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Welt

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Die anderen Kontinente.

Anderes Bilanz 2020 (Statistiken) Bilanz 2020 (Persönlich) Corona 2020 (Erklärt von Erstklässlern) Corona 2020 (Einschnitt ins Leben) Corona 2020 (2. Welle) Corona 2020 (Bilanz 2020) Gendern 2021 (Lösung für den Kanal) Persönlicher Jahresrückblick 2022 Währungsgeschichte (vor 1971, seit 1971, seit 2008) Wirtschaft 2020 (Geldschöpfung) Wirtschaft 2020 (FinCEN-Files) Wirtschaft 2021 (Wahrnehmung der Welt) Karten Guyaniea 2020 (Namens-Geographie) Bilanz 2020 (Häufigkeit 2020) Bilanz 2020 (Vergleich 2019) Saab 2021 (von Saab).

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USA / Welt / Iran

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Auch wenn die Taliban noch lange keinen Masterplan für die Position Afghanistans in der Welt umsetzen, wird doch deutlich, dass sie dem Iran in einigen machtpolitischen Bereichen überlegen sind. Da aber noch viele offene Fragen diesbezüglich herrschen, kann ich keine klare Voraussagen treffen, wie das die Wasserpolitik und die Fluchtwege beeinflussen wird. Eine Taliban-verursachte Dürrekrise wie vor 20 Jahren halte ich jedoch aktuell für unwahrscheinlich.

Türkei und EU Auch die Türkei ist nicht an einer größeren Fluchtbewegung aus Afghanistan interessiert, ebenso wie der Iran und die Taliban. Sie errichtete daher eine Mauer an der Grenze zum Iran und erhöhte allgemein ihre Grenzsicherung. Dass der Bau der Mauer kurz nach dem Fall Kabuls zu ende gebracht wurde, ist Zufall – sie wurde seit 2018 errichtet. Die Türkei unterhält ebenso zur EU Beziehungen, als auch zur Taliban. Griechenland errichtete seinerseits einen Grenzzaun zur Türkei, nachdem die Türkei ankündigte, keine Flüchtenden aufzunehmen, sie also auch nicht an der Weiterflucht nach Europa abzuhalten (30.8.21). Der deutsche Außenminister Maas verkündete am selben Tag seiner Pressekonferenz mit dem türkischen Außenminister, dass er die Landfluchtrouten aus Afghanistan in Zusammenarbeit mit den Taliban vor der Bevölkerung geheim halten wolle (30.8.21). Für eine weitere Ausführung der Interessen der EU, Russlands und Chinas in Afghanistan, reicht mir leider die Zeit nicht. Es wird jedoch offensichtlich, dass kein Land gewillt ist, Flüchtenden, die auf Landwegen flüchten, zu helfen – weder in Afghanistan, noch in seinen Nachbarländern, noch in den Staaten der afghanischen Peripherie. Zwar wurden rund 123.000 Menschen über den Flughafen Kabul evakuiert, doch darunter waren nicht viele Afghaninnen und Afghanen. Allein mit den USA sollen 200.000 Ortskräfte kooperiert haben. Diejenigen, die evakuiert wurden haben teilweise nur eine sehr begrenzte Bleibezeit in ihren Ankunftsländern. Und ob die Versprechen der NATO-Staaten, noch weitere Menschen mit Aufnahmegarantie aus Afghanistan zu evakuieren (30.8,6.9), eingehalten zu werden, ist fraglich.

