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Kupfer

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Nachrichten zu Kupfer

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18.07.2022 — Sri Lanka / Pakistan / Ukraine

China / Demokratische Republik Kongo

Chinesischer Bergbaukonzern CMOC stoppt alle Kupfer- und Kobaltausfuhren aus Tenke-Fungurume-Mine, die 2021 10% des globalen Kobalts gefördert hat; CMOC und kongolesisches Gécamines konnten sich zuvor nicht auf Verkaufspreise für Kobalt und Kupfer einigen, woraufhin Demokratische Republik Kongo-Behörden im Juni Leitung der Mine übernehmen wollte, was CMOC abwehrte; Demokratische Republik Kongo wirft CMOC vor, Teil der Gewinne aus Rohstoffverkauf nicht versteuert zu haben.

12 Quellen

15.07.2022 — Sri Lanka / Westasien / USA

In Kürze

Kupfer-preise wegen Rezessionsängsten auf Tiefstand.

Kontext? Kontext! Stichwortverzeichnis Abkürzungen.

13 Quellen

23.06.2022 — Myanmar / Sri Lanka / Indien

Chile

Bergleute des staatlichen Kupfer-Konzerns CODELCO beginnen unbefristeten Streik gegen "willkürliche" Schließung einer Gießerei wegen Umweltverschmutzung; 50.000 Bergleute werden sich Streik wohl anschließen.

13 Quellen

12.01.2022 — USA / Demokratische Republik Kongo / Australien

Meldung

2 Die Demokratische Republik Kongo 2.4 Rohstoffe und Bergbau 2.4.3 Kobalt Kobalt wurde lange als „Nebenprodukt“ des Kupfer- und Nickelabbaus gesehen, nimmt aber seit zwei Jahrzehnten an Bedeutung zu, da es bei der Produktion von Lithium-Batterien verwendet wird. Inzwischen nimmt die Bedeutung des Rohstoffs tendenziell wieder ab, unter anderem, weil Batterien kleiner werden. Und der Standort Demokratische Republik Kongo verliert weiter an Bedeutung wegen gestiegener Steuern, Unsicherheit und teurer Transportwege. Kobalt aus Marokko und Australien ist inzwischen deutlich attraktiver. Nichtsdestotrotz spielt der Rohstoff im Osten der Demokratische Republik Kongo noch immer eine bedeutende Rolle. 2/3 der Kobalt-Vorkommen der Demokratische Republik Kongo befinden sich in den Händen „westlicher“ oder „ostasiatischer“ Konzerne, die ihre Unternehmen durch Kredite finanzieren. Das restliche Drittel wird noch immer manuell abgebaut und befindet sich häufig im Einflussbereich chinesischer, indischer oder libanesischer Auswanderer. Diesen Auswanderern wirft der Cobalt-Beauftragte des staatlich-kongolesischen Bergbaukonzerns Gécamines vor, ein „quasi-mafiöses System“ errichtet zu haben. Teile dieses „schmutzigen Kobalts“ gelangen über irreguläre Geschäfte wieder in den Besitz der ausländischen Konzerne. Im März 2021 eröffnete Gécamines seinen Plan, den informellen Kobalt-Sektor zu formalisieren, indem die abgebauten Mineralien per Blockchain überwacht und nachverfolgt werden sollen. Blockchain ist ein Datenverarbeitungssystem, das laut einer Analyse von 2018 eine Erfolgsquote von 0% aufweisen konnte. Nichtsdestotrotz ist das ein Ansatz des kongolesischen Staaten, endlich auch mit einem fairen Anteil an den Profiten aus dem Kobalt-Handel teilzuhaben. Als Vorbild für die Kontrolle über den weltweiten Handel mit dem Kobalt sieht Gécamines die OPEC, ein Vorhaben, das im letzten Jahrhundert gescheitert ist, weil die USA durch den Petro-Dollar und Waffenlieferungen das Kartell unterwanderte. Derzeit befinden sich gut 51% der bekannten Kobalt-Lagerstätten in der Demokratische Republik Kongo, gefolgt von Australien mit 20%. Diese Zahlen schwanken je nach Quelle stark. 2020 stammten gut 68% des global geförderten Kobalts aus der Demokratische Republik Kongo, wohingegen Australien nur 4% der globalen Fördermenge stemmte. Das heißt, dass die Ressourcen der Demokratische Republik Kongo schneller ausgebeutet werden, als die von Australien, sie also auch schneller erschöpft sein werden. Bis 2025 soll die Demokratische Republik Kongo mit den Glencore-Expansionsplänen wohl 73% der globalen Nachfrage fördern. Bis 2026 wird sich die Nachfrage nach Auto-Batterien, in denen Kobalt verbaut wird, laut Morgan Stanley verachtfachen. Die Demokratische Republik Kongo hat also durchaus die Möglichkeit, auf diesem Feld Macht auszuüben. Mit der neuen Supergewinnsteuer tut sie das bereits ein wenig. Aber angesichts der Übermacht der USA und dem vergleichsweise geringen Einfluss der Demokratische Republik Kongo auf den Kobalt-Markt, ist ein erfolgreiches Kobalt-Kartell nach dem Vorbild der Organisation erdölexportierender Länder extrem unwahrscheinlich. Australien hatte schon in den 1970er Jahren dazu beigetragen, dass das der OPEC nachempfundene Kupfer-Kartell CIPEC keine Macht entfalten konnte. Als Fazit aus diesem kurzen Überblick kann ich ziehen, dass das Kobalt wahrscheinlich nur ein sehr unsicherer Motor des integrierten ostafrikanischen Wirtschaftswachstums unter der Ostafrikanische Gemeinschaft sein wird.

