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120 Nachrichten

17 Quellen

Sierra Leone / Myanmar / China

Panama

Angriffe auf Kupfer-Mine, sowie Kupfer-Bergleute der umstrittenen First Quantum Minerals-Mine, die wegen anhaltender Proteste und Blockaden seit gestern stillsteht (von JAttwood); Oberstes Gericht berät nun den 3. Tag über mögliche Aufhebung der umstrittenen Bergbauverträge mit FQM (von JMDiaz).

14 Quellen

Niederlande / Israel / Palästina

In Kürze

First Quantum Minerals suspendiert Kupfer-Bergbau in Panama.

14 Quellen

Madagaskar / Israel / Palästina

Panama / Kanada

Kanadischer Bergbaukonzern First Quantum Minerals warnt, dass er größtes, derzeit hoch umstrittenes Kupfer-Bergwerk Panamas nicht weiter bewirtschaften kann, wenn sich Hafenblockade fortsetzt (von CJamasmie), die seit Ende Oktober aus Protest gegen Verlängerung der Bergbaukonzession besteht (von VRLeotaud), was bereits zur Verringerung der Bergbauaktivitäten geführt hat (von SBose und VHilaire).

10 Quellen

Finnland / Aserbaidschan / Senegal

Panama

Präsident Laurentino Cortizo beginnt juristische Konsultationen zur Aufhebung des umstrittenen Kupfer-Bergbauabkommens mit First Quantum Minerals, gegen das soziale und ökologische Gruppen auch weiterhin mobilisieren.

14 Quellen

Großbritannien / Nordkorea / Indonesien

Panama

Zahl der Festnahmen bei seit 3 Wochen anhaltenden anti-First Quantum Minerals-Kupfer-Bergbau-Protesten steigt auf über 1000; neben Straßenblockaden auch Ausschreitungen in 19 Regierungsgebäuden und 5 Polizeistationen.

17 Quellen

Sudan / Türkei / Israel

Panama

Gewerkschaften kritisieren bei seit 3 Wochen anhaltenden Protesten gegen Kupfer-Bergbau der First Quantum Minerals willkürliche Festnahme von Protestanführern.

16 Quellen

Spanien / Madagaskar / Äthiopien

Panama

2 Tote bei Gewerkschaft-Protesten gegen Kupfer-Bergbauprojekt, das KANADischem First Quantum Minerals-Konzern für bis zu 40 Jahren Zugriff auf Kupfer gewährt (mit APA).

2 Quellen

Italien / USA / Panama

Meldung

(2).

Aber diese Auseinandersetzung zwischen Legitimisten und Orleanisten war nur Teil eines größeren "Europäischen Konzerts", das 1815 zu spielen begonnen hatte und in dem zuletzt die preußische Pauke deutlich lauter geworden war. Deutschland als politisch definierter Raum bestand am 01. November 1873 noch nicht einmal 2 Jahre und es war ein Ergebnis des bereits erwähnten deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Das DEUTSCHE REICH des protestantischen Preußens war darum bemüht, das katholische Frankreich außenpolitisch zu isolieren, auch aus Angst, Frankreich könne das frisch besetzte Elsass zurückhaben wollen. Kanzler Bismarck begann daher seine Bündnispolitik, u.a. mit dem neu gegründeten ITALIEN, das einen kolonialen Interessenkonflikt mit Frankreich um Nordafrika bemühte. Doch in den Nachrichten lässt sich nicht so sehr der Imperialkonflikt ablesen, sondern der ideologische Konflikt zwischen dem politischen Katholizismus (Ultramontanismus) Chambords und z.B. der Jesuiten, und den eher säkulär oder zumindest anti-katholischen Regierungen von Deutschland und Italien. Bismarcks Deutschland befand sich damals im sogenannten Kulturkampf gegen den Katholizismus, zu dem u.a. das anti-Jesuiten-Gesetz von 1872 gehörte. Die Jesuiten hatten im "Europäischen Konzert" eine politische Rolle eingenommen, da sie die absolutistischen Monarchien Frankreichs beeinflusst und z.B. auch in alten und neuen Kolonien, wie den USA oder Mexiko Fuß gefasst hatten. Einst der progressivste Glaubensorden waren sie im 19. Jahrhundert streng orthodox geworden und inzwischen stellen sie seit 2013 den Papst. In den Nachrichten lesen wir nun, dass die in Rom tätigen Jesuiten ihre offiziellen Niederlassungen verlassen, also sich dort möglicherweise unerwünscht gefühlt haben.