Fazit Meiner Meinung nach wird die Flucht aus Afghanistan von allen politischen Akteurinnen und Akteuren illegalisiert. Da es aber einen voraussichtlich wachsenden Flucht-Druck geben wird, werden die afghanischen Flüchtenden zur Kriminalität gezwungen: Sie sind gezwungen, ihr Geld der organisierten Kriminalität, also den Schlepperbanden zu geben. Ich habe das Beispiel des Drogenhandels herangezogen, weil ich der Meinung bin, dass der Drogenhandel und der Menschenhandel z.B. im Iran oder Zentralasien, aber auch in Europa eine ähnliche Wirkung haben könnten - nämlich eine weitere Destabilisierung der Region. Flucht ist für alle Beteiligten und immer eine Katastrophe. Der UNHCR und zivile Gruppen, die die Legalisierung der Flucht fordern, wollen menschliches Leid verringern. Den Menschen ist nur geholfen, wenn der Druck zu fliehen sinkt, oder wenn die Fluchtwege legalisiert werden. Es ist andererseits nur zu verständlich, warum sich trotzdem alle politischen Akteurinnen und Akteure dagegen entscheiden: Die Taliban wollen ein geordnetes Afghanistan führen, der Iran ist an entscheidenden Stellen von den Taliban abhängig, die zentralasiatischen Staaten fürchten um ihre akute Stabilität und Europa befürchtet ein "neues 2015" mit dem angeblich einhergehenden Rechtsruck. Die höchste Toleranzgrenze für afghanische Flüchtende traue ich Pakistan zu, auch wenn diese Toleranz nicht besonders stabil zu sein scheint. Sie alle verkennen, dass man Flucht durch Repressalien nicht verhindern kann, sondern dadurch nur noch katastrophaler macht.

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USA / Deutschland / Welt

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Wahlen in Deutschland 5/6.

Auch Armut, die besonders Kinder betrifft, nimmt in Deutschland immer mehr zu: In Deutschland leben 20% der Kinder und Jugendlichen unterhalb der Armutsgrenze. Gleichzeitig befindet sich in der zentralen Region Hessen die Großstadt Frankfurt, in der ausländische Investoren eine Welt des Wohlstandes geschaffen haben – das Dubai Mitteleuropas: 1/3 der Frankfurterinnen und Frankfurter sind Euro-Millionäre. Die wachsende Ungleichheit, die Armut, der drohende Hunger und die Perspektivlosigkeit der Jugend, trieb in den letzten Jahren vermehrt auch die Jüngsten auf die Straßen. Deutschland geht nicht genug auf deren Bedürfnisse ein und Deutschland hält die Kinderrechtskonvention für Nicht-Deutsche nicht ausreichend ein.

Ein weiteres Problem für Deutschland ist die Auswanderung besonders ausgebildeter Fachkräfte in wohlhabendere Staaten, wie die USA oder die Schweiz. Wie in vielen Ländern der Region können es sich fast nur reiche Deutsche leisten, in Länder mit höheren Lebensstandards auszuwandern und so z.B. den Naturkatastrophen, oder dem geschäftsbetrüblichen Faschismus in Deutschland zu entfliehen. Dieser sogenannte Brain-Drain hat für Deutschland zur Folge, dass seine Wirtschaft weniger innovativ und anpassungsfähig wird. Vielmals hat die deutsche Diaspora nach ihrer Auswanderung jedoch niedrigere Lebensstandards: Um sich die Pflege zu leisten, schicken immer mehr Deutsche ihre von Altersarmut geplagten Eltern nach Osteuropa, wo die Pflege zwar billiger, aber auch unsicherer ist. Die Zahl der deutschen Migrantinnen und Migranten hat sich so von 2011 bis 2018 verdoppelt.

Inspiriert von Patrick Gathara.

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Mali / Burkina Faso / Welt

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Mitte Mai wollte sich die Interims-Regierung von Mali neu aufstellen. Federführend verkündeten Premier Ouané und Präsident Ndaw, eine breiter aufgestellte Regierung zu bilden, die weniger vom Militär beeinflusst wird. Das Militär hatte im letzten August gegen Präsident Keïta geputscht, nachdem die M5-RFP-Proteste und die Unsicherheit im Land immer größer geworden waren (08/20). Wegen Sanktionen gab das Militär die Macht an eine Hybrid-Regierung aus zivilen Politikerinnen und Politikern und Militärs ab. Im Mai also versuchte Premier Ouané mit einer Kabinettsänderung, die Macht der verbleibenden Militärs zu schwächen. Das sah der Militärführter Goïta als Abkommensbruch und übernahm kurzerhand die Macht (25.5). Premier und Präsident wurden in ein Militärlager gebracht, durften aber inzwischen wieder in die Freiheit, nachdem sie zurückgetreten waren (27.5). Das Verfassungsgericht bestätigte Goïta als rechtmäßigen Präsidenten Malis (29.5). Der Plan, die dreijährige Übergangsphase nach dem Putsch im August beizubehalten, wurde durch die jüngsten Veränderungen nicht beeinflusst. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft, EU, UN und Afrikanische Union verurteilten diesen Putsch (25.5) und die ECOWAS suspendierte Mali sogar als Mitglied (31.5). Doch man kann diesen Schritt der ECOWAS auch so interpretieren, dass sie nun Goïta durchaus als Präsidenten anerkennen. Schließlich gab es bisher keine Sanktionen gegen ihn und auch sonst keine wirtschaftlichen Sanktionen wie im letzten August. Der französische Präsident Macron drohte, in Reaktion auf den Putsch, die französischen Truppen aus Mali abzuziehen (30.5), was größere Teile der Bevölkerung befürworten. Statt der französischen Truppenpräsenz ist in Mali die Idee einer Unterstützung durch russische Truppen im Gespräch (29.5).

