes von 2008, bei dem die UFDD-Rebellen bis vor den Präsidentenpalast vordringen konnten, aber von französischen Truppen zurückgedrängt wurden. Zunächst leugnete Déby die Unruhen im Norden, doch schon bald berichteten auch die internationalen Medien. Eine Woche nach dem Beginn des Rebellenaufstandes erreichten einige Rebellengruppen die Hauptstadt N‘Djamena in der südlichen Hälfte des Landes. Die Gefahr wurde noch immer nicht offiziell formuliert, aber die US-Botschaft zog sicherheitshalber ihre Mitarbeiter+ ab (18.4). Über die folgenden Tage ist nicht viel bekannt. Die Regierung verkündete, 300 FACT-Rebellen getötet und den Aufstand beendet zu haben (19.4). Doch nur einen Tag später, als Déby offiziell zum Wahlsieger erklärt worden war, wurde er wahrscheinlich von Rebellen getötet (20.4). Er war zu einem nicht unüblichen Besuch auf einer Militärbasis im Norden des Landes und wollte am Folgetag weiter zu einem Staatstreffen in Angola weiterfliegen (21.4). Umgehend wurde ein Militärrat eingesetzt, der übergangsweise die Politik des Landes bestimmen sollten. Zu ihrem Vorsitzenden wurde der Sohn des verstorbenen Präsidenten Mahamat Idriss Déby Itno jr (21.4), wobei das unter den Militärs umstritten ist (22.4). Gerüchte, nach denen Déby sr. von Militär aus den eigenen Reihen getötet wurden, bestätigten sich nicht. Wie seinem Vater, sicherte die französische Botschaft auch Déby jr. ihre Unterstützung zu.
Die FACT-Rebellion hatte zwar einen entscheidenden Sieg errungen, doch sie war zu schwach, um auch die Militärregierung zu stürzen. Daher ging sie zum Schein auf die Idee von Waffenstillstandsverhandlungen ein (24.4), die die Militärregierung jedoch am Folgetag beendete, da sich die FACT inzwischen mit anderen Rebellionen des Landes verbündet hatte (26.4).
Die Zivilbevölkerung hat bisher wohl vergleichsweise wenig von den Unruhen mitbekommen. In der Hauptstadt wurden Stimmen für und gegen die Militärregierung laut. Die Stimmen gegen die Militärregierung wurden niedergeschossen (27.4). Wie auch immer die Tschad-Krise weiter verlaufen wird, sie wird einen wachsenden Einfluss auf das Leben der tschadischen Bevölkerung und auf die Sicherheitslage der gesamten Region haben. Im Anbetracht der wiederaufflammenden Konflikte in Burkina Faso (30.4) und Nigeria (29.4) ist ein instabiler Staat Tschad sicherlich auch kein gutes Zeichen. Der Sturz Débys wird auch möglicherweise einen Effekt in der benachbarten Zentralafrikanische Republik zeigen, wo er angeblich die Rebellenkoalition Coalition des Patriotes pour le Changement unterstützt hatte (2.2). Der Konflikt dort hat ohnehin eine neue Wendung erhalten, als einer der Rebellenführer Anfang April gestorben ist (2.4).
24 Tote bei Fluten in Angola.
Präsident von Angola, Ruanda, Demokratische Republik Kongo und Zentralafrikanische Republik beraten über politische Krise in Zentralafrikanische Republik und stellen sich hinter Präsident Faustin-Archange Touadéra.
Angola will bis 2025 60% der Haushalte elektrisieren.
Angola wiedereröffnet nach 11 Monaten Grundschulen.
Angola will im Zentralafrikanische Republik-Konflikt vermitteln; Präsident der Zentralafrikanische Republik hatte Vermittlung durch französischsprachige Länder abgelehnt.
10 Tote durch Polizeibrutalität in Angola.
Piraten-Angriff auf nigerianisches Schiff im Golf von Guinea; könnte Anstoß sein, wie Angola (21.1) mehr in Piratenabwehr zu investieren.
EU stellt Angola 20Mio€ zur Verfügung, um informellen Sektor zu formalisieren; Arbeitnehmer* bekämen so mehr Rechte und z.B. Korruption im kleinen Stil würde bekämpft; informeller Sektor umfasst 72,6% der angolanischen Wirtschaft.
Anti-Regierungsproteste in Angola gewaltsam aufgelöst; waren kurz zuvor von Behörden verboten worden.
Morgen Massendemo in Angola geplant.
