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22 Nachrichten

20 Quellen

Vietnam / Westasien / Welt

Tschad

Oppositionskandidaten rufen zu Boykott der Anfang Mai anstehenden Präsidentschaftswahlen auf, nachdem aktueller Militärpräsident Mahamat Idriss Déby Itno eigenen Sieg für alternativlos erklärt; Déby hat neben gewaltsamer Niederschlagung der Opposition auch mit Einsetzung eigener Wahlbehörden und hohe Hürden für die Kandidaturen für seinen kommenden Wahlsieg gesorgt, konnte in Übergangsphase nach Tötung seines Vaters und Amtsvorgängers durch Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellion aber auch gewisse Stabilität garantieren, weswegen ihn breites Bündnis aus 200 Parteien und 1000 NGOs unterstützt (von HDickow).

10 Quellen

Libyen / Mosambik / Simbabwe

Libyen

Ost-libysche Truppen unter General Khalifa Haftar beginnen Militäroperation in unmittelbarer Grenzregion zu Tschad, vermutlich gegen tschadische Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellen, die dort Zuflucht genommen hatten; tschadischer Präsident Mahamat Idriss Déby Itno hatte zuvor militärische Maßnahmen gegen in Libyen ansässige tschadische FACT-Rebellion angekündigt, die 2021 bereits seinen Vater getötet hatten, aber nicht Macht übernehmen konnten; Behörden der westlibyschen Regierung Abdul Hamid Dbeibah nimmt IS-Anführer fest, der 2018 3 Anschläge verübt haben soll (mit AFP).

9 Quellen

Anfang der 2020er im Tschad

Meldung

Anfang der 2020er im Tschad.

27.03.2020: - Tschad ruft nach Boko-Haram-Angriffen Ausnahmezustand aus, der Razzien und Ausgangssperren erlaubt.

09.04.2020: - Truppen töten nach Boko-Haram-Angriffen letzten Monat (25.3) rund 1000 Dschihadisten.

11.04.2020: - Tschad droht mit ausstieg aus Militärallianz zur Bekämpfung von Boko Haram MNJTF aus, da zu viele tschadische Soldaten im Ausland kämpfen würden und dadurch tschadische Stellung angreifbarer werden.

24.12.2020: - Polizei führt Razzia bei Radiosender durch; Tschad geht immer wieder verstärkt gegen Medien vor.

06.02.2021: - Proteste gegen Ankündigung Präsident Débys, bei der Präsidentschaftswahlen für 6. Amtszeit anzutreten; Opposition wirft ihm vor, Monarchie errichten zu wollen.

28.02.2021: - 5 enge Familienmitglieder des Oppositionsführers Dillo bei Razzia durch Sicherheitskräfte getötet.

13.04.2021: - Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellen greifen Grenzposten von Libyen aus an und besetzen sie laut eigenen Angaben.

18.04.2021: - FACT-Rebellengruppen stoßen gegen tschadische Hauptstadt vor; Präsident Deby scheint Präsidentschaftswahlen gewonnen zu haben.

19.04.2021: - Armee hält FACT-Rebellen vor Hauptstadt Ndjamena Die FACT-Rebellion ist laut Armee also gescheitert.

20.04.2021: - Präsident Mahamat Idriss Déby Itno bei Kämpfen getötet; Déby war erst am morgen als offizieller Gewinner der Präsidentschaftswahlen bekanntgemacht worden; Sohn Débys als Übergangspräsident des neuen regierenden Militärrats eingesetzt.

24.04.2021: - FACT-Rebellen sind wohl für Waffenruhe und Gespräche; FR unterstützt Militärregierung.

27.04.2021: - Proteste für zivile Regierung trotz Demonstrationsverbots; mindestens 1 Toter.

22.08.2021: - Tschad will 1/2 seiner Soldaten aus G5-Sahel-Truppen gegen Islamisten-Rebellionen abziehen (gw).

13.03.2022: - Militärregierung beginnt Friedensgespräche mit 44 Rebellengruppen in Katar; zuvor Forderungen nach Generalamnestie; FACT unterbricht Gespräche.

03.06.2022: - Tschad erklärt nach Ukraine-Kriegsbeginn Lebensmittelversorgugskrise (an).

17.07.2022: - Einige Rebellengruppen und Oppositionsparteien brechen Dialog mit Militärregierung ab, da sie "belästigt, eingeschüchtert und nicht informiert" würden.

02.10.2022: - Militärrat verlängert Übergangsphase zu demokratischen Wahlen und verlängert so Amtszeit des Militär-Interimspräsident Déby, der nun bei Wahlen antreten dürfte.

09.10.2022: - Militärischer Übergangsrat aufgelöst und durch hybriden Nationalrat ersetzt, der bisherigen Interimspräsident Déby Jr im Amt bestätigt.

