Seite wird geladen …
NACHRICHTENvon Gestern und Heute

Recherche

Volltext
Zeitraum
Länder / Territorien1 gewählt
Themen
Quellen
Treffer

334 Nachrichten

0 Quellen

USA / Welt / Afrika

Meldung

Auch keine Lösung für die Übel dieser Welt wird Joe Biden sein, der die Präsidentschaftswahlen in den USA gewonnen hat. Die meisten von uns werden das Privileg gehabt haben, nicht direkt unter dem gelitten zu haben, was sein Vorgänger und noch amtierender Präsident Donald Trump erzeugt hat. Donald Trumps anti-moralischer Präsidentschaft ist geprägt von seiner zynischen Grundeinstellung gegenüber der liberalen Gesellschaft (u.a. zum Ausdruck gekommen, als er sich mehrmals zum Sieger erklärte (4.11)). Doch er ist ihr Ergebnis. Seine Präsidentschaft zeigt uns, wo die vielen Schwachstellen des politischen und gesellschaftlichen Systems der USA liegen, das unserem in Mitteleuropa ähnlich ist. Die Abwahl Donald Trumps ist meiner Meinung nach ein Segen für die Welt, aber Joe Biden ist die Traufe, die Trumps Sozialverhalten die letzten Jahre verhöhnt hatte. Es war meiner Meinung nach die lebensnotwendige Priorität „Corona“, die Joe Biden letztlich zum Sieg verholfen hat.

Bilder haben trotz ihrer unglaublichen Gesamtmenge auch noch im Jahr 2020 eine enorme Wirkung. In Bezug auf die Corona-Pandemie waren das im Frühjahr die Bilder von überfüllten Krankenstationen im italienischen Bergamo, die Kühllaster für die Leichen in New York und auch die kurzzeitige Besetzung der Reichstagstreppen. Weil Bilder häufig zu Propagandazwecken missbraucht werden können, ist es wichtig, dass genug Bilder entstehen, also genug Szenen dokumentiert werden, um ein möglichst vollständiges Verständnis für die Situation zu schaffen. In diesem Monat ist uns auf den drei Kontinenten Afrika, Europa und Asien vor Augen geführt worden, was geschieht, wenn diese Dokumentation nicht stattfindet. Im Südkaukasus kämpften Armenische Truppen zusammen mit Bergkarabach gegen die aserbaidschanische Armee, die die Unterstützung der Türkei sicher hatte. Der Krieg endete mit dem Sieg Aserbaidschans und einem Waffenstillstandsabkommen, das die Souveränität und das Territorium der unabhängigen, aber international nicht anerkannten Republik Bergkarabach stark beschneidet (10.11,14.11). Der Krieg hat zwar mediale Aufmerksamkeit erhalten, doch Journalisten waren im Kriegsgebiet nicht zugelassen.

12 Quellen

Pakistan / Serbien / Sambia

Meldung

Bericht entlastet WWF von Vorwurf, Parkpersonal in Zentral-Afrika zu beschäftigen, das Gewalttaten an Bevölkerung verübt; Deutsche Entwicklungshilfe soll wieder in militärischen Schutz von Nationalparks in Demokratische Republik Kongo gehen.

In Kürze

Sambia kann Schulden nicht mehr bezahlen; NGOs befürchten afrika- und weltweiten Schuldenrückzahlungsausfall wegen Corona.