100 Festnahmen in Angola bei Protesten gegen Korruption und steigende Lebenshaltungskosten, für freie Wahlen 2021.
Die FinCEN-Files (Kurzfassung unten) Gestern um 19h00 haben viele Zeitungen und Fernsehsender weltweit Berichte über die sogenannten FinCEN-Files gebracht. Bei diesen aus dem US-Finanzministerium illegal geleakten Daten handelt es sich um 2100 sogenannte SARs. Die SARs sind „Suspicious Activity Reports“, also Berichte von Banken selbst, in denen sie verdächtige Transaktionen melden. Bei diesen verdächtigen Transaktionen handelt es sich um Geldwäsche. Geld muss gewaschen werden, wenn es von kriminellen Organisationen, wie Oligarchen-Netzwerken und Terrorgruppen auf illegale Weise, etwa durch Drogen-, Waffen-, Menschenhandel, Korruption, Steuerhinterziehung oder Raub erwirtschaftet wurde. Da sie das Geld nicht auf legalem Wege bekommen haben, müssen sie es rein waschen, indem sie es z.B. als Bargeld in Wertgegenstände anlegen, oder eben komplexe Finanzsysteme dazu ausnutzen. Es sind dann die Banken, die das Geld waschen. Die Banken verdienen daran, weil sich für die Transaktionen Gebühren verlangen und die SARs erst nach den Transaktionen den Finanzbehörden weiterreichen. Allein 2019 gingen dem US-Finanzministerium auf diesem Weg zwei Millionen Verdachtsmeldungen ein. Die geleakten Dokumente machen 0,02% der SARs aus, die beim US-Finanzministerium eingegangen sind. Die zuständigen Behörden gehen den SARs in den seltensten der Fälle nach, da sie chronisch unterfinanziert wurden und möglicherweise selbst in die Geldwäschegeschäfte involviert sein könnten. Allein die fünf größten Banken JPMorgan Chase, HSBC, Deutsche Bank, Standard Chartered Bank und die Bank of New York Mellon haben so von 1999 bis 2017 Geld im Wert von zwei Billionen Dollar aus 170 Ländern gewaschen – Geld, an dem Blut klebt. Jährlich werden 2,4 Billionen $ gewaschen, die geleakten Daten geben also nur einen kleinen Einblick mit verheerenden Folgen.
Einige der Daten erklären die Hintergründe von Skandalen, über die in den letzten Jahren in den Nachrichten berichtet wurde. Die größten Korruptionsskandale aller Zeiten in Südostasien, Lateinamerika und Südwestafrika gehören dazu. JPMorgan wusch beispielsweise Geld, das aus dem Entwicklungsfond von Malaysia veruntreut wurde. Der 1MDB wurde ab 2009 mit 6 Milliarden $ gespeist, das wiederum das Bankhaus Goldman Sachs beschafft und dafür 600 Millionen $ Gebühren kassiert hatte. Von den 6 Milliarden $ wurden 4,5 Milliarden vom damaligen malaysischen Premierminister Najib veruntreut, von denen wiederum eine gewaltige Menge an die Strippenzieher des Deals geflossen sind. Die Strippenzieher sind Familienangehörige Najibs, Mitarbeiter von Goldman Sachs, sowie der Finanzhai Jho Low, der seit November 2019 Bürger des EU-Mitglieds Zypern ist (siehe „Cyprus-Papers“). Wie aus den FinCEN-Files ersichtlich wird, hat JPMorgan 1 Milliarde $ des veruntreuten Geldes für diese Kriminellen gewaschen. Und nicht nur in Malaysia, sondern auch in Venezuela und der Ukraine hat JPMorgen illegal entwendetes Geld aus öffentlichen Fonds gewaschen. In Venezuela handelt es sich um Beihilfe JPMorgans zum Diebstahl von 2 Millionen $ von der Regierung, sowie zum Auslösen von landesweiten Stromausfällen, die die venezolanische Regierung diskreditierten. Dadurch und durch weitere Geldwäschegeschäfte mit der Regierung trägt JPMorgan an einer der schlimmsten humanitären Krisen der Welt in Venezuela eine Mitschuld. In Russland beherrscht die Mafia den großen Markt für Waffen, Drogen, Erpressung und Auftragsmorde. Mehr als 1 Milliarde $ hat JPMorgan für den russischen „Boss der Mafiabosse“ Semion Mogilevich gewaschen. Auch im Falle der reichsten Frau Afrikas, Isabel Dos Santos aus Angola (siehe „Luanda-Leaks“), die mit dem Geld, das ihr Vater in 30jähriger Diktatur dem Land entzogen hatte, weiter Korruption betrieben hatte, hat JPMorgan viel Geld gewaschen. JPMorgan hat laut den FinCEN-Files wohl 514 Milliarden $ gewaschen.