13.10.2022: - Langjähriger Oppositionsführer Kebzabo zu neuem Premierminister der Einheitsregierung des Präsidenten Déby ernannt; Ziel der Regierung soll Übergang zu ziviler Regierung sein; Versprechen wurde in Vergangenheit bereits gebrochen.

20.10.2022: - Mindestens 30 Tote durch Polizeigewalt bei Protesten gegen "neuen" Interimspräsident Déby wegen Verlängerung der Übergangszeit; General Déby sollte Macht ursprünglich heute, 18 Monate nach der Tötung seines Vaters durch FACT-Rebellion, abgeben.

27.10.2022: - Protestierende gegen Interimspräsident Déby werfen Regierung vor, sie entführt und gefoltert zu haben; bei Protesten letzte Woche 80 Tote.

05.01.2023: - Militärregierung Déby verhindert laut eigenen Angaben "Destabilisierungsversuch" durch Armeeoffiziere und Vorsitzenden der tschadische Menschenrechtsorganisation Targuio; Targuio war bereits 2021 zu 3 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er über Gesundheitszustand Déby Sr. berichtet hatte.

22.03.2023: - Über 400 FACT-Rebellen bei Massenverfahren zu lebenslanger Haft verurteilt, u.a. wegen Söldnerei, Rekrutierung von Kindersoldaten und Tötung des Staatsoberhaupts.

27.03.2023: - 360 der 400 letzte Woche zu lebenslanger Haft verurteilten FACT-Rebellen von militärischer Übergangsregierung Déby wieder begnadigt, darunter jedoch nicht die Rebellenanführer; Auch 270 der im Dezember 2022 bei Protesten Festgenommenen begnadigt.

15 Quellen

Indien / Myanmar / Israel

Tschad

360 der 400 letzte Woche zu lebenslanger Haft verurteilten Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellen von militärischer Übergangsregierung Mahamat Idriss Déby Itno wieder begnadigt, darunter jedoch nicht die Rebellenanführer; Auch 270 der im Dezember 2022 bei Protesten Festgenommenen begnadigt.

6 Quellen

Äthiopien / Tschad / Libanon

Tschad

Über 400 Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellen bei Massenverfahren zu lebenslanger Haft verurteilt, u.a. wegen Söldnerei, Rekrutierung von Kindersoldaten und Tötung des Staatsoberhaupts; bei FACT-Rebellion 2021 war damaliger Präsident Mahamat Idriss Déby Itno getötet worden.

7 Quellen

Zypern / Moldau / Russland

Tschad

Prozess gegen 150 Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellen beginnt wegen Tötung des Ex-Präsidenten Mahamat Idriss Déby Itno 2021; FACT war 2021 vom Norden des Landes aus Richtung Hauptstadt vorgedrungen und hatte Déby während eines Frontbesuchs getötet; seitdem übernahm Déby Jr. die Macht.

17 Quellen

UK / Tschad / Äthiopien

Tschad

Mindestens 30 Tote durch Polizeigewalt bei Protesten gegen "neuen" Interimspräsident Mahamat Idriss Déby Itno wegen Verlängerung der Übergangszeit zur Demokratie um weitere 2 Jahre; General Déby sollte Macht ursprünglich heute, 18 Monate nach der Tötung seines Vaters durch Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellion, abgeben; Zuvor Demonstrationsverbot erklärt.

13 Quellen

Äthiopien / Eritrea / Tschad

Tschad

Neuer InterimsPM Kebzabo ruft andere Rebellengruppen auf, Teil der Interimsregierung zu werden; aktuelle Interimsregierung und Präsident Mahamat Idriss Déby Itno ging aus nationalem Dialog hervor, bei dem jene Rebellengruppen, wie die Front pour l’alternance et la concorde au Tchad, nicht teilgenommen hatten; in west- und zentralafrikanischen Regierungen eher Ablehnung der neuen tschadischen Regierung, dessen Grundlage eine Machtübernahme des Militärs 2021 war.

10 Quellen

Verkehr / Tschad / Burkina Faso

Tschad

Militärischer Übergangsrat aufgelöst und durch Nationalrat ersetzt, der bisherigen Interimspräsident Mahamat Idriss Déby Itno Jr im Amt bestätigt; Übergangsrat war 2021 eingesetzt worden, nachdem Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellen Präsident Déby Sr. getötet hatten; neuer Rat stellt sicher, dass Déby Jr. auch nach Übergangsphase Präsident sein kann, was dieser angeblich nicht anstrebt.