9 Quellen

09.01.2022 — Demokratische Republik Kongo / Tansania / Welt

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2 Die Demokratische Republik Kongo 2.4 Rohstoffe und Bergbau In der gesamten Region der Großen Seen ist der Boden sehr reichhaltig an Bodenschätzen. Alle Bodenschätze, die durch einen Beitritt der Demokratische Republik Kongo in das Einflussgebiet der Ostafrikanische Gemeinschaft gelangen würden, finden sich bereits heute in den Böden der aktuellen EAC-Mitgliedsländer. In Tansania sind beispielsweise die reinsten Nickel-Vorkommen (Nickel) der Welt zu finden, außerdem 18 Millionen Tonnen Graphit und 45.000 Tonnen Kobalt. Die Demokratische Republik Kongo weist nichtsdestotrotz eine so große Menge auf, wie sonst kein anderes Land. Seit Jahrzehnten hält der Kongo für jeden bedeutenden technologischen Fortschritt einen Rohstoff parat: Kautschuk für die neue Mobilität, Kupfer für die Elektrifizierung, Uran für die Atomisierung und 80% des Koltans, sowie 70% des Kobalts für die Digitalisierung, wobei sich diese Zahlen ständig ändern. Aber auch „sekundäre“ Rohstoffe können im Osten der Demokratische Republik Kongo abgebaut werden: Germanium für die wachsende Halbleiterindustrie, Zinnerze zum Löten von Platinen, jährlich 19 Millionen karat Diamanten, 40.000kg Gold und 7800t Zink. All diese Bodenschätze gehören qua Gesetz dem Staat, wobei der Staat Ausbeutungskonzessionen an Unternehmen verteilen kann. Seit 1967 ist der enorm profitable Bergbaukonzern Gécamines verstaatlicht und sie generierte zwischenzeitlich 42% der öffentlichen Staatseinnahmen. Auch für die Bewohner dieses Gebietes spielen die Bodenschätze eine wichtige Rolle: Da 58% der Kongolesen im informellen Sektor arbeiten, also unter unsicherer Bezahlung und prekärer Anstellung leiden, bietet es sich für viele an, sich selbstständig zu machen und in mühevoller Handarbeit, teilweise privat, nach den Ressourcen zu schürfen. Gut eine Millionen Menschen arbeiteten 2007 auf diese Weise. Doch von der Wertschöpfungskette kommt bei der Bevölkerung fast nichts an. Der Gewinn an den Rohstoffen, die zur Batterieproduktion gebraucht werden, steigt beispielsweise entlang der Wertschöpfungskette um 800%. Auch wenn also nur ein geringer Anteil der bewaffneten Konflikte um Bodenschätze geführt wird, ist dieses Thema unerlässlich, um die Situation im Osten der Demokratische Republik Kongo zu verstehen. In den folgenden Tagen werde ich einige Beispiele bringen.

