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Nachrichten zu Welt

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13.11.2023 — Großbritannien / Nordkorea / Indonesien

Plastik

Während EU, JAPAN und KENIA bei Welt-Plastik-Gipfel in Kenia "bindende" Verpflichtungen gegen Neuproduktion von Plastik fordern, legen USA und SAUDI ARABIEN Fokus auf Förderung von Recycling (mit Reuters); Neben letztgenannten bestehen zudem CHINA und INDIEN auf Ausgestaltung eines eigenen Pfades, anstatt sich generellen Regeln zu unterwerfen (von KMcVeigh); EU befindet sich derzeit in Freihandels-Verhandlungen mit südamerikanischem MERCOSUR, das EU ermöglichen würde, Plastikmüll dorthin zu exportieren (von LCunha).

14 Quellen

11.11.2023 — Sudan / Türkei / Israel

In Kürze

Welt-Weinproduktion fällt auf niedrigsten Stand seit 1960ern.

17 Quellen

01.11.2023 — Italien / USA / Panama

Meldung

(2).

Aber diese Auseinandersetzung zwischen Legitimisten und Orleanisten war nur Teil eines größeren "Europäischen Konzerts", das 1815 zu spielen begonnen hatte und in dem zuletzt die preußische Pauke deutlich lauter geworden war. Deutschland als politisch definierter Raum bestand am 01. November 1873 noch nicht einmal 2 Jahre und es war ein Ergebnis des bereits erwähnten deutsch-französischen Kriegs 1870/71. Das DEUTSCHE REICH des protestantischen Preußens war darum bemüht, das katholische Frankreich außenpolitisch zu isolieren, auch aus Angst, Frankreich könne das frisch besetzte Elsass zurückhaben wollen. Kanzler Bismarck begann daher seine Bündnispolitik, u.a. mit dem neu gegründeten ITALIEN, das einen kolonialen Interessenkonflikt mit Frankreich um Nordafrika bemühte. Doch in den Nachrichten lässt sich nicht so sehr der Imperialkonflikt ablesen, sondern der ideologische Konflikt zwischen dem politischen Katholizismus (Ultramontanismus) Chambords und z.B. der Jesuiten, und den eher säkulär oder zumindest anti-katholischen Regierungen von Deutschland und Italien. Bismarcks Deutschland befand sich damals im sogenannten Kulturkampf gegen den Katholizismus, zu dem u.a. das anti-Jesuiten-Gesetz von 1872 gehörte. Die Jesuiten hatten im "Europäischen Konzert" eine politische Rolle eingenommen, da sie die absolutistischen Monarchien Frankreichs beeinflusst und z.B. auch in alten und neuen Kolonien, wie den USA oder Mexiko Fuß gefasst hatten. Einst der progressivste Glaubensorden waren sie im 19. Jahrhundert streng orthodox geworden und inzwischen stellen sie seit 2013 den Papst. In den Nachrichten lesen wir nun, dass die in Rom tätigen Jesuiten ihre offiziellen Niederlassungen verlassen, also sich dort möglicherweise unerwünscht gefühlt haben.

Aus diesem politischen Klima entstand 1870 übrigens die katholische Zentrumspartei, eine Vorgängerpartei der heutigen CDU, die in der Anfangszeit der Bundesrepublik Deutschland das religiös-politische Gegenstück zur eher evangelischen SPD wurde. Doch dazwischen vergingen über 75 Jahre, in denen sich das politische Klima von damals in noch ganz anderen Entwicklungen niederschlug, nämlich dem Ersten Weltkrieg.