Nicht vergessen! Der Biafra-Krieg war auch in die Mühlen des Kalten Krieges gekommen. Nachdem die Sowjetunion zunächst die Republik Biafra unterstützen wollte, die diese aus Furcht vor einer lähmenden Todeswalze, wie jene im Vietnam-Krieg ablehnte, schlug sie sich auf die Seite der Bundesregierung Nigerias mit Jagdflugzeugen, die von ägyptischen Piloten geflogen wurden. Unterstützung der Volksrepublik China, die nicht an Bedingungen geknüpft war, nahm Biafra hingegen an. Auch aus den USA bekam Ost-Nigeria Hilfsversprechen, da der republikanische Bewerber aufs Präsidentenamt Nixon um die Wählergunst der Afroamerikaner werben musste, die mehrheitlich auf Seiten Biafras stand. Ein Schiff, das als Wahlversprechen bereits mit Hilfsmitteln für Biafra beladen war, wurde nach Nixons Wahlsieg wieder entladen. Obwohl die UN nur die Bundesregierung Nigerias anerkannte, unterstützte die Kolonialmacht Portugal Biafra, indem es biafrischen Flugzeugen die Nutzung der portugiesischen Kolonial-Insel Sao São Tomé erlaubte. Das tat es, um Sympathien der afrikanisch-stämmigen Bewohner ihrer damaligen Kolonien Angola, Mosambik Guinea-Bissau und Sao Tomé zu erkaufen, deren Unabhängigkeitsbewegung Ende der 1960er sehr stark waren. Auch das Apartheids-Regime Südafrikas ging nach dieser Taktik vor. Die Schweiz griff mit ihrer Privatwirtschaft zu Gunsten Biafras in den Krieg ein, da es eine schweizer Werbeagentur war, die zusammen mit Ojukwu das Bild des Biafra-Kindes in der Welt verbreitete und die Hungersnot als einen gezielten Genozid darstellte. Skandinavische Länder und kirchliche Hilfsorganisationen unterstützten Biafra aus humanitären Gründen. Zuletzt speilte der Vatikan eine wichtige Rolle, da der Führer Biafras Ojukwu gläubiger Katholik war und auf einige Bitten des Papstes hörte, Blutvergießen zu vermeiden, wodurch er einige Kriegschancen verfehlte. Die ursprünglichen Beweggründe für die Sezession Biafras von Nigeria, nämlich die eigenständige Grenzziehung unabhängig von den kolonialen Grenzen, war somit kaum mehr vorhanden. Stattdessen wurde der Ausgang des Krieges zu Gunsten Nigerias besonders auch zu einem Dämpfer, oder eben zu einem kleinen Erfolg für sehr weit entfernte Länder. Die verdrehte Unterstützung der Kriegsparteien durch die USA und die Sowjetunion, sowie durch China erklärt auch das unbestimmbare Verhältnis Nigerias zum Sozialismus.
23 heimkehrende Wanderarbeiter Indiens bei Busunglück gestorben; 1 Toter bei Maskenverteilung in Angola.
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Félicien_Kabuga https://de.m.wikipedia.org/wiki/Westjordanland https://de.m.wikipedia.org/wiki/Favela.
Nicht vergessen! Die Guinea-Region befindet sich an der Küste Westafrikas. Sie umfasst insbesondere den Golf von Guinea, wo der Inselstaat São Tomé und Príncipe liegt, aber nicht nur den. Oberguinea umfasst die Länder Senegal, Gambia, *Guinea-Bissau*, *Guinea*, Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin, Nigeria und Kamerun, wo Niederguinea ansetzt, zu denen noch *Äquatorial-Guinea*, Gabun, die Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo und Angola gehören. Neben Guinea-Bissau (bis 1973 Portugiesisch Guinea), Guinea (auch Guinea-Conakry; bis 1958 Französisch Guinea) und Äquatorial-Guinea (bis 1968 Spanisch Guinea) gab es früher Dänisch Guinea, Niederländisch Guinea und Schwedisch Guinea (allesamt heute in Ghana), sowie Togo und Kamerun als Deutsch Guinea. Unser europäischer Reichtum stammt offenkundig aus der Zeit, als wir diese Region zu wirtschaftlichen Zwecken ausbeuteten, und als wir dort unsere Perversionen auslebten. Ihren Namen haben die Küstenregionen von den Portugiesen und Spaniern bekommen, die hier als Erste im 15. und 16. Jahrhundert kolonisierten. Ironischerweise stammt der Name "Guinea" gar nicht aus einer Küstenregion und hat auch nichts mit Wasser zu tun. Oft wird auf den berberischen Ausdruck "Ghinawen" verwiesen, der „Land der Schwarzen/Verbrannten“ bedeute und über das Portugiesische als Guiné in die europäischen Sprachen gelangt sei. Die "Verbrannten" waren wohl in das Land der Berber, der Sahara gereist, um dort zu handeln, oder reisende Berber wussten von Begegnungen mit Schwarzen in der Sahelzone zu berichten... beides meilenweit von der nächsten Küste entfernt. Auch wird spekuliert, dass Guinea von "Ghana" stammt, doch das ist unwahrscheinlich, da das Kernland von Ghana weder an der Küste lag, noch Kontakte zu Europäern pflegte. Das Reich von Ghana lag im Mittelalter im heutigen Mali und Mauretanien. Das Wort heißt übersetzt "König der Krieger", spricht also für die Macht und den Einfluss des Reiches, hat aber nichts mit Guinea zu tun.
Tschad wird Angola 100Mio$ Schulden in Form von 75.000 Rindern zurückzahlen, da Tschad kein Geld hat und Angola Vieh braucht.
Folgender Abschnitt zu Corona und seinen weitreichenden Folgen: