Mexiko / Dänemark
In Kürze
Regierungspartei gewinnt wie erwartet Parlamentswahlen in NL.
Regierungspartei gewinnt wie erwartet Parlamentswahlen in NL.
Parlamentswahlen in NL ab heute finden vor Hintergrund anhaltender Anti-Lockdown-Proteste (26.1) statt; Premierminister Ruttes VVD-Partei führt in Umfragen trotz der Proteste erheblich; Regierung war nach Kindergeld-Skandal (15.1) zurückgetreten.
Parlamentswahlen in Zentralafrikanische Republik fortgesetzt; 2/3 der Landkreise konnten beim letzten Termin wegen der landesweiten Rebellion nicht abstimmen.
>150 Festnahmen in Russland nach Razzia bei Veranstaltung von Oppositionspolitikern+, die sich vor Parlamentswahlen im September vernetzen wollten.
Parlamentswahlen in Algerien auf 12.6 angesetzt.
Ivorische Regierungspartei gewinnt bei Parlamentswahlen mit 59% bei Wahlbeteiligung von 38%; erste friedliche Parlamentswahlen seit 10 Jahren.
Mehrere durch Covid-Berichterstattung bekannt gewordene Ärzte+ treten bei Parlamentswahlen in Albanien und Bulgarien an.
Parlamentswahlen in Elfenbeinküste gelten als Stabilitätstest für Präsident Ouattara, bei dessen Wiederwahl 2020 (3.11) bei Unruhen 87 Menschen getötet wurden; Opposition hatte damals zu Putsch aufgerufen (5.11); Wahlkampf bisher friedlich.
China verschiebt Parlamentswahlen in Hong Kong erneut auf 2022; Ziel neuer Reformen soll sein, dass "Patrioten regieren".
Bei Parlamentswahlen in El Salvador (28.2) bekommen Partei Präsident Nayib Bukele und Verbündete wohl Mehrheit von 56 von 84 Sitzen (AJ).
Februar 2021.
Auch im Monat Februar ist besonders viel in Afrika geschehen. Daher werden die meisten Themen, wie im Monatsrückblick zu Januar, auf die politischen Ereignisse in afrikanischen Ländern bezogen sein. Der Kontinent steht derzeit auch im Corona-Kontext im Zentrum des Infektionsgeschehens, das unter anderem wegen der südafrikanischen Corona-Variante um 40% anstieg (14.2) – Grund genug, am Ball zu bleiben.
Der Februar startete mit einem Putsch im südostasiatischen Myanmar (1.2). Die Machtübernahme verlief weitestgehend unblutig. Auch wenn Sicherheitskräfte seither gewaltsam gegen Protestierende vorgehen, ist das Ausmaß der Gewalt trotz der scharfen Munition (10.2) im Vergleich zum vorherigen Putsch 1988 eher gering (22.2). Vielmehr ähneln die aktuellen Proteste in Myanmar der Safran-Revolution von 2009, als die Menschen schon einmal gewaltlos und mit zivilem Widerstand gegen die Militärdiktatur auf die Straßen gegangen waren. Dieser Trend könnte sich seit Sonntag umgekehrt haben (28.2). Das Militär spielt in Myanmars Geschichte seit den ersten Versuchen der Unabhängigkeit in den 1930er Jahren eine sehr wichtige Rolle und sie war viele Jahrzehnte die treibende Kraft in der myanmarischen Innen- und Außenpolitik. Als im Jahr 2011 die ehemalige Aktivistin Aung San Suu Kyi mit ihrem Parteifreund Htin Kyaw an die Spitze des Staats gewählt wurde, gab das Militär seine Macht nicht vollständig aus den Händen. 