Burkina Faso war 2020 das Land mit der am schnellsten wachsenden humanitären Krise der Welt. Doch seit den Wahlen Ende letzten Jahres (22.11) war es weitestgehend zur Ruhe gekommen, bis im April die Angriffe und damit einher die Zahl der Toten, Verletzten und Vertrieben wieder zunahmen (30.4). Dabei ist nicht ganz klar, wer die jüngsten Angriffe ausgeführt hat: Die Grenzen zwischen Dschihadismus und Kleinkriminalität verschwimmen. Ziele waren Gesundheitszentren und Kleinläden (4.5).

In Nigeria sind in diesem Monat vermehrt Stimmen laut geworden, die von einem Staatszerfall sprechen (5.5,11.5). Seitdem das Land Nigeria am 01. Januar 1900 von der britischen Kolonialmacht erfunden wurde, ist es mindestens dreigeteilt: Die Haussa-Fulani im Norden, die Yoruba im Südwesten und die Igbo im Südosten. Diese drei Kulturräume sind sehr verschieden und zwischen ihnen gab es um 1970 bereits den Biafra-Bürgerkrieg. Der aktuelle Präsident Muhammadu Buhari stammt aus dem Norden des Landes und hatte unter anderem mit dem Versprechen die Wahl gewonnen, für Sicherheit in Nigeria zu sorgen. Neben der Boko Haram im Nordosten des Landes (29.4), haben 2021 bisher noch interkommunale Kämpfe zugenommen (01/21,27.3), organisierte Raubüberfälle auf Dörfer, sowie die Rebellion im Südosten des Landes (6.4,8.5) – zudem steigt die Kriminalität in der Hauptstadt Abuja. Diese vier Sicherheitsprobleme haben sich mit der Wirtschaftskrise einhergehend verstärkt (5.5). Allein im April sind dadurch 600 Zivilistinnen und Zivilisten gestorben. Da sich das Land faktisch im Kriegszustand befinde, forderte der Parlamentspräsident eine Erhöhung der Militärausgaben (18.5). Die angespannte Situation entschärfte sich nicht dadurch, dass im Mai der erst im Januar (26.1) eingesetzte Armeechef Attahiru bei einem Flugzeugabsturz starb. Die Armee steht in Kritik, nachdem die Gewalt und Entführungen im Land ungehindert zunehmen. Ein weiterer Todesfall lässt das nigerianische Militär auch nicht im Glanzlicht erscheinen: Die IS-nahe Terrorgruppe ISWAP tötete den Anführer der islamistischen Boko-Haram-Miliz Shekau (20.5). Sie hatten sich 2016 getrennt.

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USA / Argentinien / Bolivien