Aus diesem politischen Klima entstand 1870 übrigens die katholische Zentrumspartei, eine Vorgängerpartei der heutigen CDU, die in der Anfangszeit der Bundesrepublik Deutschland das religiös-politische Gegenstück zur eher evangelischen SPD wurde. Doch dazwischen vergingen über 75 Jahre, in denen sich das politische Klima von damals in noch ganz anderen Entwicklungen niederschlug, nämlich dem Ersten Weltkrieg.

Ein Blick in den "Rest der Welt" - so wird er zumindest behandelt - zeigt uns einen Imperialkrieg in PANAMA. Es sticht dabei besonders hervor, weil wir 1823 und 1903 mit den Nachrichten bereits in der Region waren und diese Nachricht ein passendes Zwischenstück zwischen beiden Jahren darstellt. 1823 wurde Panama, als Teil von Kolumbien, von Spanien unabhängig und im selben Jahr entwickelten die USA die Monroe-Doktrin, die "Amerika" für "(us-)amerikanisch" erklärte und 1903 stehen die USA kurz vor der militärischen Intervention, die Panama endgültig von Kolumbien lösen und in die totale militärische Herrschaft der USA über den geplanten Panamakanal begründen sollte. Von Interesse ist dabei die schmale Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika des Kanals, wofür es im 19. Jahrhundert aber noch nicht die technischen Möglichkeiten gab. Stattdessen hatten die USA in den 1850ern in Panama die 1. transkontinentale Eisenbahn Amerikas gebaut. Damals war das Schiff das schnellste und einfachste Transportmittel, wohingegen die meisten Landwege noch so beschwerlich und lang waren, wie im Mittelalter. Als 1848 in Kalifornien Gold gefunden wurde, bot es sich für die US-Amerikaner der Ost-Küste also an, nicht zu Fuß oder auf Karren den direkten Weg durch ganz Nordamerika bis zur Westküste einzuschlagen, sondern mit dem Schiff von der US-Ostküste an den Ort zu fahren, wo der Kontinent am schmalsten war, dort den Landweg einzuschlagen, und auf der anderen Seite das Schiff zur Westküste nach Kalifornien zu nehmen. Diese schmalste Stelle war Panama, wo die USA die Eisenbahn bauten und fortan als strategische Infrastruktur ansahen, die es unbedingt zu schützen galt, wie z.B. 1873. 1856 fand die 1. Militärintervention übrigens nach einem Streit um eine unbezahlte Wassermelonenscheibe statt - ein vorgeschobener Grund.

2 Quellen

USA / Indien / Essequibo

Meldung

(3).

Im Osten von Panama, auf der anderen Seite der Karibik liegt das heutige Guyana. 1823 hatte ich bereits über den Sklavenaufstand in DEMERARA-ESSEQUIBO berichtet, wie Guyana damals hieß, und ich hatte im Begleittext erzählt, wie umkämpft das Thema der Sklaverei im damaligen britischen Weltreich war. 50 Jahre später war diese herkömmliche Form der Sklaverei in Nord- und Südamerika fast beseitigt. Die ehemaligen Sklaven+ wurden aber nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich von den Betrieben und Lobbys bekämpft, die über Jahrhunderte auf brutalste Weise Humankapital aus ihnen geschlagen hatten. Aus der Sklaverei entlassen, wurden vielerorts Vertretern+ der neuen afro-amerikanischen Gesellschaftsgruppe keine Arbeit gewährt, sodass sie verarmten. An ihre Arbeitsstelle traten in vielen Ländern Migranten+ z.B. aus Europa, aber auch Vertragsarbeiter aus noch weiter entfernten Ländern. Dass die chinesische Bevölkerung in den USA aus dieser ökonomischen Gemengelage heraus zunahm, haben wir bereits in den Nachrichten von 1903 gelesen. In Guyana aber, das noch zum Britischen Weltreich gehörte, startete in den 1830ern eine von den Kolonialbehörden gewollte, kontrollierte Einwanderung von 230.000 Vertragsarbeitern aus Britisch INDIEN, zu deren Zahl in den Nachrichten von 1873 bereits eine Bilanz gezogen wird.