25% der Parlamentssitze sollten ständig vom Militär besetzt sein. Da die Militärpartei USDP zudem noch bei den letzten Parlamentswahlen eine große Zahl der Stimmen bekam, bedeutete dies, dass das Militär die Mehrheit im Parlament stellte. Bei den Parlamentswahlen im November 2020 (8.11) verlor die USDP und stürzte auf 5,9% (+25%), wohingegen Suu Kyis NLD 58,6% der Stimmen bekam. Auch wenn die EU diese Wahlen einen „Meilenstein für die Demokratisierung“ nannte (9.11), war der Wahlprozess doch sehr umstritten, weil in manchen Regionen wegen unkontrollierten Gewaltausbrüchen gar nicht gewählt werden durfte. Das Militär beklagte Wahlbetrug wegen Irregularitäten in Wahllisten und der Oberbefehlshaber Min Aung Hlaing drohte Ende Januar (30.1) kurz vor dem Amtsantritt des neuen Parlaments sogar, die Verfassung umzustoßen. Am ersten Februar also putschte das Militär die Regierung Suu Kyis aus dem Amt, brachte führende Politikerinnen und Politiker unter Hausarrest, setzte General Min an die Spitze des Staates und rief einen einjährigen Notstand, sowie das Kriegsrecht (9.2) aus. Nun, da das Militär wieder an der Macht ist, wird es wohl juristisch gegen Suu Kyi vorgehen, um sie von späteren Wahlen abzuhalten. Suu Kyi ist essentiell für die Popularität der NLD, weil sie die Tochter des Unabhängigkeitshelden Aung San ist, und weil sie seit 1988 eine der konsequentesten Oppositionen zum Militär darstellt. Sie befand sich im direkten Machtkampf mit dem Oberbefehlshaber Min, den sie noch in diesem Jahr in den Ruhestand entlassen wollte. Neben dem schlechten Wahlergebnis und dem andauernden Machtkampf mit Suu Kyi könnte für das Militär auch ein 350 Millionen Dollar schweres Internationaler Währungsfonds-Hilfspaket ein Anstoß gewesen sein, den Putsch durchzuführen – das ist jedoch zweitrangig. Die ethnische Säuberung an der muslimischen Minderheit der Rohingya spielt übrigens in der myanmarischen Innenpolitik keine große Rolle, sondern wird eher im „Westen“ und der „Islamischen Welt“ mit dem Land assoziiert. International wurde der Putsch verurteilt und in manchen Nachbarländern, wie Thailand oder Japan gab es Solidaritätskundgebungen. Die USA verhängten Sanktionen (11.2) und auch China scheint mit der neuen Militärregierung nicht zufrieden zu sein. Im Februar wurde in Myanmar ein Generalstreik ausgerufen und die Zahl der Protestierenden erreichte bis Mitte des Monats 100.000 (17.2).
Bei Parlamentswahlen in El Salvador wird Präsident Bukeles NI-Partei wohl Mehrheit im Parlament erringen; autoritärer Nayib Bukele regierte bisher an Parlament vorbei (24.5) und zwang es sogar vor 1 Jahr mit Waffengewalt zur Erhöhung der Militärausgaben (11.2.20).
Georgischer Premierminister Gacharia nach 2 Monaten zurückgetreten; Opposition boykottiert seit Parlamentswahlen (01.11,14.11) Parlament wegen Betrugsvorwürfen.
Reformerische Partei Vetëvendosje gewinnt Parlamentswahlen in Kosovo erdrutschartig mit 48%; ex-Premierminister Albin Kurti (10.2) wird wohl erneut Premierminister.
Linksgerichteter kosovarischer Ex-Premierminister Albin Kurti gewinnt wohl Parlamentswahlen; Amtierende Regierungspartei drittplatziert mit 15% (dS).
Präsident der Zentralafrikanische Republik Faustin-Archange Touadéra will trotz fehlender Kontrolle über große Teile des Landes Parlamentswahlen durchführen (AJ).
Bei Parlamentswahlen in Liechtenstein gewinnt konservative VU mit 23 Stimmen Vorsprung vor konservativer FBP.
Militär übernimmt unblutig Macht in Myanmar und ruft 1-jährigen Notstand aus; Militärführer Min (30.1) hatte zuvor Wahlbetrug bei Parlamentswahlen angeprangert, bei denen Militär-Partei an Stimmen verloren hatte; Premierminister Aung San Suu Kyi und weitere Regierungsmitglieder inhaftiert; Biden droht Militär mit Konsequenzen für Festnahme Suu Kyis; Proteste gegen Putsch in Japan und Thailand.