05.01.2023 — Russland / Ukraine / Kolumbien
Armenien / Aserbaidschan
UN-Sicherheitsrat verzichtet auf gemeinsame Haltung zu aserbaidschanischen Blockade des Latschin-Korridor, über den armenisches Bergkarabach versorgt wird.
UN-Sicherheitsrat verzichtet auf gemeinsame Haltung zu aserbaidschanischen Blockade des Latschin-Korridor, über den armenisches Bergkarabach versorgt wird.
Diese Karte zeigt, ob und wie sehr die Länder im Vergleich zum Vorjahr Farbstufen auf- oder abgestiegen sind. Zu sehen sind die Konflikte und politischen Entwicklungen im ehemaligen Ostblock: Der Ukraine-Krieg, Republik Srpska in Bosnien, Spannungen zwischen Serbien und Kosovo, sowie die politische Entwicklung in Kasachstan. Hoch blieb die Berichterstattung über die Spannungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Viele der Abstiege sind der Relation zur umfassenden Berichterstattung über den Ukraine-Krieg geschuldet. Aber nicht nur: Deutlich ab nahm die Berichterstattung über Afghanistan, wo die Taliban-Machtübernahme 2021 war, über Myanmar, wo 2021 der Putsch stattfand und über Benin, wo 2021 Wahlen stattgefunden hatten. Finnlands Abstieg kommt einher mit einer Abstiegswelle in Europa. Während 2021 im Vergleich zu 2020 einen deutlichen Aufstieg afrikanischer Länder darstellte, stiegen 2022 einige dieser Länder wieder ab. Libyen, Ägypten, Jordanien und Syrien stiegen sogar im 2. Jahr in Folge ab, ebenso wie Bolivien.
Armenischer Premierminister Nikol Pashinyan wirft russischen Friedenstruppen in Bergkarabach vor, "stille Zeugen der Entvölkerung Bergkarabachs" zu sein, da sie nichts gegen Blockade des Latschin-Korridor durch ASERBAIDSCHAN unternähmen, über den armenischer Teil Bergkarabachs versorgt wird; Russland kritisiert Vorwurf und droht, dass er "Prozess der armenisch-aserbaidschanischen Normalisierung schaden" würde.
Regierung von Bergkarabach bereitet sich auf "lang anhaltende Blockade" des Latschin-Korridor durch Aserbaidschan ein, der armenischen Teil Bergkarabachs mit Armenien verbindet; seit 2 Wochen keine Lebensmittel- und Medikamentenlieferungen wegen Straßenblockade durch angeblich aserbaidschanische "Umweltaktivisten"; Gaslieferungen seit 10 Tagen wieder möglich, aber prekär; FRANKREICH fordert Ende der Latschin-Blockade; Laut russischen Friedenstruppen, die Latschin-Korridor seit 2020 eigentlich kontrollieren sollten, könnte Konflikt bei Treffen des postsowjetischen Staatenbündnisses GUS in dieser Woche gelöst werden.
Gaslieferungen ins armenische Bergkarabach nach 5 Tagen Blockade durch aserbaidschanische "Umweltaktivisten" wiederhergestellt; Zugangsstraße im Latschin-Korridor weiter blockiert; Regierung von Bergkarabach verhängt Kriegsrecht, mit dem Lebensmittelpreiserhöhungen verboten werden; aserbaidschanische Regierung vermeldet Scheitern von Gesprächen mit russischen Friedenstruppen, die Latschin-Korridor eigentlich kontrollieren sollten; Proteste in armenischer Hauptstadt vor russischer Botschaft für politische Intervention.
EU ruft Aserbaidschan auf, Bewegungsfreiheit und Sicherheit in armenischem Latschin-Korridor zu gewährleisten, wo aserbaidschanische Gruppen seit 3 Tagen Straße von Bergkarabach nach Armenien blockieren; Straße wird eigentlich von Friedenstruppen aus RUSSLAND gesichert, die seit Bergkarabach-Krieg 2020 dort stationiert sind; Bei blockierenden Gruppen handelt es sich angeblich um Umweltgruppen, die Armenien wegen Einsatz von Landminen kritisieren.
ARMENIEN unterzeichnet Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit-Gipfelerklärung nicht, da sie im September nicht eingegriffen habe, als Armenien von ASERBAIDSCHAN angegriffen wurde, und bittet statt RUSSLAND FRANKREICH um Vermittlung bei Gesprächen mit Aserbaidschan, was Aserbaidschan ablehnt, da Macron nicht neutral sei.
Bei Gesprächen zwischen ARMENIEN und ASERBAIDSCHAN in Washington erkennt US-Außenminister "couragierte Schritte zu einem dauerhaften Frieden".
ARMENIEN und ASERBAIDSCHAN werfen sich vor US-vermittelten Gesprächen gegenseitig Beschuss an der Grenze vor; letzte Woche bereits russische Vermittlungsversuche und Annäherung Armeniens an IRAN.
Iran und ARMENIEN unterzeichnen Abkommen, nach dem iranischer Gasexport nach Armenien sich verdoppelt; Armenien sendet Iran im Gegenzug Strom; RUSSLAND bleibt jedoch Haupt-Gaslieferant für Armenien; Geheimdienst von ASERBAIDSCHAN verhaftet 19 Menschen, denen vorgeworfen wird, von iranischem Geheimdienst zur Durchführung gewaltsamer Aktionen ausgebildet worden zu sein; derzeit Spannungen zwischen Armenien, Iran, Aserbaidschan und TÜRKEI, die jeweils an armenischer Region Sjunik strategisches Interesse haben.