Ein Blick in den "Rest der Welt" - so wird er zumindest behandelt - zeigt uns einen Imperialkrieg in PANAMA. Es sticht dabei besonders hervor, weil wir 1823 und 1903 mit den Nachrichten bereits in der Region waren und diese Nachricht ein passendes Zwischenstück zwischen beiden Jahren darstellt. 1823 wurde Panama, als Teil von Kolumbien, von Spanien unabhängig und im selben Jahr entwickelten die USA die Monroe-Doktrin, die "Amerika" für "(us-)amerikanisch" erklärte und 1903 stehen die USA kurz vor der militärischen Intervention, die Panama endgültig von Kolumbien lösen und in die totale militärische Herrschaft der USA über den geplanten Panamakanal begründen sollte. Von Interesse ist dabei die schmale Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika des Kanals, wofür es im 19. Jahrhundert aber noch nicht die technischen Möglichkeiten gab. Stattdessen hatten die USA in den 1850ern in Panama die 1. transkontinentale Eisenbahn Amerikas gebaut. Damals war das Schiff das schnellste und einfachste Transportmittel, wohingegen die meisten Landwege noch so beschwerlich und lang waren, wie im Mittelalter. Als 1848 in Kalifornien Gold gefunden wurde, bot es sich für die US-Amerikaner der Ost-Küste also an, nicht zu Fuß oder auf Karren den direkten Weg durch ganz Nordamerika bis zur Westküste einzuschlagen, sondern mit dem Schiff von der US-Ostküste an den Ort zu fahren, wo der Kontinent am schmalsten war, dort den Landweg einzuschlagen, und auf der anderen Seite das Schiff zur Westküste nach Kalifornien zu nehmen. Diese schmalste Stelle war Panama, wo die USA die Eisenbahn bauten und fortan als strategische Infrastruktur ansahen, die es unbedingt zu schützen galt, wie z.B. 1873. 1856 fand die 1. Militärintervention übrigens nach einem Streit um eine unbezahlte Wassermelonenscheibe statt - ein vorgeschobener Grund.

2 Quellen

26.10.2023 — Ukraine / Russland / Italien

Meldung

Begleittext zu den Nachrichten vom 26. Oktober 1943.

Vor 80 Jahren herrschte, wie heute, ein Krieg in der UKRAINE, von wo uns Namen, wie Saporischschja oder die Krim in den Tagesnachrichten begegnen. Der aktuelle Ukraine-Krieg und insbesondere die Invasion durch Russland wurde medial seit seinem Beginn wegen seiner geographischen Überlappung mit dem 2. Weltkrieg und der europäischen Ostfront in Verbindung gebracht. Wie die Nachrichten von 1943 zeigen, fand der damalige Krieg jedoch nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Italien und dem Balkan statt, in Myanmar, im heutigen Papua-Neuguinea, auf den Aleuten, in der Luft und in den Köpfen. Mit diesem historischen Welt-Krieg als einer Grundlage unserer heutigen Welt fällt es uns heute vermutlich leichter, vom Ukraine-Krieg recht schnell Schlüsse für das tausende Kilometer entfernte Taiwan und der dortigen Vormachtstellung Chinas zu schließen. Und es stimmt, dass die Möglichkeit eines Weltkriegs nicht ausgeschlossen werden kann! Die Gefahr bestand 1913, 1938 und auch heute.

Die Kriegsberichterstattung war 1943 in deutschen und z.B. us-amerikanischen Medien sehr verschieden. Ich habe mir deutsche Medien, wie die Kölnische Zeitung und auch den Völkischen Beobachter angeschaut, mich aber dagegen entschieden, sie als primäre Quellen zu verwenden und stattdessen andere Medien genutzt. Den Völkischen Beobachter (vöb), die NSDAP-Zeitung, habe ich aber doch in einer Meldung als Quelle genutzt. Es handelt sich um eine Meldung zu Indien, das 1943 noch britische Kolonie war und wo es damals eine verheerende Hungersnot mit bis zu 4 Millionen Toten gab, was zumindest teilweise auf mangelndes Interesse der britischen Kolonialverwaltung zurückzuführen war, die Bevölkerung zu versorgen. Diese Gemengelage nutzte die Nazi-Propaganda, um den gewaltbereiten indischen Unabhängigkeitsbefürworter Bose in seinem Anliegen zu unterstützen, eine unabhängige indische Exil-Regierung im damals japanisch besetzten und zu Malaysia gehörendem Singapur auszurufen. Der Völkische Beobachter nutzte dieses Ereignis, um die eigene Position gegenüber Großbritannien zu stärken und es ist nicht verwunderlich, dass die alliierte und auch die neutrale Presse über Boses Vorhaben in Singapur nicht berichteten. Aber es ist geschehen und da ich darüber berichten wollte, nahm ich die einzige mir zur Verfügung stehende Quelle darüber - den Völkischen Beobachter.

Zur Zeit des Dritten Reiches gab es übrigens in der deutschsprachigen Medienlandschaft nicht nur NS-Medien! Das Deutsche Zeitungsportal hat auch den Shanghai Jewish Chronicle digitalisiert, der von 1939 bis 1948 auf deutscher Sprache in Shanghai veröffentlicht wurde, wo er mit der japanischen Besatzungsmacht kooperierte.