7 Quellen

Afghanistan / Pakistan / Tschad

Tschad

Militärregierung unter Mahamat Idriss Déby Itno Jr unterzeichnet nach mehreren Verzögerungen Verträge mit 47 Rebellionsgruppen zum Beginn von Friedensverhandlungen; wichtigste Gruppe Front pour l’alternance et la concorde au Tchad, die 2021 Präsident Déby tötete unterzeichnet Vertrag jedoch kurzfristig nicht.

13 Quellen

Sri Lanka / Westasien / USA

Tschad

Militärregierung des Präsidenten Mahamat Idriss Déby Itno Jr. will Ende August Nationalen Versöhnungsdialog starten; Präsident Déby sr. war 2021 bei Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellion getötet worden.

8 Quellen

Japan / Mexiko / Kenia

Meldung

Übergangsregierung des Tschad verschiebt Dialog mit Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellion (13.3) erneut, da Uneinigkeit über Wahlablauf, Militär und Verfassung besteht; Militärbündnis MNJTF tötet 20 "Terroristen" in Tschad-See-Region.

9 Quellen

Russland / Türkei

Meldung

Tschadische Regierung unter Mahamat Idriss Déby Itno Jr beginnt Friedensgespräche mit 44 Rebellengruppen in Katar; zuvor Forderungen nach Generalamnestie; 1 Gruppe unterbricht Gespräche; Front pour l’alternance et la concorde au Tchad-Rebellion stürzte 2021 beinahe Regierung und tötete Präsident Déby (04/21).

0 Quellen

Libyen / Angola / Tschad

Meldung

Am Tag der Wahl stürmte also die Rebellen-Miliz Front pour l’alternance et la concorde au Tchad von Libyen kommend einige tschadische Grenzposten (13.10). Die FACT ist das Relikt eines Aufstandes von 2008, bei dem die UFDD-Rebellen bis vor den Präsidentenpalast vordringen konnten, aber von französischen Truppen zurückgedrängt wurden. Zunächst leugnete Déby die Unruhen im Norden, doch schon bald berichteten auch die internationalen Medien. Eine Woche nach dem Beginn des Rebellenaufstandes erreichten einige Rebellengruppen die Hauptstadt N‘Djamena in der südlichen Hälfte des Landes. Die Gefahr wurde noch immer nicht offiziell formuliert, aber die US-Botschaft zog sicherheitshalber ihre Mitarbeiter+ ab (18.4). Über die folgenden Tage ist nicht viel bekannt. Die Regierung verkündete, 300 FACT-Rebellen getötet und den Aufstand beendet zu haben (19.4). Doch nur einen Tag später, als Déby offiziell zum Wahlsieger erklärt worden war, wurde er wahrscheinlich von Rebellen getötet (20.4). Er war zu einem nicht unüblichen Besuch auf einer Militärbasis im Norden des Landes und wollte am Folgetag weiter zu einem Staatstreffen in Angola weiterfliegen (21.4). Umgehend wurde ein Militärrat eingesetzt, der übergangsweise die Politik des Landes bestimmen sollten. Zu ihrem Vorsitzenden wurde der Sohn des verstorbenen Präsidenten Mahamat Idriss Déby Itno jr (21.4), wobei das unter den Militärs umstritten ist (22.4). Gerüchte, nach denen Déby sr. von Militär aus den eigenen Reihen getötet wurden, bestätigten sich nicht. Wie seinem Vater, sicherte die französische Botschaft auch Déby jr. ihre Unterstützung zu.

Die FACT-Rebellion hatte zwar einen entscheidenden Sieg errungen, doch sie war zu schwach, um auch die Militärregierung zu stürzen. Daher ging sie zum Schein auf die Idee von Waffenstillstandsverhandlungen ein (24.4), die die Militärregierung jedoch am Folgetag beendete, da sich die FACT inzwischen mit anderen Rebellionen des Landes verbündet hatte (26.4).

Die Zivilbevölkerung hat bisher wohl vergleichsweise wenig von den Unruhen mitbekommen. In der Hauptstadt wurden Stimmen für und gegen die Militärregierung laut. Die Stimmen gegen die Militärregierung wurden niedergeschossen (27.4). Wie auch immer die Tschad-Krise weiter verlaufen wird, sie wird einen wachsenden Einfluss auf das Leben der tschadischen Bevölkerung und auf die Sicherheitslage der gesamten Region haben. Im Anbetracht der wiederaufflammenden Konflikte in Burkina Faso (30.4) und Nigeria (29.4) ist ein instabiler Staat Tschad sicherlich auch kein gutes Zeichen. Der Sturz Débys wird auch möglicherweise einen Effekt in der benachbarten Zentralafrikanische Republik zeigen, wo er angeblich die Rebellenkoalition Coalition des Patriotes pour le Changement unterstützt hatte (2.2). Der Konflikt dort hat ohnehin eine neue Wendung erhalten, als einer der Rebellenführer Anfang April gestorben ist (2.4).