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Das ABC der Grünen Mobilität Das Zeitalter der fossilen Energieträger neigt sich seinem Ende zu: Die Erdölstaaten stellen ihre Wirtschaft um und für die Industriestaaten gewinnt der Rohstoff Lithium immer mehr an strategischer Bedeutung. Denn Lithium kann in Batterien und Akkus die Erneuerbaren Energien speichern. Umweltfreundlich ist das nicht, da beim Lithiumabbau sehr viel Wasser verschmutzt wird. Aber der Abbau ist etwas sauberer als z.B. die Nutzung von Kohle. Auch die politische Landschaft wird von dem Handel mit dem Alkalimetall verändert. Das zeigt sich in den Nachrichten des Tages! 60% der weltweiten Lithium-Vorkommen liegen in einem Ökosystem, das sich die ABC-Länder Argentinien, Bolivien und Chile teilen – die Salzwüsten der Andenhochebene. Es wird dort so preiswert abgebaut, wie sonst nirgends. Chile hat wegen des Kupferabbaus bereits eine große Präsenz von multinationalen Bergbaukonzernen, die 70% der Kupferwirtschaft kontrollieren und kaum Steuern bezahlen. Die Wertschöpfung durch Verhüttung und Raffinerien findet außerhalb Chiles statt. Selbst bei einem Regierungswechsel könnte Chile nicht diesem Ausbeutungsverhältnis entfliehen, da es durch eine Klausel im Freihandelsabkommen mit den USA nicht fordern darf, dass die Wertschöpfung in Chile stattfinden soll. Beim Abbau und der Weiterverarbeitung von Lithium ist es nicht anders. Wer profitiert vom Lithiumabbau in Chile? Einer der größten Konzerne, die den Abbau von Lithium in Chile betreiben, ist SQM, dessen größter Anteilseigener Julio Ponce, der Schwiegersohn des ex-Diktators Pinochet ist. Mit sauberen Finanzgeschäften entwendeten Ponce und SQM 7,8 Millionen Chilenen (41% der Bevölkerung) insgesamt zwischen 31 und 44 Millionen Dollar ihrer Altersvorsorge. Ponce wurde zu einer Strafe von 75 Millionen Dollar verurteilt, die jedoch vom Verfassungsgericht auf 3,3 Millionen Dollar reduziert wurde. Die legalen Grundlagen für diese Geschäfte auf Kosten der Bevölkerung hatte eine von der Weltbank initiierte neoliberale Reform gegeben: Das Rentensystem wurde privatisiert und als Rentenfonds umstrukturiert. Ponce ist also hervorragend in das politische und wirtschaftliche System Chiles, und somit in das US-geführte Weltwirtschaftssystem integriert. In Chile ist auch der Wandel der Welt von einer westlichen Unipolarität hin zu einer westlich-chinesischen Bipolarität zu erkennen. Der mit 25% zweitgrößte Anteileigner an SQM war lange Zeit der kanadische Chemiekonzern Nutrien Ltd., dessen Vorgängerkonzerne bekannt waren für Umweltzerstörung und Umweltverschmutzung. 2018 kaufte der chinesische Bergbaukonzern Tianqi Lithium diese 24% und kontrolliert heute 46% der globalen Lithiumproduktion, überwiegend in Australien und Chile. Somit ist der weltweit größte Lithiumproduzent Tianqi eng mit dem weltweit viertgrößten Lithiumproduzenten SQM verbunden. Und auch der zweitgrößte Lithiumproduzent der Welt, der US-Chemiekonzern Albemarle Corp, ist in der Lithium-Förderung in Australien mit Tianqi verwoben. Albemarle baut ebenfalls in Chile Lithium ab, in direkter Nachbarschaft einer SQM-Förderstelle. Und der drittgrößte Lithiumproduzent ist schließlich Jiangxi Ganfeng Lithium Co, den mit Tianqi Lithium verbindet, dass ihre Vorstandsvorsitzenden in die chinesische Politik involviert sind. Das sind also die vier wichtigen globalen Akteure der Lithium-Industrie. Es gibt natürlich auch noch kleinere Lithiumproduzenten, wie der britische Bergbaukonzern Bacanora Lithium mit einer Anlage in Mexiko, die laut einer neuen Schätzung das weltweit größte Lithiumvorkommen bergen könnte.

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USA / Bolivien / Argentinien