8 Quellen

09.01.2022 — USA / Demokratische Republik Kongo / Schweiz

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2.4.1 Glencore und Dan Gertler 2019 wurden neue Richtlinien für den Bergbau verabschiedet, die höhere Besteuerung und mehr Anforderungen an die Bergbau-Lokalität vorsieht. Insbesondere umwelttechnische Anforderungen sind gestiegen: Schadensbegrenzung, Umweltsanierung, Umweltverträglichkeitsstudien und eine finanzielle Garantie, sollte es doch zu Umweltschäden kommen. Die neue Steuer ist besonders auf den Cobalt-Abbau ausgerichtet: Steigen die Weltmarktpreise für das Mineral um 25% im Vergleich zur Machbarkeitsstudie, wird eine 50%ige Supergewinnsteuer erhoben. Die Kobalt-Preise haben sich – deutlich schwankend – seit 2012 verdreifacht. Der kongolesische Staat will somit von dem Kobalt-Boom profitieren, doch das schreckt ab: Im August 2019 schloss Glencore die weltweit größte Kobaltmine wegen sinkender Kobaltpreise und wegen der neuen Steuern. Konzerne wie Glencore könnten sich in Folge dessen ganz aus der Demokratische Republik Kongo zurückziehen. Der weltweit größte Bergbaukonzern Glencore aus der Schweiz hat einen erheblichen Anteil an der Ausbeutung der Demokratische Republik Kongo. Glencore kontrolliert in so gut wie allen Teilen der Welt große Teile der Rohstoffmärkte. Es wurde als der größte Konzern beschrieben, den man sich vorstellen kann. Rund um Glencore und den israelischen Geschäftsmann Dan Gertler wurden in den letzten Jahren mehrere Skandale öffentlich, in denen es um Korruption und Menschenrechtsverletzungen in der Demokratische Republik Kongo geht. Dan Gertler galt wegen seinem engen Verhältnis zum kongolesischen Präsidenten Kabila als „Türsteher“ für Bergbauabkommen in der Demokratische Republik Kongo. Diese Verbindung begann 2001, als Gertler Kabila mutmaßlich israelische Waffen für den Krieg besorgte, um im Gegenzug das Monopol über die Diamantenindustrie zu erlangen. Seitdem soll Gertler dazu beigetragen haben, dass Glencore durch betrügerische Abkommen der weltweit größte Produzent von Kupfer und Kobalt (Kupfer) wurde. Allein 2013 soll die Demokratische Republik Kongo durch Gertlers korrumpierende Aktivitäten 1,3 Milliarden Dollar verloren haben. Laut UN sind Gertlers Aktivitäten „desaströs“ und ein „Alptraum“ für das Land. Seinem Selbstverständnis nach verdient Gertler den Friedensnobelpreis. Anfang 2017 erhielt Gertler 534 Millionen Dollar von Glencore, damit er sich aus den Bergbaugeschäften in der Demokratische Republik Kongo zurückziehe. Im selben Jahr wurden er und 14 seiner Unternehmen von den USA sanktioniert. Es wird vermutet, dass Glencore sich seitdem von Gertler distanziert, um nicht ebenfalls von den USA sanktioniert zu werden. Glencore hat bereits eine lange Geschichte von Geschäften mit US-sanktionierten Staaten, wie Apartheid-Südafrika, Nordkorea, Iran und Irak. In den letzten Jahren fiel Glencore in der Demokratische Republik Kongo in den internationalen Medien mit einem Minen-Kollaps mit 43 Toten 2019 auf. Als die illegalen Arbeiter in der Mine daraufhin mehr Arbeitssicherheit und eine eigene Abbaustelle forderten, heuerte Glencore bewaffnete Gruppen an, um „Sicherheit und Schutz“ zu gewähren. Glencore ist bereits heute in der gesamten Region der Großen Seen tätig. Doch 2021 entzog der inzwischen verstorbene tansanische Präsident Magufuli Glencore und dem kanadischen Bergbaukonzern Barrick ihre Lizenzen zum Nickel-Abbau (Nickel). Glencores Unternehmen in der Demokratische Republik Kongo werden also von großen Risiken begleitet, was dazu führt, dass es sich zunehmend zurückzieht. Da sich die Demokratische Republik Kongo von Konzernen wie Glencore abhängig gemacht hat, erfährt die Demokratische Republik Kongo sowohl durch die Anwesenheit, als auch durch den Abzug Glencores Nachteile.