Der Krieg in Asien und dem Pazifik geht in europäischer Sicht häufig als Nebenschauplatz des Zweiten Weltkriegs unter, aber er war es natürlich nicht: Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki 1945 mit insgesamt 100.000 Toten waren nur die Spitze eines Krieges, der z.B. im Oktober 1943 zwischen Neuguinea und den Aleuten stattfand, aber auch auf den Philippinen, China, Myanmar und Indien, Australien, sowie bekanntermaßen Pearl Harbor auf Hawaii. Über die am schwersten durch Luftangriffe betroffene Stadt Europas wird sich übrigens gestritten, aber weltweit geht dieser traurige Rekord mit Sicherheit an Tokio, wo im Februar und März 1945 mehr als 100.000 Menschen starben.

Im Oktober 1943 legten die Zeitungen selbstverständlich ihren Fokus auf die Kriegsberichterstattung. Das war in den Vor- und Folgejahren vermutlich nicht anders. Andere Themen fanden jedoch trotzdem immer wieder Gehör, wie die rassistischen Jim-Crow-Gesetze in der US-Zeitung "The Afro-American". Politische Berichterstattung über Lateinamerika und Afrika fand zumindest am 26. Oktober 1943 fast gar nicht statt. Wen jedoch die Meldung aus Algerien interessiert: Es gibt darüber eine Arte-Doku.

4 Quellen

26.10.2023 — Israel / Palästina / Polen

Welt

Seit 2011 erstmals wieder Gipfeltreffen der 37 Regenwald-Länder Südostasiens, des Amazonas- und Kongo-Beckens in REPUBLIK KONGO (von jha und kgm).

17 Quellen

17.10.2023 — Welt / Thailand / Nordvietnam (historische Ausgabe vom 17.10.1973)

Welt

Westasiatische Organisation erdölexportierender Länder-Staaten beschließen Erhöhung des Rohölpreises um 17%, um ihn Rohölpreisen der anderen OPEC-Staaten anzupassen; OPEC dementiert, damit politisches Ziel im Nahost-Konflikt zu verfolgen (mit AP); Zuvor wohl Gespräche über stetige Verringerung der Fördermenge um 5%, bis sich ISRAEL aus arabischen Gebieten zurückgezogen hat; Ölpreiserhöhung wird vermutlich eher Europa und JAPAN treffen, als USA (mit AP); DEUTSCHLANDs Ölreserven würden 75 Tage halten; ITALIEN, TÜRKEI und SPANIEN begrenzen und beenden Ölexport bereits; US-Präsident Nixon trifft sich heute mit 4 arabischen Außenministern (mit AP); Weiter schwere Kämpfe zwischen ISRAEL und Ägypten in Sinai-Region, sowie mit JORDANIEN und SYRIEN in Golan-Höhen (mit UPI).

6 Quellen

16.10.2023 — Welt / Irak / Ukraine

Meldung

(5).

Zuletzt möchte ich noch einige Worte zu Werbung in alten Zeitungen schreiben. Die Werbung in den Zeitungen von 1903 hatte einen viel größeren Stellenwert als in den meisten heutigen digitalen und analogen Zeitungen. Die von mir gelesenen Zeitungen von damals, auch die ganz großen, waren eher Werbeblätter mit kleinen journalistischen Zusätzen. Das war bei der Suche nach relevanten Informationen manchmal störend, aber es war auch unterhaltsam. So las ich eine Werbeanzeige eines Zahnarztes, der Zahnfüllungen "nur mit Elektrizität" herstellte, eine (heute) altmodische Kaffeekanne wurde als "technologisches Wunder" präsentiert und in einer US-Regionalzeitung gab ein Imker in seinem Werbebereich zu, dass er keine Zeit habe, sich eine Werbung auszudenken, die Leute aber trotzdem bei ihm kaufen sollten - ein Werbetrick? Leider habe ich keine Quellen für diese Kuriositäten, weil ich nicht dachte, dass ich noch etwas dazu schreiben würde. Aber Werbung ist nicht nur kurios und das Abbild des Privatlebens der 1900er-Jahre, sie kann auch politische und gesellschaftliche Macht haben. Wie im Abschnitt zu Kolumbien erwähnt, waren die Anfänge des Panamakanals von Krieg gezeichnet und durch hegemoniale Interessen. Trotzdem sehe ich den Panamakanal und das Land Panama heutzutage eher rein positiv konnotiert, der Kanal als technologisches Meisterwerk und das Land nicht zuletzt wegen der Janosch-Geschichte "Oh, wie schön ist Panama". Diese Tendenz begann schon im frühen 20. Jahrhundert mit der enormen Popularität des Panama-Huts, der prominente Träger hatte aber auch, wie in alten Filmaufnahmen des öffentlichen Lebens gesichtet werden kann, von der Masse getragen wurde. Der Hut erlebte durch zurückkehrende Arbeiter und Ingenieure des Panamakanalbaus ebenso Popularität, wie durch Fotos des Präsidenten Roosevelt mit dieser Kopfbedeckung. Doch schon in den Zeitungen von 1903 finden sich hier und da größere und kleinere Werbeanzeigen für den Panamahut.