Anders als in den Nachrichten von 1943 sollte die in den Nachrichten angekündigt Hungersnot 1873 übrigens zu fast keinen Todesfällen führen, was als eine der größten Erfolge der britischen Kolonialherrschaft in Indien gilt und dem Vizegouverneur Temple zu verdanken ist. Temple hatte keine Ausgaben gescheut, sodass er so sehr für die Kosten seiner Hungerhilfe kritisiert wurde, dass er bei der nächsten Dürre 1876 deutlich weniger in Hungerhilfe investierte, was den Tod von 5 bis 10 Millionen Menschen zur Folge hatte. Diese Dürren, die in Britisch Indien bis weit ins 20. Jahrhundert anhalten sollten, waren mit ein Grund für die Entstehung der Indischen Unabhängigkeitsbewegung, die ich bereits 1943 thematisiert habe. In der öffentlichen Wahrnehmung der Indischen Unabhängigkeit steht natürlich Mahatma Gandhi im Mittelpunkt, der 1873 gerade einmal 4 Jahre alt war, der aber in einem politischen Klima aufwuchs, das nicht nur durch Hungerkatastrophen geprägt war, sondern auch z.B. durch die in den Nachrichten beschriebene "harsche und tyrannische" britische Fremdherrschaft über den Salzhandel in Indien, was um 1873 in der heute nur schwer vorzustellenden "Großen Hecke von Indien", die das Land in 2 Hälften teilte, ihren absurden Höhepunkt fand. 1930 führte Gandhi dann bekanntlich den Salzmarsch gegen das Salzmonopol der Briten an.

12 Quellen

Nordkorea / Pakistan / Afghanistan

In Kürze

Weiter Proteste gegen Kupfer-Bergbaukonzession für First Quantum Minerals in Panama (von VGuzman).

13 Quellen

Sudan / Israel / Palästina

Panama

Regierung Laurentino Cortizo kündigt Unterbrechung für Ausstellen neuer Bergbaulizenzen an, nachdem sie vor 1 Woche umstrittenes Kupfer-Bergbauprojekt der First Quantum Minerals verlängert hatte.

3 Quellen

Welt / Irak / Ukraine

Meldung

(5).

Zuletzt möchte ich noch einige Worte zu Werbung in alten Zeitungen schreiben. Die Werbung in den Zeitungen von 1903 hatte einen viel größeren Stellenwert als in den meisten heutigen digitalen und analogen Zeitungen. Die von mir gelesenen Zeitungen von damals, auch die ganz großen, waren eher Werbeblätter mit kleinen journalistischen Zusätzen. Das war bei der Suche nach relevanten Informationen manchmal störend, aber es war auch unterhaltsam. So las ich eine Werbeanzeige eines Zahnarztes, der Zahnfüllungen "nur mit Elektrizität" herstellte, eine (heute) altmodische Kaffeekanne wurde als "technologisches Wunder" präsentiert und in einer US-Regionalzeitung gab ein Imker in seinem Werbebereich zu, dass er keine Zeit habe, sich eine Werbung auszudenken, die Leute aber trotzdem bei ihm kaufen sollten - ein Werbetrick? Leider habe ich keine Quellen für diese Kuriositäten, weil ich nicht dachte, dass ich noch etwas dazu schreiben würde. Aber Werbung ist nicht nur kurios und das Abbild des Privatlebens der 1900er-Jahre, sie kann auch politische und gesellschaftliche Macht haben. Wie im Abschnitt zu Kolumbien erwähnt, waren die Anfänge des Panamakanals von Krieg gezeichnet und durch hegemoniale Interessen. Trotzdem sehe ich den Panamakanal und das Land Panama heutzutage eher rein positiv konnotiert, der Kanal als technologisches Meisterwerk und das Land nicht zuletzt wegen der Janosch-Geschichte "Oh, wie schön ist Panama". Diese Tendenz begann schon im frühen 20. Jahrhundert mit der enormen Popularität des Panama-Huts, der prominente Träger hatte aber auch, wie in alten Filmaufnahmen des öffentlichen Lebens gesichtet werden kann, von der Masse getragen wurde. Der Hut erlebte durch zurückkehrende Arbeiter und Ingenieure des Panamakanalbaus ebenso Popularität, wie durch Fotos des Präsidenten Roosevelt mit dieser Kopfbedeckung. Doch schon in den Zeitungen von 1903 finden sich hier und da größere und kleinere Werbeanzeigen für den Panamahut.