0 Quellen

Guyana / Belgien / Welt

Meldung

Nicht vergessen! Die gelb eingezeichneten Gebiete auf dieser Karte stellen es Kolonialambitionen Belgiens in Amerika dar. Belgien ist für europäische Verhältnisse ein vergleichbar junges Land, da es seine Unabhänigkeit von den Niederlanden erst 1830 erhielt und noch ein weiteres Jahrzehnt dafür kämpfen musste. Der erste belgische König Leopold I. hielt das Erwerben von Kolonien in Übersee für einen guten Weg, der Welt zu beweisen, dass Belgien ein Existenzrecht hat. Einige der Gebiete, die er vorhatte zu beanspruchen lagen in der Ägäis, in Indien, China und den Philippinen, doch an keinem Kontinent war er so interessiert, wie am Amerikanisachen Doppelkontinent. Die beschriebenen Territorien sind auf der Karte verzeichnet und die Rosinenpickerei spiegelt die Traumwelt wieder, in der Leopold I. lebte: Pennsylvania, Florida, Texas, Hispaniola, Zentralamerika, Kolumbien, die Guyana s, Patagonien und Buenos Aires. Die Art von Kolonie, die Belgien dann auch wirklich tatkräftig beanspruchte waren keine Siedlungskolonien, sondern fast reine Handels- und Imperiumskolonien. Der erste Anlaufpunkt der Belgier war Texas, das in den 1830er Jahren als unabhängige Nation bestand und gegen seine ehemalige Zentralregierung in Mexiko Stadt noch immer ankämpfte. In diesen angespannten Zeiten suchte Texas nach internationalen Verbündeten und stieß dabei auf Belgien. Die belgische Regierung versprach Texas Kredite und wirtschaftliche Hilfe „im Gegenzug für Land“. Belgien ging von einem Hoheitsgebiet in Texas aus, einem kolonialen Gebiet. Doch Texas meinte Siedlungsland für belgische Immigranten. Erst 1842 wurde die diplomatische Unstimmigkeit beigelegt und Belgien ließ seinen Anspruch fallen. Die einzige erfolgreiche Kolonie hatte Belgien am karaibischen Hafen von Santo Tomás in Guatemala. Diese Stadt wurde von der Belgischen Kolonialbehörde verwaltet, ähnlich wie britsche Kolonialbehörden Indien und Nigeria verwalteten. Doch diese Kolonie war nur von 1843 bis 1854 unter belgischer Kontrolle, da die Belgier reihenweise am Gelbfieber erkrankten. Guatemala war ohnehin davon ausgegangen, dass Santo Tomás noch immer unter guatemaltekischer Hoheit stünde. Auch dieser diplomatische Zwist erübrigte sich. Zuletzt zeigte Belgien Interesse am Kauf Hawaiis, der aber durch den Bankrott seines Kooperationspartners unmöglich wurde. Belgien sollte trotz seiner groß angelegten Ambitionen in Amerika nie Fuß fassen. Stattdessen wandte es sich unter seinem berüchtigtem Nachfolger Leopold II. nach Afrika, namentlich dem Kongo.

0 Quellen

USA / Nigeria / Afrika

Meldung

Nicht vergessen! Babangidas Regierung hatte Nigeria nicht vor dem Kollaps durch die Erdöl-Rezession gerettet. 1987 war Nigerias diplomatischer, wirtschaftlicher und auch kultureller Ruf am Boden. Afrika wurde der "Kontinent der Coups" genannt (70 Putschs in 20 Jahren), und das unter reger Teilhabe der sechs Coups in Nigeria. Während sich die gesamte Welt in Kalten Krieg eine Militarisierung gegen einen äußeren Feind leistete, war die Militarisierung der meisten Länder Afrikas, die europäischen und US-amerikanischen Waffenkonzernen zugute kam, ziellos. So bekamen die Armeen des Kontinents immer mehr Macht, die sie nicht gegen einen äußeren Feind richten konnten, da es kaum internationale Kriege gab. Die Militärs richteten die Waffen daher in die Brennpunkte der Innenpolitik. Viele Regierungen waren durch einen Militärputsch an die Macht gekommen. Es verwundert daher nicht, dass viele außenpolitische Forderungen an den Westen militärischer Art waren. So forderte der nigerianische Außenminister Akinyemi im September 1987 eine eigene Atombombe, um "das rassistische Monopol der Nuklearmächte" zu beenden. Auch finanzielle Forderungen wurden von den USA und Europa in den Wind geschlagen. 1991 forderte Babangida 30.000$ Entschädigung pro Afrikaner, der in den vergangenen Jahrhunderten verschleppt und als Sklave in die Neue Welt gebracht wurde, da das Chaos des Sklavenhandels den Kontinent um Jahrhunderte in seiner Entwicklung zurückgeworfen habe. Die 330 Milliarden $ wurden von den größten Sklavenhandelsnationen USA und Niederlande nicht ausgezahlt.