Vielen Dank.

3 Quellen

16.10.2023 — USA / Deutschland / Marokko

Meldung

(2).

Neben diesen relativ "leisen" politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, sehen wir in den Nachrichten vom 16. Oktober 1903 aber natürlich Entwicklungen mit einem gänzlich anderen Kaliber: 1. Imperialistischer Wettbewerb zwischen europäischen Mächten als Vorläufer des 1. Weltkrieges, 2. Der Erwerb von Macht durch außereuropäische Staaten, wie Japan, die USA und lateinamerikanische Länder, und 3. Die Distanzierung der USA von Russland. Wenn man will, kann man den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und sogar den Kalten Krieg aus den Nachrichten dieses Tages ableiten.

JAPAN war in diesen Tagen die Top-Meldung allemal wert, als es mit seinen Truppen im damals noch unabhängigen Korea landete und ein zum Eisenbahnbau gepachtetes Land annektierte, während Russland das Mandschurei-Ultimatum verstreichen ließ und ebenfalls weitere Truppen heranzog. Es ist erschreckend, mit welcher Klarheit die Journalisten im Oktober 1903 schrieben, dass es einen Krieg geben würde, der dann trotzdem ausbrach, auch wenn alle Welt wusste, dass er ausbrechen würde. Der Russisch-Japanische Krieg begann schließlich im Februar 1904 und endete im Sommer 1905 erstmals mit dem Sieg eines asiatischen Landes gegen eine europäische Macht in einem modernen Krieg. In Folge dessen setzte sich 1905 die Expansion des Japanischen Reiches mit der Annexion Koreas fort, die in den 1930ern mit der Invasion Chinas in den Zweiten Weltkrieg eskalierte und in den 1940ern in der Invasion Südostasiens gipfelte, bis im August 1945 zwei Atombomben die expansionistische Politik Japans beendeten.

1 Quellen

26.09.2023 — Welt / Barbados

Meldung

(3).

Die Zeitungen aus dem Jahr 1823 zu lesen ist eine recht andere Erfahrung, als im Jahr 2023 herauszufinden, was die Welt gerade politisch bewegt. Das liegt nicht so sehr an der Art und Weise, wie die Nachrichten aufgebaut sind, denn sie versuchten schon damals, wie heute, Geschehnisse darzustellen und in Zusammenhang zu bringen. Das gelingt mal besser, mal schlechter. Es liegt auch eher weniger an dem Inhalt der Nachrichten, die von Kriegen, gesellschaftlichem Wandel und Diplomatie berichten - was nur mal wieder zeigt, wie gut das Format der Nachricht darin ist, wiederkehrende Motive im Weltgeschehen kenntlich zu machen, wie schlecht es aber auch sein kann, dies zu analysieren! Die Unterschiede von damals und heute sind eher technischer Natur: die Aktualität der Nachrichten variierte damals stark, die Zeitungen mussten gedruckt werden und waren deutlich weniger Menschen zugänglich. Während eine Regionalzeitung aus Barbados heutzutage von Jedem online abrufbar wäre, würde es mich wundern, wenn die Originalausgabe der Zeitung von Barbados, die ich für das Jahr 1823 genutzt habe, überhaupt jemals Kontinentaleuropa erreicht hätte. Der große Unterschied, der mir aufgefallen ist, ist der Schmu, der damals teilweise auf der Titelseite abgedruckt wurde: Wie man eine Eule fängt (man umläuft sie so lange, bis sie vergisst, den Körper ihrem Wendekopf nachzudrehen), wie man sich zu sechst einen Zahn teilen kann und was man gegen tollwütige Wölfe in Woronesch tun kann.

0 Quellen