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Bei den demokratischen Wahlen in Bolivien im Oktober 2020 gewann der Parteifreund des 2019 gestürzten Präsidenten Luis Arce. Er kündigte nach seiner Wahl an, wieder mit ACI Systems in Verhandlungen zu treten, aber für eine kürzere Partnerschaft und mit einem höheren Anteil am Ertrag, damit dieser zum Umweltschutz eingesetzt werde. Doch die Entwicklung in Bolivien hat schon unaufhaltsame Folgen für den Lithiumhandel ausgelöst: Die deutsche Automobilindustrie schaut sich inzwischen nach anderen Quellen für das Lithium um. BMW wird ab 2022 aus Argentinien Lithium beziehen. Der Lithiumabbau liegt in Argentinien allerdings in der Hand des US-Technologiekonzern Livent und die Wertschöpfung findet nicht vor Ort statt. Was diese drei ABC-Länder (und vielleicht Mexiko) am besten tun sollten, liegt im Auge des Betrachters. Auf der einen Seite sollen Argentinien, Bolivien und Chile über ihre Ressourcen so verfügen können, wie sie wollen – ohne die politische Einmischung durch westliche Ausbeuter-Mächte. Eine Idee, ausländischen Einfluss und Interventionen zu vermindern wäre eine enge Zusammenarbeit der Lithium-exportierenden Länder nach dem Vorbild der frühen OPEC. Sie sprechen sich bereits jetzt ein bisschen miteinander ab. Auf der anderen Seite, bergen viele Lithium-Projekte Gefahren für die Umwelt. Die wissenschaftlichen Untersuchungen sind noch nicht sehr weit was die Frage angeht, ob der Lithiumabbau in der Wüste der Andenhochebene auch Schäden für angrenzende Ökosysteme birgt. Abbau von Ressourcen ist immer mit Umweltverschmutzung verknüpft, bringt aber auch viele Gewinne. Viele Länder, weltweit wollen diese Gewinnen nutzen, um den Lebensstandard ihrer Bevölkerung zu erhöhen, was notgedrungen also mit Umweltverschmutzung verbunden ist. Und zusätzlich würde ein jeder Lithiumexport derzeit zur Aufrechterhaltung des Auto-zentrierten Verkehrssystems führen, das eigentlich überholt ist. Aber ob wir persönlich glauben, ob es eine Gleichheit im Unrecht gibt, oder nicht, ist eigentlich egal. Denn am Ende ist alles den Gesetzen des Marktes, den gesellschaftlichen Entwicklungen, den Bedürfnissen von Welt- und Regionalmächten, sowie natürlich dem Zufall unterworfen. Ein Lithium-Kartell nach dem Vorbild der Organisation erdölexportierender Länder ist beispielsweise unwahrscheinlich, da die Regierungen in Argentinien, Bolivien und Chile sehr unterschiedlich und zu konservativ sind. In Chile würde der Neoliberale Piñera niemals gegen die Interessen der USA vorgehen, Argentinien ist hoch verschuldet und somit in einer schlechten Verhandlungsposition (dort ist der Lithiumabbau kaum geschützt), und in Bolivien zeichnete sich bei den letzten Regionalwahlen eine deutliche Niederlage für die progressiven Kräfte ab.

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USA / Welt

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Warum Wirtschaft langweilig und unbedeutend ist.

In den letzten beiden Monats-Rückblicken, sowie dem Jahresrückblick 2020 habe ich einen Fokus auf den Globalen Süden gelegt. Ich habe dabei versucht die mannigfaltigen Konflikte miteinander zu verknüpfen, sowie wirtschaftliche, machtpolitische und gesellschaftliche Grundlagen für diese Konflikte herauszuarbeiten. Denn ein Blick in das reichste Land der Welt, die Demokratische Republik Kongo reicht, um festzustellen, dass der Kapitalismus für die Menschen offensichtlich nicht gut ist. Das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass selbstverständlich auch in unseren Breitengraden enorme Probleme bestehen: Wir erleben die größte Vermögensumverteilung der Geschichte der Menschheit – nach oben! Aber wie konnte es dazu kommen? Ein Blick in die Nachrichten des Tages kann helfen.