Vielen Dank.

2 Quellen

USA / Peru / Chile

Meldung

(4).

80 Jahre nach der Mornoe-Doktrin, die 1823 relativ kurz nach den Nachrichten vom 26. September erlassen wurde, hatten die USA also ihre Vorstellung eines Kontinents Amerika unter der Macht der (US-)Amerikaner zur Verfolgung ihrer eigenen nationalstaatlichen Interessen weiterverfolgt. Die europäischen Mächte waren jedoch keineswegs aus Amerika verschwunden, wie am Beispiel der französischen Tätigkeiten in Panama-Kolumbien verdeutlicht, oder an der Nachricht aus VENEZUELA. Ich schreibe in den Nachrichten von einem drohenden "erneuten" Konflikt der venezolanischen Regierung Castro mit drei europäischen Mächten. Damit ist gemeint, dass sich die Venezuela-Krise vom zeitlich nahen Dezember 1902 wiederholen könnte, als Großbritannien, Deutschland und Italien mit ihren Kriegsschiffen die venezolanischen Häfen blockierte, da Castro sich weigerte, die umstrittenen Auslandsschulden zu bezahlen. Im Zuge dessen bombardierten britische und deutsche Schiffe übrigens den Hafen von Porto Cabello, also dem Ort, der zufälligerweise bereits in den Nachrichten von 1823 als "letzter Stützpunkt der spanischen Kolonialtruppen" Erwähnung fand. Die multiplen Krisen und Kriegsschauplätze zwischen Panama und Venezuela stellten in der Zeit einen Wendepunkt der Monroe-Doktrin dar: Mit der Seeblockade durch europäische Mächte war ihre Durchsetzung einerseits so prekär, wie nie zuvor und andererseits kündigte sich in Kolumbien/Panama an, wie die USA damit umzugehen gedachten. 1904 wurde die Doktrin von Roosevelt formal geändert, sodass nur noch die USA in inneramerikanische Angelegenheiten intervenieren dürfe. Im Zuge der Venezuela-Krise zeigte sich aber auch der politische und wirtschaftliche Aufstieg Argentiniens, der zwar im Laufe des Jahrhunderts abnahm und 2001 schließlich vollends zerbrach, aber 1904 noch eine echte Macht darstellte. In Rektion auf die Venezuela-Krise 1902 entstand die Drago-Doktrin des argentinischen Außenministers Drago, die eine Fortführung der Idee Monroes war, ab 1907 aber als Drago-Porter-Konvention weltweit Geltung fand. Sie bestimmt, dass zur Eintreibung von Staatsschulden keine Gewalt angewendet werden darf. Dieses bedeutende Prinzip gilt bis heute. Die Venezuela-Krise wiederholte sich nicht.

2 Quellen

USA / Europa / Essequibo

Meldung

(2).