14 Quellen

08.01.2022 — USA / China / Demokratische Republik Kongo

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2.3.1 Félix Tshisekedi, China und die USA Auch im sogenannten Kalten Krieg zwischen den USA und China geht die Präsidentschaft Tshisekedis andeutungsweise mit einem Politikwechsel einher. China und die USA versuchten 2021 beide, Präsident Tshisekedi an sich zu binden: China erließ der Demokratische Republik Kongo Milliarden Dollar Schulden, um "als Kongos verlässlichster Freund einen Beitrag zu dessen Entwicklung zu machen". Die USA kündigten hingegen ein 1,6 Milliarden Dollar schweres Investitionsprogramm an. Wer von den beiden 2021 die bessere Bilanz ziehen konnte, zeigt folgendes Beispiel. Tshisekedis Amtsvorgänger Kabila hatte 2008 Verträge mit China unterzeichnet, nach dem China Kupfer, Kobalt und Gold schürfen durfte und im Gegenzug Infrastruktur bauen musste. Die chinesischen Konzerne China Railway Group CREC und Sinohydro sollten Eisenbahn- und Energieinfrastruktur bauen. Der Vertrag umfasste zunächst neun Milliarden Dollar, die von der chinesischen Export-Import Bank of China gestellt wurden. Auf Druck des Internationaler Währungsfonds sank diese Summe auf sechs Milliarden Dollar. Tshisekedi kündigte im September 2021 eine grundlegende Revision der Verträge an, da er den Verdacht hatte, die Verträge würden zum Nachteil der Demokratische Republik Kongo umgesetzt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die chinesischen Konzerne 2,74 Milliarden Dollar investiert, davon gut eine Milliarde Dollar in den Infrastrukturausbau. Im Oktober ruderte Tshisekedi nach einigen Verhandlungswochen wieder zurück und bat um ein Ende des Streits. Im November veröffentlichte das kongolesische Infrastrukturministerium einen Bericht, laut dem China nur 27,5% der versprochenen Investitionen getätigt hatte, während schon 77% der Bergbauprojekte vollendet waren. Das waren große Dämpfer, aber sie konnten die Verträge noch nicht vollends diskreditieren. Das geschah einen Monat später. Im Dezember 2021 veröffentlichte eine, unter anderem von Hans Zimmer finanzierte, US-Investigationsplattform einen Bericht, laut dem Kabilas Familie durch Korruption chinesischer Unternehmer acht Millionen Dollar erhalten hatte, übermittelt durch die Commerzbank. Insgesamt seien 138 Millionen Dollar, die für Infrastruktur vorgesehen waren, in die Taschen korrupter Beamte und Geschäftsleute geflossen. Es ist dennoch unklar, ob Tshisekedi die Verträge tatsächlich kündigen oder neu auflegen wird, weil immer noch zahlreiche Regierungsmitglieder selber von den Verträgen profitieren, aber seine Entscheidung wird ein deutliches Zeichen setzen, welche ausländischen Investoren die Demokratische Republik Kongo bevorzugt.