Wie ich die Nachrichten jeden Abend präsentiere ist nicht ideal. Besonders in den Stichpunkten wirken sie häufig zusammenhangslos und somit für uns unbedeutend. Meine Ausführungen im Mini-Podcast füllen bestimmte Lücken, die ich für besonders wichtig halte (!Werbung!), ergeben aber naturgemäß neue Fragen. Die Internet-Artikel die den Nachrichten zugrunde liegen beantworten vielleicht einige dieser neuen Fragen, aber bei kritischem Lesen sind auch sie meist nicht vollwertig. Dass viele Nachrichten scheinbar keinen Mehrwert haben, liegt nicht nur an ihrer Präsentation, sondern auch an den Nachrichten selbst. Der Ausdruck „Die Welt ist doch komplett aus den Fugen geraten“ stimmt! Besonders Nachrichten aus den USA scheinen manchmal nicht auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden zu können (und das liegt nicht nur am Wechsel von Präsidenten). Einerseits sagt man dort, die Wirtschaft habe während Corona ihren schlimmsten Absturz erlebt und deswegen verarme die US-amerikanische Bevölkerung. 40 Millionen Menschen waren arbeitslos, 14,6 Millionen verloren während dieser Gesundheitskatastrophe ihre Gesundheitsversicherung, 19 Millionen Menschen drohte Obdachlosigkeit, 3,3 Millionen Betriebe mussten schließen, 60% der kleinen Betriebe werden nie wieder öffnen, 1/5 der Bevölkerung hat keine Ersparnisse oder lebt sogar in Schulden und eine übergroße Mehrheit ist nur ein bis zwei Monatsgehälter vom persönlichen bankrott entfernt. Andererseits hat der Staat kein Geld für die Erhöhung des Mindestlohns oder wirksame Einmal-Hilfen übrig, sondern gibt es den Reichsten der Reichen, die ohnehin während Corona reicher geworden sind. Von den ersten 2,2 Billionen Dollar Staatshilfen haben maßgeblich die Reichen profitiert. Der US-Börsenindex erreichte einen Rekordwert von 30.000 Punkten und die Milliardäre im Land sind um eine Billion Dollar reicher geworden. Selbes gilt natürlich auch für sehr viele andere Länder. Ich kann euch beruhigen: Es fühlt sich nicht nur so an, es macht tatsächlich keinen Sinn. So eine Form der unsinnigen Vermögensumverteilung hält seit nun über 10 Jahren an und in den nächsten drei Jahren erwarten wir die größte Vermögensumverteilung der Geschichte der Menschheit. Aber das findet wenig Gehör, weil viele Menschen Wirtschaft für langweilig oder zu kompliziert halten. Ohne Frage ist sie aber in den letzten 250 Jahren zu der wichtigsten Grundlage unserer Zivilisation und ihrer lebenserhaltender Systeme geworden.

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USA / Welt

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Viele Menschen dieser Welt, die Macht ausüben - Politiker+, Wirtschaftsmenschen und Technologieutopisten - haben dieses vereinfachte System-Spiel ebenfalls verinnerlicht, weil sie davon profitieren. Die westlich geprägten Mächtigen dieser Welt kapitulieren ebenso wie wir vor den komplexen Zusammenhängen unserer Realität und ziehen sich zurück. Aber sie sind verantwortlich für ihre Fehltritte und Gemütlichkeitslügen. Es ist kein Zufall, dass immer mehr sehr mächtige Menschen sich nicht als Teil „des Systems“ darstellen. So kommt eine Präsidentschaft Trumps zustande, auch ein Merz, so schafft es kein Land der Welt, sich vernünftig auf die Klimakatastrophen vorzubereiten, so versagen Politik und Wirtschaft, das Leben der Menschen lebenswert zu halten. Also versuchen sie, diese einfache Utopie der gewinnmaximierenden Marktwirtschaft aufrechtzuerhalten, damit die Ordnung nicht zusammenbricht und ihr System kollabiert. Aber dieses Handeln, wie oben am Beispiel der Corona-Politik in den USA beschrieben, macht keinen Sinn und wird daher zu noch schwerwiegenderen Katastrophen führen: Bürgerkriege, Völkermorde, Faschismus. In der US-Bevölkerung besteht das Bedürfnis nach Veränderung: Dort sind inzwischen 62% der Erwachsenen mit dem Machtsystem zwischen Democrats und Republicans unzufrieden und hätten gerne eine Dritte Partei. Problematisch ist aber, dass mit dem Rückzug des Sinns aus der Macht auch ein Rückzug des Sinns aus der Opposition einhergegangen ist. Unsere sinnlose Einfach-Utopie führt zu willkürlichen Nachrichten zu sinnlosen Kriegseinsätzen oder sinnlosen Milliardeninvestitionen, und zur Willkür kann es innerhalb dieses Systems leider keine stringente Opposition geben. So nothing ever change.