Rund 100 Jahre später sollte dann aber nicht eine europäische Nation die Weltmacht der Briten ersetzen, sondern die 1823 noch recht jungen Vereinigten Staaten von Amerika. Die Nachricht über die Kriminalisierung des Sklavenhandels durch die Regierung Monroe mag auf den ersten Blick verwirrend sein, da es doch die USA waren, die erst in den 1860ern die Sklaverei ganz abschafften und Großbritannien deutlich früher (dazu kommen wir gleich). Der Sklavenhandel im Atlantik war Anfang des 19. Jahrhunderts noch unter wichtigem Einfluss Großbritanniens, das zwar 1807 selber Sklavenhandel abgeschafft hatte, nicht aber die Sklaverei an sich und dessen strategischer Verbündeter Portugal weiterhin Sklavenhandel im großen Maß betrieb. Die Nachricht aus dem gewaltsam niedergeschlagenen Sklaven-Aufstand in der britischen Kolonie DEMERARA-ESSEQUIBO, dem heutigen Guyana, spiegelt genau das wieder. Die USA betrieben mit ihrer Kriminalisierung des Sklavenhandels also vermutlich eine anti-britische Politik, die zudem in Zeiten diplomatischer Spannungen mit dem ehemaligen Kolonialherren stattfand. Diese Nachricht ist der Vorläufer der Monroe-Doktrin aus dem Dezember 1823, die auf die Parole "Amerika den Amerikanern" verkürzt werden kann. Sie führte einerseits dazu, dass sich in ganz Amerika von Europa unabhängige Staaten bilden konnten, aber sie bereitete auch die Grundlage dafür, dass die USA einen großen Teil der in Nord- und Südamerika stattfindenden Politik als ihre Innenpolitik wahrnahmen, was im 20. Jahrhundert in den militärischen Invasionen von Panama 1989, der Dominikanischen Republik 1965 und Grenada 1983 gipfelte, sowie in der Unterstützung von Militärputschen in Chile 1973, Guatemala 1954 und Brasilien 1964. Auch heute noch wirkt sich die Moroe-Doktrin beispielsweise militärisch durch das US-Südkommando, sowie wirtschaftlich und politisch durch das Sanktionsregime gegen Kuba, die US-Dollar-Hegemonie und die US-Macht über Internationaler Währungsfonds und Weltbank, sowie natürlich kulturell aus. Bei dem Sklaven-Aufstand in Guyana beging die britische Kolonialverwaltung übrigens den Kardinalfehler, nicht nur afro-amerikanische Sklaven zu töten, sondern auch einen Weißen, den anti-Sklaverei-Missionar John Smith. Seine Hinrichtung im Februar 1824 verstärkte in Großbritannien die öffentliche Meinung, neben dem Sklavenhandel solle auch die Sklaverei abgeschafft werden, was 1833 geschah.

An die Stelle der Sklaven als wichtigste Arbeitskraft traten in Nord- und Südamerika Vertragsarbeiter+ und Migranten+ die nicht minder ausgebeutet wurden. Auch in EUROPA war 1823 eine gesellschaftliche Transformation im Gange, an deren Ende der industrialisierte Kapitalismus stand. Die Nachricht über die Armutszahlen in Europa entnahm ich einer englischsprachigen Zeitung, die von sogenannten "Paupern" spricht, also wörtlich übersetzt "Armen". Dieser Begriff war zentral in den Anfängen der Industrialisierung, als die "Pauperisierung", also Verarmung der ländlichen Bevölkerung voranschritt. Karl Marx bezeichnet diesen Zeitabschnitt als "ursprüngliche Akkumulation" und 1823 wurde darüber - zumindest in Zahlen - berichtet.

Zuletzt ein HINWEIS: Die Aktualität der in den Nachrichten vom 26. September 1823 variiert ganz deutlich. In der Karlsruher Zeitung kann man lesen, welche Blumen gerade aktuell im Schlossgarten blühen und in vielen Zeitungen spiegelt sich das aktuelle gesellschaftliche Leben wieder mit Heiraten und Todesfällen, sowie in der Wiener Zeitung mit einem Wohnungsmarkt. Je weiter der Schauplatz entfernt ist, desto länger braucht die Nachricht, um zur Redaktion zu gelangen. Europäische Medien berichten relativ aktuell über die Kriege in Spanien und Griechenland und die Zeitung aus Barbados weiß relativ aktuelle Nachrichten aus Guyana zu berichten. Aber die Nachricht aus Peru ist tatsächlich eine Nachricht aus dem April 1823 und die seltene Nachricht aus China ist, so im Artikel geschrieben, auf dem Stand von Januar 1823. Wer weiß schon, durch wie viele Hände sie gegangen sein mag!

11 Quellen

Indien / Welt / Malediven

Panama

Behörden kündigen nun doch an, Migration durch Darién-Regenwald durch vermehrte Abschiebungen und Grenzbarrieren bekämpfen zu wollen.