0 Quellen

USA / Kanada / Australien

Meldung

Nicht vergessen! Die Geschichte Nigerias nahm in den 1980er Jahren einen Verlauf, wie er in einigen anderen Ländern der Tropen auch erkennbar ist. Das Bild des Hungernden Kindes im Biafra-Krieg hatte sich bis 1984 ergänzt um Bilder von verhungernden Kambodschanern, Äthiopiern, Mosambikanern und Mauretaniern. Doch diese Bilder spiegelten nur die Wirklichkeit in kleineren Notstandsgebieten wider. Mit schleichendem Hunger, mit Fehl- und Unterernährung, die nach außen weniger sichtbar sind, wurden 1984, davor und danach, etliche Länder nicht fertig. Von 350 Millionen Subsaharaafrikanern lebten beinahe die Hälfte unterhalb der Armutsgrenze, 90 Millionen waren schlecht ernährt. Laut UNICEF starben damals weltweit pro Tag 40.000 Kinder, die wenigsten unmittelbar an Hunger, sondern an einer fatalen Mischung: an Infektionskrankheiten, Durchfall, mangelnder Hygiene und Unterernährung. Die Menschen waren nicht wegen Nahrungsmangel unterernährt, sondern wegen ihrer Armut. Die Weltnahrungsproduktion reichte 1984 statistisch für alle Menschen aus, doch der hohe Fleischkonsum der reichen Industriestaaten (damals USA, Kanada, Australien und Europa) verschlang sehr viel Getreide. Denn Kühe und Schweine sind sehr aufwendige Eiweißproduzenten. 40% des Weltgetreides wurden als Viehfutter verwendet, 60% waren es in der BRD. Knapp die Hälfte der Futtermittelimporte der Bundesrepublik kam aus Ländern der "Dritten Welt", in denen ein Teil der Bevölkerung unterernährt war. So auch aus Nigeria, das von seiner Kolonialmacht Großbritannien eine auf den Export ausgerichtete Landwirtschaft geerbt hatte. Einerseits wurden also viele Lebensmittel exportiert, andererseits nahm die Nahrungsmittelproduktion seit der Unabhängigkeit auch tatsächlich um 10%-20% ab, da Industrialisierung nach westlichem Vorbild stärker gefördert wurde. Als dritte, wohl unmittelbarste Faktoren kamen Dürren durch Überweidung, Abholzung und Überbeanspruchung der Böden hinzu. Der Agrargigant Nigeria wurde schließlich abhängig von Lebensmittelspenden aus den USA und Europa in Form von Weizen. Dadurch brach der nigerianische Markt für Weizen zusammen und viele Landwirte verloren ihre Existenzgrundlage. 100.000 Menschen verhungerten Ende der 1970er und Anfang der 1980er in Nigeria und seinen angrenzenden Ländern. Der Teufelskreis führte dazu, dass der Bedarf an Nahrungsmittellieferungen aus dem Westen für Afrika von 4,3 Millionen Tonnen 1983 auf 5,3 Millionen Tonnen 1984 stiegen, schließlich auf 40 Millionen Tonnen im Jahr 2000.