5 Quellen

06.01.2022 — Demokratische Republik Kongo / Kongo / Ostafrika

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2 Die Demokratische Republik Kongo 2.1 Kurze Geschichte Seit Jahrzehnten hält der Kongo für jeden bedeutenden technologischen Fortschritt einen Rohstoff parat: Kautschuk für die neue Mobilität des 20. Jahrhunderts, Kupfer für die Elektrifizierung, Uran für die Atomisierung, Coltan für die Digitalisierung und Cobalt für die neue Mobilität des 21. Jahrhunderts. Wie kamen diese Waren auf den Weltmarkt? Ostafrika knüpfte sich Ende des ersten Jahrtausends nach Christus an den damals arabisch-zentrierten Welthandel. Die afro-arabischen Swahili (von arabisch für „Küstenbewohner“) gründeten dutzende Städte an der ostafrikanischen Küste, wie etwa Mogadischu, Mombasa, Sansibar und Shanga auf dem Lamu-Archipel. Die Nachfrage nach Elfenbein, Gold und Kristallen ließ regionale Handelsrouten vom Inneren des Kontinents an die Küste entstehen, über die ab dem 18. Jahrhundert auch Sklaven gehandelt wurden. Das Kiswahili entwickelte sich zur Handelssprache und breitete sich über die Jahrhunderte bis in den Osten der Demokratische Republik Kongo aus. Bis heute können geschätzt 80 Millionen Menschen die Sprache, oder einen ihrer Dialekte verstehen. Kiswahili gilt bis heute als grenzüberschreitende Regional- und Handelssprache, was auch während der Demokratische Republik Kongo-Beitrittsverhandlungen zur Ostafrikanische Gemeinschaft betont wurde. Ende des 15. Jahrhunderts landeten erste portugiesische Schiffe auf dem Weg nach Indien in den ostafrikanischen Swahili-Städten. Von dem atlantischen Sklavenhandel war Ostafrika eher nicht betroffen. Auch sonst orientierten sich die großen europäischen Handelsrouten der Frühen Neuzeit von Europa aus nach Westen und nicht in den Südosten nach Afrika. Seit den 1850ern rückten die zentralen Regenwälder des afrikanischen Kontinents in das Interesse europäischer und afro-arabischer Händler; zunächst wegen des Elfenbeins, bald wegen des Kupfers und schließlich für den Sklavenhandel. In den ersten Jahrzehnten der Ausbeutung wurde der östliche Kongo von Osten her ausgebeutet, also von den afro-arabischen Händlern am Indischen Ozean. Der Osten der Demokratische Republik Kongo ist spätestens seit den 1890er Jahren im Fokus des Weltmarkts, weil hier Kautschuk für die neue Erfindung des Gummireifens gesammelt werden konnte. In Katanga und der Region der Großen Seen wurden Firmen zur Ausbeutung der Gebiete gegründet, insbesondere zur Ausbeutung des Kautschuks. Kautschuk sollten die Einheimischen in der Wildnis sammeln und als Steuer abgeben. Dabei kam es häufig zu Gewalt, um eine höhere Kautschukproduktion anzuspornen: Folter, Auspeitschungen, das Abschlachten von Menschen, willkürlichen Erschießungen und Verstümmelungen. Damals war die Demokratische Republik Kongo Privatkolonie des belgischen Königs Leopold II. Bis 1900 befand sich der allergrößte Teil der Demokratische Republik Kongo faktisch nicht unter der Kontrolle Leopolds II., darunter die Gebiete im Osten, wo teilweise noch immer afro-arabische Herrscher walteten. Während der belgischen Kolonialzeit begann auch die Ausbeutung von Bodenressourcen, wie Diamanten in Kasai, Gold in Ituri, Kupfer und Uran in Katanga. Seit den 1910ern dominiert der Bergbausektor die kongolesische Gesamtwirtschaft. Schon damals hatte die damalige Weltmacht Großbritannien große Anteile an den staatlich-belgisch-kongolesischen Bergbaukonzernen. Der Kongo wurde nur langsam entkolonialisiert, seine Unabhängigkeit geschah trotzdem recht schnell im sogenannten „Afrika-Jahr“ 1960. Belgien startete daraufhin eine große Kampagne gegen die neue Unabhängigkeitsregierung unter Patrice Lumumba. Die Kampagne wurde vom britisch-belgischen Bergbaukonzern Union Minière du Haut Katanga finanziert. Das Ziel dieser Kampagne war, auch nach der formellen Unabhängigkeit Kontrolle über die Bodenschätze zu behalten.

7 Quellen