0 Quellen

USA / Afrika / Iran

Meldung

tkriegs immer wieder kurz aufflammende Diskussion über *Nuklearwaffen auf deutschem Boden* auf, in der sich die SPD gegen sie, und ihr Koalitionspartner, die CDU für sie ausprachen (3.5). 2019 stiegen die Ausgaben für Nuklearwaffen weltweit um 10% auf 73 Milliarden $. Von der *Corona-Politik im Nahen Osten und Afrika* hört man, wie aus vielen anderen Weltregionen recht wenig, was wohl an unserem Verdruss am Thema liegt. In Saudi Arabien brachen die Aktienkurse um 6,8% ein (3.5) und im Iran verschärft sich die Währungs-, Finanz- und Wirtschaftskrise (5.5). Aus Afrika erreichen uns keine schlimmen Zahlen zu Rezessionen, sondern eher solche: 2/3 der Befragten geben an, bei 2-wöchigem Lockdown Hunger erfahren zu müssen (6.5), oder die Verdopplung der Lebensmittelpreise in Nigeria (16.5). Weltweit sind 130 Millionen zusätzliche Menschen durch Corona-Einschränkungen von Hunger bedroht (24.5). Der autoritär regierende Präsident Ägyptens as-Abd al-Fatah as-Sisi nutzte Maßnahmen zu neuen Repressionen aus (9.5), während der Libanon nach einigem Hin und Her eine totale Ausgangssperre verhängte (12.5) Malaysia und Bangladesch verwehren *Rohingyas in Seenot* Schutz, bringen sie sogar dorthin (8.5). Für seine Unterstützer in Amerika und Europa wird die *israelische Nahost-Politik* zunehmend untragbar, nachdem Raketenangriffe von Israel auf Syrien (6.5) zunehmen, sein Regierungschef Netanjahu strafrechtlich verfolgt wird (24.5), es beinahe das gesamte Westjordanland annektieren will (16.5) und die Gewalt gegen Palästinenser in Jerusalem (30.5) wächst. Die *Präsidentschaftswahl in Polen* (7.5) fand unter ungeklärten Umständen mit einer Beteiligung von 0% statt. In *Burundi* warfen sich vor den Wahlen die regierungstreue Polizei und Opposition gegenseitig Aggressionen vor (6.5,22.5). Trotz guter Chancen der Opposition wurde schließlich die Regierungspartei zum Sieger erklärt (25.5), woraufhin die Opposition eine Neuauszählung beantragte (28.5). Die durch die Epidemie in China unterbrochenen *Proteste in Hong Kong* lebten erstmals wieder auf, als ein pro-chinesischer Richter zum Vorsitzenden des Legislativ-Komittees gewählt wurde (8.5), ein zweites und heftigeres mal gegen ein neues chinesisches Sicherheitsgesetz, das die pro-westlichen Aufstände (24.5) als Terrorismus abtut (28.5). Taiwan mischt sich frisch militarisiert (21.5) erstaunlich lautstark ein (20.5,25.5). Als neue *Corona-Hotspots* taten sich neben Arabien, Russland (9.5) und Lateinamerika (20.5,26.5) hervor, in dem 29 Millionen Menschen akut von Armut bedroht sind (17.5). Besonders betroffen sind El Salvador (24.5), Guatemala, und auch in Chile gab es schwere Zusammenstöße mit der Polizei, die wohl als Hungerunruhen bezeichnet werden können (20.5). In Kolumbien wurden gleichzeitig über 400 korrupte Militärangehörige durch eine Geheimdienstoperation aufgedeckt (21.5). Militärische Spannungen zwischen *China und Indien* lösten sich noch nicht (10.5). In *Lesotho verlängerte sich die Regierungskrise im Mai bis zum Zusammenbruch der Koalition unter Premierminister Thomas Thabane (11.5) und setzte sich somit fort, weil das Land nun keine Regierung mehr hat. Die *Wahlkrise in Guyana* geht in die zweite Runde (12.5). Im hoch gefährlichen Disput über den äthiopischen *Staudammbau am Nil* mit Sudan und Ägypten fanden wieder Telefongespräche statt (22.5), nachdem Äthiopien unmittelbar mit Wasserknappheit gedroht hatte (12.5). *Politik in Syrien* scheint erstmals seit 2011 nicht mehr voll und ganz auf den Bürgerkrieg ausgerichtet zu sein. Einerseits gab es Maßnahmen gegen Corona (13.5), andererseits setzte sich der Familienstreit des Assad-Clans fort (19.5), der das Land auch vor dem Bürgerkrieg maßgeblich bestimmt hatte. Außerdem nimmt das verfassungsgebende Komitee seine Arbeit wieder auf (19.5). In *Venezuela* kam es zu einer merkwürdigen Aktion von elf Söldnern, die mit der Absicht an der Küste landeten, eine Gruppe für den Umsturz der Regierung aufzubauen. Ebenfalls im Kontext von Venezuela wurde Kuba von den USA auf die Liste der terrorunterstützenden Länder (21.5) gesetzt, und ihm von staatlichen deu.

0 Quellen

USA / Afrika / Welt

Meldung

Nicht vergessen! Entgegen allgemeiner Annahme war die Regierung von Biafra nicht ein von Rebellen kontrollierter Zusammenwurf, der unfähig wäre zu regieren. General Ojukwu, das Gesicht Biafras war der Sohn des reichsten Mannes von Afrika, der mit umgerechnet 4Mrd$ auch zu den reichsten Menschen der Welt gehörte. Dementsprechend hatte Ojukwu seine Bildung in Oxford genossen und hatte bereits in jungen Jahren ein beachtliches Vermögen angehäuft. Ihre Taktik gegen Nigeria war zunächst von Erfolg gekrönt. Eine Arbeitsgruppe von Schriftstellern und Künstlern malte Propaganda-Karikaturen, die in ganz Nigeria Anklang fanden, und schließlich auch jenseits der Grenzen Afrikas. Die Biafra-Story wurde zur Titelgeschichte in den westlichen Medien, auch wegen der damaligen Friedensbewegung, die ursprünglich gegen den Vietnam-Krieg entstanden war. Am 29. Mai 1969 setzte sich ein Student der Colombia-University Bruce Mayrock vor dem Hauptquartier der UNO in New York City selbst in Brand, um gegen die Biafra-Politik Nigerias zu protestieren, die er einen Genozid nannte. Daran starb er. Als der Druck der eigenen Bevölkerung immer größer wurde, entschieden sich die westlichen Unterstützerstaaten Nigerias für eine neue Strategie, die sich die Friedensbewegung sicher nicht so vorgestellt hatte. Großbritannien und die USA lieferten noch mehr Waffen und Militärausrüstung, um den Krieg zuendezubringen. Die Operation Tail-Wind begann in der letzten Dezemberwoche 1969 unter der Führung von Olusegun Obasanjo, der später zwei mal zum Präsidenten Nigerias gewählt werden würde. Nach drei Wochen war die Offensive erfolgreich beendet und General Ojukwu floh in die Elfenbeinküste. Sein Vize Philip Effiong erklärte am 14. Januar 1970 den Truppen Gowons die Kapitulation. Gowon verkündete die Nationale Versöhnung und den Neuaufbau Nigerias.

0 Quellen

USA / Tansania / Gabun

Meldung

Nicht vergessen! Neben den kriegsprofitierenden Briten waren auch die Franzosen tief im Biafra-Krieg verstrickt. Während die Briten den Norden Nigerias unterstützten, schlugen sich die Franzosen heimlich auf die Seite Biafras. Biafra wurde als Staat von Tansania, Gabun, Sambia, der Elfenbeinküste und Haiti anerkannt. Frankreich hatte bis 1963 die meisten seiner Kolonien in Afrika verloren und war dabei, den Status seiner Weltmacht zu verlieren. Daher bot es sich an, den neuen erdölreichen Staat in Westafrika zu unterstützen. Laut des französischen Präsidenten Charles de Gaulle hatte die Republik Biafra "eine gerechte und noble Daseinsberechtigung". Zusammen mit dem ivorischen Präsidenten Houphouët-Boigny und dem gabunischen Präsidenten Omar Bongo trug de Gaulle zur Verlängerung des Krieges bei, indem er Waffen, Nahrung für das Militär und Söldner bereitstellte. In seiner Rolle als Vertreter Biafras auf der internationalen Bühne klagte Frankreich den Genozid an den Bewohnern Biafras durch Aushungerung an. Neben den genannten Gründen war für Frankreich natürlich auch das Erdöl ein Grund für die Unterstützung Biafras. Der Staat Biafra hatte der französischen Erdölgesellschaft ELF Förderrechte für 7% des biafrischen Erdöls zugesichert, das bisher vom britisch-niederländischen Konzern Shell-BP gefördert worden war. Anfang Juni 1967 war es zum Sechtagekrieg zwischen einer Koalition aus Ägypten, Syrien und Jordanien gegen Israel gekommen, von dem zu Beginn nicht absehbar war, wie weitreich seine Folgen sein würden. Unmittelbare Folge war der Einbruch von Erdölexporten aus Saudi Arabien, Irak, Kuwait, Qatar, Bahrein, Algerien und Libyen, wodurch Europa 1/3 weniger Öl bekam; zudem sperrte der ägyptisch Staatschef Nasser des Suez-Kanal. In Deutschland stammten damals 76% der Erölimporte aus Arabien und dem Iran, in Frankreich 82% und in Großbritannien 73%. Seit der Suez-Krise 1956, bei der es auch einen Ölexport-Stopp gab hatte die Atlantische Wirtschaftsgemeinschaft OECD ein Geheimpapier ausgearbeitet, nach dem die Erdölversorung Westeuropas in einer vergleichbaren Ölkrise durch die USA, Venezuela, Iran und eben Nigeria gedeckt werden sollten. Nun schien es also so, dass Frankreich die Rolle des Zwischenhändlers zwischen Nigeria/Biafra und Westeuropa von den Briten übernehmen wollte. In der nigerianischen Hauptstadt Lagos begannen Proteste gegen Frankreich und weiteten sich bald auf die gesamte nigerianische Diaspora aus, als die Todeszahlen exponentiell anstiegen. Insbesondere in London und New York City demonstrierten Befürworter und Gegner Biafras nicht immer friedlich.